In den Jahren ab 1995 gab es bei HP einen "DDS" Wechsler
Der Grund war, die Datenmengen auf unseren beiden Servern stiegen und die 5 1/4" Serverplatten lagen 1989 anfänglich bei 382 MB und dann bereits im 750 MB Bereich. Wir hatten um oder ab 1995 in unserer Computer-Firma bereits 4 Stück IBM 1 Gigabyte Festplatten in einem unserer Novell-Server.
Also mehr als echte 2 GB an Kapazität. Und dann ging es rasant aufwärts. In 1998 hatten wir die ersten 4 GB Platten und in 2004 gab es bereits 80 GB SCSI Platten. Und auch die wollten gesichert werden.
Damit war ein DDS1 Band-Laufwerk mit seinen 2 GB (unkomprimiert) schon am Ende. Und des Nachts nochmal in die Firma fahren und die zweite Kassette reinschieben, das ging mal, wurde aber dann zusehends lästig. Es gab aber Abhilfe von Hewlet & Packard - sogar aus Deutschland.
Das Teil hieß : "HP SureStore Tape 12000e" und es war ein Sechsfach-Kasstten- Wechsler. In einem Kunststoff-Magazin waren 6 DDS Kassetten - jeweils 3 und 3 Rücken an Rücken eingeklinkt.
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Das Magazin für 6 Kassetten
Selbst mit den DDS1 Kassetten wären das jetzt 12 Gigabyte unkomprimiert, mit DDS2 sogar 24 Gigabyte. Voraussetzung ist aber, daß der Kassettenwechsler eine intelligente Steuerung besitzt, die den von der Backup-Software ankommenden Datenstrom so lange anhält, bis die nächste Kassette aus dem Magazin ins Laufwwrk geschoben wurde.
Dabei muß der Wechser schon vorher beim Initialisieren erkennen, welche Slots gefüllt sind und sich auch die Reihenfolge merken. Die jeweiligen beschriebenen vollen Kassetten müssen am Ende eine Information eingetragen bekommen, daß es noch eine weitere Kassette gibt und die Folgekassetten müsen vermerkt bekommen, daß sie nicht der Anfang der Sicherungs-Session sind, sondern eine Folge-Kassette Nummer 2 bis 6.
Dieser ganze Roboter soll auch noch so klein und kompakt wie möglich sein und nahezu lautlos arbeiten. All diese Eigenschaften sind in dem HP SureStore Tape Roboter verwirklicht. Wir hatten in 2005 bereits 4 von diesen Wehslern bekommen.
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Inzwischen haben wir 2026 ........
..... und die 4 Roboter standen über 15 Jahre im Regal und sahen uns immer wieder an.
Noch zu erwähnen ist, daß die damals gekauften DDS2 Laufwerke mit den DDS2 Kassetten aller Hersteller nie richtig funktioniert hatten. schbeim 2 oder 3 beschreiben meldete das Laufwerk, diese Kassette sei "End of Life" und müsse ausgetauscht werden.
Nach wenigen Wochen Herumbasteln und Herumräteln und Probieren einschließlich Telefonaten mit der HP Hotline wurden die zwei DDS2 Laufwerke aus dem Verkehr gezogen - zugunsten eins DLT Laufwerkes.
Es war nämlich nur noch mühsam. Die über 50 neuen DDS2 Kassetten von SONY, TDK, Imation und HP haben wir heute noch.
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Es gibt aber ganz erstaunliche Beschriftungen
Der ganze Roboter bzw. Wechsler kommt von der deutschen HP aus Stuttgart Sindelfingen und ist laut Aufkleber "Made in Germany"
Das eigentliche DDS2 Laufwerk in unserem Wechsler Nr. 2 hat einen Aufkleber für "For Factory use Only" und dort steht "Made in UK" drauf.
Doch das DDS2 Chassis, mit der Modellbezeichnung "DK-SA4001" stammt von Mitsumi und dort steht "Made in Japan" drauf.
Ein anderes DDS1 oder 2 oder 3 oder 4 Laufwerk kommt aus Taiwan, aus Ungarn und aus Irland und sogar von den Philippinen.
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Von den DDS1 bis 3 Laufwerken haben wir inzwischen ein Sammelsurium von mehr als 10 Stück.
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Schaun wir uns die Wechsler-Mechanik an ....
Denn die Wechsler-Technik ist deutsche Wertarbeit und deutsches KnowHow.
Nach dem Zerlegen eines DDS2 Wechslers fällt auf, mit Motoren und Motörchen haben sie (die Entwickler) nicht gespart. Die zentrale runde und drehbare Magazin-Aufnahme muß präzise gedreht werden, damit die Kassetten vom Roboterarm sauber entnommen und ins Laufwerk geschoben werden können.
