Nach einigen Tagen mußten wir etwas anderes eichen. Am 10. November 1933 sollte eine große Übertragung sein, für die ein Verteilerkasten aufgestellt werden mußte. Außerdem kamen Leute von der Post. Vorgesehen waren ein Plattenspieler und eine Mikrofonanlage, die auf dem Hof aufgebaut war. Außerdem bauten wir die Ultra-Effekt-Lautsprecher von Telefunken und die großen 20-Watt-Verstärker auf. Zuvor hatten wir Schallplatten ausgesucht, um mit Marschmusik die Vorlaufzeit überbrücken und die Zuhörer in Stimmung bringen zu können.
Zur Demonstration (im Text: Dekoration?) war auch eine große Apparatur aufgebaut, ein Magnetophon- Doppellaufwerk (Bild oben), das 1932/1933 gebaut worden war. Es arbeitete mit Querstromköpfen. Die Papier-Bänder können nur von Herrn Pfleumer gestammt haben, denn es gab ja noch keine andere Stelle, die sich damit beschäftigte. Die Sache ging gut ab; danach kam wieder der graue Alltag. (ergänzte Anmerkung: Die Bänder könnten theoretisch bereits von BASF geliefert worden sein; allerdings arbeitete AEG zu dieser Zeit noch viel mit Pfleumer'schen Bändern)
Wir arbeiteten weiter an den Magnetköpfen. Schüller hatte anhand von Meßreihen mit Isoperm und Mumetall viele Erkenntnisse gesammelt. Die Köpfe wurden alle von Hand gefertigt, und zwar hatte man dafür in der Werkstatt Fritz Voigt abgestellt, der ausschließlich Köpfe für Schüller zu fertigen hatte. Inzwischen überzeugte sich Geheimrat Bücher (Anmerkung: vom Vorstand der AEG) mehrfach vom Fortschritt unserer Arbeit. Im Forschungsinstitut in Reinickendorf, bei Steinbrenner, wurde ein neues Laufwerk gebaut, damit wir nicht nur mit der Endlos-Apparatur arbeiten mußten, sondern regulär aufnehmen, zurückspulen und wiedergeben konnten.