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BASF MITTEILUNGEN FÜR ALLE TONBANDFREUNDE Nr.25

Herausgegeben von der Badischen Anilin- & Soda-Fabrik AG - Ludwigshafen am Rhein. Für Österreich bearbeitet von ORGANCHEMIE GMBH • WIEN 7 • HIETZINGER HAUPTSTRASSE 50 - Dies ist also eine weitere spezielle abweichende Heftversion für Österreich. Auf ein Editorial wurde wiederum verzichtet. ()
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Laßt Briefe sprechen !
(Zu unserem Tilelbild)

„Liebe Inge!
Bis jetzt habe ich drei Versuche gemacht, einen schönen Schreibebrief an Dich zu verfassen. Es hat einfach nicht geklappt! Immer wieder mußte ich neu anfangen. Du weißt ja, ich bin kein meisterhafter Briefschreiber wie der alte Geheimrat Goethe, und außerdem fällt es mir schwer, leserlich zu schreiben.

Aber zur rechten Zeit ist mir noch mein Tonbandgerät eingefallen. Du hast ja seit kurzem auch eins, und weshalb sollen wir da nicht per Band korrespondieren?! Also habe ich den Kasten hergeholt und dieses PIKKOLO-Band aufgelegt. Ich hoffe, Du freust Dich über meinen Entschluß, und ich hoffe nalürlich auch, Du wirst mir auf gleiche Weise antworten. Von der BASF kann man ja so praktische Versandschachteln für den PIKKOLO-Tonbandbrief bekommen; damit ist auch die Frage der Verpackung gelöst.

  • Anmerkung : Hier eine so offensichtliche Lobhudelei in vermeintlich redaktionelle Zeilen verpackt, aber so ungeschickt, daß jedermann sofort auf einen Fake tippen würde. SO kann man eine Information so richtig kaputt machen.

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es geht weiter ......

Vergiß aber bei Deiner Antwort nicht den Vermerk Warenprobe auf der Versandschachtel, dann kostet der Tonbandbrief auch nur Warenprobenporto.

Ja, ich muß schon sagen: so ein Tonband ist doch eine feine Sache! Ich habe mir für diesen Brief nur ein paar Stichworte aufgeschrieben, damit ich nichts vergesse, was ich Dir sagen will, und jetzt rede ich frei von der Leber weg. Du kannst sicher sein, daß Du von mir so mehr erfährst, als wenn ich einen Brief geschrieben hätte. Das ist sonnenklar, denn dieses PIKKOLO-Band läuft immerhin 11 Minuten pro Spur. Macht insgesamt also 22 Minuten, weil ich ja auch die zweite Spur besprechen werde.

22 Minuten - die braucht man, um einen sieben Seiten langen Schreibmaschinenbrief zu lesen. Und wie lange würde ich erst zum Schreiben brauchen! Und wie viele Seiten gäbe das erst, wenn ich mit der Hand schriebe! Das mag ich gar nicht ausrechnen, ich studiere ja nicht Mathematik, sondern Musik. Weil ich gerade bei der Musik bin: beim Studium hilft mir das Tonbandgerät auch. Bei meinen Klavier- und Geigeübungen zu Hause hört nämlich das Mikrofon zu.

Wenn ich hinterher die Aufnahmen abspiele, merke ich doch manchmal, daß vieles noch Stümperei ist. Solch ein Tonband ist eben doch ein scharfer Kritiker. Aber es hat den Vorteil, daß ich meine Fehler ganz genau erkennen kann und es beim zweitenmal besser mache. Ich sehe mich schon als Liszt und Paganini in einer Person! Trotzdem meine ich, daß ich jetzt genügend Loblieder über das Band auf Band gesungen habe. Aber ich habe ja noch Zeit genug, von anderen Dingen zu reden; die erste Spur ist noch nicht einmal zur Hälfte abgelaufen. Wann kommst Du also nach München? Inge, unser Atelierfest wird prima, verlass' Dich drauf! Natürlich wird das Tonbandgerät dabei sein! ..."