Auch muß die aus dem DDS-Laufwerk dann wieder abgeholte Kassette in genau den Magazin-Slot wieder rein geschoben werden, aus dem sie entnommen wurde.
Das wiederum ist eine Frage der Software, der dedizierten Wechsler-Firmware.
DIe Prozessorsteuereung des Wechslers muß natürlich mit der Laufwerkssteuerung des DDS Chassis harmonieren und von dort die Befehle durchgereicht bekommen. Das SCSI Kabel vom SCSI Controller kommt am Laufwerk an.
Es sind also spezielle Autoloader-Laufwerke, die in solchen Wechslern verbaut wurden.
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Alleine in dem DDS Laufwerk sind bereits 5 kleine Motörchen
Ein DDS-Bandlaufwerk benötigt den langsam drehenden Capstan Motor und allermeist 2 extrem flache Wickelmotoren für den Bandantrieb. Dazu kommt bei einem Schrägspurlaufwerk der sehr schnell drehende Motor in der schrägen Kopftrommel und der 5. langsame DC-Motor für den Transport der Kassette rein und raus und für das Einführen der Wickelteller-Aufnahmen in die beiden Bandwickel der Kassette von unten sowie für die Bewegung der Umschlingungs- Mechanik des aus der Kassette herasgezogenen Bandes halbrund um die Kopftrommel.
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Diese 5 Motoren steuert die Software im DDS Chassis.
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In dem Wechsler sind weitere 4 Motörchen + 1 Hubmagnet
Beim Öffnen kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus. Denn in den letzen Jahren der Philips CC Cassettenrecorder im 1989 hatten wir Hifi-Fans mitbekommen, wie man es in Fernost geschafft hatte, in solch einem Consumer-Gerät immer "mehr" weg !!! zu lassen. Am Ende war in solch einem Billig-Recorder von Akai oder Aiwa nur noch ein einziger Motor und ein letztes Potentiometer - für alles.
Hier in dem Profi-Wechsler aus der Datentechnik ist alles vom Feinsten und das auch noch sehr gedrängt.
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Hier kommt ein Einblick in die Mechanik des Wechslers
Das Konzept besteht im Kern aus einem Wechsel-Magazin mit bis zu 6 DDS Kassetten. Die DDS Kassetten sind natürlich alle gleich groß und haben aus der SONY- DAT- Zeit von 1985 das automatische Einziehen in einen Aufnahme-Schacht sowie das Einstöpseln der Wickelteller-Dorne von unten in die Kassette und das Herausziehen das Bandes nach dem Aufklappen der Schutzblende gelernt.
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Diese DAT-Technik ist in jedem DAT und DDS Einzellaufwerk ausgereift. Der DDS-Wechsler bekommt natürlich ein spezielles Autoloader- Laufwerk mit noch mehr Intelligenz, weil ein Roboter die Kassette in seinen Schacht einschieben und auch wieder herausziehen muß.
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Interessanter ist das Karousell, auf oder in dem das Magazin wohnt und das sich drehen muß, einmal für die ersten 3 Kassetten und dann für die anderen drei Kassetten.
Weiterhin muß die Wechsler-Software abprüfen, welche Magazin-Schächte gefüllt und welche leer sind. Auch muß der Wechsler vor jeder Aktion wissen, ob sein Autoloader Laufwerk sauber initialisiert wurde - bislang noch ohne Kassette.
Ist eine Kassette im Laufwerk, darf der Wechsler nichts mehr unternehmen, schon gar nicht drehen oder das Magazin auswerfen.
Es gibt noch mehr Bedingungen, die die Software im Wechsler und im Autoloader-Laufwerk erfüllen muß und die beiden müssen sich gut verstehen, das ist besonders wichtig.
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Darüber alleine gibt oder gab es dicke Handbücher, in den alles ausführlich erklärt war.
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Die Bedien-Technik von außen muss "ideotensicher" sein
Das bedeutet, daß die (oder eine) Sekretärin ohne jegliches EDV-Wissen die 6 DDS-Kassetten in die Magazine füttern können muß und solch ein gefülltes Magazin in den Wechsler einschieben können muß. Beim Magazin hilft der Wechser selbsttätig nach, er zieht das Magazin nach den ersten Zentimetern selbsttätig in sein Karoussell ein und macht auch die Klappe wieder zu.
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Den gesamten Rest der Datensicherung samt dem Wechseln der DDS Kassetten übernimmt die interne Software des Wechslers, gesteuert von der Sicherungssoftware auf dem Server oder auf dem PC.
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