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Heft 3 • August 1965 • 2. Jahrgang
SCHMALFILMVERTONUNG

von Heinz Schmidt, BASF Ludwigshafen im Sommer 1965

Viele bedeutende Erfindungen

Viele bedeutende Erfindungen, die in diesem Jahrhundert oder kurz vor der Jahrhundertwende entstanden, wurde zunächst in aufwendiger Ausführung kommerziell ausgewertet, fanden jedoch bald in preisgünstigen Ausführungen auch den Weg in das Heim des Amateurs.

Schallplatte und Heimtonbandgerät

Denken wir an die von Emil Berliner 1888 erfundene Schallplatte, der eine blühende Industrie ihr Leben verdankt: Schon lange vor dem Zweiten Weltkrieg gab es viele Tonamateure, die mit zum Teil selbstgebastelten Plattenaufnahmegeräten ihre eigenen Folien schnitten. Oder denken wir an die von Valdemar Poulsen 1898 zum ersten Mal praktisch angewendete elektromagnetische Schallaufzeichnungstechnik, die - wenn auch inzwischen in abgewandelter Form - bis 1948 den Rundfunkstudios vorbehalten war: Heute finden wir bereits in über 10% aller bundesdeutschen Haushalte ein Heimtonbandgerät.

Der Kinofilm

Ähnlich erging es dem Kinofilm, um dessen Erfindung sich mehrere Nationen streiten. Ursprünglich war der Kinofilm nur in der auch heute noch beim kommerziellen Film üblichen Breite von 35mm entwickelt worden. Aber wie in der Magnettontechnik aus der ursprünglichen Studio-Bandgeschwindigkeit 76,2cm/s durch immer wiederholte Halbierung die heute auf praktisch allen Heimgeräten vorhandene Geschwindigkeit 9,5cm/s entstand, so wurde aus dem 35mm-Kinofilm zunächst durch ungefähre Halbierung der 16mm-Amateurfilm für den kleineren Kreis wohlhabender Schmalfilmer, dann aber durch weitere Halbierung der 8mm-Schmalfilm für Hunderttausende von Schmalfilmamateuren aus allen Berufsschichten. Dieser Beitrag befaßt sich wegen seiner größeren Verbreitung mit dem 8mm-Schmalfilm.

Der 8mm-Schmalfilm

Heute (wir schreiben 1965 !!) werden im Bundesgebiet jährlich mehr als 50.00 (fünfzigtausend) 8mm-Projektoren gekauft. Es besteht begründete Aussicht, daß diese Zahl, die sich im Vergleich zu den rund 400.000 (vierhunderttausend) im Bundesgebiet jährlich abgesetzten Heimtonbandgeräten etwas spärlich ausnimmt, im Laufe der nächsten Jahre noch erheblich anwachsen wird, auf dieselbe Weise, die am Anfang des heute offenkundigen Erfolges der Magnettonindustrie stand: durch weitgehende Normung.

Dies gilt besonders für das Gebiet der Vertonung, auf dem der Amateurfilm seinem professionellen Bruder überraschend nachhinkt: Während der kommerzielle Kinofilm schon 1928 tönend wurde, gibt es heute noch viele Schmalfilmamateure, die sich bislang nicht zur Vertonung ihrer oftmals gelungenen Filme entschließen können.

Daß sie bisher aufgrund des uneinheitlichen Angebotes an Vertonungseinrichtungen gute Gründe für ihre Ablehnung vorbringen konnten, wird nach dem Studium der nachstehenden Ausführungen einleuchten. Ebenso wird jedoch zu erkennen sein, daß in jüngster Zeit ein vielversprechender Beginn für ein normfähiges elektronisches Synchronisiersystem (s. S. 44) gemacht wurde, das rasch allseitig Anerkennung gefunden hat.

Wege zum Gleichlauf zwischen Bild und Ton

Ein Tonfilm bietet Information für Auge und Ohr. Dabei kann sich die akustische Teilinformation auf eine von Stimmungsmusik untermalte Kommentierung des optischen Geschehens beschränken, sie kann aber auch eine peinlich genaue Wiedergabe der bei der ursprünglichen Bildaufnahme vorhanden gewesenen bzw. der vom Zuschauer aufgrund des optischen Geschehens erwarteten Schallereignisse darstellen.

Zwischen diesen beiden Extremen der szenensynchronen Kommentarvertonung und der lippensynchronen Realvertonung gibt es natürlich durch deren Kombination eine Reihe von Möglichkeiten unterschiedlichen Schwierigkeitsgrades. Ein Synchronisierverfahren, das auch lippensynchrone Vertonungen gestatten soll, darf selbst bei wiederholtem Vorführen der Bild- und Toninformation nur Abweichungen von maximal ±1/10 Sekunden zwischen Bild und Ton aufweisen.

Das ideale Vertonungssystem sollte ferner einfache und sichere Bedienbarkeit bieten. Außerdem sollte sich ein möglicher Filmriß und ein - wenn auch sehr unwahrscheinlicher - Bandriß ohne Nachwirkungen auf die Synchronität und auf die Qualität der Vertonung beheben lassen. Betrachten wir zunächst die beiden möglichen Grundsatzlösungen der Schmalfilmsynchronisierung:

