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aus der Funk-Technik Nr 14 / Juli 1972

„Electronic Center" von Bogen eingeweiht

1951 begann Wolfgang Bogen (damals 23 Jahre) eigenhändig mit der Fertigung von Magnetköpfen.

Ein zweiter Mann wurde bald eingestellt, Kellerräume und eine Garage wurden gemietet, und 1956 die Einzelfirma in die Wolfgang Bogen GmbH umgewandelt. 1958 konnte der erste Bauabschnitt eigener Fabrikationsräume in der Potsdamer Straße in Berlin mit bereits 87 Mitarbeitern eingeweiht werden.
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Es folgten weitere Neubauten,
und 1969 fertigte die Firma Magnetköpfe in drei Berliner Werken. Im gleichen Jahr wurde zwecks Zusammenfassung aller Fertigungsstätten der Grundstein für ein „Electronic Center" an der Potsdamer Chaussee in Berlin gelegt. Diesen supermodernen Neubau - mit einem Aufwand von 15 Mill. DM Bau- und Nebenkosten erstellt - weihte man nun am 16.6.1972 ein.

Er umfaßt eine Nutzfläche von 8.500 m2 (5m Geschoßhöhe). 380 Mitarbeiter sind hier beschäftigt. Wegen der für Magnetköpfe erforderlichen hohen Fertigungspräzision ist der Neubau voll staubfrei klimatisiert. Eine Aluminiumvorhangfassade, die im Sommer die Fenster verschattet, setzt die Kosten für die Klimatisierung weitgehend herab. Dieser in jeder Beziehung zukunftssichere viergeschossige Neubau besticht durch seine äußere und innere Formgebung, die auf einem sechseckigen Stützenraster beruht. Die Verwaltung ist in einem in Berlin bisher einzigartigen, beispielgebenden Großraum untergebracht, in dem - wie in den Fertigungsräumen - ein schallschluckender Deckenraster für angenehme blendungsfrei beleuchtete Arbeitsräume sorgt.

Bis 1969 stellte Bogen vorwiegend Magnetköpfe für die Geräte der Unterhaltungselektronik her. Jetzt liegt der Anteil von Magnetköpfen für die Datentechnik bereits bei 20%. Es werden Firmen beliefert, die Tonbandgeräte, Schmalfilmprojektoren, Diktiergeräte und Datenverarbeitungsanlagen herstellen. Der Exportanteil ist etwa 20% und wird sich durch den Auftrag eines Kunden aus den USA, der in großen Stückzahlen Farbfernseh-Cassettenrecorder fertigt, auf über 30% erhöhen. Im jetzt laufenden Jahr wird ein Umsatz in Höhe von 13 Mill. DM erwartet, den man im nächsten Jahr auf 17 Mill. DM steigern will.

Unter anderem hat die UdSSR ein besonderes Interesse bekundet, daß Bogen eine umfangreiche Fabrikeinrichtung zur Fertigung von Cassetten-Magnetköpfen liefert. Sofern dieser Vertrag zustande kommt, ist mit einer weiteren erheblichen Umsatzsteigerung zu rechnen. Für die Entwicklung werden durchschnittlich etwa 12% vom Umsatz investiert. Unter anderem wurden Schreib/Leseköpfe für Compact-Cassetten mit einem unter 1% betragenden Ubersprechen zwischen dem Aufnahme- und dem Wiedergabesystem entwickelt, deren Daten nach Angaben der Firma bisher einmalig gut sind. Unter den weiteren Neuentwicklungen sei noch ein preiswerter Lösch-Kombikopf für Super-8-Film erwähnt, der so leicht wie eine Projektorlampe auswechselbar ist.

Eine Reihe neuer Technologien
(unter anderem auch Laser-Verschweißungen), die zur Senkung der Lohnkosten in der Magnetkopffertigung beitragen, sind ebenfalls interessante Entwicklungsergebnisse. Der Absatz von Magnetköpfen leidet seit einigen Jahren unter dem Preisdruck aus Billigpreisländern. In Zukunft will Bogen deshalb außer den Magnetköpfen auch mehr Service und Software liefern, unter Umständen auch die dazugehörige Elektronik. Die Anzahl der gefertigten Typen liegt bei über 400. Etwa 10% der Gesamtfertigung sind Standardtypen, während rund 90% der Fertigung kundenorientiert ist; angestrebt wird für die Zukunft eine Fertigung von etwa 50% Standardtypen, und zwar bei Erhaltung der schon bisher großen Flexibilität.


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