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Zum Verständnis der DLT Technik . . .

Die Kassettentechnik ist für den modernen Datensicherungsbetrieb unerlässlich geworden. Auf anderem Weg kann man die Datenflut und die gewaltige Menge nicht mehr verlässlich, effizient und bezahlbar sichern. Hier ein Einblick, welche Cartridges / Kassetten es gibt bzw. gab und mit welcher Technik gearbeitet wird bzw. wurde.

Auch bei IBM gab und gibt es Data Kassetten für die IBM AS400 und die IBM 6000 und die ganz großen.

Nach der ersten Tape Generation auf offenen 1/2" Bändern gab es seit 1984 die zweite Generation in den 3480 1/2" Kassetten ab 210MB bis 850MB. Im April 1995 wurde die dritte IBM Tape Generation mit 10 Gigabyte vorgestellt, das Magstar 1/2" Tape Subsystem 3590.

 

Wir haben uns mehrere 3480 und auch Magstar 3590 Kassetten beschafft und werden auch dort einen vergleichenden Einblick in das Innenleben ermöglichen. Von IBM wissen wir alle, die IBM war nie billig, sondern immer nur "gut". (andere sagen dazu teuer, doch das ist alles relativ). Und die IBM wollte "ihren" Markt immer exklusiv mit eigenen Produkten "betreuen".

 

Die Magstar 3590 (1/2") Kassette ist von der Form her anders als die DLTs und LTOs, darum öffnen wir solch eine. Die letzte Variante der 3590 (Type H) soll angeblich 300 Giga netto speichern können "und 900 Giga komprimiert". Es gab übrigens auch noch 3480, 3490 und 3592 und 3570 Magstar Tape Drives von IBM und sicher noch ein paar mehr, die nur noch IBM Fachleute alle kennen. Außerhalb der IBM Welt haben diese Formate nie eine Bedeutung gehabt, doch diese Welt war riesig,  jedenfalls damals.

Hier kommen Bilder vom Innenleben dieser Kassette.

Wir sind darum so besonders gespannt darauf, wie es IBM 1995 gemacht hatte, weil es damals die DEC/Quantum DLT Type IV Kassette schon gab und IBM heute noch (also in 2006) die verbesserten 3590er Kassetten als Enterprise Produkt und LTO (auch eine IBM Mit-Entwicklung) nur als Midrange Produkt anpreist bzw. so in das IBM Produktspektrum einordnet. Irgendwie paßt das nicht so ganz.

 

Die IBM Kassette hat auch unten drunter solch einen Zackenkranz wie bei den DLTs, mit dem der eine Motor die Bandspule in der Kassette antreibt. Oben in der Kassette ist jedoch kein Kugellager, das die Spule führt, das muß alles der Zackenkranz machen.

 

Da wir (noch) kein Laufwerk haben, können wir den Unterschied noch nicht bewerten. Aber auch das kommt noch.

Die IBM Kassetten sind geklebt. Wer war das ?

Wir mussten sie aufbrechen, die Kassette. Dort gibt es keine Schrauben. Vielleicht ist ja die Philosophie : Wenn sie hin ist, ist sie hin. Und diese IBM Kassetten kosten mit Sicherheit ein Vielfaches einer 22.- Euro DLT Type IV Kassette. Und die ist unser Vergleich auch bei den Bildern hier. Denn die S-DLT und LTO gab es 1995 noch nicht.

 

Wir vermuten, die DEC Ingenieure hatten damals besser nachgedacht oder waren nicht so gierig (auf Profit). Also die DLT Kassetten aller Bauarten konnte man leicht aufschrauben und evtl. reparieren, zumindest prüfen, wenn da sensible wichtige Daten darauf waren, die unbedingt zurückgesichert werden mussten.

 

 

 

Die DLT Kassetten (rechtes Bild) sind mit 4 Schrauben verschraubt.

 

Die IBM 3590 im Vergleich zur Quantum DLT Kassette

Die Größe der Kassette (natürlich in Zusammenhang mit der Kapazität) spielte schon ein entscheidende Rolle, welches Format sich draußen am Markt durchsetzte. Hier der Vergleich der äußeren Abmessungen der beiden Kassetten.

