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Ein neuer Slogan: Partnerwahl ist wichtig.
und dann: Lieber Grundig Kunde !

Ach, wieso bin ich auf einmal lieb ? Ich kenn den doch gar nicht. Da unterschreibt eine AG, also die kenn ich nun überhaupt nicht. Der Brief ist zu lang, das mit dem neuen Preisbarometer kommt zumindest bei mir nicht so gut raus.

Auch das mit der Multimodultechnik beeindruckt nur den unbedarften Laien, sollte es ja wohl auch. Also die Mutter das Autors hätte auch das geglaubt. Und von dem gigantischen Flop während der Münchner Olympiade Herbst 1972 haben nur die Wenigsten etwas mitbekommen. Details darüber wurden erst ca. 10 Jahre später bekannt, als einige langjährige Servieleiter bei Grundig (also von Grundig) weggingen. Sie hatten die Schnauze endgültig voll (Originalton).

Also hier wird auf 2 Seiten dieses Modulkonzept noch eimal gelobt. Zumindest diese Variante (später gab es Verbesserungen) hatte nicht funktioniert. Da muß ja nicht einnmal Grundig für geradestehen. Wenn bei einer ganzen Serie von Transistoren aus einer Charge die thermischen Spezifikatioen nicht stimmen, dann ist das für einen normalgen Hersteller der absolute Supergau wie später bei Millionen von Sony Lithium-Ionen-Akkus, die für mehrere Hundert Millionen Dollar ausgestauscht werden mussten.

Auf den werbewirksamen Bildern mit den Grundig 24 Stunden Testprogrammen
sieht man, die Chassis werden dort alle offen und vor allem waagrecht getestet, durchaus 24 Stunden lang und sogar erfolgreich. Nur, man müsste sie im auslieferungsreifen Zustand testen, also völlig zusammengebaut mit Gehäuse und Rückwand, sonst war das ein logistischer Systemfehler.

Auch der VCR Recorder BK 2000 Color hat Modultechnik

Bei den technischen Daten der Grundig VCR Recorder wird die Zeilenzahl nicht mehr angegeben, klappte wohl nicht mehr mit den 220 Zeilen. Die Videoauflösung sei so um die 2,7 Mhz. Das sagt dem Laien natürlich alles. Ich weiß nur, daß 90% der Kunden gar nicht wußten, was 2,7 MHz denn eigentlich sind bzw. was die "MHz" bedeuten. Die ehemals 220 Zeilen, die konnte man sich noch irgendwie als Qualitätsmaßstab vorstellen.

Man könne das Fernsehprogramm ohne sichtbaren Qualitätsverlust aufzeichnen, heißt es weiter. Doch das Fernsehen kommt mit 6.5 MHz Bandbreite  und 625 Zeilen (nein, sichtbar sind 576) hereingerauscht. Da stimmt also Einiges nicht.

2 Seiten Tonbandfragen werden recht gut beantwortet.

Irgendwo steht "Musik bis zu 12 Stunden". Naja, diese Qualität der Musik nimmt man nur in Warteschleifen bei Telefonanlagen. Sonst tut sich das bzw. tat sich das bereits damals keiner mehr an. Die Grundig Werbung geht jetzt auf einmal merkwürdige Wege.

Es riecht nach Leidensdruck beim Verkauf oder aber es gibt andere Probleme.

Es gibt auch keine nenneswerten Veränderungen bei Bandgeräten, den CC Recordern und den Autoradios und Kofferradios. Das klingt alles nicht gut. Es fühlt sich wie abgehackt an.


Bei dem Studio 2000 wird nach wie vor ein 2 x 35 Watt verstärker für 4 Kanal spezifiziert oder aber Grundig hat einen passiven 4D Raumklang mit Widerstandsmatrix realisiert. Das war dann aber von Anfang an zum Scheitern verurteilt.

Am Hifi Luxus von RTV800 und RTV900 hat sich auch nichts geändert. Endlich gibt es mal ein beeindruckendes Foto des Dual 1229 Plattenspielers, das sieht wirklich gut aus. Da macht das Zusehen bei Plattenspielen Laune, selbst ohne den bereits vermissten SV200 oder SV100. Die sind alle nicht mehr da.

Das gequälte Lächeln der jungen Dame mit den dicken Kopfhörern und der Karajan Platte in der Hand ist nicht so werbewirksam.

Doch, es gibt wieder etwas Neues, die Audiorama 4000.

Vielleicht waren die Audiorama 7000 Hifi Kugeln mit 12 Lautsprechern für 798.- Mark (West) pro Kugel zu teuer, jedenfalls damals 1972, also entwickelten die Grundigs eine kleinere Kugel-Box mit 25cm Durchmesser anstelle von 32cm und nur 4 Chassis für nur 399.- Mark (West) pro Kugel. Sie klingt auch so, nämlich etwas dünn und sie profitiert nur von der Form her mit den großen Kugeln. Da ist schade.

Und dann der Spruch auf der Rückseite:
Sieben Grundig Autosuper = Sieben mal Scherheit und Fahrvergnügen. Aha, je lauter während der Fahrt, desto mehr Fahrvergnügen - wirklich ?


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