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Zum Auffrischen und Schmunzeln . . .

. . . sind diese Museums-Seiten hier gedacht, denn viele wissen nicht mehr oder noch nicht, wie es damals angefangen hat und wie das wirklich funktioniert mit den Tonband- und den Magnetbandgeräten aus alter Zeit. Viele Bilder können Sie durch Anklicken vergrößern, auch dieses.

Die Industrielle Fertigung von Magnetbändern

In Anlehnung an mehrere wissenschaftliche Ausarbeitungen aus dem Jahr 1960 aus dem Buch: "Die Technik der Magnetspeicher".

Quellenangaben erfolgen am Ende der Seiten.

Teil 2: Die Trägerschicht des Bandes

Dieser Teil gilt natürlich nur für das Zweischichtenband aus dem Jahr 1960. Danach wurden die Herstellungsmethoden dramatisch verbessert und resultierten im 3-Schichten- und 4-Schichten- Band.

Als Trägerunterlage (die tragende Schicht eines Zweischichten Bandes) für die Magnetschicht werden breite Folien aus Kunststoff auf der Basis von Acetylcellulose (AC) und Polyvinylchlorid (PVC), vereinzelt auch speziellem Papier und ab 1943 auch Polyester (PE) eingesetzt und später in Bahnen geschnitten.
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a) Acetylcellulose (AC)

("Acetyl-Cellulose" ist eigentlich immer noch Papier, denn "Cellulose" ist der Grundbestandteil für Papier, nämlich aus Holz gewonnen und "Acetyl" könnte man (nicht ganz korrekt) mit Essigsäure gleichsetzen. Beides sind biologische Produkte.)

 

Acetylcellulose ist stark feuchtigkeltsempfindlich. Diese Erscheinung ist reversibel, d. h. durch Feuchtigkeitsaufnahme tritt ein bei der Trägerschicht ein Aufquellen ein, bei Feuchtigkeitsabgabe wiederum ein Schrumpfen. Das Ausmaß beträgt etwa 15*10 -5/1% rel. Feuchtigkeitsänderung im Bereich von 20 bis 80% rel. Feuchte (RF). Bei einem extremen Schwankungsbereich von 60% RF beträgt die Längenänderung aber immerhin 1% bei einem frei liegendem oder hängendem Band. In einem Bandwickel treten dann natürlich große Spannungen auf, die zu Deformationen führen können. Es empfiehlt sich daher, AC-Bänder unter Normalbedingungen (20° C und 65% RF) zu lagern. Der Erweichungspunkt bei AC liegt mit 160 bis 180° C seht hoch. Eine weitere Eigenschaft der AC-Folie ist die relativ geringe Kanteneinreißfestigkeit bzw. Schlagbruchfestigkeit. Bei ruckartiger Zugbeanspruchung, insbesondere, wann der Zug nicht exakt parallel zur Bandlängsachse erfolgt, so daß eine Querkomponente auftritt, reißt das Band sehr leicht, ohne sich zu verdehnen. Dies erweckt vielfach den Eindruck einer gewissen Sprödigkeit des Trägermaterials und wird von Nichtprofis oft als Nachteil angesehen.

 

Profis hingegen werten diese AC-Eigenschaft als besonderen Vorteil, weil bei Betriebsstörungen der Laufwerke, die zu ruckartigen Beanspruchungen des Bandes führen können, das Band eher reißt, ohne sich zu dehnen und daher die Aufnahme erhaltenbleibt. Die beiden anderen Werkstoffe PVC und PE weisen eine relativ hohe Kanteneinreißfestigkeit auf und dehnen sich unter der gleichen Einwirkung bis zur Unbrauchbarkeit der Aufzeichnung. Infolge der großen Dehnung schwankt die Tonhöhe der Aufzeichnung. Die gerissenen AC-Bänder hingegen können durch Kleben meist ohne Qualitätsbeeinträchtigung der Aufzeichnung wieder verwendet werden.

 

b) Polyvinylchlorid (PVC)

PVC ist weitgehend unempfindlich gegen Feuchtigkeit, hat dafür aber einen niedrigen Erweichungspunkt von 60 bis 70° C. Die zulässige Erwärmung unserer Laufwerke liegt bei diesen Temperaturen. PVC-Bänder sind daher vor unmittelbarer Sonneneinstrahlung zu schützen, da sie bei Annäherung an diese Temperaturen ihre Festigkeitswerte verlieren und sich so leicht deformieren.

 

c) Polyester (PE)

PE vereinigt fast alle Vorteile der beiden anderen Werkstoffe unter Vermeidung ihrer Nachteile. Die Feuchtigkeitsempfindlichkeit ist mit 1,1 • 10-5/1% RF (relative Feuchte) um mehr als eine Zehnerpotenz geringer als bei AC und mit PVC vergleichbar. Der Erweichungspunkt liegt bei 220° C, Durch einen ganz speziellen Reckprozeß können die mechanischen Festigkeitswerte gesteigert werden, sodaß sie mit unvergütetem Stahl vergleichbar werden!! Dabei bleibt der Kunststoff aber schmiegsam und wird nicht etwa spröde oder steif. Der Wärmeausdehnungskoeffizient liegt bei allen drei Stoffen zwischen 4 bis 6 * 10 -5/1o C.

 

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