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BASF MITTEILUNGEN FÜR ALLE TONBANDFREUNDE Nr.31

Neu : Herausgegeben von Organchemie Gesellschaft m. b. H., Wien XIII, für die Badische Anilin- & Soda-Fabrik AG, Ludwigshafen am Rhein - Eigentümer, Herausgeber und Verleger: Organchemie, Fabrikation chemischer Produkte, Gesellschaft m. b. H., Wien 8, Hietzinger Hauptstraße 50 - Für den Inhalt verantwortlich: Dkfm. Hans Kempter, Wien 8, Hietzinger Hauptstraße 50 - Druck: Josef Eberle KG., Wien 7. - P. b. b. Erscheinungsort Wien Verlagspostamt Wien 89 - Dies ist also eine weitere spezielle abweichende Heftversion für Österreich. Auf ein Editorial wurde wiederum verzichtet. (Ident ??)
.

Was ist hier los?

- werden Sie vielleicht fragen, wenn Sie sich unser Titelbild ansehen.

Es ist gleichzeitig das Titelbild auf der Verpackung des neuen BASF-Krimi-Hörspielbandes: „Krimi - selbst vertont."

Und darauf ist allerhand los: ein heftiger Wortwechsel ... ein Schuß . . . Flucht mit dem Auto . . . Polizeialarm . . . und eine aufregende Verfolgungsjagd. An der spannendsten Stelle bricht das Hörspiel plötzlich ab.

Warum? Nun, es ist nur der Anfang einer Story. Die Lösung sollen Sie selber finden. Sie selbst können das Hörspiel allein oder mit Freunden und Verwandten fortführen.
Das BASF-Krimiband gibt es mit einer Vertonungsanleitung überall im Fachhandel ebenso das BASF-Geräuschband, sein Titel. "MAGNETOPHONBAND BASF 19 Geräusche für Ihren Krimi" Es enthält schon einen Teil der Geräusche, die Sie für die weitere Vertonung brauchen -, wenn Sie nicht selbst auf „Gerauschjagd" gehen wollen.

„Viel Vergnügen" brauchen wir Ihnen eigentlich gar nicht zu wünschen, denn das kommt von selbst, wenn Sie erst einmal angefangen haben - mit Ihrem Kriminal-Hörspiel.
* Bezugsquellennachweis durch Organchemie, Wien XIII.

Die Familie Bändel

Wie Toni zu seinem Tonbandgerät kam und die ersten Aufnahmen damit machte, das haben wir bereits erzählt. Auch wie er später mit einer selbstgebastelten Tonmontage seine Mutter und Schwester in den April schickte, wurde schon berichtet. „Das könnte einem Lust machen, selbst ein richtiges Hörspiel zu produzieren", waren Vater Bandeis abschließende Worte gewesen.

„Das ist eine Sache" rief Toni Bändel ein paar Wochen später aus. Vater Bändel hatte für Toni und seinen Freund Dieter zwei kleine bespielte BASF-Bänder mit nach Hause
gebracht. Und das erste hatten sie gerade gemeinsam
abgehört.
„Krimi - selbst vertont" hieß das Band; es enthielt den Beginn eines anregenden Kriminal-Hörspiels.
„Also, wie war das?" fragte Vater Bändel, und Toni
antwortete: „Das ist doch ganz klar: Sie und er werden
von der Polizei überrascht. Wobei, weiß man nicht.
Er will fliehen, sie gibt die Wagenschlüssel nicht her,
er schießt und haut ab."
„Jedenfalls muß sich das ganze in der Nähe einer
verkehrsreichen Straße abgespielt haben", meinte Dieter.
„Logisch, da wird ja die Frau gefunden."
„Und das Auto muß entweder aus einem dreckigen Feldweg oder von einer feuchten Wiese gekommen sein . . ."
„Wie kommst Du denn darauf?"
„Sag' mir, wie Du sonst Autospuren auf einer Asphaltstraße sehen kannst - von einem großen Wagen - wie es heißt."
„Tüchtig! Du bist ein kluges Kind - jedenfalls ist der Kerl weg, und auch die Polizei hat ihn nicht erwischt."
„Wieso ist er weg?" fragte Teenager Sabine. „Es heißt doch nur: Nun ist er um die Ecke. Kann doch sein, daß sie ihn noch erwischen!"

