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Heft 2 • Mai 1965 • 2. Jahrgang

So langsam kommt Normalität in die Ausgaben, auch von der Erscheinungsfolge. Die Artikel-Serie "WIE FUNKTIONIEREN UNSERE TONBANDGERATE ?" ist bei uns hier bereits auf eigene chronologische geordnete Seiten ausgelagert.

Inhalt

Dem Tonbandgeheimnis auf der Spur 18
Wie funktionieren unsere Tonbandgeräte (2) (ist ausgelagert) 24
Aus dem Bereich der Akustik 27
Wissenswertes vom NWT 28
Von Amateuren für Amateure 31
Tonbandler bei der Arbeit 32
Hannover-Messe 1965 33
Industrie 34

Liebe tonband-Freunde

Schneller, als Sie es vielleicht erwartet haben, können wir Ihnen die zweite Nummer des tonband (2/1965) vorlegen. Dies hängt natürlich mit den Terminen der einschlägigen Fachmessen dieses Jahres zusammen.

Die erste, die Hannover-Messe 1965, beginnt am 24. April und endet am 2. Mai 1965.

Die Deutsche Funkausstellung 1965
fällt in die Zeit vom 27. August bis 5. September 1965. Sie findet diesmal in der Baden-Württembergischen Metropole Stuttgart statt.

Vermutlich werden viele Hersteller ihre wichtigsten Neuheiten bis zu dieser Fachmesse zurückhalten, so daß der Bericht über die Hannover-Messe, den wir in Heft 3 bringen, nicht sehr umfangreich sein wird.

Zur Funkausstellung werden wir mit der vierten Nummer dieses Jahrgangs herauskommen. Was in unserer Kraft steht, werden wir tun, um in diesem, zur Funkausstellung erscheinenden Heft schon einen Vorbericht über das für tonband-Freunde Interessanteste der Deutschen Funkausstellung 1965 zu bringen.

Bis zum nächsten Heft, das wahrscheinlich der Schmalfilmvertonung gewidmet sein wird, grüßt Sie herzlichst Ihre tonband-Redaktion

DEM TONBAND-GEHEIMNIS AUF DER SPUR

Zu Gast bei der Herstellung des »Magnetophonbandes BASF«

Tag für Tag werden in aller Welt Tonbänder benutzt, die aneinandergereiht viele Milliarden von Kilometer ergäben. In schmucken Kassetten archiviert, auf eleganten Geräten zum Leben erweckt, leisten sie ihren Dienst. Daß dies überhaupt möglich ist, verdanken wir der Forschung in Physik, Chemie und Technik.

Vor dreißig Jahren bereits fanden ihre Ergebnisse industrielle Anwendung und erschlossen mit der Herstellung des ersten Tonbandes eine neue Welt. Kaum jemand, für den die Schallspeicherung auf Magnetophonbändern heute schon eine selbstverständliche Errungenschaft ist, hat eine Vorstellung davon, wie man fast vollautomatisch und mit konstanter Qualität diese haardünnen, mit Eisenoxyd beschichteten Tonträger herstellt.
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Tonbandherstellung am Beispiel BASF

Diese Tatsache (des mangelnden Wissens) veranlaßte uns, dem Stammwerk der BASF in Ludwigshafen am Rhein einen Besuch abzustatten und uns an Ort und Stelle über die einzelnen Herstellungsphasen von Magnetophonbändern zu informieren.

Wie in jedem größeren Industriewerk, so ist auch die gesamte Werksanlage der BASF vor „Werksspionen" geschützt. Erst nach Unterziehung der erforderlichen Kontrollen, Ausweise, Unterschriften und Stempel, war es uns erlaubt, den Fuß auf BASF-eigenes Gelände zu setzen.

Im Büro des Technischen Leiters gab es nach einer herzlichen Begrüßung die erste Begegnung mit dem Prinzip der Bandherstellung: an der Wand des Besprechungszimmers waren auf einer großen Tafel die wesentlichen Fertigungsstufen schematisch dargestellt (siehe Bild 1).

