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Zum Auffrischen und Schmunzeln . . .

. . . sind diese Museums-Seiten hier gedacht, denn viele wissen nicht mehr oder noch nicht, wie es damals angefangen hat und wie das wirklich funktioniert mit den Tonband- und den Magnetbandgeräten aus alter Zeit. Viele Bilder können Sie durch Anklicken vergrößern, auch dieses.

Grundig und Philps, zwei der Größten auf der Welt.

Video war auf einmal in, doch Grundig hatte mit seinem VCR System (ab 1971) nicht den erwarteten (und gewünschten) Erfolg, also eher ein Flop. 

 

Also rauften sie sich nochmal zusammen, die beiden großen Weltunternehmen Grundig und Philips und ließen ihre Ingenieure ab 1976 richtig aus dem Vollen schöpfen. Und es kam dabei etwas technologisch richtig Zukunftweisendes und Tolles heraus, jedenfalls theoretisch.

 

Video 2000, eine Name mit Blick auf die Zukunft, beeindruckende Fernseh- Qualität, dazu ganz viele Knöpfchen und Tasten ohne Ende, Automatismen zum Aufnehmen von Sendungen sogar bis zu einem Jahr im Voraus. Wenn das nun mal nicht reichte.

 

Halt, hatten wir das nicht schon mal, als die deutschen Ingnieure "so etwas" machen durften. War das Grundig VCR Sytem nicht auch schon fast perfekt. Gab es da nicht den weisen Spruch: "Wehe, wenn sie losgelassen." Richtig, das war das UHER Royal Tonbandgerät mit dem Super Knopf, der auf 13 Schalt-Ebenen mit "tausenden" von Kontakten alle Tonband- Funktionen in einem Knopf hinein gelegt bekam (wobei das Gerät aus anderen Gründen nie richtig funktionierte). Oder der Uher 630 Omega Drive, der je nach Bandmaterial mal schneller oder mal langsamer lief, also ein systematischer !! Fehler. Und es gab da noch viel mehr an "lustigen" Beispielen.

"Krankheiten" ohne Ende

Auch die Kinderkrankheiten der Video 2000 Recorder verdrossen sogar die wohlgesonnenen deutschen Hightech Liebhaber, die ja "nur das Beste" kaufen wollten und gekauft hatten. Die Philips und Grundig Geräte (und natürllichalle OEMs wie Siemens, Metz, ITT, Quelle usw.) wurden überwiegend in Deutschland entwickelt und so gut wie alle bei Grundig produziert.

 

Inzwischen hatten die Japaner richtig erkannt: Die Schlacht um den Weltmarkt wird in den USA entschieden. Und die Masse der Amerikaner mit erstaunlich bescheidenen Ansprüchen (und teilweise auch erstaunlich bescheidener Intelligenz) war mit dem technisch weit unterlegenen VHS System für das sowieso leicht unzulängliche NTSC völlig zufrieden.

 

Dabei hatte sich JVC nur den Namen als Warenzeichen weltweit schützten lassen, eigentlich sogar nur die drei Buchstaben "VHS", später "S-VHS". Ja, so einfach war das, die VHS Technik war im Prinzip public. Man bezahlte (einen relativ kleinen) Obulus für die Nutzung des weltweit beworbenen Namens. Und auf einmal hatten die Japaner (allen voran die Firma JVC) ganz viele "Freunde" auf ihrer Seite, die dort preiswerter mitschwimmen konnten als bei den Europäern. Und es hatte schon wieder funktioniert. Nicht die Besten gewinnen, nein, die, die die "chinesischen Weisheiten" beachteten, hatten gewonnen.

1985/86 schlägt die Stunde bei Grundig.

"Wem die Stunde schlägt", das sagt der Markt, der Weltmarkt. Auch wenn es nicht mit lauteren Dingen beim Kampf gegen VHS zugegangen sein soll, mehrere Grundlagen für einen weltweiten Durchbruch von Video 2000 hatten nicht gestimmt. NTSC und Secam hätten mit eingebaut werden müssen, waren es aber nicht. Zu der Zeit des endgültigen Abgesangs war Max Grundig schon nicht mehr der Boss im Hause Grundig, Philips hatte das Sagen.

 

Die letzten gemeinsamen Video 2000 Recorder 2200 und 2000 sowie 2280 und 2080 waren letztmalig 1986 zukaufen. Die Grundig Revue war schon voll mit VHS Geräten, zwar Grundigs Produktion, doch viel zu teuer in der Herstellung (und zu kompliziert in der Bedienung).

 

Zu dieser Zeit hatte der Autor seinen Eltern ein neues Grundig VHS Video Gerät geschenkt, das diese nie richtig zum Laufen gebracht hatten, der Autor übrigens auch nicht. Es war einfach zu kompliziert.

 

Und von nun an ging´s nur noch bergab in Europa. Getreu dem Spruch:

Wenn Du mal ganz oben angekommen bist, dann mußt Du aufpassen, denn dann geht es nur noch abwärts.

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Auch zwei solche Video 2000 Recorder werden wir zerlegen und analysieren.

Wir haben zwei Video 2000 Recorder gespendet bekommen, eigentlich zwei baugleiche Geräte. Einen von Philips und einen von Grundig. Video Einblicke gibts in Kürze.

Schaun Sie mal rüber ins Fernsehmuseum, dort steht etwas über den Telefunken Flop mit dem Bildplattenspieler TP 1005, so um 1976 war dieses Thema auch zuende.



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