Wir wissen, daß sowohl DEC als auch IBM diese Streamer vorrangig für den eigenen Bedarf konzipiert hatten. IBM hat das durchgehalten, die Kundenbasis war groß genug, DEC (später Quantum) hat sich dem Markt geöffnet und gewonnen.

 

Klicken Sie auf die Bilder zum Vergrößern.

 

Das Bild rechts zeigt die beiden Bandwickel,

 

 

  • oben das DLT Band
  • unten das IBM Band.

 

 

Es sind beides 1/2 Zoll Bänder (12,6mm). Der Kern der IBM Spule ist einiges größer als der Kern der DLT Spule. Darum täuscht der um ca. 1cm größere Durchmesser eine größere Bandmenge der IBM Kassette vor. Wir haben sie nicht gemessen, wir vermuten in etwa die gleiche Bandmenge.

Noch ein Vergleich der Leader-Technik bei IBM und DLT

IBM hatte von Anfang an einen Zugblock oder Schlitten, an dem das Band aus der Kassette herausgezogen wurde. Auch diese Kassette ist weitgehend zu, wenn sie nicht im Laufwerk steckt.

Die BASF hatte folgende Typen für dieses Format :

Description Capacity Tape length ECC-errors
. without compression with compression m feet .
EXTRA 210 210 MB 630 MB max 171 561 20 max
EXTRA 250 250 MB 750 MB max 200 656 20 max
EXTRA 300 300 MB 900 MB max 241 791 50 max
EXTRA DL 800 MB 2.4 GB max 335 1100 100 max
EXTRA DLX 850 MB 2.55 GB max 355 1165 100 max
EXTRA XL 1.0 GB 3.0 GB max 410 1345 100 max
MAXIMA 210 210 MB 630 MB max 171 561 15 max
MAXIMA 250 250 MB 750 MB max 200 656 15 max
MAXIMA DL 800 MB 2.4 GB max 335 1100 45 max

Hier (vorübergehend) eine Zusammenfassung der Rechenzentrumsformate aus der IBM Welt

Darum auch die Open Reel Daten und am Ende noch LTO.

CDC 7-track

CDC steht für "Control Data Corpration", einer der längst vergangenen Namen einer einstigen Größe im EDV bereich.

 

Open reel Laufwerk mit 20-50 MB (1972 bis 1982) etwa 1 MB/s linear

IBM 9-track

Open reel Laufwerk mit 120 MB und 1MB/s (1977-1993)

IBM 3840

200Mb ca. 3MB/s (ab 1985-1998)

18 Spuren in Library

IBM 3490E

800MB mit ca. 3MB/s (1992)

36 Spuren

IBM 9840

20 GigaByte (in STK Lib 1999), angeblich eine Kassette mit 2 Spulen,

jetzt bereits 128 Spuren mit 10 MB/s

IBM 3590E

3590(J) hatte 10 Giga

3590(E) hatte 20 Giga mit ca. 14MB/s

3590E "K" hatte 40 Gigabyte (ab 2000)

IBM 9940

60 Gigabyte (ab 2001) auch mit 10 MB/s und 128 Spuren

und dann kam bei IBM Ultrium/LTO

LTO1 konnte bereits 100 Gigabyte auf 288 Spuren im linearen Serpentinen- Modus mit ca. 15MB/s speichern.

1 Terabyte netto auf (natürlich "in") einer Kassette

Wie wir im Juli 2006 erfahren haben, arbeitet IBM an einem Band mit extrem dünner Magnetschichtlage und einer extremen Datendichte, sodaß 1.000 Gigabyte netto drauf geschrieben werden "sollen" !!

 

Auf den Seiten von www.usedlto.com schreiben wir gerade (Nov. 2007), daß die schreibbare Datenmenge der LTO4 Technik seit ca. 2 Jahren stockt. Es gehen einfach nicht mehr als 800 Giga netto netto sicher drauf auf solch ein Band (dieser Größe). Dann blubbert die Buschtrommel auch noch, daß z.B. Quantum die S-DLT Entwicklung im Frühjahr 2007 eingestellt hat.

 

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