Einband-System

Wenn es gilt, zwei verschiedene Informationen dauerhaft synchron miteinander zu koppeln, ist der nächstliegende Weg die Aufzeichnung beider Informationen auf demselben (Informations-)Träger. Genau diesen Weg ist der kommerzielle Tonfilm gegangen. Im Anfang stand ausschließlich die Lichttonaufzeichnung. In jüngster Zeit ging man vor allem bei der mehrkanaligen Cinemascope- und Cinerama-Technik aus Qualitätsgründen zur Magnettonaufzeichnung über. Also bot sich diese Technik auch für den Amateur-Schmalfilm an. Man bezeichnet sie als das Einbandverfahren (Bild 1).
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Böte dieses Verfahren nur Vorteile, so hätte sich nicht parallel dazu das Zweibandverfahren entwickelt und gegenüber dem Einbandverfahren behaupten können. Beim Zweibandverfahren werden getrennte Bild- und Tonträger verwendet, deren Geschwindigkeiten durch geeignete Mittel und Maßnahmen in Gleichlauf gehalten werden.
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Die Abmessungen des 8mm Film-Materials

Als der 8mm-Schmalfilm durch abermalige Breitenteilung aus dem 16mm-Schmalfilm entstand, machte sich noch niemand Gedanken über die später vielleicht notwendige Unterbringung einer Tonspur auf diesem Film. Man trachtete vielmehr verständlicherweise nach einem möglichst großen Bildformat. Selbst auf die beim 16mm-Schmalfilm damals noch übliche beidseitige Perforation verzichtete man. So weist ein fertiger 8mm-Schmalfilm ein 5,0mm breites Bildfeld, eine in geringem Sicherheitsabstand folgende 1,83mm breite Perforation und dann eine 0,92mm breite freie Zone auf. Nur in diese Zone läßt sich die Magnettonspur einbringen.

Voraussetzung dafür ist ein fertig geschnittener und geklebter, also ein vorführreifer Film. Der Amateur schickt seinen Film in diesem Zustand an dafür besonders eingerichtete Firmen.

Randspur-Technik

Früher spritzten diese Unternehmen auf der Randzone neben der Perforation eine Magnetspur auf. Bei nicht ganz einwandfrei ausgeführten Klebestellen des Films wies auch die aufgespritzte Magnetpiste eine entsprechende Unebenheit auf. Sie führte bei Aufnahme und Wiedergabe zu einer hörbaren Unregelmäßigkeit im Ton. Deshalb fräsen diese SpezialUnternehmen neuerdings neben der Perforation eine 0,5mm breite Rinne von geringer Tiefe in den Film (bisher nur bei 16mm-Film üblich). In diese Rinne wird ein auf seiner Rückseite mit Klebemittel versehenes Magnetband entsprechender Breite eingelegt und eingeklebt. So erhält der Amateur seinen mit einer natürlich noch stummen Magnetpiste versehenen Film zurück.

Tonfilm-Projektor

Für Aufnahme und Wiedergabe eines Films mit solch einer Magnetpiste bedarf es eines Spezialprojektors. Er stellt eine Kombination zwischen einem herkömmlichen Projektor und einem Magnettongerät dar. Der Preis eines derartigen Projektors für 8mm-Magnettontechnik liegt bisher über der Summe der Preise eines herkömmlichen Projektors und eines normalen Tonbandgerätes, das noch dazu den attraktiven Nebennutzen seiner vielseitigen sonstigen Verwendbarkeit bietet. Ursache ist die vergleichsweise niedrige Fertigungsstückzahl dieser Spezialprojektoren.

Vorteile

Der Grund, weshalb diese Projektoren mit Magnetpiste trotzdem ihren Markt finden, ist zweifellos in der nicht mehr zu überbietenden Leichtigkeit und Sicherheit beim Vorführen eines einmal fertig vertonten Films zu suchen. Der fertig vertonte Film wird in üblicher Weise in den Projektor eingelegt und passiert in angemessenem und genormtem Abstand nach dem Bildfenster auch die Tonköpfe. Man schaltet nur den Projektor ein, um den vertonten Film ohne irgendein Synchronitätsrisiko zu hören und zu sehen.

Nachteile

Gegenüber diesen Vorteilen bei der Vorführung treten jedoch die Nachteile, daß durch die 16 Bilder/sec erreichte Film- und damit Tonträgergeschwindigkeit nur 6,1cm/sec beträgt, die Tonspur nur eine Breite von 0,6mm besitzt und der wenig schmiegsame Film einen wenig guten mechanischen Kontakt zwischen Magnetspur und Tonkopf ergibt.

Außerdem sind durch die im Bildfenster des Projektors stattfindende schrittweise Bewegung des Filmes nicht so gute Gleichlaufwerte wie bei Tonbandgeräten erreichbar, so daß auch der Qualitätsaufnahme von Musik Grenzen gesetzt sind. Schließlich wird im Falle eines Filmrisses, bei dem durch Neuanfertigung der Klebestelle mehrere Filmbildchen verloren gehen können, durch den Bild-Tonversatz von 56 Bildern nicht der zum Bild zugehörige, sondern der 372 Sekunden nachfolgende Ton beeinträchtigt.

Das Tonband „führt"

Die Gleichlauftechnik beruht nun darauf, daß der Filmprojektor in seiner Geschwindigkeit ständig mit der des Tonbandes verglichen wird. Das Tonbandgerät übernimmt damit also die „Führung". Für den technisch Interessierten folgt das elektrische Funktionsprinzip im einzelnen noch in einem späteren Abschnitt.

Einige Vorteile

Ein wesentlicher Vorteil, der allen Varianten des Zweibandverfahrens eigen ist, soll hier erwähnt werden: Da nicht die in der Zeiteinheit zurückgelegte Filmlänge und die in der Zeiteinheit zurückgelegte Bandlänge identisch sein müssen, sondern nur ihr Verhältnis miteinander verglichen wird, kann das Tonbandgerät mit jeder beliebigen Bandgeschwindigkeit betrieben werden, wenn der Tonkoppler entsprechend ausgelegt ist.