Die Diskussion

Und schon befanden sie sich in aufgeregten Diskussionen, aus denen nur Sprachfetzen herausgehört werden konnten. „Der Kerl entkommt - taucht unter im Straßengewühl - Steckbrief wird im Rundfunk durchgegeben - Verkäuferin im Juweliergeschäft erkennt ihn - das wäre 'ne Rolle für Dich, Sabine ..."
Endlich kam eine folgerichtige Handlung dabei heraus. Mit Papier und Bleistift entwarf Toni jetzt das Hörspiel-Buch, in dem jede Stimme, jedes Geräusch an seinem richtigen Platz aufgezeichnet wurde. - „Halt, die Geräusche! Wir können ja nicht so ohne weiteres losreden. - Wir brauchen doch die Geräuschkulisse für Innenräume, aufheulende Motoren, Straßenlärm und was noch alles!" „Das ist doch klar", sagte Toni, „wir müssen mit dem Mikro und dem Tonband auf Geräuschjagd gehen. Aber manches können wir auch zu Hause machen: Regen mit Erbsen, Wind mit einem Stück Seide, Schritte ..."
„Uff - das kann ja ganz lustig sein, aber es wird tagelang dauern!" stöhnte Sabine, die gern sofort ihr dramatisches Talent bewiesen hätte. Da ließ sich Vater Bändel vernehmen: „Oh, keineswegs! Ich habe auch daran gedacht. Ihr habt Euch ja das zweite Band noch gar nicht angehört. Es ist das Geräuschband der BASF: Darauf sind neunzehn verschiedene Geräusche, mit denen man schon ein spannendes Hörspiel machen kann. Ihr könnt auch noch selbst auf Geräuschjagd gehen . . . ganz nach Eurem Geschmack. Und wie man die Geräusche einblendet, Wort und akustischen Hintergrund mischt, das ist in der Gebrauchsanleitung beschrieben. Aber das wißt Ihr ja wohl selbst, bei Eurer Tonband-effahrung!"
„Prima", sagte Dieter, „und wenn wir fertig sind, dann machen wir einen großen Abend mit Einladung an alle Freunde und Bekannte, um das Band vorzuführen." -

Während die drei Männer die Köpfe zusammensteckten und sich über raffinierte Einfälle und überraschende Gags ereiferten, war Sabine aufgestanden. Plötzlich ließ sie einen markerschütternden Schrei hören, breitete die Arme aus und sank zu Boden. Alle fuhren erschrocken in die Höhe. Mutter Bändel riß die Tür auf und kam in der Küchenschürze herein. „Du liebe Güte - das Kind!" rief sie. „Das Kind" Sabine richtete sich halb auf und sagte mit gekonntem Augenaufschlag: „Nur keine Bange - ich probe doch nur meinen großen Auftritt."

Das Tonband bei Post und Polizei

In Kriminalfilmen und in Fernsehspielen verwenden Autoren und Regisseure das Tonband schon lange als „Mitspieler". Wie sieht es aber in der Praxis aus?

In Frankfurt am Main errichtete die Deutsche Bundespost eine „Zentralstelle zum Abhören verlorengegangener Folien". Das hat seinen guten Grund. Der Versand von Tonbändern durch die Post wird immer beliebter. Kaufleute, Vertreter. Wissenschaftler und Privatleute sprechen immer häufiger ihre Berichte lieber auf Tonband, statt einen Brief zu schreiben. Wenn solche Tonbänder dann wegen unzureichender Verpackung aus dem Umschlag fallen (erfahrene Tonbandfreunde verwenden die Versandschachteln der BASF, die in jedem Fachgeschäft kostenlos zu haben sind), sollen sie nicht auf einem großen Haufen als „unzustellbar" landen. Deshalb werden diese Tonbandbriefe in Frankfurt nun abgehört. Aus dem Text lassen sich oft Hinweise auf Absender oder Empfänger entnehmen. Es empfiehlt sich daher dringend, die Adresse des Empfängers und auch die eigene Anschrift zum Beginn eines jeden Tonbandbriefes anzusagen. So ist jede Gefahr, daß er verloren gehen könnte, gebannt.