  • Anmerkung : Das war also zum wiederholten Male Schleim und Schmus ohne Ende, die das Niveau dieser Hefte erheblich nach unten gezogen hatten.

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Band knüpft Bande

Das folgende Inserat stammt aus einer Frankfurter Zeitung:

Bild kommt noch

Reporterschule mit Akustik

Diesen Bericht verdanken wir Lutz Bräutigam aus Berlin.

„Freunde der Publizistik" nennt sich die Vereinigung von Studenten des Instituts für Publizistik an der Freien Universität Berlin. Hier geht man seinen Neigungen und Interessen im weitreichenden Gebiet der Berichterstattung, Meinungsbildung und Meinungsbeeinflussung nach.

Der Rundfunk-Arbeitskreis hatte sich zum Ziel gesetzt, die Vorlesungen und Seminare durch praktische Übungen zu ergänzen. Die angehenden Reporter sollten mit ihrem späteren Arbeitsgebiet und Handwerkszeug vertraut gemacht werden.

So traf man dann oft eine Gruppe junger Leute mit Tonbandgerät, MAGNETOPHONBAND BASF, Mikrofon und langen Kabeln irgendwo in der Universität oder auch draußen an, bemüht, Stimmungsbilder einzufangen oder Interviews über kulturelle und politische Themen zu arrangieren.

Erfolg: den jungen Menschen wurde die Mikrofonscheu genommen; zudem lernten sie beim gemeinsamen Studium der eigenen Hörberichte rasch, Fehler zu vermeiden, Schwächen zu beseitigen und schließlich die Berichte so aufzubauen, daß sie „ankommen".

Schnappschüsse

Gleich beginnt ein Musikstück, das Ihnen besonders gut gefällt - das Geburtstagsständchen wäre sicher eine Aufnahme wert - ganz plötzlich haben Sie eine ausgezeichnete Idee: nur haben Sie gerade kein unbespieltes Tonband zur Hand, um sofort eine Aufnahme zu machen.

Schnell ein bespieltes Band aus dem Archiv zu nehmen wäre Leichtsinn; vielleicht löschen Sie denn eine wertvolle Aufnahme. Deshalb sollten Sie immer ein Band aufnahmebereit halten. Am besten liegt es stets auf dem Gerät, das freie Bandende bereits in die Leerspule eingefädelt. Wenn Sie dann einen akustischen Schnappschuß machen wollen, brauchen Sie nur einzuschalten, richtig auszusteuern und zu starten.

  • Anmerkung : Und die Moral von der Geschicht - kaufe sofort BASF Bänder auf Vorrat. - Eine ziemlich blöde Trivial-Werbung

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Tonband schreibt Geschichte

Ernst Behrendt schreibt aus USA:

Künftige Geschichtsforscher werden wohl kaum noch darauf angewiesen sein, in vergilbten Pergamenten zu blättern, wenn das Beispiel des „Oral History Research Office" an der New Yorker Columbia-Universität Schule macht.

In diesem „Büro für gesprochene Geschichte" sind seit über einem Jahrzehnt Memoiren, wie sie sonst niedergeschrieben werden, auf Tonband festgehalten. Die Institution wurde von dem Geschichtsprofessor Allan Nevins gegründet, der vor mehr als zehn Jahren begann, die Erinnerungen von Persönlichkeiten, die mit der jüngsten Vergangenheit besonders vertraut waren, in einem Monumentalwerk zusammenzustellen.

Sehr bald erwies sich jedoch, daß die meisten Politiker, Juristen, Diplomaten, Journalisten oder Arbeitsführer zwar zur Mitarbeit bereit waren, aber das Festhalten ihrer Erinnerungen auf Schwierigkeiten stieß. Auch die gewandtesten Stenographen kamen manchmal nicht mit. Pausen und Fragen unterbrachen den Zusammenhang; Stockungen führten zu Meinungsänderungen. Als die Leiter des „Unternehmens Gegenwartsgeschichte" sich darüber im klaren waren, schickten sie die Stenographen nach Hause. An ihre Stelle trat das Tonband.