Der Magnettonträger muß also nicht wie beim Einbandverfahren mit der sich bei einer Bildfrequenz von 16 Bildern pro Sekunde ergebenden Filmgeschwindigkeit von 6,1cm pro Sekunde laufen, sondern kann mit 9,5cm/s oder bei noch höheren Qualitätsanforderungen mit 19cm/s betrieben werden. Ein ausgezeichneter Frequenzumfang des Zweibandverfahrens ist damit immer sichergestellt. Da ferner die Spurbreite handelsüblicher Heimtonbandgeräte schon bei Viertelspurtechnik 1mm und bei Halbspurtechnik sogar 2,2 bis 2,5mm beträgt, ist auch die Dynamik des Zweibandverfahrens der des Einbandverfahrens überlegen.

Die besseren Gleichlaufeigenschaften handelsüblicher Heimtonbandgeräte gegenüber dem Einbandverfahren wurden bereits erwähnt. Ebenso läßt sich beim Zweibandverfahren die Stereotechnik und - zur Erleichterung der Vertonungen - die Parallelspurmethode anwenden.

Ausführungen des Zweibandverfahrens

Neben einzelnen Varianten, bei denen als Zweibandanlagen perforierte Tonbänder (Magnetfilm) oder starr gekoppelte Magnettongeräte mit Filmprojektoren Einsatz fanden, spielen heute vor allem drei Systeme eine dominierende Rolle, auf die im folgenden eingegangen wird.

Prinzip der Pendelrolle

Äußerlich erkennbar ist dieses Verfahren an der zwangsläufigen räumlichen Verbindung des Tonbandgerätes mit dem Projektor (Bild 2). Das Tonband wird zu einem Tonkoppler hinausgeführt, der neuerdings organischer Bestandteil des Projektors ist, früher seinerseits mit dem Projektor durch eine biegsame Welle verbunden war.

Um die Tonhöhenschwankungen gering zu halten, die durch die wechselnde mechanische Beanspruchung des Tonbandes im Tonkoppler entstehen müssen, empfiehlt es sich, den Tonkoppler immer rechts vom Tonbandgerät aufzubauen, weil hier die Auswirkungen der mechanischen Beanspruchung des Tonbandes auf die Stelle der Tonaufnahme bzw. -wiedergabe wegen der dazwischen liegenden Tonwelle mit Gummiandruckrolle nur etwa halb so groß sind, als wenn der Tonkoppler links vom Tonbandgerät stünde.

Arbeitsweise der mechanischen Tonkopplung

So arbeitet die mechanische Tonkopplung im Prinzip: Die Geschwindigkeit des vom Tonbandgeräte-Laufwerk angetriebenen Tonbandes wird bekanntlich durch Tonwelle und Gummiandruckrolle des Tonbandgerätes bestimmt. Zwischen der genau geschliffenen Tonwelle und der dagegendrückenden Gummirolle werden beispielsweise 9,5cm Tonband pro Sekunde hindurchgefördert. Dieses Tonband würde normalerweise unmittelbar vom rechten Wickelteller des Tonbandgerätes rutschend aufgewickelt werden.

Beim Hinausführen des Tonbandes zu einem mechanischen Tonkoppler umschlingt es dort zunächst eine pendelnd aufgehängte Rolle. Im Zuge ihrer Pendelbewegung verändert diese Rolle einen Regelwiderstand, der im Stromkreis des Projektormotors angeordnet ist. Nach dem Umschlingen dieser Rolle läuft das Tonband abermals zwischen einer Tonrolle und einer Gummiandruckrolle im Tonkoppler hindurch, um dann schließlich zur Aufwickelspule des Tonbandgerätes geführt zu werden. Die Tonrolle im Tonkoppler wird in der Praxis über eine geeignete Untersetzung vom Projektorantrieb bei dessen Solldrehzahl ebenfalls mit einer Umfangsgeschwindigkeit von - in unserem Beispiel - 9,5 cm/sec angetrieben (Bild 3).

Läuft der Projektor zufällig genau mit der Sollgeschwindigkeit, so fördert die Tonwelle im Tonkoppler ebensoviel Tonband, wie von der Tonwelle des Tonbandgerätes geliefert wird. Die Bandschleife um die Pendelrolle bleibt unverändert lang. Wahrscheinlicher ist es allerdings, daß der Projektormotor beispielsweise etwas zu schnell läuft. Dann wird von der Tonwelle im Tonkoppler mehr Band gefördert, als das Tonbandgerät herzugeben vermag. Entsprechend verkürzt sich die Schleife um die Pendelrolle, die dem Zug nachgibt und den Widerstand im Stromkreis des Projektormotors vergrößert. Sogleich läuft der Projektormotor langsamer, die Synchronität wird wieder hergestellt. Läuft der Projektormotor zu langsam, so wird von der Tonrolle im Tonkoppler weniger Band gefördert, als vom Tonbandgerät geliefert wird. Sogleich verlängert sich die Schleife um die Pendelrolle, die Pendelrolle wird durch die Federspannung zur anderen Seite gezogen, und der Widerstand im Stromkreis des Projektormotors wird kleiner. Entsprechend holt der Projektormotor auf, die Synchronität stimmt abermals.

