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Praxisinformation aus 1987 :
AGFA Bezugsbänder und Bezugsfilme
AGFA Bezugsband 76 für 1/2"-Master-Recorder

Praktisch unentbehrlich zum Einmessen von 1/2'-Band-Maschinen unterschiedlicher Hersteller ist das Bezugsband 76.

Das Band wurde aufgelegt, um für die Geschwindigkeit von 76 cm/s ein geeignetes Meßmittel anzubieten. Denn in der Praxis gewinnt diese Geschwindigkeit immer mehr an Bedeutung.

Betroffen von dieser Entwicklung sind vor allem Studios, die Programme international austauschen - insbesondere, wenn dies mit den USA geschieht.

Von dort werden Tonträger für Überspielung auf Schallplatte fast ausschließlich als Stereo-Aufzeichnung mit 76,2 cm/s angeboten und dabei grundsätzlich ohne Rauschunterdrückungssystem angefertigt.
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Zur Einmessung von 1/2"-Band-Maschinen

Mit dem Bezugsband 76-12 DIN/IEC2 für die Bandgeschwindigkeit 76,2 cm/s liefert AGFA-GEVAERT ein Produkt, das zur exakten Einmessung von 1/2"-Band-Maschinen der unterschiedlichen Gerätehersteller unentbehrlich ist. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Maschine zwei- oder vierspurig ausgelegt ist.

Die Aufzeichnungen auf dem Bezugsband 76 sowie die Entzerrungs-Zeitkonstante T = 17,5us entsprechen DIN 45513, Teil 1, bzw. IEC2 und IEC-Publication 94,Teil2.

Das Bezugsband ist hergestellt auf AGFA-Magnetband. Breite und Gesamtdicke der Bänder entsprechen IEC-Publication 94, Teil 1, bzw. DIN 45512, Teil 1. Die Aufzeichnung erstreckt sich über die gesamte Breite des Bandes.

Besonderheiten bei kleineren Spurbreiten

Beim Abspielen mit kleineren Spurbreiten ist zu berücksichtigen, daß infolge seitlicher Einstreuungen und Kopfwelligkeiten ein Frequenzganganstieg zu tieferen Frequenzen hin (f < 1kHz) auftreten kann. Eine Korrekturmöglichkeit ist in den technischen Daten beschrieben.

Die Aufzeichnungsdauer der Einzelfrequenzen ist auf praxisnahe Werte verlängert worden.

Das Bezugsband 76 wird auf 10,5"-NAB-Präzisionsspule geliefert.
Die Aufzeichnungen sind entsprechend dem Schema in den technischen Daten in drei Teile gegliedert. Die jeweiligen Segmente sind durch Ansagen gekennzeichnet.

Erläuterung der Details

Teil 1 enthält den Pegelton, eine Aufzeichnung von f = 1 kHz mit <X> = 320 nWb/m. Er dient zur Einstellung der Gesamtverstärkung des Wiedergabeverstärkers. Für die Einmessung wählt der Anwender einen entsprechend seiner Geräteausstattung zweckmäßigen Leitungspegel (775mV, 1V oder 1,55V). Wird dann der Aufsprechverstärker über Band auf 0dB eingepegelt, so ist gewährleistet, daß eine nachfolgende Neuaufnahme auf den magnetischen Fluß O von 320 nWb/m ausgesteuert wird.

Teil 2 enthält die Aufzeichnung zur Spalteinstellung (1 kHz, Rauschen und 10 kHz bei -10dB). Sie dient dazu, den Wiedergabekopfspalt einzustellen und den Frequenzgang zunächst grob zu überprüfen. Dazu werden in der Praxis zwei Methoden beschrieben:

Methode 1:
Einstellung mit einem Zweikanal-Oszillographen - Mit der 1kHz-Aufzeichnung der Spalteinstellung wird zwischen den beiden äußeren Spuren des Wiedergabekopfes auf Phasengleichheit eingestellt. Ein Phasenfehler von 360° kann durch Kontrolle mit der Rauschaufzeichnung (Einstellung auf maximale Wiedergabespannung) vermieden werden.

Methode 2:
Einstellung mit einem Phasenmeßgerät - Mit einem Phasenmeßgerät kann die Einstellung noch genauer vorgenommen werden. Die Messungen werden auf die gleiche Art durchgeführt wie unter Punkt 1 beschrieben; nur die Rauschmessung muß mit einem Voltmeter durchgeführt werden.

Teil 3 enthält Einzelfrequenzen zur Überprüfung und gegebenenfalls Einstellung des Frequenzganges des Wiedergabeverstärkers. Die Pegel der Einzelfrequenzen sind so aufgezeichnet, daß eine normgerechte Einstellung der Wiedergabeentzerrung von 17,5us dann erfolgt ist, wenn die Entzerrungsregler der Wiedergabeverstärker so eingestellt sind, daß sich ein möglichst gradliniger Frequenzgangverlauf am Meßgerät ergibt.

Frequenzen unterhalb 1000 Hz werden mit dem entsprechenden Tiefenentzerrungsregler über das Arbeitsband beim Einmessen des Aufsprechkanals korrigiert.
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