Was auf dem Papier so einfach erschien, erwies sich während unseres Rundganges durch die Fertigungs- und Prüfräume doch als ein äußerst komplizierter Prozeß, der die Lösung einer Fülle physikalischer und technologischer Probleme voraussetzt.

Vom Prinzip der Bandherstellung

Der moderne "Magnetogrammträger" besteht aus einer Kunststoffolie (Trägerfolie) und einer Lackschicht, die mit einem fein verteilten magnetisierbaren Pigment gefüllt ist. Für die Trägerfolie wird heute Triacetat, Polyester oder Polyvinylchlorid verwendet, als Magnetpigment benutzt man vorwiegend gamma-Eisenoxyd, der Lack kann dagegen weitgehend variieren.

Das in großen Mengen in der BASF hergestellte Eisenoxyd wird in Dispergier- Einrichtungen mit dem Lackrohstoff und organischen Lösungsmittel gemischt. Erst wenn eine genügend feine Verteilung aller Bestandteile erreicht ist, kann die Folie beschichtet werden.

Dieser Arbeitsgang stellt die Kernaufgabe bei der Herstellung von Tonbändern dar. Anschließend folgt das Schneiden des beschichteten „Blockes" in Einzelbänder, dann die Kontrolle auf elektroakustische Eigenschaften in der Prüfstelle und schließlich die Konfektionierung des Bandes auf Spulen.
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Die Folienherstellung

Wir waren natürlich gespannt, nun alles Lm Detail zu sehen. Unser erster Besuch galt den Fabrikationsräumen der Folienherstellung, die uns am Beispiel der LUVITHERMFOLIE® (eine Marke der BASF), einer Polyvinylchlorid-Hartfolie, erläutert wurde. Damit das Tonband einen festen und formstabilen Träger erhält, muß auf die Folienherstellung besondere Sorgfalt verwendet werden.

Polyvinylchlorid, eine VINOFLEX®-Marke der BASF, ist ein mehlartiges Pulver, aus dem in mehreren Arbeitsgängen die Folie gewonnen wird. Vom Keller wird dieses Pulver in den Fabrikationsraum, der mit klimatisierter Luft beschickt wird, gefördert.

Durch die in diesem Raum vorhandene Luftfeuchtigkeit wird die elektrostatische Aufladung der Folie weitestgehend herabgesetzt. Der Überdruck in diesem Raum verhindert das Eindringen von Staub der Außenluft.

Die Funktion des "Kalanders", des Walzwerks

Ein Walzwerk verarbeitet das ankommende thermoplastische Vinoflex-Pulver unter Wärmeeinwirkung zu einem „Fell", ein milchig weißer Brei, der mit Hilfe von Abstreifern bandförmig vom Walzwerk abgeschält wird.

Ein Schlagwerk zerkleinert die ungleichmäßig breiten Bänder und führt dieses Vorprodukt dem Hartfolien-Kalander schuppenartig zu.

Anmerkung : Der Kalander gehört bereits hier unbedingt erklärt !!!

Hier findet nun die eigentliche Folienherstellung statt. Die überraschende Tatsache ist auch hier die weitgetriebene Automatisierung. Die gesamte Folienherstellung übernehmen Automaten, die in der riesigen Halle von knapp zehn Fachkräften überwacht werden.

Der Kalander (eine Präzisions-Walze), ein mit vier senkrecht übereinander angeordneten Walzen aufgebautes Aggregat, sorgt für die absolut gleichmäßige Folienstärke über die gesamte Breite der Folienbahn.

Das Konstanthalten der einmal eingestellten Folienstärke geschieht vollautomatisch mit Hilfe einer Nachsteuereinrichtung, die auf den Absorptionsgrad der Folie für radioaktive Strahlung anspricht. Ein radioaktives Präparat durchstrahlt dabei die
den Kalander verlassende Folie, der Strahlendetektor tastet die die Folie durchsetzende Reststrahlung ab und wandelt sie in eine Stellgröße für die Nachregelung an die elektronische Steuereinheit weiter.