Automatischer Projektorstart

Wenn man eine bestimmte Stelle in dem durch die Pendelrolle veränderten Regelwiderstand als Unterbrechung ausbildet oder einen zusätzlichen Schalter von der Pendelrolle steuern läßt, kann man ohne nennenswerten weiteren Aufwand erreichen, daß das Tonband auch den Projektor anlaufen läßt. Sind Film im Projektor und Tonband im Tonbandgerät auf Startmarke eingelegt, so ist das Problem des synchronen Anlaufs auf diese Weise ebenfalls gelöst. Aber ein Hersteller, der seine Projektoren schon längere Zeit serienmäßig mit eingebauten mechanischen Tonkopplern ausrüstete, ist in Zusammenarbeit mit einem deutschen Tonbandgeräte-Hersteller noch einen Schritt weitergegangen:

Synchroner Rücklauf

Die Pendelrolle in den betreffenden Projektoren steuert in ihrer einen Endstellung einen weiteren Schalter, der den Projektorantrieb auf Rücklauf umschaltet. Diese Endstellung erreicht die Pendelrolle aber nur, wenn das aus dem Tonbandgerät hinübergeführte Tonband rückwärts - und zwar etwa mit normaler Geschwindigkeit - bewegt wird. Bei einem besonders dafür hergerichteten Tonbandgerät, das sich der betreffende Projektor-Hersteller zu diesem Zweck fertigen läßt, ist ein zusätzliches Bedienungselement für einen solchen langsamen Rücklauf eingebaut.

Bei nicht entsprechend eingerichteten Tonbandgeräten müßte man die linke Spule von Hand langsam in Bewegung setzen. Diese Einrichtung hat den unbestreitbaren Vorteil, daß man die Vertonung inmitten des Films nicht nur unterbrechen, sondern daß man sogar ein Stück synchron zurückfahren kann, um an geeigneter Stelle mit der Vertonung neu zu beginnen. Voraussetzung dafür ist allerdings ein Tonbandgerät, das bei Aufnahme knackfrei anfährt, weil sonst ja jede Unterbrechungsstelle in der Vertonung durch ein Knacken gekennzeichnet wäre. Viele solcher Tonbandgeräte gibt es übrigens nicht.

Elektrischer Tonkoppler

Die bei der mechanischen Tonkopplung gegebene Notwendigkeit, Tonbandgerät und Projektor unmittelbar nebeneinander aufzustellen, wird von der elektrischen Tonkopplung vermieden (Bild 4). Der neben dem Tonbandgerät stehende oder an das Tonbandgerät angeschnallte elektrische Tonkoppler besteht in der Regel nur aus einer einzigen Rolle von einigen Zentimetern Durchmesser, die vom Tonband umschlungen wird. Gegebenenfalls ist zusätzlich ein Kontakt vorhanden, der den Projektor beim Passieren einer kurzen, auf der Rückseite des Tonbandes aufgeklebten Schaltfolie anlaufen läßt.

Funktionsweise (ist viel zu kompliziert)

Entscheidend für die Synchronisierung aber ist ein Umschaltkontakt, der im Inneren des Tonkopplers von der erwähnten Rolle regelmäßig hin- und hergeschaltet wird (K,). Dieser Umschaltkontakt liegt in Reihe mit einem ähnlichen Umschaltkontakt, der innerhalb des Projektors von dessen Antrieb gesteuert wird (K2). Zur Verbindung des Tonkopplers mit dem Projektor dient nur eine mehradrige Verbindungsleitung. Tonbandgerät mit Tonkoppler einerseits und Projektor andererseits können also fast beliebig weit auseinander gestellt werden (Bild 5).

Die beiden hintereinander liegenden Umschaltkontakte überbrücken einen im Stromkreis des Projektormotors liegenden Widerstand (R). Es gibt dann vier verschiedene Kombinationen von Schaltstellungen, die von den beiden Umschaltkontakten im Tonkoppler und im Projektor zueinander eingenommen werden können: Zu jeder der beiden Stellungen des Umschalters K, im Tonkoppler gibt es zwei mögliche Stellungen des Umschalters K2 im Projektor. Die Anzahl der Umschaltungen pro Sekunde ist nicht von grundsätzlicher Bedeutung; sie muß nur im Synchronfall für beide Umschalter übereinstimmen. Unterstellen wir vier Umschaltungen pro Sekunde.

Zuviel der Beschreibung, kann man überblätern

Unterstellen wir ferner, daß sich die Kontakte K, und K2 in der bezeichneten Stellung befinden. In diesem Fall ist R gerade überbrückt, der Motor liegt dann an der vollen Netzspannung U2. Gleich darauf schaltet zunächst der Umschalter K2 in seine untere Stellung, wodurch der Widerstand im Motorstromkreis geöffnet wird. Damit fällt die Motorspannung auf Ur Dann schaltet der Umschalter K, in seine untere Stellung, wodurch der Widerstand im Motorstromkreis wieder überbrückt wird und die Motorspannung auf U2 steigt. Als nächstes schaltet auch der Umschalter K2 in seine obere Stellung, wodurch der Widerstand im Motorstromkreis wieder geöffnet wird. Endlich schaltet auch der Umschalter K, wieder in seine obere Stellung, und der Zyklus beginnt von neuem: Der Umschalter K, im Tonkoppler eilt dem Umschalter K2 im Projektor jeweils um eine Viertelperiode nach. Das führt dazu, daß der Widerstand im Stromkreis des Projektormotors zweimal pro Periode (1/n) kurzgeschlossen und zweimal wirksam ist.

Im Synchronfall sind die kurzgeschlossenen und die wirksamen Phasen T2 und T1 des Widerstandes gleich lang. Sobald der Projektormotor schneller zu laufen versucht als für den Synchronfall zulässig, schaltet er zu früh auf die Phase um, in welcher der Widerstand im Motorstromkreis wirksam ist. Die Zeit T, verlängert sich. Also läuft der Projektormotor wieder langsamer. Läuft der Projektormotor zu langsam, so schaltet er die kurzgeschlossenen Phasen des Widerstandes im Motorstromkreis zu spät ab, so daß sich diese Phasen (T2) verlängern und der Projektormotor wieder schneller laufen muß. Durch diese „elektrische Welle" bleibt der Projektormotor in der Synchronität gefangen.

