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Zum Auffrischen und Schmunzeln . . .

. . . sind diese Museums-Seiten hier gedacht, denn viele wissen nicht mehr oder noch nicht, wie es damals angefangen hat und wie das wirklich funktioniert mit den Tonband- und den Magnetbandgeräten aus alter Zeit. Viele Bilder können Sie durch Anklicken vergrößern, auch dieses.

Sie hieß nur "die FESE", die Firma "Robert Bosch Fernseh GmbH" und dieses Magnetbandgerät.

Es war eines der wenigen beeindruckenden gigantischen Magnetbandgeräte (genannt "MAZ") aus heimischer Produktion. Die FESE MAZ kam von der Robert Bosch Fernseh GmbH aus Darmstadt, genannt FESE. Dort wurde zusammen mit dem Zentralamt der Bundespost und der TH Darmstadt entwickelt und auch gebaut. Dort kamen auch die für damals modernsten und weltweit führenden Fernsehkameras her. Doch das war damals.

 

Mehr über die Fese und deren Produkte steht auf der neuen Seite des deutschen Fernsehmuseums.

 

Die Objektive kamen von einer Spezial-Firma Schneider Optik aus Bad Kreuznach. Diese Spezialisten entwickelten und bauten auch damals die sündhaft teuren Cinemascope Projektionsobjektive für unsere größeren deutschen Kinos.

 

Das waren also damals alles rein deutsche Hightech Produkte und die hatten auch ihren (exorbitant hohen) Preis. Kleinere Filmfirmen, die gerade noch Geld hatten für eine 16mm Arriflex Filmkamera mit einem teuren Objektiv Revolver und mehreren edlen Objektiven, die konnten gar nicht auf eine Video Produktion umsteigen, es war nahezu unbezahlbar. Erst, als die ersten gebrauchten (Gurken) auf den Markt kamen, die bei den (damals reichen) Fernseh-"anstalten" ausgemustert wurden, wurde eine MAZ erschwinglich. So konnte sich 1972/74 in Wiesbaden eine kleine Firma namens Videothek Produktions GmbH zwei gebrauchte MAZen leisten, denn man wollte ja auch schneiden können und wehe, eine der beiden fiel aus. Diese MAZen waren schwer, sehr sehr schwer und der kleine 15tonner MAZ Wagen fuhr auf der Straße immer leicht "schräg", obwohl der Fahrer nicht betrunken war.

 

Solch eine (volltransistorisierte) MAZ in einem Ü-Wagen war schon ein Erlebnis für sich. War es draußen zu kalt, ging sie nicht, war es draußen zu warm, ging sie auch nicht. Also wie denn nun ? Die geplagten Techniker verglichen die leidende Maschine oft mit den launischen "Unpäßlichkeiten" der Damen dieser Welt.

Ein HDTV Meilenstein des Fernsehens von ca. 1979/80:

Der Autor erinnert sich an einen Besuch bei der FESE so etwa 1980. Dort stand in einem ca. 80qm großen Vorführ- und Presse- Raum eine solche monumentale MAZ in der erweiterten Version für hochauflösendes HDTV Fernsehen mit einem gigantischen 3Röhren-Beamer vor einer mindestens 6m breiten Bildwand. Eine HDTV Video Projektion mit 6 Metern Breite, das war damals schon etwas wirklich ganz Besonderes. Und sie machten bereits 1250 Zeilen im damaligen Breitbildformat. Dazu gab es 4 K&H (Klein & Hummel) Studioboxen an allen 4 Ecken und eine selbst gemachte HDTV Aufnahme der tosenden Niagara- (oder Victoria-) Fälle mit einem ohrenbetäubenden quadrophonischen Geräuschpegel in edelster Hifi Qualität. Es war für uns Besucher absolut atemberaubend und sehr beeindruckend, ähnlich wie damals 1945 der Amerikaner Jack Mullin in Bad Nauheim vor der AEG K4 mit der riesigen AEG Studiobox gestanden haben mußte.

 

Bilder von den gigantischen Innenleben der Video Dinosaurier folgen in Kürze.

Weitere Bilder kommen noch, denn es stehen ein paar davon hier in Wiesbaden im Fernsehmuseum.

 

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