Da die zwischen den Walzen eingestellten Spalten unmittelbar auf die Folienbeschaffenheit eingehen, kommt ihnen als wirkende Elemente große Bedeutung zu. Nur bei äußerst stabiler Führung und optimaler, planparalleler Ausrichtung der Walzen (Spaltpräzision)
können die hohen Genauigkeitsforderungen an die Folienstärke eingehalten werden.

Aus diesem Grund muß ein Kalander vor Produktionsbeginn 24 Stunden einlaufen (warmlaufen), bis er seine stabilen technischen Werte erreicht hat. Verständlich, daß die Folienherstellung danach im Non-stop-Betrieb erfolgen muß.

Die Walzfolie flexibilisieren

Nachdem nun die Folie den Kalander verlassen hat, wie wir im linken Teil von Bild 2 sehen, bewegt sie sich über unseren Köpfen rechts hinüber zur Luvithermanlage, in der die noch verhältnismäßig spröde und brüchige Walzfolie durch kurzzeitig hohe Wärmeeinwirkung in allen Eigenschaften verbessert wird.

Anschließend durchläuft sie die in Bild 3 gezeigte Reckeinrichtung. Die in breiter Bahn zulaufende Folie wird durch den Reckvorgang in allen drei Dimensionen verändert, vor allem vergrößert sich ihre Länge um ein Mehrfaches.

In der Mitte von Bild 3 ist die feststehende, geriefte Reckwalze zu erkennen.

Der Beschnitt der Folienblöcke

Im letzten Arbeitsgang werden die Folienblöcke an den Rändern sauber beschnitten und gelangen unter Staubschutz zu den Beschichtungsräumen. Die Festigkeitsunterschiede zwischen Walzfolie und gereckter Luvithermfolie interessierten uns natürlich sehr. Der Fertigungsleiter der Folienfabrik demonstrierte uns dies recht eindrucksvoll und bemerkte, daß die Luvithermfolie die Reißfestigkeit von Stahl (Baustahl 5137) mit 28kg/mm2 nahezu erreiche.

Die Aufbereitung der Dispersion

Die Beschichtung der Folie kann - wie uns auch im Prinzipschema gezeigt wurde - als paralleler Zweig zur Folienherstellung angesehen werden. Zunächst ist es wichtig, daß das in mehreren Stufen auf chemischem Wege gewonnene Eisenoxyd die geforderten magnetischen Kennwerte besitzt, die auf die elektroakustischen Eigenschaften des Bandes grundlegende Auswirkung haben.

In einem magnetischen Labor wird dieses Eisenoxyd auf seine Eignung geprüft, wie die Hysterisis-schleife auf dem Schirm des Oszillographen in Bild 4 zeigt.

Das von der BASF hergestellte gamma Fe203, gewissermaßen eine besondere Art von „Rost", sieht mittelbraun und pulvrig aus und hat kristallinen Aufbau. Für die Tonbandherstellung eignet sich nadelförmiges Eisenoxyd besonders gut und wird heute allgemein verwendet. Die winzigen Nadeln mit einer mittleren Länge von 1/1000mm und einem mittleren Durchmesser von 0,1um lassen sich nur mit einem Elektronenmikroskop einwandfrei sichtbar machen, wie Bild 5 zeigt (siehe auch ton-band-Titelbild Heft 1/1965). Durch ihre Nadelform lassen sich die Teilchen räumlich und damit auch magnetisch orientieren.

Jetzt kommt die Kugel-Mühle dran

Der Dispergiervorgang vollzieht sich - dem Auge unsichtbar - in großen Mühlen, die in einer Werkhalle nebeneinander angeordnet sind. Auch hier sind nur wenige Menschen zu sehen, Automatik beherrscht die Szenerie.