Die Einfachheit seines Aufbaues, die Sicherheit der Synchronisierung, die Möglichkeit der räumlichen Trennung zwischen Tonbandgerät mit Tonkoppler einerseits und Projektor andererseits sowie endlich die äußerst geringe mechanische Beanspruchung des Tonbandes haben diesem Verfahren über mehrere Jahre einen sicheren Markt beschert.
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Bandlängen-Genauigkeit

Sowohl bei der mechanischen als auch bei der elektrischen Tonkopplung steuert die Bandlänge die Projektorgeschwindigkeit.

Das Band darf also an den entscheidenden Elementen im Tonkoppler keinen Schlupf haben, um die Synchronität zu gewährleisten. Das gleiche gilt auch für eine Längenänderung des Tonbandes selbst um geringfügige Werte. Bei Verwendung robuster Bänder wird eine unerwünschte Bandlängenänderung vermieden. Nehmen wir an, das zu einem vertonten Film von zwanzig Minuten Länge gehörige Tonband auf Bandgeschwindigkeit 9,5cm/sec sei nur um 0,1% gedehnt worden. Bei einer Länge von 114m sind dies 11,4cm, also mehr als eine Sekunde Synchronitätsabweichung. Überwinden läßt sich dieser Nachteil auch durch festes Verhaften der synchronitätsbestimmenden Merkmale mit dem Inhalt des Tonbandes.

Hier ist dem Fachmann das bei Film und Fernsehen gebräuchliche Pilottonverfahren bekannt, das jetzt auch in modifizierter Form dem Schmalfilmamateur zugänglich ist.

Einheits-Tonsystem

Die Hersteller von 8mm-Projektoren des Bundesgebietes haben Mitte 1963 ein Synchronisierverfahren gebilligt, das Einheits-Tonsystem. Hauptgrund für diese schnelle Übereinstimmung war sicher die Tatsache, daß praktisch alle auf dem Markt vorhandenen 8mm-Projektoren auch nachträglich für dieses Verfahren eingerichtet werden können, und daß diese nachträgliche Umrüstung den einzelnen Hersteller überhaupt nicht belastet, sondern von einer zentral gelegenen autorisierten Vertragswerkstatt für alle Projektorenfabrikate besorgt wird.

Die auf Seite 46 angeführte Tabelle zeigt dem interessierten Leser, welche Projektormodelle auf das Einheits-Tonsystem umgestellt werden können. Daneben überzeugte zweifellos die hohe Synchronisiersicherheit des Verfahrens und die Austauschbarkeit innerhalb aller an dem Verfahren partizipierenden Projektorentypen. So arbeitet das Einheits-Tonsystem (Bild 6):

Aufbau der Geräte

Neben das Tonbandgerät (A) wird ein Steuerteil (B) gestellt, wie es auch für das Steuern automatischer Bildwerfer gebräuchlich ist. (Das betreffende Steuerteil kann übrigens neben seiner Verwendung zur Schmalfilm- Synchronisierung weiterhin bei der Diavertonung zum Steuern automatischer Bildwerfer verwendet werden.) Das Tonband wird zu diesem Steuerteil hinausgeführt. Es passiert dort einen Tonkopf, der auf der unteren Viertelspur (Spur 4) des Tonbandes aufnehmen und wiedergeben kann. Damit bleiben die Spuren 1 und 3 von Viertelspurgeräten für die Vertonung erhalten; bei Halbspurgeräten kann die obere Spur (1) monophon benutzt werden. Das neben dem Tonbandgerät stehende Steuerteil ist mit einem sogenannten Projektor-Baustein (C) verbunden, an den außerdem der umgerüstete 8-mm-Projektor (D) angeschlossen ist. Der Projektor-Baustein ist seinerseits mit dem Netz verbunden. Sowohl das Steuerteil als auch der 8-mm-Projektor beziehen also ihre Versorgungsspannung aus dem Projektor-Baustein (Leitungen 3 und 4).

Setzen der Pilotimpulse

Zum einmaligen Setzen der Impulse auf der Impulsspur des Tonbandes wird eine nur für diesen Zweck benötigte Leitung (1-2) zwischen Steuerteil und Projektor-Baustein gesteckt. Durch Drücken einer Taste am Projektor-Baustein wird das Steuerteil in Stellung „Löschen" geschaltet: Wenn man das Tonbandgerät nun anlaufen läßt, ist sichergestellt, daß die Impulsspur von etwa vorher darauf vorhandenen Aufzeichnungen gelöscht wird. Ist das Tonbandgerät so lange gelaufen, wie man für die Vorspannmusik veranschlagen will, drückt man die zweite Taste am Projektor-Baustein.

Nun läuft auch der Projektor - natürlich mit eingelegtem Film - mit 162/s Bildern pro Sekunde an. Im selben Augenblick beginnt - von einem in den Projektor eingebauten Kontakt gesteuert - die Aufzeichnung von vier kurzen Impulsen pro Sekunde auf der Impulsspur des Tonbandes.

Ist der Film durchgelaufen, entrastet man die zweite Taste am Projektor-Baustein. Der Projektor kommt zum Stillstand. Die Impulsaufzeichnung auf dem Tonband hört ebenfalls auf. Man läßt auch das Tonbandgerät kurz darauf anhalten und spult es an den Anfang zurück. Nun entfernt man die nur zum Setzen der Impulse benötigte Verbindungsleitung zwischen Steuerteil und Projektor-Baustein. Damit ist gleichzeitig die Gefahr eines versehentlichen Löschens der Impulse auch bei falscher Bedienung von Tasten am Projektor-Baustein eliminiert.