Interessant sind hier die Versuche der New Yorker
Polizei, die menschliche Stimme sichtbar zu machen.
Man nimmt sie mit einem Tonbandgerät auf und überträgt sie mit Hilfe einer phonometrischen Apparatur danach optisch als Kurvenlinie auf einen Bildschirm. Jeder Mensch hat nämlich sein individuelles „Stimmbild", das durch keine Tricks verstellt werden kann.

Den Banken wird daher empfohlen, ein Tonbandgerät in ihren Kassenräumen getarnt anzubringen. Hat der Räuber erst einmal sein „Hände hoch!" geschrien, ist er nach seiner Festnahme schon so gut wie überführt. Bedeutsam ist diese neue Methode vor allem bei anonymen Anrufen aller Art. Auch am Telefon arbeitet sie einwandfrei. Sie läßt sich nicht täuschen, denn das Stimmbild wird von vielen verschiedenen Faktoren geformt, die sich willkürlich nicht verändern lassen.

Im Dienst der Kriminalpolizei

spielt das Tonband eine wichtige Rolle. So sind zum Beispiel viele Tatorteinsatzwagen mit einem Tonbandgerät ausgestattet. Die ersten, unmittelbaren, noch ganz unter dem Einfluß des Geschehens stehenden Zeugenaussagen werden auf Band aufgenommen. Auch Anrufe von Erpressern nimmt man auf, was ihre Überführung wesentlich erleichtert. Oft werden diese Bänder über den Rundfunk an die Öffentlichkeit ausgestrahlt, um helfende Hinweise aus der Bevölkerung zu erhalten.

Ebenfalls auf Tonband aufgenommen wurde der Raubüberfall auf einen Taxifahrer in Hamburg. Der Fahrer hatte sein Funkgerät eingeschaltet und konnte seinen Standort - wenn auch verstümmelt - durchgeben. Die Funkvermittlerin nahm diese Durchsage - wie jede andere - auf und konnte sie durch rasches, wiederholtes Abspielen endlich verstehen. Sechs Minuten später konnte dem Überfallenen der erste Kollege zu Hilfe kommen.

Musikforschung in 11 afrikanischen Ländern

Von Herrn Gerhard Kubik, Wien, erhalten wir den interessanten Bericht :

Ein Jahr lang wanderte ich durch die Steppen und Wälder Afrikas, nur von einem afrikanischen Freund begleitet. Meine ganze Ausrüstung bestand aus einem gefüllten Rucksack und einer Handtasche, die ein Batterietonbandgerät und MAGNETOPHONBAND BASF enthielt.

So durchzog ich die Ebenen des Sudan, die südliche Bergwelt Tanganyikas, Uganda, den Kongo, Nigeria und Dahomey. Ich war auf der Suche nach abgelegenen, unberührten Dörfern, wo sich afrikanische Musik noch in unveränderter Form erhalten hat. Ich wollte eine vergleichende Untersuchung von Negermusik und afrikanischer Dichtung in mündlicher Überlieferung vornehmen. Dazu mußte ich nicht nur die Instrumente studieren und fotografieren, sondern auch die Musik auf Tonband festhalten und - was sonst kaum gemacht wird - einheimische Musikarten erlernen.

Sobald ich in ein Dorf kam, fragte ich nach einem Lehrer, nach dem besten und berühmtesten Musiker der Gegend, der bereit war, mich in die Spielart eines der traditionellen afrikanischen Instrumente einzuweihen. So fand ich in Tanganyika einen Lehrer für Sansa, einem wichtigen Instrument, das aus Metallzungen besteht, die an einem ausgehöhlten Holzkörper befestigt sind und mit beiden Daumen gezupft werden. In Nigeria studierte ich das Sprechtrommeln der Yoruba und erlernte während eines mehrmonatigen Aufenthaltes in Amadina (Uganda) das zwölftastige Xylophon der Baganda. Dabei hatte ich soviel Erfolg, daß ich in einem einheimischen Orchester mitspielen durfte - wahrscheinlich als erster Europäer, der je in einer afrikanischen Band saß. Um ein Virtuose auf dem ostafrikanischen Xylophon zu werden, braucht man mehrere Jahre Übung.

