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Die Grundig Revue nach der Funkausstellung im Aug 75

Diese Revue titelt im Sept 1975 mit dem 2.222.222 Milionsten Farbfernseher (also keine schwarz-weißen), den Grundig seit 1966/67 produziert hatte. Bei allem Nachdenken, wie sie das gezählt haben wollen aufs Stück genau, es ist dennoch eine stolze Leistung. In dieser Spanne gab es ja eine Menge Technologiewechsel mit nicht unerheblichem Forschungsaufwand. Außerdem reklamiert Grundig in Deutschland West in diesem Jahr etwa 20% Marktanteil bei Markenfarbfernsehern.

Also: Gestern - Heute - Morgen, das ist Grundig mit inzwischen 23 Werken weltweit.

Die vielen Gastarbeiter und Migranten in Deutschland werden jetzt auch über deren Muttersprache adressiert.

Es gibt die Grundig Revue jetzt auch in griechischer, türkischer, jugoslawischer, italienischer und spanischer Sprache. Und immer noch kostenlos und auf Anfrage sogar bis ins Haus.

Dazu wird jetzt ein komplexer Texas Instruments Chip mit Quarzuhr und Bildeinblendung ins laufende Bild verbaut. Die 66cm Schlitzmaske ist Standard bei den hochwertigen Geräten.

Die ersten 10 Seiten sind für die Eigendarstellung des eigenen Images gefüllt. Dann kommt der BK 2000 Color mit der schwarz-weiß Kamera. Die verschiedenen Farb- und Normal- Fernsehgeräte bleiben von der Typenzahl gleich. Bei den Radiorecordern gibt es etwas Produktpflege, die beim Durchblättern fast nicht auffällt, und bei den CC Recordern gibt es ein paar neue Geräte, deren optische Proportionen einfach nicht stimmen.

Die Spulenbandgeräte werden durch das TK850 Hifi FM ergänzt.

Das TK 850 sollte die Spulenversion des Radiorecorders werden, sogar mit Stationstasten und sieben Flachbahnreglern, so richtig wie im Studio. Dazu lockt eine 26 Watt Ausgangsleistung, die bei näherem Hinsehen auf 2 x 9 Watt nach DIN sinkt. Auch dieses Gerät ist aus der Sicht der damaligen potentiellen Käufer nicht zuzuordnen. Der Radirecorder mit Chromdioxid ist inzwischen so gut, daß dieser Kassettentyp deren Qualitätsanforderungen voll abdeckt. Der Edelhifi Freak hat bereits eine Stereoanlage mit Tuner, er braucht das Radio nicht mehr.

Die begrenzte Zukunft dieser Klasse liegt nicht mehr in diesen Kombinationen, da hat die der CC Radiorecorder bereits gesiegt. Das Potential liegt qualitativ weit oben drüber und da hat Grundig immer noch nichts anzubieten.

4 Seiten Datenspiegel uind Zubehör sehen zwar nach viel aus, doch das Angebot ist dünn.

Der Satellit 2000 ist jetzt ganz in Schwarz zu haben. In diesem Design fällt die Disharmonie der Bedienelemente nicht so sehr auf.

Die Anzahl der Konzertschränke ist auf 4 (6 Variationen) bescheidene Typen geschrumpft. Deren Technik ist arg dürftig und nicht gerade berauschend.

Ob Stereo, Hifi oder Quadro, Grundig hat alles.

Die Grundig Hifi Receiver scheinen nur aus Tasten zu bestehen. Die gesamte Oberfläche ist das Bedienfeld und mit 61cm Breite ist das Gerät scheinbar riesig. Doch optisch scheint es für die Kunden ein Schmarren zu sein. Damals jedenfalls standen sie selbst in den Kaufhäusern lange Zeit wie unverkäuflich rum.

Die Japaner glänzten mit dezentem Edellook Design hinter getönten Acryl-Skalen mit dezenter Skalenbeleuchtung in den verschiedensten Tönungen und mit präzisen und dennoch weich laufenden schweren Schwungscheiben bei der UKW Abstimmung. Auch die Drehregler bei den Japanern gingen satt und butterweich.

Grundig versuchte es mit schreienden Farben und hellen Instrumenten. Der Unterschied zu einem preiswerten Hifi Japaner oder einem Edel-Amerikaner, das waren Welten. Dann hatten die Amerikaner insbesondere von Marantz den goldenen Look kreiert. Edelstes Alufinisch mit zeitlosem Amber- oder Gold- Design und nahezu leerem Innenleben, doch das war eigenlich wurscht, es sah einfach gut aus. Die Grundigs schrien einen geradezu agressiv böse an.

Auch die neu herausgekommenen Grundig Steuergeräte mit Plattenspieler, Studio 2220 und 2240 hatten wieder nur ein paar einsame Watt für kleine oder hocheffiziente Lautsprecher. Und damit war nun mal kein Staat zu machen.

Bei den  Grundig Lautsprechern tat sich etwas. Innen mögen sie Dieselben geblieben sein, doch außen sahen sie den Heco und Braun Boxen sehr ähnlich.

Aus der Audiorama 7000 mit 12 Lautsprechern ist die Audiorama 8000 mit nur noch 4 Lautsprechern geworden. Was sich da noch verändert hat und warum, das steht in den Sternen. Die 7000 Hifi klangen schon recht gut, mit einem entsprechd leistungsfähigen Verstärker (eines anderen Herstellers) jedenfalls.

Der Lautsprecherdatenspiegel ist eher verwirrend denn aussagekräftig. Am Ende verglichen die Kunden nur noch die Wattzahlen, wie dumm.

Die erste Heimüberwachungsanlage Fernauge 1002

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Und da stand es dann: 8 Watt Bereitschaftsleistung, 32 Watt im Betrieb. Das war schon erstaunlich günstig. Das ähnliche und sehr verbreitete Gerät von Panasonic verbrät an die 100 Watt und wird sehr warm.


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