Pilotimpulse steuern Projektorlauf

Auch der Film wird im Projektor zurückgespult und diesmal genau auf Startmarke eingelegt. Beide Tasten am Projektor-Baustein bleiben ungedrückt. Läßt man nun das Tonbandgerät in Stellung „Aufnahme" anlaufen, so steht der Projektor zunächst noch still.

Man kann mit dem Aufnehmen der Vorspannmusik beginnen. Sobald der erste Impuls vom Tonband abgetastet wird, zieht ein Relais an, das den Projektormotor und die Projektionslampe einschaltet. Dieses Relais ist so geschaltet, daß es auch in den Pausen zwischen den einzelnen Impulsen angezogen bleibt. Erst ganz am Schluß des Films, wenn keine Impulse mehr vom Tonband kommen, fällt es ab und schaltet so auch den Projektor im richtigen Augenblick aus. Damit ist der elegante Anlauf sichergestellt.

Viel wichtiger aber ist ein zweites Relais, das von jedem kurzen Impuls zum Anziehen gebracht wird und sich zunächst selbst hält. Erst der im Projektor eingebaute Kontakt, der vorhin bei der Aufnahme das Setzen der Impulse auslöste, läßt dieses Relais jeweils wieder abfallen. Dieses Relais überbrückt mit einem Arbeitskontakt einen im Motorstromkreis liegenden Widerstand, den wir inzwischen gut kennen. Dieser Widerstand ist also jeweils so lange kurzgeschlossen, wie das von den Impulsen gesteuerte Relais angezogen ist, und so lange wirksam, wie es abgefallen bleibt. Im Synchronfall sind kurzgeschlossene und wirksame Perioden des Widerstandes wieder gleich lang. Falls der Projektor jedoch zu schnell läuft, läßt der im Projektor eingebaute Kontakt das vom Tonbandimpuls zum Anziehen gebrachte Relais vorzeitig abfallen, so daß sich die wirksame Phase des Widerstandes verlängert und der Projektor langsamer läuft. Läuft der Projektor zu langsam, so fällt das Relais verspätet ab, die kurzgeschlossene Phase des Widerstandes verlängert sich, und der Motor läuft schneller. So wird die Synchronität zwischen den auf dem Tonband aufgebrachten Impulsen auch über lange Zeiten und völlig unabhängig von Bandschlupf, -dehnung oder -Schrumpfung so sichergestellt, als sei das Tonband perforiert. In gewissem Sinne ist das Tonband ja auch perforiert, nämlich durch die aufgezeichneten Impulse.

Nach dem gleichen Prinzip ist das System „Synton 8" aufgebaut (Bild 7). Der Projektor-Baustein ist hier als Untersatz für den Filmprojektor ausgebildet.

Etwas Bemerkenswertes das Einheits-Tonsystems

Noch etwas Bemerkenswertes zeichnet das Einheits-Tonsystem aus: Zuvor nach herkömmlichem Verfahren vertonte Filme lassen sich auf das Einheits-Tonsystem umkopieren, also nachträglich mit einer Impulsspur versehen, die fortan die Synchronität unverlierbar steuert; hierfür liefert die Firma Volland, Erlangen, einen Überspieladapter (Bild 8).

Das mit dem bisherigen Tonkoppler ablaufende Tonband steuert wie gewohnt den Filmprojektor, der Adapter bewirkt das Auslösen der Pilotimpulse, die wiederum mit dem Diasteuergerät auf das Vertonungsband übertragen werden. Beim Einspielen der Pilotimpulse stehen also das Impulsgerät (Diachron S) und der Tonkoppler nebeneinander (v/eitere Angaben sind den Anleitungen des Herstellers zu entnehmen).

Ein wenig (Film-)Tontechnik
Der Ausgangspunkt

Der geschnittene Film, von fehlbelichteten Stellen befreit, ist unser Ausgangspunkt. Wichtig ist, daß etwa 1 m schwarzer Vorspann vor dem Beginn des Filmtitels angebracht wird. Für eine harmonische Vertonung sollte natürlich dem Schnitt ein „roter Faden" zugrunde liegen.

Nachvertonen

In fast allen Fällen wird der Amateur „nachvertonen", d. h. erst filmen, dann schneiden und schließlich vertonen. Auf diese Weise kann die Vertonung in Ruhe vorbereitet werden.

Mitgebrachte Tonaufnahmen

Beim Filmen sollte man schon auf die Möglichkeiten achten, die sich bei der späteren Vertonung ergeben. Auch das Batterietonbandgerät - zu Hause zum Einspielen der Aufnahmen - kann unterwegs schon einen Teil der Tonmischung in echter Atmosphäre festhalten. Man denke nur an landessprachliche Eigenheiten, Dialekte, spezielle Geräusche (auf Geräuschplatten oder Bändern nicht erhältlich). Auch fremdländische Musik und folkloristische Weisen - vielleicht auf der Schallplatte mit nach Hause gebracht - sind für die Nachvertonung oft sehr willkommen.

Der Filmprojektor

Der Filmprojektor, das (Haupt)Tonbandgerät und der Tonkoppler für die Synchronisierung von Film- und Tonablauf stehen auf dem Tisch. Ihre Bedienungsanleitungen geben die notwendigen Hinweise für ihren Einsatz. Der erste Teil zeigte eine Übersicht, welche Gleichlaufsysteme es gibt.

