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Also: er kostet nur 499.- und ist von Sony.

Dieser Camcorder zehrt vom Image der 20 jährigen Sony Video Handycam- und Camcorder- Erfahrung. Es ist einer der Ersten am Markt mit einer 30 Gigabyte Harddisk, und das war unser Kriterium. Wir wollten nicht mehr "realtime" in Echtzeit unsere (technischen) Kurz-Filmchen auf den PC überspielen. Das ist nervig und schon lange nicht mehr zeitgemäß.

 

Die Frage ist also, hält das kleine Teil, was die Sony Werbung verspricht ?

Die mögliche Qualität ist super.

Es ist nach den ersten Tests völlig unbestritten, daß wir mit dieser hohen Qualität nicht gerechnet hatten. Dazu hatten wir auch noch nicht die Erfahrung im Nachbearbeiten, die man haben müßte, um alles sofort zu beurteilen.

 

Also haben wir ca. 20 kleine Filmchen so ab 30 Sekunden bis 5 Minuten "gedreht". Alles quasi im Macro- Modus direkt 5cm vor dem Objekt. Nur ein paar Außenaufnahmen zumTesten waren dabei. Der Camcorder ist extrem leicht, vielleicht zu leicht für professionelle Schwenks aus der Hand heraus. Dafür haben wir aber ein dickes schweres 5 Kilo Kullmann Stativ und das sieht lustig aus mit der kleinen Kamera oben drauf.

 

Dennoch, die ersten Schritte sind vielversprechend. Das Handling ist durchaus vernünftig, außer, daß wir keine DVDs brennen wollen. Wenn man den Camcorder auf die Dockingstation setzt und einschaltet und das USB Kabel bereits am PC angeschlossen hat, merkt es sowohl der Sony als auch der WIN-2000 PC. Man tippt noch auf das HD Icon auf dem Display und dann kann man im Windows Explorer auf die Festplatte des Camcorders zugreifen wie auf eine externe USB Platte oder den USB-Stick. Schaltet man die Kamera wieder aus, meldet sie sich vom PC ab.

 

Die auf der Platte erzeugten Dateien sind fertige 720 x 576 MPEG2 Bildformate mit Dolby Digital Stereo Ton. Doch davon mehr an anderer Stelle.

Zur Zeit nur eine Macke gefunden.

Der Fokus und damit auch der Autofokus der SR30 hat im Bereich "unendlich" seine Probleme. Das mag an dem mechanischen 22er Zoom liegen, doch die zweite von mir geprüfte Sony SR30 Kamera, direkt beim Promarkt Wiesbaden vom ausgesprochen freundlichen Verkäufer wiederum aus der originalen Schachtel ausgepackt, hatte nahezu denselben Fehler.

 

Die Video-Aufnahmen im Bereich "unendlich" werden nicht scharf. Eigentlich sind sie recht deutlich "unscharf". Sehr schade. Man kann das händisch prüfen, indem man draußen im Freien auf ein entferntes Ziel zielt mit maximalem Zoom und den Focus von Hand über das Display bedient. Kommt man aus dem Nahbereich in Richtung unendlich "gefahren", wird es kurz scharf, doch dann läuft der Motor aber etwas weiter (bis zum Anschlag) und es wird wieder unscharf. Der "virtuelle" oder "mechanische" oder "elektrische" Endanschlag funktioniert also nicht.

 

Es mag sein, daß man das per Firmware einstellen kann. Wir werden Sony fragen (oder quälen).

Was ist noch aufgefallen ?

Die Sound Qualität ist super. Läßt man die Kamera in einem stillen Raum laufen, so nimmt sie sogar das eigene Zoom Geräusch auf. Man hört das Ruckeln des Zoom Motors, dann weiß man auch, warum der Zoom in langsamster Geschwindigkeit ruckelt. Es ist halt nur ein 499.- Camcorder. Die teureren Camcorder SR50, SR70 und SR90 haben dann nur noch 12er oder 10er optischen Zoom.

 

Doch es gibt andere tolle Eigenschaften, die sind für uns viel wichtiger. Das bedeutet für uns:

 

Einschalten und los gehts, sehr schnell sogar. 4 lange Stunden lang, wenn der Saft reicht. Das Netzteil kann man direkt in die Kamera einstecken und dann z.B. volle 4 oder mehr Stunden aufnehmen und die Kamera macht so gut wie kein eigenes Geräusch. Die Festplatte hört man nicht, außer, man will sie hören.

 

Inzwischen haben wir 2 FP90 Akkus erstanden, für sage und schreibe 15.Euro pro Stück. Vielleicht ist es ja nur wirklich nur HoTschiMin Qualität, doch nach 8 (acht) Stunden lief der Camcorder (mit eingeklapptem Display immer noch auf Aufnahme). Wie gesagt, wir benutzen dieses Teil für längere Interviews, Zeitzeugenbefragungen und Konferenzen als Dokumentation der gesprochenen Worte.

 

Und dann war nach Aussage des Displays immer noch "Saft" für 3 bis 4 weitere Stunden drinnen. Also, was wollen wir mehr ? Inzwischen haben wir das mindestens 10 mal so ausprobiert (Dez 2007) und weit über 60 Stunden Zeitzeugen- Befragungen durchgeführt. Den zweiten Akku haben wir eigentlich nie gebraucht. Der war nur zur Sicherheit angeschafft worden.

Die Kompression ist mieserabel.

Jetzt kommen wir zu den Macken dieser "billigen" Lösung. Bei der testweisen Aufnahme eines Schwenks über einen Yachthafen fällt es ganz deutlich auf, nicht ein Mast oder ein Spannseil ist während des Schwenks scharf. Wilde Artefakte zierend das gesamte Bild. Nur das Anfangs-Standbild und das Ende sind scharf. Und das in der absolut besten Variante der möglichen Kompressions-Einstellungen.

 

Das ist großer Murks. Jede normale Videokamera ist da überlegen. Anscheinend ist die Kompressionstechnik so weit ausgekitzelt, daß man gerade noch etwas von dem bewegten Bild sieht.

Als Videorecorder schlecht, als Hifi-"Tonbandgerät" super.

Als Videokamera im bekannten Verständnis ist dieser Camcorder leider ungeeignet. Bewegte Bilder sind schlimm. Ein schwaches Bild für einen SONY. Die Standbilder sind dagegen super.

 

Als "Super Hifi Tonbandrecorder" (ist natürlich alles auf einer Harddisk) mit zwei wirklich tollen super empfindlichen Hifi Mikrofonen und dazu mit 12 oder 24 Stunden Laufzeit dagegen ist das Teil irre gut geeignet. Leicht, klein und handlich, was wollen wir mehr, jedenfalls für unsere Zwecke toll.

 

 

Wir werden weiter berichten.

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