Das Aufnahmetempo änderte sich sofort. Manche Mitarbeiter waren zwar anfangs mikrofonscheu, aber auch das gab sich, wenn sie merkten, daß sich ein Wort auf dem Band löschen und durch ein besseres ersetzen ließ. Andere waren sofort Feuer und Flamme; sie legten das Mikrofon stundenlang nicht aus der Hand. Den Rekord stellte "Miss" Frances Perkins auf, die im Kabinett Franklin D. Roosevelt "Arbeitsminister" gewesen war. Sie sprach insgesamt 200 Stunden lang. Die 200 Stunden Tonband ergaben 6.000 Schreibmaschinenseiten Text.

Auch viele andere Mitarbeiter lieferten lückenlose gesprochene Geschichtsprotokolle. Manche Mitteilungen enthalten so viele Enthüllungen, daß beschlossen wurde, die betreffenden Stellen jahre- und sogar jahrzehntelang nicht zu veröffentlichen.

Charakteristisch für das Anfreunden mit dem Tonband war das Verhalten des Senators Paul Douglas. Wenn er ins Aufnahmezimmer kam, zog er die Jacke aus, legte sich auf die Couch und berichtete im Plauderton über wichtige Ereignisse, die er miterlebt hatte.

Monumentalwerk abgeschlossen

Das Monumentalwerk „Gesprochene Gegenwartsgeschichte" ist jetzt abgeschlossen. Es umfaßt die gesprochenen Memoiren von 750 politisch prominenten oder besonders gut informierten Amerikanern und Amerikanerinnen. Vom Tonband wurden die Memoiren in ein Manuskript übertragen, das nach dem Druck über 30 Bände von Lexikonformat ergeben wird.

Die wichtigsten Stellen bleiben aber auch als Bandaufnahme erhalten. Dafür gibt es zwei Hauptgründe: kommende Generationen sollen auch die Stimme der Menschen hören können, die in der Geschichte des 20. Jahrhunderts eine bedeutende Rolle spielten, und außerdem ist das Tonband dem Manuskript dadurch überlegen, daß es nicht nur die Worte, sondern auch den Tonfall festhält. „Man hört die Skepsis, und man weiß Bescheid", erklärte einer der Mitarbeiter.

Eins steht schon jetzt fest: die Erfolge bei der Verwendung des Tonbandes zum Festhalten von wichtigen Informationen, die sonst verloren gehen würden. Dieses Beispiel hat dazu geführt, daß die Universitäten von Texas, Michigan, Tulane und California Parallelprojekte einleiteten.

Die Columbia-Universität sicherte sich die Mitarbeit der Wissenschaftler, die am Internationalen Geophysikalischen Jahr teilgenommen haben. Weiter werden Geschichte und gegenwärtige Struktur der amerikanischen Petroleumindustrie auf Band festgehalten. Manche Ölpioniere waren zwar erfolgreich, aber nicht schreibgewandt; ihre Erinnerungen aus der Frühzeit der Erdölindustrie wären uns und der Nachwelt nie erhalten geblieben, wenn man diese Männer nicht gebeten hätte, frei von der Leber weg ins Mikrofon zu sprechen.

Chronist, Märchentante, Sprachlehrer ... (Ostern 1958)

„Was mußt du denn machen, wenn du jetzt nach der Schulentlassung auf das Schiff deines Vaters gehst, Peter?" - „Na ja, ich bin dann erst Schiffsjunge." - „Und deine Arbeit?" - „Geschirrspülen, das Deck schrubben . . . männliches Dienstmädchen eben. Aber später werde ich Kapitän und kriege eine weiße Mütze!"

