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Zum Auffrischen und Schmunzeln . . .

. . . sind diese Museums-Seiten hier gedacht, denn viele wissen nicht mehr oder noch nicht, wie es damals angefangen hat und wie das wirklich funktioniert mit den Tonband- und den Magnetbandgeräten aus alter Zeit. Viele Bilder können Sie durch Anklicken vergrößern, auch dieses.

Die DAT (Digital Audio Tape) Kassette 1985 von Sony

DAT Kassette mit 4mm Band

Die Firma Sony war eine ganze Zeit lang eine der innovativsten Firmen und brachte Innovation nach Innovation heraus, so war Sony auch maßgeblich an der zukunftsweisende DAT Kassette beteiligt.

Es war eine neue Konzeption mit preiswerten Medien und einem Hightech Laufwerk voller Elektronik. Die gesamte Intelligenz steckte in der A/D Umwandlung der analogen Töne in Bits und Bytes und der Speicherung von digitalen Daten mittels Schrägspur- Aufzeichnung.

 

Und als DAT endlich 1987 auf den Markt kam, war analog nun wirklich so gut wie endgültig zuende.

 

Wo lag der Vorteil ? Das Medium, die eigentliche Kassette, mußte keine besondere Beanspruchung vertragen und konnte "relativ" primitiv aufgebaut werden.
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Ein 4mm breites Band, nein das stand nur drauf, es war 3,81mm breit.

Das DAT Band lief im Betrieb recht langsam aus der Kassette in das Laufwerk um die Kopftrommel herum und dann wieder zurück. Alleine beim Zurück- oder Vor- Spulen kam Stress auf. Mehr über das DAT Laufwerk finden Sie hier.

Doch in der Kassette war gar kein 4mm Band, es war das normal breite 3,81mm Magnetband - ehemals 1963 für den Philips CC Recorder spezifiziert und seitdem in gewaltigen Mengen produziert.

Der Größenvergleich:

Auf dem rechten Bild - oberer Teil die analoge Philips CC - und unten darunter die Sony DAT Kassette im direkten Vergleich, jeweils offen zum Reinsehen.
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Nach dem Mißerfolg von Elcaset jetzt wieder ein Hit

Sony wollte schon einmal dem Philips Welterfolg eins oben drauf setzen mit der vergrößerten Version der Philips CC als analoge Super- Edel- Kassette mit Namen ELCASET. Es hatte aber nicht (mehr) funktioniert. Die CD war inzwischen schon da und bald gab es beschreibbare CDs.

 

Die neue DAT Kassette mußte also erhebliche Vorteile gegenüber der weiter entwickelten CC sowie der CD haben. Dort hatte inzwischen Nakamichi (vor Sony) einen edelsten CC- Kassettenrecorder weit jenseits der Hifi Norm DIN 45500 herausgebracht. Die DAT Kassette mußte kleiner und besser werden, viel besser, aber ganz genauso problemlos in der Bedienung.
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Für Digital Audio ok, für Higtech "Digital Data" = DDS zu wenig.

Die digitalen Entwicklungen überschnitten sich immer mehr in immer schnelleren Zeitfenstern. Und so war die DAT Kassette für ihr Entwicklungsstadium super und toll. Doch die Sony Techniker wollten oder sollten oder mußten mehr raus knautschen.

 

Nach ursprünglich 2 Gigabyte (ca. 2 Std. digitaler Musik) kam bei den DDS Data Kasseten 4GB, dann 12GB und dann 36 Gigabyte mit dieser Art von weiter entwickelter DAT Kassette, jetzt halt zu DDS umgetauft und umfunktioniert.
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Doch diese DDS Technik hat für EDV Anwendung ihre Schwächen und das ist die Kassette. Für diese geforderte hohe Präzision - Dropouts waren tödlich für die Dasten Konsistenz - war sie nicht konstruiert. Und so gibt es mit den hochgequälten DDS Laufwerken immer mehr Ärger, eigentlich vorprogrammierten Ärger - wie auch mit den DLT 8000 Laufwerken. Das kommt halt immer dann vor, wenn man die Physik überlisten will.

 

Das Band liegt in der Kassette auf einer Papp-Einlage oder Folie und die Bandwickel werden nur vom Laufwerk zentriert. Das bringt unkontrollierbare Reibung, mal mehr, mal weniger, je nach Temperatur und Ausdehnung der Kunststoffkassette.

 

Das Band wird dazu nur über feststehende runde Kunststoffbolzen aus dem Gehäusematerial geführt, nicht mal drehbar wie bei der Philips CC. Das ist sicherlich ausreichend gewesen für das DAT Ursystem, nicht jedoch für Hightech DDS.

 

Wenn die Kassette aus dem Laufwerk ausgefahren wurde, dann rasteten 2 Krallen in den hier orangenen Zackenkranz ein und sperrten so die Wickel vor dem Verdrehen. Eine gute Idee, doch in der harten Praxis im Auto z.B. war es unbrauchbar weil zu sensibel.
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Ein Kommentator schreibt im Sept. 2014

Hallo, auf der Infoseite zu DAT Kassetten schreiben Sie:

"Das Band wird dazu nur über feststehende runde Kunststoffbolzen aus dem Gehäusematerial geführt, nicht mal drehbar wie bei der Philips CC."

Zu berücksichtigen ist, dass ein im Laufwerk eingelegtes Band, wie bei allen "normalen" Videorecordern, mit entsprechenden Greifern weit aus der Kassette herausgezogen wird, so dass es um die rotierende Kopftrommel geführt werden kann (Einfädeln). Das Band steht dann nicht mehr im Kontakt mit beiden Kunststoffbolzen, auch nicht beim schnellen Umspulen. Die Bolzen dienen nur zur kontrollierten Ablage des Bandes für die außerhalb des Laufwerks geschlossene Kassette, bzw. bis zum Kontaktzeitpunkt mit den Greifern.

Bitte etwas Geduld, das werde ich jetzt genauer fotografieren
, also mal sehen.
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