Nur schwer konnten wir neben dem Lärm schwingender und rotierender Dispergieranlagen unsere Unterhaltung fortsetzen.

Kugeln aus Stahl oder Porzellan helfen, die aus Eisenoxyd, Lack und Lösungsmitteln zusammengesetzte Füllung im Innern der Mühlen fein zu verteilen.

Die „Kugelzeit", d.h. die Aufenthaltsdauer des Eisenoxyds in den Mühlen, ist ein wichtiger Faktor, der für die Homogenität der Dispersion, aber auch für die Unversehrtheit der winzigen Eisenoxydnadeln bestimmend ist. Agglomerate (Zusammenballungen) müssen mit Sicherheit zerteilt werden, um die für die dünne Magnetschicht des Tonbandes erforderliche Feinverteilung des Oxyds zu erreichen. Außerdem sorgen spezielle Filteranlagen für die Beseitigung von Fremdkörpern aus der fertigen Dispersion.

Hier - wie in allen Fertigungsstufen - sind Erfahrung und daraus gewonnene Rezepturen die Schlüssel zum Gelingen.

Beschichtung der Folie

Dies wurde uns im besonderen Maß in der wohl wichtigsten Herstellungsphase erneut bewußt. Der gesamte Gebäudekomplex, in dem die Beschichtungsanlagen untergebracht sind, ist eine in sich geschlossene Welt, die sogenannte „weiße Zone", mit Umkleideräumen, Luftschleuse, vollautomatischer Klimaanlage, die für konstante Temperatur und Luftfeuchtigkeit sorgt, eigener Luftzufuhr und dur dicke Glaswände von der Außenwelt - den umliegenden Fabrikationsräumen unter gleichem Dach - abgeschirmt.

In dem mit Spinden sauber ausgestatteten Umkleideraum wechselt der im Beschichtungsraum tätige Facharbeiter die Straßenkleidung mit einer weißen Arbeitskluft. Vor Eintritt in seinen Arbeitsraum muß er die mit zwei automatisch gegeneinander verriegelten Türen versehene (Luft- und Staub-) Schleuse passieren, in der er mittels Druckluft von allen Seiten kräftig abgeblasen wird.

Auf diese Weise verhindert man das Eindringen von Staub in die Beschichtungsräume. Die Beschichtungsmaschine, auf einem soliden Fundament erschütterungsfrei montiert, stellt für den Laien eine Anlage mit zahlreichen Walzen dar, deren Zweck nur dem Eingeweihten klar ist.

Das Herz der Anlage, der Gießer

Das eigentliche Herz der Anlage, der Gießer, läßt seine Funktion jedoch klar erkennen. Eine Ringleitung versorgt alle Beschichtungsanlagen und leitet die Dispersion in den Gießer, der über die gesamte Breite der zu beschichtenden Folie reicht.

Vollkommen geräuschlos zieht sich die Folie unter dem Gießer hinweg, beschichtet mit einem braunen Film. Daß hier wie auch bei der Folienherstellung die "planparallele" Führung für konstante Stärke der Schicht wesentlich ist, dürfte verständlich sein.

Die noch unbeschichteten Folienblöcke werden durch eine eigens dafür gebaute Luftschleuse von außen zugeleitet und in der Beschichtungsanlage nochmals gereinigt.
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Kontrollieren und magnetisieren

Gleich hinter dem Gießer befindet sich in Laufrichtung der beschichteten Folie eine Kontrolleinrichtung, die eine elektromagnetische Bestimmung der pro Flächeneinheit zugeführten Eisenoxydmenge ermöglicht.

Daran schließt sich in Laufrichtung der noch feuchten, beschichteten Folie ein Richtmagnet an, dessen Polschuhe der Folienbreite entsprechen. Sein magnetisches Feld ist so stark, daß die kleinen Eisenoxydnadeln sich in Laufrichtung der Folie orientieren.