Durch hartes Training während einiger Monate und mit Hilfe von Kontrollaufnahmen mittels eines Tonbandes kann man aber schon in kurzer Zeit sehr weit kommen. Ohne Tonband wäre es mir nie möglich gewesen, etwa 50 Xylophonkompositionen zum ersten Mal in Notenschrift festzuhalten. Denn obwohl meine Lehrer sehr begeistert von meinen Fortschritten waren, hatten sie doch nicht den ganzen Tag Zeit für mich. Ich aber wollte keine Minute verlieren. Begriff ich etwas während der „Lektionsstunde" nicht, nahm ich es einfach auf Tonband auf und konnte nachher ohne meinen Lehrer daran üben.

Untrüglich wurde alles aufgezeichnet: meine Fehler und auch solche Melodien, die ich zunächst nicht begriff. Nichts wurde vergessen - so lernte ich schnell.
Wir alle wissen, daß Afrika in einer großen Wandlung begriffen ist. Jedes Jahr geht ein Stück der alten Kultur verloren. Durch das Tonband kann der akustische Teil der im Schwinden begriffenen Eingeborenenkunst festgehalten werden. Geht man bei diesen Aufnahmen nach bestimmten Prinzipien vor, kann man die verlorengegangenen Musikstücke später rekonstruieren. Wenn man mit dem Mikrophon innerhalb eines Orchesters ständig „wandert", bekommt man nach und nach alle Instrumente in „Großaufnahme". Und da in der afrikanischen Musik die Wiederholung von Rhythmusformen eine große Rolle spielt, kann man auf diese Weise die ostinaten Einzelstimmen später genau heraushören und erkennt die Struktur der Komposition. Man kann aber auch jeden Musiker seinen Part zuerst allein spielen lassen - und dann alle zusammen.
Mit dem Tonband kann man auch die mündlich überlieferte Literatur der Völker für immer festhalten.

In Nigeria gelang mir die Sammlung von 134 Märchen der Yoruba - direkt mit der Stimme des Erzählers auf Tonband. Nur so gibt es keine Entstellungen durch „Interpretationen". Auch die Stileigentümlichkeiten des Erzählers bleiben erhalten. Beim Übersetzen hat man genügend Zeit, sich für die treffendsten Worte in unserer Sprache zu entscheiden. Wieviel schwerer wäre das, wollte man beim Erzählen mitschreiben! Nach der Rückkehr von meiner einjährigen Forschungsreise wurde mir erst so recht bewußt, wieviel von dem umfangreichen Material ich der Erfindung des Tonbandes verdanke. - Die Tonbänder selbst befinden sich nun im Phonogrammarchiv der Akademie der Wissenschaften in Wien.

Musik vom laufenden Band (1962)

Etwa 1,7 Millionen Tonbandgeräte befinden sich heute bei uns schon in privatem Besitz. Nach dem Urteil von Fachleuten sollen es in den nächsten drei Jahren 6,5 Millionen werden. Dann wird ein Tonbandgerät im Haushalt so selbstverständlich sein wie Kühlschrank, Waschmaschine und Fernsehgerät. Zum Unterschied zu diesen anderen Geräten muß man sich jedoch damit beschäftigen. Das macht das „Tonbandeln" ja gerade zu einem so schöpferischen Hobby. Will man das Tonbandgerät aber nur als bequemen „Musikspender" benutzen, so ist auch das möglich.

Über den Fachhandel können jetzt bereits die verschiedensten Musikstücke bezogen werden: Passende Musik zu allen Gelegenheiten. Der wesentliche Vorzug dieser Bänder: Man erhält die Musik in einer Stereo-Klangqualität, wie man sie beim Selbstaufnehmen selten erreichen kann. Eine Klangqualität - das liegt im Wesen des Tonbandes -, die sich auch nach häufigem Abspielen nicht mindert. Diese bespielten Bänder sind bereits für die verschiedensten Wirtschaftszweige interessant geworden: als Musik zur Arbeitspause, im Selbstbedienungsladen, im Hotel, Urlaubsexpreß oder neuerdings auch schon im Flugzeug.

