Die DAT/DDS-Laufwerke kamen nach der Philips CC Kassette
Die erste Frage kommt ganz sicher nach dieser komischen Breite des Bandes von 3,81mm . Da hatte ein belgischer Entwickler bei Philips in 1962 eine Idee, wie man ein ganz simples Diktiergerät mit einer kleinen Band-Kassette viel einfacher konstruieren könnte. Diese "Philips Kassette" von 1962/63 brachte einen ungeahnten Innovationsschwung in Gang. Japanische Firmen steigerten nämlich die Qualität auf diesem dünnen und schmalen Bändchen in den unteren Hifi-Stereo-Bereich. Und SONY übernahm 20 Jahre später diese Breite für den ersten ganz kleinen DAT-Digital- Recorder. Schaun Sie mal hier rein.
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Erfahrung vom Videorecorder mit der Schrägspuraufzeichnung
Um hochwertige Audio-Aufnahmen zu speichern, mußte die Datendichte deutlich gesteigert werden. Das ging mit der (normalen) Längsspuraufzeichnung nicht.
Mit der Video-Schrägspurtechnik ging das und so wurde das kleine DAT-Laufwerk entwickelt. Denn klein sollte es schon sein. Die Kassette, die den SONY Entwicklern vorgeschwebt hatte, sollte auch kleiner sein als die Philips CC-Kassetten. Darum hier ein Blick in die Innereien des stationären DAT/DDS Laufwerks.
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Der Kassettenschacht und die Transport-Mechanik
Die erste Verbesserung der DAT-Kassete gegenüber der CC-Kassette war das sogenannte "Visier" vor dem freiliegenden Magnetband. Das war eine Schwachstelle der CC-Kassette. An der aussen liegenden Magnet-Schicht des Bandes hielt man fest.
Die DAT-Kassette sollte grundsätzlich in einen halbautomatischen Schacht eingeschoben werden. Ist die Kassette weit genug drinnen, sollte über einen Kontakt ein Motörchen die Kassette bis an den Anschlag einziehen und dann entweder den Schacht über die Transport-Mechanik absenken oder die Transport-Mechanik mit der Motor-Platine von unten anheben.
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Beide Methoden sind deutlich komplexer als bei der CC-Kassette. Zwei Greifer müssen das Band zuest aus der geöffneten Kassette herausziehen und um die Kopftrommel herum führen. Dabei muß das Band um jeden Preis stramm gehalten werden. Und vor dem Auswerfen der Kassette muß das Band wieder in diese hinen gezogen werden, anders geht es nicht.
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Der Bandantrieb und das dünne Bandmaterial
Während dar CC-Recorder oder CC-Player auch ein verknittertes Band noch leidlich wiedergeben (abspielen) kann, ist der DAT-Recorder sehr sensibel. Das Band muß immer stramm an der Kopftrommel anliegen - und das ohne Kompromisse.
Damit kommt den beiden Wickeltellern bzw. deren Mechanik ein Großteil der Aufmerksamkeit zu. Hier muß ganz sensibel gezogen und auch wieder ganz sensibel gebremst werden - in beide Richtungen. Wir hatten zwar auch mal einen DAT-Recorder auf dem Labortisch, der das mit einem Motor vollbringen sollte, doch mit 2 Motörchen geht das heutzutage deutlich sicherer.
Und diese Motörchen sind ganz besonders flache Gesellen, die man so bislang nicht kannte. In den alten CC-Recordern haben wie auch solche ähnlichen Servomotoren gesehen, doch hier bei den DDS-Drives ist es ganz besonders niedlich.
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Die beiden Bandwickel drehen sehr langsam
Die benötiget Spurlänge bzw. die Spurdichte wird wie beim Videorecorder mit der Schrägspurtrommel erzeugt. Die Trommel dreht angeblich mit fast 3000 U/min. Beim Bewundern der Präzision des Laufwerkes fält auf, daß die beiden Motoren wirklich verzögerungsfrei jeglichen Schlupf des Bandes elemenieren. Das Band ist immer stramm.
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Es sind extrem flache Servomotoren sehr ähnlich dem Panasonic NV180 Videorecorder. Dieser damals exxtrem flache VHS Recorder hatte uns bereits 1984 begeistert. Nachdem wir einen gespendeten defekten Recorder zerlegen durften, fielen dort diese ebenfalls ganz flachen Motoren auf.
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Die roten Pfeile zeigen auf die drei Sensoren
Mit diesen drei Sensoren (Hall-Generatoren) erkennt die Elektronik, welche Richtung gerade angesteuert wird und wie schnell der Motor dreht.
Die grüne Oberfläche der Metall-Trägerplatte bekommt sogar die Leiterbahnen auf das Metall aufbeschichtet und darauf werden die Bauelemente gelötet (geklebt), auch die sechs Kupfer-Spulen (pro Motor).
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Wir brauchen aber noch weitere 3 Motoren (rote Pfeile)
Damit kommt zuerst der Capstan Motor (hier Nummer 3), der das Band zwar langsam aber absolut gleichbleibend von Spule zu Spule bewegt. Auch der dreht sehr langsam. Als nächstes kommt die schräg eingebaute Kopftrommel (hier Nummer 1) mit dem Trommel-Motor innen drinnen oder unten drunter, bei uns hier unten drunter.
Der dritte kleine Motor (hier Nummer 2) bewegt (zieht) die Kassette in den Schacht hinein und bewegt die beiden Bandführungs-Hebel, die das Band um die Kopftrommel führen.
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Das Foto von der Unterseite :
Bis auf die Motoren Nummer 1 und 2 sind das alles Servomotoren, die stfenlos in beide Richtungen betrieben werden können. Der Trommelmotor muß nur in eine Richtung drehen, ist also ein bürstenloser Gleichstrommotor und der Kassettenmotor ist ein ganz simpler Kleinstmotor für beide Richtungen.
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Zusammenfassung der DAT/DDS-Mechanilk
Insgesamt ist dieses DAT/DDS-Laufwerk ein feinmechanisches Wunderwerk, weil es tausende von Malen die Kassetten ein und ausfädeln können soll bzw. muß.
Im Jahr 2026 haben einige unserer Laufwerke verharzte mechanische Führungsschienen, die sich aber reparieren (auswaschen) ließen.
Gescheitert ist dir DAT-Technik an der beschreibbaren CD und die DDS-Technik an der beschreibbaren DVD und an der immer hungriger werdenden Datentechnik im Gigabyte-Bereich, die heutzutage keine Mechanik mehr benötigt.
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