Damit hat das Band eine magnetische Vorzugsrichtung, und diese wiederum verleiht dem Benutzer elektroakustische Vorteile beim Einsatz des Bandes auf seinem Gerät.

Zum Aushärten der frisch gegossenen Magnetschicht durchläuft die Folie dann einen Trockenkanal. In diesem Bereich wird erwärmte Luft eingeblasen, deren Temperatur konstant gehalten wird. Die im Trockenkanal freiwerdenden Lösungsmitteldämpfe gewinnt man aus der Abluft durch eine Adsorptionsanlage fast vollständig zurück und kann sie nach Verflüssigung, Reinigung und Trocknung wieder verwenden.

Wichtig: Die Dauer-Klimatisierung der Beschichtungsräume

Bild 6 zeigt die aus dem Trockenkanal herauslaufende Folie mit Meßzähler, Aufwickelvorrichtung und Prüfadapter für eine zweite elektroakustische Vorprüfung. Durch Klimatisierung der Beschichtungsräume und leichten atmosphärischen Überdruck gegen Eindringen von Staub sind weitere Maßnahmen zum Erzielen optimaler Bandqualität getroffen.

Die Oberflächenvergütung, durch die ein besonders guter mechanischer und magnetischer Kontakt zwischen Magnetschicht und Tonkopf ermöglicht wird, schließt sich an den Beschichtungsvorgang an. Danach läuft der beschichtete Folienblock aus der „weißen Zone" hinaus zum Schneideraum.

Im Schneideraum

Aus jedem Block können 40 Bänder mit 6,25 mm Breite herausgeschnitten werden. Spezialmaschinen mit rotierenden Ober- und Untermessern, die leicht ineinander eingreifen, besorgen diese Arbeit. Die geschnittenen Bänder werden dabei automatisch auf Kunststoffringe gewickelt.

Prüfungen - Prüfungen - Prüfungen

Vor der Freigabe eines Blockes gelangen nun ein oder mehrere Bänder in die Prüfstelle. Hier werden die wesentlichen elektroakustischen und mechanischen Eigenschaften ermittelt, protokolliert und von jedem Block (oder auch der Charge, wie der Fachmann sagt) ein kurzes Bandstück für eventuelle spätere Nachmessungen archiviert.

Beim Messen der elektroakustischen Werte der Chargen dient ein Referenzband mit definierten Eigenschaften als Bezugspunkt. Dieses Band - auch Leerband genannt - ist Bestandteil des DIN-Bezugsbandes, mit dessen Hilfe Magnettongeräte eingestellt werden. Auf diese Weise können die Eigenschaften des Aufzeichnungskopfes der verwendeten Prüfmaschine weitgehend eliminiert werden und die Meßwerte „Empfindlichkeit" und
„Frequenzgang" relativ zum Referenzband bestimmt werden.

Weiterhin werden die bei einem bestimmten Magnetisierungswert auftretenden Verzerrungen und die magnetische Gleichförmigkeit der Schicht des Tonbandes gemessen. Die besondere Sorgfalt bei der Prüfung erkannten wir auch darin, daß jeder Block auf seine ganze Länge auf konstante Empfindlichkeit untersucht wird.

Der Prüftechniker zeigte uns ein „Handtuch", ein Meßstreifen, auf dem der Wiedergabepegel mit einem Tintenschreiber aufgezeichnet ist. Geringste Schichtdickenänderungen über der Länge des Blockes werden damit meßtechnisch erfaßt. Bild 7 gibt eine gute Vorstellung über die Anordnung eines solchen Prüftisches, an dem gleich zwei Bänder mit hoher Laufgeschwindigkeit kontrolliert werden. Kurze Empfindlichkeitsabweichungen, denen der Tintenschreiber nicht folgen könnte, werden beim Überschreiten eines vorgegebenen Schwellwertes elektronisch registriert.