Die Zahl der Geschäfte, die sich diese unaufdringliche und angenehme verkaufsfördernde Wirkung der Tonband-Musik zunutze machen, steigt ständig. Die technische Anlage ist einfach: ein Tonbandgerät, ein Verstärker, eine Zahl von Lautsprechern, die sich nach der Größe des Raumes richtet. Ein unauffälliger Platz für die Lautsprecher läßt sich wohl überall finden, die dünnen Kabel lassen sich ohne große Umstände hinter Regalen etc. durchführen.

Auch für die schon recht zahlreichen Hotels, die ihre Gäste auf ihren Zimmern mit Musik versorgen, bietet sich das bespielte Band an. Nicht zu jeder Stunde entspricht das Radioprogramm den Wünschen nach leichter Entspannung nach anstrengenden Reise- oder Arbeitstagen. Für den Portier aber bedeutet es kaum eine zusätzliche Mühe, eines dieser Bänder aufzulegen. Ein einziges Band liefert bereits ein Programm von einer Stunde!

Wer kennt Joachim Fuchsberger nicht?

Erinnern wir nur an seine Mitwirkung in vielen Kriminalfilmen und Fernsehspielen. Allen voran „Die feuerrote Baronesse", ein Spionage-Krimi, in dem Joachim Fuchsberger einen englischen Agenten spielte. Andere Titel sind:
„Der Frosch mit der Maske" - „Das Mädchen mit den Katzenaugen" und
„Die Teufel von Monte Cassino".

Für sein Tonband-Hobby hat er sich eine ganz private und wohl einzigartige Aufgabe gestellt. Er selbst sagt dazu: „21 Lebensjahre meines Jungen in Bild und Ton!"

Seit 1949 tonbandele ich in jeder Form. Sowohl beruflich als auch privat, habe ich die Tonbandarbeit längst in den selbstverständlichen Tagesablauf miteinbezogen Für mich ist das Tonband nicht nur ein Hobby, sondern zu einer vielschichtigen Dokumentation geworden. Dafür nur zwei Beispiele: Auf Tonband habe ich den akustischen Werdegang meines Sohnes Tommy festgehalten. Die erste Aufnahme erfolgte im „Alter" von 30 Minuten. Das erste Gekrächze, seine ersten Sätze sind festgehalten bis zu ganzen Konversationen, die ich mit ihm geführt habe, um das Worterlebnis zu studieren. An Hand des Tonbandes erlebte ich das Wunder, wie ein Kind Eingang findet zum Sprachschatz, wie es sich die Technik des Formulierens erarbeitet, wie es zu fabulieren beginnt. Tommy erzählt mir auf Tonband ganze Geschichten.

Übrigens habe ich in Verbindung mit meiner privaten Filmerei etwas ganz Phantastisches vor: ich möchte einen Film schneiden, der innerhalb von 90 Minuten meinen Jungen zeigt von den ersten 14 Minuten seines Lebens bis zum 21. Lebensjahr.

Ich habe auf Jahre hinaus den Schnitt vorbereitet. Dazu eine tönende Dokumentation aus 21 Jahren, wohl eine einzigartige Aufgabe!

Mit meinem Tonbandgerät habe ich auch mein Pilotenexamen erarbeitet. Ich besitze das internationale Sprechfunkzeugnis in Englisch für den internationalen Sprechfunkverkehr in Flugzeugen. Meine ganzen Prüfungen vor der Bundesanstalt für Flugsicherung bereitete ich alle mit Hilfe von Tonbändern vor. Ich habe mir alle Redewendungen, die man braucht, um am internationalen Sprechfunkverkehr teilzunehmen, samt einschlägigen Codes auf Tonband genommen. Dies bildete die Grundlage für mein Studium und die spätere Prüfung.

Wie kann man bequem und exakt schneiden?

Wenn man sein Tonband an einer bestimmten Stelle, sozusagen auf den Buchstaben oder auf die Note genau, schneiden will, dann muß das nicht unbedingt vor dem Tonkopf selbst erfolgen. Ein kleiner Tip kann diese Arbeit erleichtern: Messen Sie den Abstand von der Kopfmitte (4) - also vom Spalt - bis zur rechten Bandführung (7) - die Strecke a auf unserer Skizze - genau aus. Am besten nehmen Sie zum Ausmessen die Kopfabdeckung ab, damit Sie die Mitte des Tonkopfes genau erkennen können. Wenn Ihr Gerät drei Köpfe hat, so entspricht der Wiedergabekopf dem Tonkopf.