Das ist eine Probe aus dem Tonband-Interview mit vier Zöglingen des Mannheimer Schifferkinderheims St. Joseph, kurz vor deren Schulentlassung Ostern 1958. Gleichzeitig war es dort die Tonband-Premiere. Jeder der Buben schilderte auf Band seine Zukunftspläne und besonders erinnerungswürdige Begebenheiten aus der Zeit, die er im Schifferkinderheim verbrachte. Seitdem sind natürlich etliche Bänder hinzugekommen, von der Einweihung des Erweiterungsbaus, der Nikolausfeier, den Gesprächen zwischen Eltern und Kindern an den Besuchstagen. Der Beginn zu einer tönenden Hauschronik auf MAGNETOPHONBAND BASF ist gemacht.

Im Mannheimer Schifferkinderheim leben rund 60 Kinder. Die Väter der meisten sind Rheinschiffer und daher ständig unterwegs. Spätestens mit Beginn der Schulpflicht kommen die Kinder ins Heim, denn sie können ja nicht jeden Tag an einem anderen Ort zur Schule gehen. In St. Joseph bleiben sie bis zur Schulentlassung. Das Heim ersetzt ihnen das Elternhaus.

Im Schifferkinderheim leben aber auch etliche Buben, denen die Schule noch keine Sorgen macht. Für sie ist das Tonband vor allem Märchentante. Gespannt hören sie zu, wie das Band ihnen erzählt, daß Hansel und Gretel der Hexe doch noch entkommen oder wie Rotkäppchen dem bösen Wolf begegnet. Der jüngste Zögling ist Jockele, ein halbjähriger - Nymphensittich. Mit Hilfe des Tonbandes soll er leichter sprechen lernen. Ein Bub hat die Sätze, die Jockele erlernen soll, viele Male hintereinander auf Band gesprochen und läßt sie vor dem Sittich immer wieder ablaufen. Zumindest der „Lehrer" glaubt felsenfest, Jockeles Töne schon als Sprache deuten zu können.

BASF-Archivheft

Unser neues Archivheft mit Gebrauchsanleitung, Musterbeispiel und acht Seiten Raum für ausführliche Angaben über Bandaufnahmen hilft, in der Tonband-Bibliothek Ordnung nach Metern zu halten und jede Aufnahme sofort zu finden. Das Archivheft wird jedem ständigen Bezieher der „Mitteilungen" in etwa vier bis sechs Wochen zugeschickt.

Tonband macht den Meister(dirigenten)

Wollgang Wittke ans Wollsburg schickte uns folgenden Bericht:

Nicht nur ein Dirigent soll Partitur lesen können, auch für den Tonbandamateur ist es von Nutzen. Er kann sich beispielsweise an Hand der Partitur während der Aufnahme auf eine piano-Stelle einstellen, der einer fortissimo-Stelle folgt und die Aufnahme entsprechend aussteuern.

Aber auch beim Erlernen des Partiturlesens ist MAGNETOPHONBAND BASF eine wertvolle Hilfe. Man nimmt ein Musikstück, zu dem man die Partitur besitzt, auf Tonband auf und läßt dieses mit halber Geschwindigkeit ablaufen. Da das Musikstück jetzt sehr langsam wiedergegeben wird, kann man die Aufnahme an Hand der Partitur bequem verfolgen; ist die Geschwindigkeit an manchen Stellen jedoch noch zu schnell, so läßt sich das Band zwischendurch abstoppen. Wenn das Tempo später gesteigert werden soll, gibt man das Band mit der Aufnahmegeschwindigkeit wieder, bei einer weiteren Steigerung mit der doppelten.

Da das Schwingungsverhältnis von einem Ton zum nächsthöheren jeweils das gleiche ist, wirkt eine Wiedergabe bei halber Geschwindigkeit also auch harmonisch; da jeder Ton jetzt aber nur halb so viele Schwingungen in der Sekunde hat, erklingt die Aufnahme eine volle Oktave tiefer.

Auch die Klangfarbe des jeweiligen Instruments bleibt erhalten, da sich das Verhältnis der Grundtöne zu den Obertönen nicht ändert. Eine störende Lautverschiebung macht sich nur bei einer Gesangsstimme bemerkbar, da jeder Wortlaut an ganz bestimmte Schwingungen gebunden ist.

