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Hier gibt es nichts mehr zu lächeln oder zu schmunzeln,
hier ist es gefährlich todernst und totenstill.

Schaun Sie mal genauer hin - Da war doch mal was oder ?

Wie auf der Seite vorher und auf der letzen Seite der Max Grundig Historie anschaulich dargestellt, waren die aufkommenden Probleme bereits ab 1975 deutlich zu erkennen.
Und die aufkommenden "Zeichen der Zeit" waren vor allem sehr leicht logisch nachvollziehbar.

Ein "Scheiß Japaner" hat sie nicht gelöst. Auf mehreren Seiten hier im Bereich Japans Erfahrung steht wesentlich mehr.

Gepennt oder unfähig oder zu alt geworden ?

ein schmuckes Akai GX 77
und ein schmuckes Sony

Die Bosse (ist neudeutsch und steht für "die Chefs") samt ihren Strategen, Vertrieblern und Entwicklern haben sich entweder (viel zu lange) ausgeruht oder vollends gepennt.

Selbst den damals noch wenig bewanderten Laien war aufgefallen, daß so ab 1974 immer mehr attraktive und preiswerte und auch sehr teure edle Audio- und Fernseh- Geräte (später auch Video-Geräte) aus Fernost (damals vor allem aus Japan) in den Schaufenstern und Regalen der Rundfunk-, Foto- und Hifi- Läden standen.

Und das galt sowohl für die ungewohnt gute Qualität der angebotenen Technik (Beispiel SONY´s Trinitron) wie auch für das neue ungewohnte extrem gute Preis- Leistungs- Verhältnis.

Auch das mit unseren (ost- und) westdeutschen Super-8 Kameras, den Spiegelreflexkameras und anderen edlen Konsumgütern ging brachial den Bach runter. Hier steht mehr darüber, wie gut wir mal waren und wen es damals alles noch gab.

Waren "sie" alle blind ?

Das muß "denen" doch mal aufgefallen sein. Im Nachhinein muß der Autor feststellen, die europäischen Hersteller müssen nahezu allesamt mit Blindheit geschlagen worden sein, so zu tun, als ob das damals alles nur "Fata Morganen" gewesen seien.

Ein Beispiel aus der Computerbranche im Jahr 2006

Da wirbt ein taiwanesischer Hersteller in 2006 mit folgenden Zahlen:

  • - gegründet 1974
  • - der Nr.2 Lieferant in 2005 von Mainboards mit mehr als 42 Millionen Stück
  • - der Nr.1 Lieferant von mehr als 65 Millionen PC Gehäusen in 2005
  • - der Nr.1 Hersteller von PC Sockeln und Konnektoren in Taiwan
  • - der Nr.2 Hersteller von Konnektoren weltweit
  • - der Nr.2 Hersteller von Kühlkörpern mit 25% Marktanteil
  • - ein Jahresumsatz 2005 von 30 Milliarden US-Dollar
  • - über 350.000 Angestellte weltweit
  • - Das größte privat geführte herstellende Unternehmen in Taiwan
  • - Das fünftgrößte Unternehmen in Taiwan
  • - Der größte China-Exporteur
  • - der Nr.1 OEM-Vertragshersteller mit 37 Millionen qm Produktionsfläche


Welcher Hersteller in Europa hatte denn überhaupt über 1 Million Quadratmeter Produktionsfläche?
Grundig hatte in den Blütezeiten 3,7 Milliarden DM Umsatz und etwas über 32.ooo Mitarbeiter, dieser hier nennt 30 Milliarden Dollar und 350.000 Mitarbeiter. Selbst wenn man davon nur die Hälfte glaubt, (im Orient und in den Ländern der aufgehenden Sonne wird gerne und oft übertrieben,) dann sind das gewaltige Zahlen.

Ein ganz bezeichnendes Beispiel aus der deutschen Video Profi Studio-Technik: die Entwicklungen des europäischen Premium Broadcast Herstellers Fese/BTS/Philips

die Bosch Fese BTS KCM 125
die Fese BCN40/50 Recorderfamilie
ein edelster Fese BCN 51 Scanner

Die Bosch Fernseh GmbH (genannt Fese, später BTS) in Darmstadt war Jahre lang der exklusive und edle (und teure) Haus- und Hof- Lieferant für die deutschen und europäischen (und sogar für viele weltweite) Fernseh- Studios und "Anstalten" oder einfach für "die Sender".

Dort wurden nach einigen Anfangsschwierigkeiten eine Serie technisch konkurrenzloser Magnetband- Videorecorder (BCN 40 und BCN 50) auf Vorhandenem aufgesetzt und weiterentwickelt und dann auch bei der Fese in Darmstadt hergestellt. Bis dann die Japaner kamen.

