Sie sind hier : Startseite →  Magazine + Zeitschriften→  Die "Grundig Revue"→  Revue 1979-Sommer

Mai 1979 - die anderen Hefte ab 77 fehlen noch.

Wir machen einen großen Sprung. Sicher tat sich da auch eine Menge, das wird nachgetragen, wenn die Revuen eintrudeln.

Auf (nur) 51 Seiten werden die Neuigkeiten vorgestellt. Die überlange Selbstdarstellung entfällt, es geht los mit dem Tip, beim Fachhandel zu kaufen.

Das neue Farbfernseh- Grundchassis bekommt die in perforierten Alubechern gekapselten Module von hinten aufgesteckt. Die wichtigen Module haben Leuchtdioden für die Darstellung der korrekten Funktion. Auf drei anderen Modulen sind die Anschlüsse nach hinten herausgeführt. Das macht alles einen sehr aufgeräumten Eindruck.
Das steht zwar drüber: Lange lebe Ihr Farbfernseher. Doch gerade diese Module haben 10 Jahre später große Probleme bereitet.
.

Neu ist der Bildschimtext auf der Mattscheibe.

Die Fernbedienung ist jetzt ganz vorne im Gerät zum Herausziehen untergebracht und erlaubt, so gut wie Alles jetzt fernzubedienen. Die Top- Fernseher haben DIN Buchsen für ein Bandgerät bekommen und der Fernsehton kann in Hifi wiedergegeben werden.

Auf den ersten Seiten ist jeder Super-Color in voller Größe abgebildet. Offensichtlich sind die Farbfernseher immer noch die dominierenden Profitträger des Unternehmens. Doch da kommt etwas Neues, das den Hang zum Luxus befriedigen könnte. Die Grundigs haben aus ihrem Top-Fernseher einen Fernsehprojektor gemacht.

Endlich Fernsehen wie im Kino - Cinema 9000

Genau das war es, worauf ich lange gewartet hatte. Ich hatte zu der Zeit nebenberuflich Diskotheken und Tanzschulen gebaut und betreut. Und die wollten mal etwas Großes zeigen. Die richtigen Fernseh-Projektoren wurden so um 60.000 - bis 100.000 DM West gehandelt, also unerschwinglich.

Der Grundig Cinema 9000 sollte so um 5.900 D-Mark kosten, Verkaufspreis natürlich. Da Grundig mit diesem Projektor in neue (unerschlossene) Märkte rein wollte, durfte auch ich über meinen Elektro-Großhandel auf einmal Grundig Geräte einkaufen. Damals habe ich im Vertrauen auf die gekonnten Sprüche in der Grundig Werbung sogar 2 davon gekauft.

Über die Restriktionen dieser Technik stand nichts im Prospekt. Das Bild, das Sie rechts sehen, ist natürlich auch völliger Humbug. Der Projektionsabstand ist genau fest gelegt. Also so wie im Bild auf 8 Meter Entfernung, das ging überhaupt nicht, wußte aber keiner. Fast alle Bilder in den Revuen und Prospekten sind getürkt, das war Mist.

Der Projektor mußte relativ dicht vor der gewölbten Leinwand auf dem Boden stehen. An Aufhängen war nicht gedacht, vielleicht den Marketingleiter von Grundig, beim Gerät aber nicht. Das Gewicht war immens, nur 4 Rollen federten das ab. An öfteren Transport war nicht zu denken.

Doch das waren alles Lapalien gegen den eigentlichen (katastrophalen) Betrieb. Der Projektor mußte bestimmt 30 Minuten warm laufen, vorher ging gar nichts. Ich hatte ja 2 davon, es war bei beiden so.

Nach ca. 2 Std Vorlauf ganz am Anfang habe ich erst einmal die Bildgröße, die Linearität und die Ecken per Testbild (das gab es damals noch Vormittags) eingestellt. Schon das war mühsam im Vergleich mit meinem späteren 1987er Sony Beamer.

In der Diskothek war der Projektor empfindlich gegen die Tiefbass Vibrationen. Er fiel einfach aus. Ein Wackler oder soetwas. Ich hatte es nie gefunden. Am Ende stand einer bei meinen Eltern im Hobbykeller und die erfreuten sich daran. Sie hatten keine Ansprüche und saßen im Hobbyraum etwa 6 Meter entfernt und erfreuten sich an Soap-Opern und alten Schmökern.

Der andere stand als abgeschriebene Reserve im Lager. Das Teil war bei HF Empfang nie scharf zu bekommen. Das so hoch gelobte Chassis dieses Farbfernsehers hatte Macken ohne Ende. Kurz vor dem großen Knall, ich stand mit der Axt vor der Kiste, mußte man vor dem Einschalten diese Steckmudule in den Alu Käfigen alle erst mal rausziehen und wieder reinstecken, abgeschaltet natürlich.

Dann ging er wieder - für ein paar Tage oder Wochen, you never know. Es war eine teure Erfahrung und ich hatte danach nie wieder von Grundig etwas "Fernsehendes" gekauft. Nach wie vor, die 6 Seiten im Prospekt sind gut gemacht, - ich bin auch drauf reingefallen.

Nach dem VCR 4000 kam der SVCR 4004 EL

Nach der teuren Erfahrung mit dem Cinema 9000 konnten mich die Grundig Recorder nicht mehr locken, ich ahnte da irgendetwas Schlimmes. Der SVR 4004 ist optisch vom VCR 4000 fast nicht zu unterscheiden. Also was ist da jetzt schon wieder.

Nach der VCR Kassette kommt nun die SVC Kassette 1 bis 4. Die SVC Kassetten seien auch in VCR Geräten verwendbar, heißt es. Nun gut, das ist zu erklärungbedürftig, da blättern wir einfach drüber, genauso wie auch die meisten anderen Kunden, die mit ihren vielen VCR Recordern auf die Nase gefallen sind.

Endlich gibt es ein Fernauge FAC 1800 in Farbe, es riecht aber sehr japanisch. Lieferbar ab Juli 1979. Damit würde der ganze Recorderkram überhaupt mal Sinn machen. 2 ganze Seiten für drei Kameras und das wars dann, der Prospekt ist zuende. Da kommt noch die obligatorische Tabelle.

Es war nur noch eine halbe Grundig Revue im Mai (Sommer) 1979. Aber von nun an wurden nicht mehr alle Produkte in einer Revue untergebracht, es war zu teuer geworden. Es gab jeweils eigene Broschüren.



- Werbung Dezent -
© 2003 / 2024 - Copyright by Dipl. Ing. Gert Redlich - Filzbaden / Germany - Impressum und Telefon - DSGVO - Privatsphäre - Zum Flohmarkt
Bitte einfach nur lächeln : Diese Seiten sind garantiert RDE / IPW zertifiziert und für Leser von 5 bis 108 Jahren freigegeben - kostenlos natürlich.