Kurz-Kabel-Kennlnis

Den folgenden Bericht schickte uns Franz Dübbers, Düsseldorf.

Geräte- und Bandhersteller geben sich schon lange allergrößte Mühe, damit wir bei möglichst geringer Bandgeschwindigkeit höchste und tiefste Frequenzen aufnehmen können. Aber dann stellt man nach dem Überspielen mit einem zweiten Tonbandgerät plötzlich fest, daß bei der Bandkopie die hohen Frequenzen gar nicht so hoch wie angegeben sind. Was ist schuld?

Das bequeme, dünne, abgeschirmte Kabel war viel zu lang und seine Kapazität zu groß. Nach Austausch des langen gegen ein kurzes, kapazitätsarmes Mikrofonkabel waren die hohen Töne plötzlich wieder da.

Ratsamer Rückzug

Diesen Bericht verdanken wir einem Tonbandfreund aus München.

Der Schaltknacks ist die Visitenkarte des Anfängers. Obschon wir alle einmal Anfänger waren, wollen wir es doch nur zugeben, wenn es unbedingt sein muß. Beim Schaltknacks muß es nicht unbedingt sein.

Man schaltet bei gestopptem Band auf „Aufnahme". Dann dreht man die linke Spule so weit zurück, daß die Bandstelle, die beim „Aufnahme"-Schalten vor dem Hörknopf war, nun vor den Löschkopf kommt. Damit ist der Schaltknacks gestorben. Man darf allerdings nicht zu weit zurückfahren und dadurch den Schluß der vorhergehenden Aufnahme löschen. Also aufpassen!

Wem gehört die BASF ? Stand 1960)

Wem gehört eigentlich die Tonbandfabrik der BASF? Natürlich der BASF selbst, werden Sie sagen. Aber wem gehört die BASF? Die Antwort lautet: 175.000 Aktionären.

152.014 Aktionäre besitzen Aktien mit einem Nennwert von 608.986.800 DM. Das sind 87% des Grundkapitals der BASF. Die BASF ist also ein Großunternehmen in der Hand von Kleinaktionären. Kleinaktionäre deshalb, weil jeder von ihnen durchschnittlich nur rund 4.000 DM nominal besitzt.

45.572, fast 30%, der Aktionäre, sind - Hausfrauen. Dann folgen Gehalts- und Lohnempfänger und danach Angehörige freier Berufe. Sie alle sehen in der BASF-Aktie ein gutes Anlagepapier und kein Spekulationsobjekt.

Peter Frankenfeld 1960

Peter Frankenfeld, vom Funk und Fernsehen bekannt, ist auch begeisterter Tonbandler. In seinem Wedeler Heim (bei Hamburg - ehemals die AEG/Telefunken Tonbandfabrik) hat er ein mustergültiges Studio mit mehreren Geräten und Hunderten von Bändern. Hier und in den folgenden Heften berichtet Frankenleld nun über kuriose Begebenheilen aus seiner Tonband-Praxis. Es sind Glossen, die nicht immer ernst genommen werden sollen - er schrieb sie für unsere Leser "nur so zum Spaß".

Haseledäfeiis

Sprechen Sie bitte dieses „Wort" auf Band und lassen Sie es dann rückwärts wiedergeben. Es ergibt: ????

Bestimmt machen wir alle Fehler - ich machte diesen: Frau und Kind hatte ich um mich versammelt und sprach: „Morgen abend habe ich eine Life-Rundfunksendung aus Peine. Dafür gibt es Geld vom Rundfunk, und wir können uns wieder etwas zu essen kaufen. Da wir eine Tonbandapparatur unser eigen nennen, drehst du, liebe Lonny, morgen kurz vor 20 Uhr das Radio an und nimmst mit diesem neuen Tonband auf, wenn ich meine Stimme erklingen lasse. Dann kann ich nach meiner Rückkehr hier zu Hause alles noch einmal abhören. Verstanden?"

