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Heft 4 • Dezember 1966 • 3. Jahrgang
"DER WELT MODERNSTE TONDAND FABRIK (BASF)"

Mit großem Aufwand, einer Arbeitstagung zum Thema Magnetband und einer Pressekonferenz, zu der rund 120 Journalisten aus dem In- und Ausland gekommen waren, nahm die "Badische Anilin & Soda Fabrik AG", kurz BASF genannt, kaum zwei Jahre nach der Grundsteinlegung Ende Oktober ihre Magnetband-Fabrik Willstätt offiziell in Betrieb.

Es wird bereits produziert . . .

Seit einigen Monaten wird in dieser modernsten Tonbandfabrik der Welt, so BASF, produziert, und zwar unter dem Sammelbegriff „BASF-Magnetband" Typen vom Heimtonband bis zum Computerband.

Hinter der Namensänderung steckt tatsächlich mehr als eine bloße Formsache: Mit ihren fünf Magnetbandfabriken ist die BASF einer der größten Produzenten der Welt, der nun eine breite Skala von Typen gewissermaßen als Programm anbietet:
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  1. Tonband für Heim- und Studio-Sektor,
  2. Videoband für magnetische Bildaufzeichnung,
  3. Magnetfilm für Film- und Fernsehstudios zur Filmvertonung,
  4. Computerband für elektronische Datenverarbeitung,
  5. Instrumentationsband für analoge Meßwertaufzeichnung,
  6. Magnetfolie für verschiedene Anwendungsgebiete, z. B. für Diktiergeräte.

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  • Anmerkung : Das mit der "größten" der Welt war schon immer ein Marketing BlaBlaBla. Das war mit Philips und/oder Grundigs Fernsehgeräte-Fabriken so und auch mit der Tonabdgeröätefabrik des Max Grundig. Da wir weder Einblick bei 3M noch bei Xerox (beide USA) hatten, ist ein realer Vergleich nicht mehr möglich. Jedenfalls war von diesem "Werbeattribut" wenige Monate später nichts mehr zu hören.

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Rund 80 Millionen DM investiert . . . .

Die neue Fabrik, die künftig alle diese Bänder liefern wird, ist in der Tat eine imponierende Leistung (es wurden rund 80 Millionen DM investiert) und gibt der kleinen Gemeinde Willstätt im Hanauer Land, in Grenznähe bei Kehl, den langersehnten industriellen Aufschwung und der weiten Landschaft attraktive Akzente.

Modern und hochoptimiert wegen der Personalkosten

Alle Möglichkeiten moderner Technik gelangten bei Planung und Bau der Fabrik zur Verwirklichung: es gibt nahezu keine Maschine der Magnetband-Fertigung, die nicht eigens für Willstätt konstruiert worden wäre.

Willstätt betreibt - im Gegensatz zu Ludwigshafen, das bald nur noch Forschungszwecken dienen soll - Produktionseinheiten optimaler Größe, arbeitet mit höheren Geschwindigkeiten und kommt mit weniger Mitarbeitern aus - über 500 Beschäftigte verfügt das Werk im Augenblick.

Immer sehr demonstrativ : Die Qualitätskontrolle(n)

Mit größter Aufmerksamkeit werden in Willstätt die Qualitätskontrolle und die Prüfung der Bänder betrieben, von beidem konnten wir uns während eines ausführlichen Rundganges überzeugen.

Der größte Feind des Magnetband-Aufzeichnungssystems ist der Staub. In der Wahl des Standortes, der Bepflanzung des Werkgeländes, der Schaffung völlig staubfreier Zonen im Werk durch großzügige Rasenanlagen und in der Arbeitskleidung der Mitarbeiter (weißer gehts nicht!) werden einige der von der BASF getroffenen staubfeindlichen Maßnahmen sichtbar.

Die neue Fabrik auf der grünen Wiese

Die so auf der grünen Wiese entstandene Fabrik ist mit ihren Bauten, Straßen und Leitungen übersichtlich angeordnet. Von Süden nach Norden reihen sich die Produktionsbetriebe in der Folge des Fertigungsablaufes aneinander, quer davor liegen wie der Balken eines T die Hilfsbetriebe.

Zugleich mit der neuen Produktionsstätte erschienen auch die BASF-Bänder in neuem Gewand auf dem Markt. Ein neues, modernisiertes Markenbild, zwei moderne Verpackungsarten in Kunststoff-Kassette oder Runddose, eine typographisch gelungene Anzeigenserie in der Fach- und Zeitschriftenpresse - dies alles beweist, daß die BASF die stürmische Entwicklung auf dem Magnetband-Sektor ebenso dynamisch erkannt und genutzt hat. se.

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