Zweit-Geräte

Will man seinen Film nicht nur mit Sprache oder Musik allein unterlegen, so muß gemischt werden. Hierzu ist zum Tonbandgerät zusätzlich ein zweites oder ein Plattenspieler (aso eine weitere Tonquelle) erforderlich, mit denen die Einspielungen durchgeführt werden.

Gute Mischungen sind die Würze der Vertonung. Drei Wege sind beim Filmamateur beliebt, sie sollen nacheinander behandelt werden.

Parallelspur-Mischung Duo-Play

Das Parallelspurverfahren ist vor allem bei Viertelspurgeräten üblich, jedoch auch bei einigen Stereo-Halbspurgeräten möglich, sofern nicht das Einheits-Tonsystem Anwendung findet (Bild 9).

Zunächst spielt man auf eine Viertelspur (oder auch Halbspur) die Musik z. B. vom zweiten Tonbandgerät mit ihren Auf- und Abbiendungen entsprechend den später einzufügenden Textstellen. Um die Länge der abgeblendeten Musikstelle richtig abzustimmen, sollte der Text beim Einspielen der Untermalungsmusik mitgesprochen werden. Wenn nun die Musik aufgezeichnet ist, können nach Rückspulen des Bandes und Umschalten auf die andere Spur die Texte aufgesprochen werden.

Man kann auch die Texte zuvor mit dem zweiten Tonbandgerät aufnehmen und sie dann auf Spur 3 des ersten Tonbandgerätes überspielen. Diese Art des Arbeitens bringt vor allem bei der Mischung praktische Vorteile.

Parallelschalten der Tonspuren bei Wiedergabe

Beim Wiedergeben der Spuren 1 und 3 ergibt sich die Zusammenfassung von Text und Musik. Das richtige Lautstärkeverhältnis ergibt sich aus einigen Versuchen.

Bei manchen Vier- und Halbspurgeräten kann von einer auf die andere Spur überspielt werden. Dabei erfolgt das Zumischen des zweiten Tonanteiles, in unserem Beispiel der Sprache, während des Überspielvorganges zwischen den Spuren.

Der Vorgang sei im folgenden kurz erläutert (Bild 10):

Spurüberspielung Multiplay

Zunächst wird auf eine Spur (z. B. 3) Musik ohne Zwischenblendungen z. B. von einem Plattenspieler oder einem zweiten Tonbandgerät übernommen; dann wird das Tonbandgerät auf „Multiplay" geschaltet, und dabei kann mit Hilfe eines Überspielreglers N diese Musik auf Spur 1 überspielt werden. Gleichzeitig wird über den Regler S am Tonbandgerät die Sprache eingeblendet. Die Stärke der Musik (oder vielleicht auch der Geräusche) kann dann wie bei einem Mischpult getrennt durch M eingestellt werden, ebenso wie die Sprache mit dem Regler S.

Kontrollhörer

Günstig ist auch ein Kontrollhörer, mit dem man das richtige Lautstärkeverhältnis zwischen Musik und Sprache verfolgen kann. Der Hörer wird am Tonbandgerät an die betreffende Buchse oder die für einen äußeren Lautsprecher bestimmte Buchse angeschlossen und hört die Spur 1 „vor Band" mit. Zur Wiedergabe der Mischung muß ebenfalls auf Spur 1 geschaltet werden.

Fortgeschrittene können auch die auf Spur 1 gewonnene Mischung weiter auf Spur 3 überspielen und dabei nochmals einen weiteren Tonanteil hinzufügen. Dies gelingt natürlich nur mit Erfolg, wenn bei der ersten Mischung der „Platzbedarf" für den dritten Tonanteil berücksichtigt wurde.

Mischpult

Bei Verwendung eines Mischpultes läuft das zweite Tonbandgerät oder der Plattenspieler während der Mischung mit. Ein Mischpult wird dort benötigt, wo das Tonbandgerät keine Möglichkeit des Parallelspurbetriebes erlaubt, also nur eine Spur zur gleichzeitigen Aufnahme oder Wiedergabe verfügbar ist (vorwiegend
Halbspurgeräte). Das Mischpult hat zwei oder auch mehrere Eingänge, von denen man zwei für eine einfache Mischung benötigt. Ein Eingang muß für Mikrofonanschluß bestimmt sein, der andere für ein abspielendes Tonbandgerät oder einen Plattenspieler (Bild 11).

Endlosschleifen

Bei Vorhandensein mehrerer Tonbandgeräte (Clubs) können noch übrige Eingänge des Mischpultes mit zusätzlichen Tonquellen (Zwischengeräusche) belegt werden, die dann zu gegebener Zeit einzublenden sind (z. B. Synchronstellen). Man kann auch eine Endlosschleife oder eine entsprechende Kassette zum Zuspielen von Hintergrundgeräuschen verwenden. Der Tonmeister braucht dann nur den betreffenden Regler aufzuziehen und hat seine Geräuschatmosphäre.

Doch zurück zum einfachen Fall. Der Schieber S des Mischpultes gestattet dann das Ein- und Ausblenden der Sprache, der Schieber N die Zuspielung des Musikprogrammes. Der Ausgang des Mischpultes wird mit dem Eingang des Aufnahmegerätes verbunden, auf dem die Mischung festgehalten wird. Auch hier empfiehlt sich im besonderen Maße die Verwendung eines (auch preisgünstigen) Mithörers zur Kontrolle des Tonstärkeverhältnisses.