Also bitte - gibt es etwas Einfacheres als dies? Meine Anweisungen hatte ich auf einem Zettel präzis niedergelegt. Leider fand ich diesen Zettel später in Peine in meiner Rocktasche. Aber - sagte ich mir - es ist besser so, denn was sollte wohl mein trautes Weib mit den Fachausdrücken Frequenz und db anfangen? Lonny macht sich nichts aus technischen Dingen und Daten, sie denkt real und verschafft sich mit drei Fragen Überblick über elektrische Apparate-. Wo muß ich draufdrücken, ist der Kasten schon bezahlt und wovon?

Sofort nach meiner Rückkehr aus Peine rief ich froh: „Wie war's? Habe ich euch gefallen? Ist Post gekommen?" Frau und Kind machten erstaunte Gesichter. „Wir haben nichts gehört." Nach und nach erfuhr ich alles. Kurz vor acht hatte Lonny das Radio eingeschaltet. Leider hatte sie eine andere Welle erwischt und außerdem den Mikrofon-Aufnahmeschalter gedrückt. Ergo hatte ein Mikrofon in der Zimmerecke alles geschluckt, was aus dem Lautsprecher gekommen war. Selbstverständlich auch alle Geräusche und Gespräche im Raum. Ich war verärgert über das, was ich da zu hören bekam und widmete mich schmollend der Post.

Jäh unterbrach ich aber meine Lektüre, denn eben hörte ich eine Männerstimme vom Tonband: „Na, Thomas, für dich ist es aber Zeit, ins Bett zu gehen." - Mein Blick fuhr herum. Laut rief ich: „Lonny!!! Wer war dgs??" Meine Frau sagte, ohne mich eines Blickes zu würdigen:

„Mein Onkel Otto. Unsympathisch wie immer." Noch einmal ließ ich das Band mit der Männerstimme ablaufen. Richtig - wenn man es ganz laut stellte, konnte man das krächzende Organ dieses Gauners erkennen. Da klingelte es. An der Wohnungstür stand Onkel Otto und beklagte sich sofort, daß es bei uns zu laut zugehe. Ich bat ihn ins Zimmer, und er war recht verdutzt, als er sich selbst anhörte. Weil ihm die Aufnahme auch nicht zu gefallen schien, stoppte ich das Band. Da begann er mit einer Kaskade von wenig liebenswürdigen Ausdrücken ...

Fünf Minuten später waren wir wieder allein. Sie sprach kein Wort mit mir. Ich dachte an Onkel Otto. Leise öffnete sich die Tür, Thomas schlich ins Zimmer: „Mach Dir keine Sorgen. Ich habe das Tonband eben im Garten verbuddelt."

Ohr im Rohr

Jeder kennt zumindest vom Hörensagen die oft viele hundert Kilometer langen Rohrleitungen für Erdöl, die Pipelines. Kaum bekannt ist aber, daß das Tonband hier eine wesentliche Rolle bei der Suche nach Leckstellen spielt.

Durch die Pipeline wird zunächst eine wäßrige Lösung von radioaktivem Natriumsalz geleitet, die bei allen undichten Stellen in das Erdreich dringt. Diese Stellen senden nun radioaktive Strahlen aus. Nach Abfluß der Natriumsalzlösung zieht man mit konstanter Geschwindigkeit ein Spezial-Tonbandgerät, dessen Band läuft, durch die Pipeline. Das Gerät ist mit einem Geigerzähler verbunden, der an den undichten Rohrstellen, "wo" das radioaktive Natriumsalz in die Erde gedrungen ist, ein Knackgeräusch erzeugt. Dieses Knacken wird vom Band aufgenommen. Beim Abhören lassen sich aus den Abständen der Knackgeräusche auf dem Band und aus der Fortbewegungsgeschwindigkeit des Tonbandgeräts in der Pipeline die undichten Stellen genau berechnen.