Umgebaute Studio-Bandmaschinen

Bild 8 zeigt einen Ausschnitt der Prüfapparatur zur Messung der elektroakustischen Eigenschaften. Alle Einrichtungen sind im Rahmen der Möglichkeiten irrtumsicher in Bedienung und Ablesung der Meßwerte und in einer größeren Anzahl vorhanden. Das gleiche gilt auch bei den mechanischen Belastungssimulatoren, für die Dehnungs- und Schrumpfungsmessung.

Die Messungen erfolgen zum größten Teil nach DIN-Empfehlungen unter teilweiser Benutzung speziell vorgeschriebener Meß- und Betriebseinrichtungen. Trotzdem mußten vor allem für die mechanischen Messungen eigene Prüfmaschinen, sogenannte Simulatoren, entwickelt werden, um die auf einem Tonbandgerät auftretenden Extrem-Bedingungen nachbilden zu können.

Die Konfektionierung der Bänder

Sind die Blöcke durch die Prüfstelle freigegeben, so kann das (Anmerkung : damals 1965 nochg manuelle !!!) Bewickeln auf Doppelflanschspulen erfolgen. Die einzelnen Arbeitstische werden von weiblichen Arbeitskräften bedient. Wir haben im Umspulraum einer der vielen Damen über die Schulter geschaut (Bild 9a) und die große Fertigkeit bewundert, mit der diese Arbeit ausgeführt wird.

Von dem großen Wickel (in Bild 9a verdeckt), der von der Schneidemaschine angeliefert wurde, läuft das Band über eine fotoelektrische Prüfeinrichtung. Bei eventuellen Beschichtungslücken bleibt die Maschine automatisch stehen, so daß fehlerhafte Bandstücke entfernt werden können.

Weiter folgt der Bandlängenmesser, eine mit dem Drehzahlmesser gekoppelte Scheibe, an deren definiertem Umfang sich das Band abwickelt. Das innenliegende Ende des Tonbandes wird mit Schaltband und rotem Vorspannband versehen.

Währen die Maschine läuft, wird an das vorhergehende, fertig gespulte Band die Schaltfolie mit dem grünen, äußeren Vorspannband angeklebt, eine Bandklammer angebracht und die Spule in einen Kunststoffbeutel eingeschweißt - bis jetzt noch abhängig von der Fingerfertigkeit der Arbeitskräfte, aber vielleicht bald schon automatisiert.

Dies zeigte auch ein Spezialtisch, an dem der Spulvorgang schon weitgehend automatisiert ist. Im Zuge weiterer Rationalisierung wird an derartigen Verbesserungen sicher intensiv gearbeitet.

Die fertig gewickelten und mit Vorspann-und Schaltband versehenen Spulen gelangen dann in den Packraum; dort werden sie in Kassetten verpackt und versandfertig in den Handel gebracht.

Forderungen der Zukunft

Bei einem abschließenden Gespräch mit dem Technischen Leiter der Magnetophonband-Fabrik konnten wir noch viel Interessantes hören.

Vor allem umriß er die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten des Magnetbandes, die außerhalb der reinen Tonaufzeichnung liegen und die durch die weitere Technisierung erforderlich werden.

Diese technischen Anwendungen erstrecken sich auf magnetische Speicher in Rechenanlagen, Programmspeicher für unzählige Steueraufgaben, magnetische Fernsehbildspeicherung, Signalaufzeichnung in Satelliten, geophysikalische Messungen, beispielsweise bei der Erdölsuche, Flugsicherung und vieles andere.

Das in Willstätt entstehende Werk wird sich mit der Fertigung der für solche Zwecke benötigten Bänder befassen. Obwohl das physikalische Prinzip der Magnetisierung bei allen Aufgaben das gleiche ist, so fordern doch die einzelnen Anwendungsbereiche verschiedene Bandeigenschaften und teilweise besondere Herstellungsverfahren und Bedingungen.

Nur auf die wichtigsten Herstellungsphasen vom chemischen Rohstoff bis zum konfektionierten Tonband konnten wir im Rahmen dieses Berichtes eingehen. Vor allem fehlt ihm eine höchst bemerkenswerte Komponente, die zur Chemie gehört wie der Donner zum Blitz: die verschiedenartigsten Düfte in den einzelnen Fertigungsräumen.