Mischübungen ohne Film

Vor der eigentlichen Filmvertonung ist es zweckmäßig, das Mischen zu üben. Schnell hat man dann das Gefühl für die richtige Dosierung des Tones, die Sprechart und das günstigste Arrangement. Man kann diese Proben gleich mit dem Toninhalt des Filmes, aber auch irgendeinem anderen kleinen Tonbeispiel (Reportage, Hörbild etc.) beginnen. Vorteilhaft ist es, wenn für die Mischungen die Reglerstellungen für Vollaussteuerung und die reduzierte Einstellung für Untermalung gekennzeichnet werden - das erleichtert die Arbeit. Bei manchen Tonbandgeräten sind sogar verschiebbare mechanische Anschläge für die Aussteuerungsregler vorhanden, womit sich die Arbeit des Mischens wesentlich vereinfacht. Vorteilhaft sind Mischpulte mit sogenannten Pegelvorreglern, die dafür sorgen, daß bei voll aufgezogenem Kanalregler im nachgeschalteten Tonbandgerät gerade Vollaussteuerung erreicht wird.

Hände frei halten

Für den, der viel und ernsthaft vertont, ist ein Mikrofonausleger mit Bodenstativ von Nutzen. Er kann das Mikrofon genau an die gewünschte Stelle (vor den Mund des Sprechers) bringen, hat damit die Hände frei für Manipulationen (Mischen, Starten des Tonbandgerätes etc.) und vermeidet Geräusche durch Handberührung des Mikrofones (Bild 12).

Tonaufnahme in Etappen

Nur bei besonders einfachen Vertonungen gelingt die Arbeit in einem Guß. Die Aufteilung nach einzelnen Vertonungsabschnitten ist meistens unerläßlich. In der Studiotechnik greift der Tonmeister beim Zusammfügen dieser Aufnahmeabschnitte zur Schere.

Für den Amateur gibt es aber auch eien Möglichkeit, lückenloses Aneinanderfügen verschiedener Tonaufnahmen ohne störende Schaltknacke und ohne Schneiden des Bandes zu erreichen.

Lückenloses Aneinanderfügen von Tonaufnahmen

Hier ist sie:

  1. 1. Den letzten Vertonungsabschnitt oder die letzte Tonaufnahme läßt man an ihren Enden bei zurückgedrehtem Aussteuerungsregler noch wenige Sekunden weiterlaufen, damit ein Stück Band nach dem Ende der Tonbandaufnahme vorgelöscht ist. Dann kann die Halte-Taste gedrückt oder das Tonbandgerät ausgeschaltet werden.
  2. 2. Bevor der nächste Aufnahmeabschnitt angefügt wird, hört man das Ende der vorhergehenden Aufnahme ab und hält das Band mit der Schnellstoptaste dort an, wo die weitere Vertonung angesetzt werden soll. Muß die folgende Aufnahme unmittelbar an die vorhergehende angefügt werden, so muß das Anhalten sehr exakt erfolgen.
  3. 3. Jetzt signiere man die Rückseite des Tonbandes z. B. an der rechten Höhenführung mit Hilfe eines Signierstiftes oder eines kleinen Stückchen weißen Klebebandes. Damit weiß man, daß bei dieser Stellung des Tonbandes das Ende der letzten Aufnahme direkt vor dem Wiedergabekopf liegt.
  4. 4. Nun läßt man das Tonband noch um 5-10 cm weiterlaufen und hält dort das Band mit der Schnellstoptaste erneut an. Bei zurückgedrehtem Aussteuerungsregler wird nun die Aufnahmetaste gedrückt.
  5. 5. Mit der Hand zieht man das Tonband bis zur vorher angebrachten Marke zurück, wobei alle Schaltknacke über den Löschkopf zum Verschwinden gebracht werden.


Nun braucht nur noch die Schnellstoptaste freigegeben zu werden, und die Einspielung kann sofort beginnen (Bild 13). Sind beim Anfügen eines neuen Vertonungsabschnittes mißlungene Aufnahmen zu wiederholen, so ist das ohne Beeinträchtigung des vorangegangenen Tonabschnittes möglich. Wichtig ist es allerdings, daß das Tonband immer nur bis zur Kennzeichnungsmarke zurückgezogen werden darf, damit kein Auslöschen der vorherigen Aufnahme eintritt. Auf die angegebene Weise arbeitet man vorteilhaft bei allen Mischarten, gleich ob Duoplay, Multiplay oder Mischpult eingesetzt werden. Für Fortgeschrittene und „alte Hasen" bringt Seite 53 noch Interessantes über erweiterte Mischarten.

Hier breche ich diesen langen inzwischen langweiligen Artikel ab, der in etwa nochmal so lang ist und keine weiteren Erkenntnisse über die Mühsalen der Vergangenheit erbringt.

NOTIZEN
Literatur zum Thema

Unseren Lesern, die sich mit dem Hauptthema dieses Heftes, der Schmalfilmvertonung, intensiver beschäftigen wollen, möchten wir die folgenden Publikationen ohne besondere Wertung empfehlen:

  1. H. C. Ostermann, Die neue Tonschule, Heering Verlag, Seebruck am Chiemsee;
  2. Neal-Fischer, Der Schmalfilm tönt, Wilhelm Knapp Verlag, Düsseldorf;
  3. Knobloch, Der Tonbandamateur, Franzis Verlag, München;
  4. Schmidt, Dia-Vertonung, Franzis Verlag, München;
  5. Diefenbach, Tonband-Hobby, Jacob Schneider Verlag, Berlin;
  6. Stüber, Praxis der Schmalfilmvertonung, Verlag für Radio-, Foto- und Kinotechnik, Berlin-Borsigwalde.


Diese Bücher können sicher über den einschlägigen Fachhandel oder von einer technisch orientierten Buchhandlung bezogen werden.

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