Also wurde verstärkt weiter entwickelt und es wurden dann noch bessere (?) Geräte entwickelt (z.B. die BCN 52/53 und die BCH1000). Der Fernseh- Studio- Fachmann kennt noch die mißglückte (analoge) Quartercam / Lineplex Serie von 1985, ein (wirklicher ?) Funai Hightech- Recorder auf schmalem 1/4" Video- Magnetband mit sehr kleinen Kassetten und absoluter Studioqualität. Leider funktionierten nicht mal die Prototypen verläßlich. Es wurde ein 95 Millionen-Flop (und die Buschtrommel munkelt sogar, es war der Sargdeckel des Unternehmens).

 

In dieser Zeit forschten natürlich auch die Japaner ganz intensiv, wie diese komplexe High-End Technik (aber digital) in den Griff zu bekommen wäre.

Und da schieden sich die Geister diametral.
Rechts als Beispiel das zentrale Teil (der Hochleistungs Präzisions-Scanner einer deutschen BCN 50), ein Teil des erfolgreichsten Profi-Farbvideorecorders seiner Zeit (1986).

Und das Ergebnis: Die Japaner hatten einfach das bessere Konzept.

In Darmstadt wurden nämlich edelste Video-Kopftrommeln (das sind die Scanner) mit einer unglaublichen mechanischen Präzision konstruiert, die diese Technik bedienen sollten und das völlig unbestritten auch konnten. Die (Kugel-) Lager und Drehteile ware absolut an der Grenze der mechanischen Präzisionsfertigung angekommen.

Kopftrommel im Panasonic NV 180

Die Japaner hingegen hatten bereits Erfahrung mit vielen (also weit über 40 ?) Millionen von verhältnismäßig preiswerten Consumer- Videorecordern und sind damit (fast schon natürlich) anfänglich auch auf die Nase gefallen (mit der Qualität bei diesen gigantischen Stückzahlen).
-

Das Problem war ganz einfach.

Selbst die Japaner konnten gar nicht auf Dauer (oder wollten auch gar nicht ) diese Riesenstückzahlen von 50 bis 100 Millionen Kopftrommeln (= Scannern) (das ist der sensibelste Teil des Recorders) in einer gleichbleibenden absoluten Qualität direkt an der (mechanischen) Grenze des technisch Machbaren produzieren (müssen).

So hatten sie schon frühzeitig, eigentlich gezwungener Maßen, nach einer elektronischen (Korrektur-) Lösung des Qualitätsproblems auf "Silizium-Chip"-Basis gesucht.

Wenn also die vorhandene Mechanik
die (Bild-) Fehler durch (die eigentlich zu großen) Toleranzen nicht verzeiht, dann ist die einzige Alternative eine verbesserte intelligente Korrektur- Elektronik, die diese Fehler- Korrektur vollelektronisch und automatisch vornimmt.

Also zusammengefaßt ganz kurz und knapp:

-

  • Die Deutschen forcierten die perfekte mechanische Lösung
  • die Japaner forcierten die intelligente Lösung - die elektronische Korrektur

-

und . . . . - oh Wunder - . . . sie hatten damit Recht.

Und dazu waren sie mit dieser intelligenten Lösung um Dimensionen preiswerter.

Es war also eine Frage der Konstruktions- Philosophie und der Erkenntnis, wo denn die Grenzen der ökonomisch machbaren Technik lägen, in der Mechanik oder der Elektronik.

 

Im Ergebnis waren die Japaner einfach besser. Vor allem, es gab da schon lange nichts mehr abzukupfern oder zu "klauen", wie so mancher Europäer immer noch neidisch (oder bösartig) munkelte.

Auch die Amerikaner beim Magnetband- Pionier Ampex
haben Jahre lang an ihrer zukünftigen (Schrägspur-) Kopftrommel-Mechanik (unerfolgreich) weiter entwickelt und dann schließlich doch aufgegeben. Das alles haben die Japaner selber entwickelt, also die Produktions- Methodik und die eigenen digitalen Computer-Chips dazu.

 

Es ist dem Autor immer noch unverständlich, daß hier bei uns keiner auf diese Ideen (der Verlagerung der mechanischen Präzision in die intelligenten Chips) kam, zumal die Deutschen diese riesen Stückzahlen gar nicht produzieren konnten und somit noch viel mehr auf Optimierung hätten bedacht sein müssen.

 

Ob wir in Deutschland daraus etwas gelernt haben ?

Halt, da war doch noch was:

Zukunftsweisend - der Gigabit Recorder

Bei der Bosch Fernseh GmbH wurde so ab 1985 und um 1990 unter der Leitung von Professor Dr. Hausdörfer mit Fördergeldern des BMFT (damals Bundesministerium für Forschung und Technik) eine absolut irre tolle digitale HDTV MAZ als Prototyp entwickelt. Sie war eine Zeit lang verschwunden bzw. nie zeitnah draußen angekommen ?? Warum auch immer. Als sie dann endlich kam (der Voodoo Recorder), war sie veraltet.

 

Auf der Seite www.fernsehmuseum.info werden wir im Bereich "Wissen und Technik" diese Forschungsberichte einbringen.

Wir waren damals schon gut . . . . . damals ?
Wann war das bitte ? . . . . .


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