Glücklicherweise sind Tonbänder nur Schall- und nicht auch Duftspeicher, sonst dürften sie sich einer weitaus geringeren Beliebtheit erfreuen, als dies heute der Fall ist.

Ende des BASF Artikels von 1965
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AUS DEM BEREICH DER AKUSTIK
A. Aufnahmen in geschlossenen Räumen

Wir wollen voraussetzen, daß wir über ein Mikrofon mit einigermaßen brauchbarer Wiedergabetreue verfügen: Wenn wir das Mikrofon nun - für die weitere Betrachtung ist es gleichgültig, ob mit oder ohne Vorverstärker - an das Tonbandgerät anschließen, können wir bereits beim ersten Sprechen an der Aussteuerungsanzeige erkennen, ob die Aufnahme stattfindet oder nicht.

Wenn das Tonbandgerät einen eigenen Lautsprecher hat, ist dieser meist abgeschaltet, kann aber bei einigen Modellen auch während der Aufnahme angeschaltet bleiben. Wir können dann im Lautsprecher unsere eigenen, ins Mikrofon gesprochenen Worte hören.

Die akustische Rückkopplung

Befinden sich Lautsprecher und Mikrofon im gleichen Raum, so tritt beim Aufdrehen des Lautstärkereglers über einen bestimmten Punkt hinaus ein lautes Heulen auf. Es ist dann nicht möglich, den Lautstärkeregler so weit aufzudrehen, daß das Mikrofon aus größerer Entfernung besprochen werden kann. Hierbei handelt es sich um die sogenannte „akustische Rückkopplung".

Der vom Mikrofon aufgenommene Schall ertönt aus dem Lautsprecher, gelangt von da wieder zum Mikrofon, wird erneut aufgenommen, vom Lautsprecher wieder verstärkt ausgestrahlt und vom Mikrofon aufgenommen usw. Es entsteht also ein geschlossener Kreislauf.

Für Übertragungen im Freien, bei denen Mikrofondurchsagen auf Lautsprecher erfolgen sollen, werden Mikrofone mit Richtcharakteristik verwendet. Für Innenaufnahmen nützen diese Mikrofoneigenschaften jedoch sehr wenig, da das Mikrofon hier nicht nur den direkten Schall vom Lautsprecher einfängt, sondern zudem noch mehr oder weniger große Teile des von Wänden und Möbeln reflektierten Schalls mit aufzeichnet.

Besser : Mithören über Kopfhörer

Für wirklich gute Aufnahmen ist es manchmal doch ratsam, bei der Aufnahme (nicht) über Lautsprecher mitzuhören oder besser über Kopfhörer, besonders wenn nicht wir, sondern andere Personen sprechen.

Dabei werden wir aber wieder eine unangenehme Entdeckung machen, die wir von den Rundfunkansagen nicht kennen. Die aus größerem Abstand aufgenommenen Worte klingen zwar recht natürlich, aber eigenartig hallend, so als befände sich der Sprecher in einer großen leeren Halle.

Der Einfluß der Raumakustik

Diese „Raumakustik", die von dem von den Wänden und der Zimmerdecke reflektierten Schall herrührt, ist je nach Raumform und -größe und der Raumausstattung ganz unterschiedlich. Sie kann mitunter so stark sein, daß die Wortverständlichkeit bis zur Unbrauchbarkeit herabsinkt.

Leider können wir dieses Übel nicht an der Wurzel packen, wie das beim Rundfunk möglich ist. Dessen Sprechräume sind nahezu „schalltot", das Material der Wände und Decken hat eine stark schallschluckende Eigenschaft, d. h. diese Wände reflektieren fast keinen Schall.