Telefonregister - nützlich zweckentfremdet

Schon mehrmals haben wir Möglichkeiten geschildert, Tonbandaufnahmen sorgfältig zu registrieren. Hier eine weitere uns zugegangene Anregung: ein formschönes Telefonregister, das man auch für die Angaben über Bandaufnahmen verwenden kann. Der Außenteil des Registers besteht aus Polystyrol der BASF; die Angaben werden auf Karten eingetragen, die in alphabetischer Reihenfolge liegen. Wenn man die Vermerke nach den Anfangsbuchstaben des Aufnahmetitels geordnet hat, braucht man nur eine dem betreffenden Buchstaben zugeordnete Taste zurückzuschieben, dann öffnet sich der Deckel des Registers und gibt die Karte mit den gesuchten Eintragungen frei.

Das Register wird in verschiedenen Farben geliefert; Ästheten können es sich in Fachgeschäften für Bürobedarf passend zum Tonbandgerät oder zur Zimmereinrichtung aussuchen. Wer mehr darüber wissen möchte, wendet sich am besten an die Herstellerfirma, Arlac-Werk Carl Fr. Brauer GmbH.

Tonbandfreunde fragen - BASF antwortet

Wie führt man Tonband-Korrespondenz mit einem Zweispur- und einem Vierspurgerät? Ein vierspurig besprochenes Band kann man auf einem Zweispurgerät nicht abhören, eine Zweispuraufnahme auf einem Vierspurgerät hingegen wohl. Was aber, wenn bei der Tonband-Korrespondenz der eine Partner ein Zweispur-, der andere jedoch ein Vierspurgerät hat?

Dann gilt folgendes: der Besitzer des Vierspurgeräts darf das Band nur zweispurig besprechen, also entweder die Spuren ) und 4 oder 2 und 3. Vorher muß er aber das Band über die ganze Breite löschen, falls er kein fabrikneues nehmen will. Zum Löschen verwendet man eine Löschdrossel, die in Fachgeschäften erhältlich ist, notfalls kann man das Band auch an einem kleinen Dauermagneten vorbei laufen lassen. Das Band liegt direkt am Dauermagneten an; ein Durchlauf genügt, um alle Spuren restlos zu löschen. Allerdings wird dann die Wiedergabe auf dem Zweispurgerät ein wenig rauschen, weil nämlich die Zwischenspur, die früher nicht gelöscht war, jetzt eine Gleichstromaufzeichnung trägt. Das leichte Rauschen stört aber weit weniger als der ungelöschte Teil einer alten Zweispuraufnahme.

Braucht man zum Schneiden von Tonbändern eine unmagnetische Schere? Es kommt darauf an, ob das Band nach dem Schneiden neu bespielt wird oder ob man Teile aus einer Aufnahme, die erhalten bleiben soll, herausschneiden will. Eine normale Haushallsschere kann magnetisch sein und das Band an den Schnittstellen magnetisieren. Bei darauffolgender Wiedergabe einer Aufzeichnung, aus der ein Teil herausgeschnitten wurde, würde dann an diesen Stellen ein Knacken hörbar werden. Deshalb sollte man für das Schneiden von Aufnahmen, die erhalten bleiben, eine unmagnetische Schere wählen, wie wir sie in unserem Lieferprogramm führen. Will man ein Band aber nach dem Schneiden neu bespielen, genügt eine normale Schere, denn der Knacks wird bei der Neuaufnahme gelöscht.

Bespielte Bänder dürfen natürlich nur geschnitten werden, wenn einspurig aufgenommen wurde, sonst wird die Aufzeichnung auf jeder weiteren Spur zerstört.

Lieber Tonbandfreund!

Bitte prüfen Sie, ob Name und Adresse auf dem Umschlag dieser Aussendung stimmen und teilen Sie uns Korrekturen oder Anschriftenänderung möglichst in Blockschrift mit, damit Sie die zukünftigen Nummern der „Mitteilungen" auch immer richtig bekommen und Fehlsendungen vermieden werden.


  • Anmerkung : So war das also damals schon. Geben Sie uns bitte immer Ihre genaue Adresse, (die Payback-Karte 2016 läßt grüßen) - damit wir Sie mit unserer Werbung zielgenau und streuverlustfrei beglücken können.

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