Das Tonband passiert am linken Einlauf die Höhenführung (1) und den Löschkopf (2). Nach einer weiteren Bandführung (3), die jedoch nicht alle Geräte haben, folgt der kombinierte Aufnahme- und Wiedergabekopf (4), dessen Tonspalt mit dem bloßen Auge kaum sichtbar ist. Hat das Band die Tonwelle (5) und die Gummiandruckrolle (6) durchlaufen, verläßt es über die Höhenführung (7) die Kopfträgerplatte. Diese Höhenführung (7) ist bei fast allen Tonbandgeräten von außen zugänglich, und hier kann die Rückseite des Tonbandes bequem markiert werden.

Halten Sie das Band beim Abhören möglichst ohne weitere Verschiebung dort an, wo Sie den Schnitt anbringen wollen. Hier bewährt sich eine Schnellstopptaste gut. Sie stoppt Ihr Band nicht nur fast auf den Moment genau, sie erlaubt Ihnen auch meist ein Hin- und Herziehen des Bandes vor dem Tonkopf, wodurch bei einiger Übung das genaue akustische Lokalisieren der Schnittstelle sehr vereinfacht wird. Hat man die Schnittstelle, so markiert man die Rückseite des Tonbandes an der rechten Höhenführung (7), nimmt das Band aus der Kopfführung und mißt die festgestellte Strecke a entgegen der Bandlaufrichtung ab - wie es die Skizze zeigt. Nun können Sie - außerhalb des Tonbandgerätes - an diesem Punkt schneiden.

Münchens klingende Stadtchronik

Als 1818 "Ulrich von Destouches" an seinem ersten Jahrband der Münchener Stadtchronik arbeitete, war die Photographie noch nicht erfunden. Sein Sohn Ernst, der die Chronik bis 1916 weitergeführt hat, konnte aber bereits die täglich verzeichneten Ereignisse mit großformatigen Photos ergänzen. Dann kam Edison mit seiner Schallaufzeichnung. Diese Phonographenwalzen hat man erst in unseren Tagen gesammelt. Immerhin sind es bis jetzt über 200, darunter eine mit der Stimme des Malers Wilhelm Leibl, der sich mit seiner Haushälterin 1899 vier Minuten lang über den Kauf einer neuen Hose unterhält.

Daneben ergänzt eine Reihe von Schallplatten die Stadtchronik, bis 1954 das erste Tonbandgerät ins Haus kam. Schon in den ersten vier Jahren wurden damit fast 700 Tondokumente hergestellt, die heute von Sammlern recht begehrt sind, zum Beispiel aus dem Jahre 1958, als München sein 800jähriges Bestehen feiern konnte. Seit einigen Jahren wertet man die zur Kontrolle der Sitzungsstenographen im Rathaus aufgenommenen Bänder aus. Ehrungen und Sondersitzungen des Münchener Stadtrats werden ungeschnitten archiviert, während aus den anderen Aufnahmen nur die Stimmen der Bürgermeister, Referenten und Stadträte herauskopiert werden, die noch nicht im Archiv verwahrt sind.

Neuerdings sammelt man auch die Tonbandaufzeichnungen besonderer Veranstaltungen, Jubiläen, Richtfeste und Einweihungen von Gebäuden. So ist im Laufe der Jahre ein Schallarchiv entstanden, das zwei hohe Schränke füllt. Die Originale der Sammlung werden grundsätzlich nicht ausgeliehen. Jeder Interessent kann sich aber, soweit das Urheberrecht geklärt ist, eine Kopie anfertigen lassen. Auch der Film hilft mit, die Chronik lebendig zu gestalten. In einem einfach, aber recht zweckmäßig eingerichteten Studio werden aus den kurzen Szenen, die der Kameramann dreht, Berichte zusammengestellt und vertont. So werden mit geringem Aufwand alle Mittel der modernen Technik ausgenützt, um die seit 1818 ununterbrochen geführte Münchener Stadtchronik zu einer guten Quelle für die Geschichtsschreibung zu machen.

