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Zum Auffrischen und Schmunzeln . . .

. . . sind diese Museums-Seiten hier gedacht, denn viele wissen nicht mehr oder noch nicht, wie es damals angefangen hat und wie das wirklich funktioniert mit den Tonband- und den Magnetbandgeräten aus alter Zeit. Viele Bilder können Sie durch Anklicken vergrößern, auch dieses.

The All-in-One Tape Recorder Book (1958)

Es kommt aus England und wurde 1958 geschrieben und dann noch 3 mal "aufgelegt" bis 1960. Es ist ein Taschenbuch, bei dem auf die Historie der Bandgeräte im Königreich England (also im Grossen Brittannien) völlig verzichtet wurde, leider. 

 

Daß in diesem Büchlein fast nur Grundig Geräte symbolisch dargestellt werden, ist auch verständlich, jedenfalls aus deutscher Sicht. Auf der letzten Umschlagseite wird ein "The Grundig Book" by Frederick Purves beworben. Aha. Der Autor Joseph M. LLoyd schreibt für Focal Press in London "und New York" und sagt, dieses Büchlein sei in alle Sprachen dieser Welt übersetzt worden.

 

Was ist uns aufgefallen ? Die optische und didaktische Aufmachung ist auf "englischem" Niveau, sehr schlicht und einfach, technisch trocken, eigentlich nur für den, der es lesen muß. Spaß und Freude kann der englische Autor überhaupt nicht vermitteln. Kein Verweis auf die englischen Bandgeräte von 1955 bis 1960, alle Bilder sind auch auf sehr niedrigem Niveau, optisch eher ein Kinderbuch, doch dafür viel zu technisch. Und Text ist dicht geschrieben ohne Ende. Dafür gibt es ein sauberes korrektes Englisch sprachlich auf einem hohen Stand. (für Englisch Lehrer gut geeignet)

 

Aus heutiger Sicht ist es kaum zu glauben, daß diesem Büchlein angeblich ein so großer Erfolg beschieden war, wie auf den Umschlagseiten behauptet wurde.

 

Doch was ist aus diesem Buch überhaupt zu entnehmen ?

Die Qualität, die dort sogar mit HiFi gleich gesetzt wird, reicht von einem Frequenzgang von 40 bis 10.ooo Hz. Mehr brauche man nicht, würde sogar die BBC sagen. Das wird dann auch ausführlich untermauert. Es gäbe aber Besseres, wird angefügt.

 

Laut diesem Buch kannte man in England bis 1958 die Viertelspurtechnik noch nicht, davon steht kein Wort drinnen. Auch, daß höherwertige Studio-Laufwerke mit drei Motoren arbeiten würden, habe ich sicher überlesen, auch beim zweiten Male ?

 

Ein paar Informationen sind schon beachtenswert, denn der englische Autor hat die damaligen Preise rein geschrieben, in englischen Pfund natürlich und das Pfund Sterling kostete damals etwa DM 12.- .

 

Also 1958 kostete zum Beispiel ein Consumer Mikrofon (pound sterling)

 

  • Crystal Microphones und Dynamic Microphones ca. 10 bis 30 pound
  • Bändchen Microphones von 10 bis 12 pound
  • Condensator Mircrophones 100 bis 200 pound
  • die Bandgeräte Palette reiche von 20 bis 200 pound
  • eine Grundig Stenorette koste 35 bis 45 pound
  • ein tragbares Bandgerät (etwa Grundig TK9) von 40 bis 100 pound
  • ein tragbares Professional von 80 bis 150 pound
  • und ein Studiobandgerät von 200 bis 2000 pound

 

 

Da habe ich doch noch etwas vergessen . . . .

Ja, das mit dem Stereo, das kommt ganz hinten quasi als Nachsatz, ja so etwas gibt es auch schon in England und dazu braucht man dann zwei Lautsprecher.

 

Es hört sich jetzt zwar etwas sarkastisch an, aber das mit dem Consumer Stereo war zumindest in Deutschland und den USA seit 1954 wohl bekannt und 1952 gab es den ersten 7 Kanal Cinerama Film und 1955 den ersten 6 Kanal Todd AO Film und seit 1953 war 4 Kanal Magnetton bei Cinemascope Filmen wohl bekannt.

 

Also zumindest in der 4. Auflage hätte der englische Autor sich besser darum kümmern müssen. So ist dieses Büchlein ein sehr trauriges Musterbeispiel englischer Tonband- "Buchkunst" und auch für Sammler nicht empfehlenswert.

 

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