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Zum Auffrischen und Schmunzeln . . .

. . . sind diese Museums-Seiten hier gedacht, denn viele wissen nicht mehr oder noch nicht, wie es damals angefangen hat und wie das wirklich funktioniert mit den Tonband- und den Magnetbandgeräten aus alter Zeit. Viele Bilder können Sie durch Anklicken vergrößern, auch dieses.

1969 - Max Grundig hatte schon wieder eine Vision - einen für alle erschwinglichen Videorecorder . . .

hier ein späteres Grundig Modell

und seine Techniker und Ingenieure entwickelten und bauten ihm seinen Traum. Max Grundig war in dieser Hinsicht ein weitsichtiges Genie. Das fing an mit dem Heinzelmann 1946. Keiner im völlig zerstörten Deutschland kam auf die Idee, einen Radio- Bausatz zu verkaufen.

 

Und dann wieder 1951 lernte Max Grundig die Entwicklung eines Frendes kennen, das Tonbandgerät von Kurt Bier und schon war eine Vision von der Aufnahme von Sprache und Musik für jedermann auf einem Tonbandgerät geboren und er verwirklichte diesen Traum zu seinem zweiten großen Erfolg (nach dem Heinzelmann). Etwa ab 1964 entwickelten ihm seine Techniker einen voluminösen 1" Spulen Videorecorder (erst s/w, dann Farbe) für den professionellen Einsatz und jetzt hatte er den neuen Traum von Video für Jedermann.

 

Es wurde Ende 1971 der Grundig VR 2000 als VCR System (Video Cassetten Recorder) und er war optisch sehr elegant und technisch fast perfekt, perfekt deutsch natürlich, eigentlich "übergut". Heutzutage können wir (müssen wir leider) sagen, die Dinger haben nie richtig auf Dauer funktioniert. Die Kinderkrankheiten waren nervenaufreibend. In Lindenfels standen 6 oder mehr VCR- und bestimmt genauso viele Video 2000 Recorder, von denen jeweils nur noch je ein Gerät eingermaßen ging. Im Fernsehfundus in Wiesbaden stehen noch weit mehr (und sie gehen auch alle nicht mehr).

 

Auch wenn es dem Chef dort in Lindenfels in der Seele weh tun wird, ich werde auch solch einen VCR zerlegen und Ihnen einen Einblick in den jetzigen (inneren) Zustand nach fast 30 Jahren geben und wo es knackte bei der Konstruktion mit 4 oder 5 Motoren. Im ebay werden zum Beispiel fast nur defekte Grundig VCR Geräte angeboten, die dann auch wirklich defekt waren.

Im August 1971 war er fertig, der Grundig VR 2000

In Japan gab es zuerst nichts Vergleichbares, erst ab 1976 kamen die ersten Anfänge mit VHS Kassetten Recordern von JVC und so kämpften später zwei Systeme um die Gunst der Kunden auf der ganzen Welt.

 

Das Grundig System hatte die "ideale doppel- stöckige" Kassette auf kleinsten Raum, leider mechanisch aber etwas kompliziert - jedenfalls für die damalige Massenproduktion. Das System konnte zwar zwei Ton-Kanäle speichern, doch im Prinzip war es Mono. Dieses System und das spätere VHS Format beschreiben wir an anderer Stelle (im Fernsehmuseum).

 

Das Innenleben solch einer SVR 4000 Maschine beschreiben wir auf den Seiten über die Innenleben der Video Geräte.

 

Mehr über die VCR Kassetten Technik gibts in unserem großen Kassetten Teil.

 

Geräte mit der VCR Technik, VCR Longplay, SVR (Super Video) wurden von Grundig, Phillips (Grundig BK3000, BK3500, VCR 4000, SVR 4004, Phillips N1500, N1502, N1700, N1702) sowie als VCR von Siemens, Loewe Opta, PYE, Körting, Nordmende, ITT angeboten. Denn, was Grundig macht, das konnte doch nicht falsch sein - oder doch?

 

Doch Grundig hatte nicht nur seine Marktmacht sondern auch den Geschmack und die Wünsche der Kunden überschätzt. Die Grundig / Philips VCR Technik hatte leider so ihre kleinen aber extrem lästigen mechanischen Macken. Ein durchgreifender Erfolg wurde die VCR Technik nie, nicht mal in Europa. Der SVR 4004 war dann 1979 der letzte der VCR Recorder.

 

Und so machte Grundig dann (notgedrungen) einen neuen Anlauf so etwa 1978/79 und wieder mit Philips zusammen mit dem Video 2000 System.

Auch Telefunken machte ein paar Jahre später mit der Bildplatte diese negativen Erfahrungen.

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