Das Stadtarchiv, München 13, Winzererstr. 68, ist an allen Aufnahmen interessiert, die München betreffen und gern bereit, zu tauschen, soweit das Urheberrecht nicht verletzt wird.

Tonbandfreunde fragen - Bandello antwortet

Wie reinige ich mein MAGNETOPHONBAND BASF?

Sie können Ihr Magnetophonband BASF trocken oder naß reinigen. Bei trockener Reinigung lassen Sie es mit raschem Rück- bzw. Vorlauf zur Aufwickelspule laufen, indem Sie es - anstatt über die Tonköpfe - durch ein weiches, faserfreies Läppchen führen, das in mehreren Lagen zusammengefaltet ist und das Band beidseitig umschließen solt. Hierfür kann auch ein kleines Stückchen Wildleder verwendet werden. Man vermeide jedoch übermäßigen Druck, da dieser dem Band schaden könnte.

Die feuchte Reinigung ist noch etwas wirkungsvoller; Sie brauchen dazu nur das Läppchen mit Spiritus zu tränken. Danach lassen Sie das Band, wie oben beschrieben, nochmals durch trockenes Reinigungsmaterial laufen. Durch das Passieren des Läppchens wird das Tonband mehr als sonst gebremst und daher sehr hart aufgewickelt. Spulen sie also anschließend nochmals um.

Gibt es BASF-Archiv-Boxen auch ohne Bänder?

Nein, Sie können die Archiv-Boxen nur mit Bändern bestückt beziehen. Die kleinen Boxen mit den Spulengrößen 8-10-11cm Durchmesser enthalten je 3 Doppelspielbänder. Die größeren Archiv-Boxen für die Spulengrößen 13-15-18cm sind wahlweise mit je einem Doppelspielband LGS 26 oder einem Langspielband LGS 35 bestückt und enthalten demnach noch zwei Leerfächer.

Meinen Aufnahmen fehlen die hohen Frequenzen, was kann ich dagegen tun?

Zunächst kann das an verschmutzten Tonköpfen oder Tonbändern liegen. Bleibt der Fehler aber trotz sorgfältiger Reinigung, dann sind die Magnetköpfe zu prüfen. Wenn sich diese zu stark ausgeschliffen haben, müssen sie durch neue ersetzt werden. Tritt das Fehlen der hohen Frequenzen jedoch nur bei Ihren älteren Aufnahmen auf und bei solchen, die auf anderen Geräten aufgenommen wurden, dann müssen die Magnetköpfe Ihres Gerätes neu justiert und die Spaltstellungen korrigiert werden. Dabei kann Ihnen das BASF-Justierband eine zuverlässige Hilfe leisten, das Sie gegen eine Schutzgebühr direkt bei der Organchemie, Wien XIII, beziehen können.

Was wird bei der BASF noch hergestellt?

Während das obere Foto in Erinnerung an herrliche unbeschwerte Ferientage einen flotten Perlon porös-Kasack zeigt, ist man mit dem Kostüm auf dem rechten Bild - aus Diolen und Schurwolle - bereits für die kältere Jahreszeit gerüstet.

Vom Reich der Töne ins Reich der Mode ist es nur ein kleiner Schritt; denn hier wie dort spielen Vorprodukte der BASF eine entscheidende Rolle. Die einen dienen zur Herstellung von MAGNETOPHONBAND BASF - andere zur Fertigung bedeutender Chemiefasern, wie z. B. DIOLEN®, PERLON® und NYLON®. Was bedeutet das? Die BASF ist nicht nur Europas größter Tonbandhersteller - sie ist auch Europas größter Produzent von Faservorprodukten. Wußten Sie das schon?

GERÄUSCHE FÜR IHREN KRIMI

Hier ist es - das BASF-Geräuschband. Sie brauchen nicht mehr allen Toneffekten „auf freier Wildbahn" nachzujagen. Vom harten Pistolenschuß bis zur geheimnisvoll knarrenden Tür finden Sie die passenden Geräusche für einen spannungsgeladenen Krimi, von Ihnen vertont. Fragen Sie Ihren Fachhändler, er hält „19 Geräusche für Ihren Krimi" bereit.

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