Leider verhalten sich unsere häuslichen Wände mit ihrem Verputzmaterial genau umgekehrt. Sie reflektieren besonders in den mittleren und hohen Tonlagen einen großen Teil des auftreffenden Schalls. Für die Aufnahme von Hausmusik kann das mitunter sogar vorteilhaft klingen. Für Sprechaufnahmen dagegen sollte möglichst jeder Nachhall vermieden werden.

Den Nachhall dämpfen

Hat der Raum, in dem die Sprechaufnahmen erfolgen sollen, einen Nachhall, so können Decken in 5 bis 10 cm Abstand vor der Wand aufgehängt werden. Auf die Zimmerdecke können wir notfalls verzichten. Je mehr Polstermöbel sich im Raum befinden, desto besser ist dies für unsere Aufnahme. Gardinen sollten zugezogen sein.

Der Sprechabstand zum Mikrofon

Mit diesem Aufwand können wir den Nachhall ziemlich herabsetzen. Kommt es auf präzise Sprachaufnahmen an, die von einem einzelnen Sprecher gesprochen werden, halten wir das Mikrofon dicht vor den Mund, in einem Abstand von etwa 30 cm. (Der normale Abstand beträgt ansonsten 50 cm.) Ist das Mikrofon zu nahe, so läßt sich kaum eine gleichmäßige Aufnahmestärke erzielen. Meist trifft die Atemluft auf das Mikrofon und erzeugt so ein fauchendes Geräusch. Soviel zur Raumakustik.

B. Aufnahmen im Freien

Tonaufnahmen im Freien beginnen mit der Frage der Stromversorgung der Geräte, die vom Netz abhängig sind, und enden bei der Frage der Kabellängen und des Gerätetransportes.

Die Stromversorgung ist stets Problem Nr. 1. In den seltensten Fällen wird ein geeigneter Netzanschluß in erreichbarer Nähe sein, und wenn, dann benötigen wir selbst für kurze Entfernungen jede Menge Netzkabel. Um vom Netz unabhängig zu sein, kommt also nur ein batteriebetriebenes Gerät infrage.

Die akustischen Nebengeräusche bechten

Die Aufnahmeobjekte sind meist Personen oder Geräuschkulissen. Zur Aufnahme von Personen ist an sich wenig zu sagen. Hier wird lediglich das Problem der akustischen Nebengeräusche aktuell und die verschiedenen Richtcharakteristiken der Mikrofone wertvoll.

Im allgemeinen ist auch hier die Niere die geeignetste Form. Die Rückseite des Nierenmikrofons wird der Richtung zugekehrt, aus der ein störender Nebenschall kommt. Hauptfeind der Tonaufnahmen im Freien ist der Wind. Schon ein „mäßiges Lüftchen" macht sich später in einem dumpfen Rumpeln und Rauschen bemerkbar. Wir
versehen für solche Fälle das Mikrofon mit einem geeigneten Windschutz.

Die Aufnahme von Geräuschen aller Art - Straßenlärm, Vogelgezwitscher, spielende Kinder aus größeren Entfernungen, Regen und Wind - ist schwieriger, als es vielleicht scheinen mag.

Die Mikrofonempfindlichkeit

Man muß dabei beachten, daß die Aufnahme gut ausgesteuert ist. Außerdem muß das Mikrofon zu diesem Zweck eine enorme Mikrofonempfindlichkeit besitzen. Die Aufnahme von Regen- oder Windgeräuschen gelingt in den seltensten Fällen überzeugend, was nicht nur an technischen Mängeln der Aufnahme liegt. Solche Geräusche werden mitunter künstlich erzeugt und klingen dann natürlicher als echte Aufnahmen. Derartige Beispiele haben wir ja bereits in den vergangenen Heften vorgestellt und beschrieben.

Die Probleme der akustischen Bedingungen sollten wir auf alle Fälle nicht leichtfertig abtun, sondern stets bedenken und nach Möglichkeit auszuschalten suchen.

VON AMATEUREN FÜR AMATEURE
Tonbandkurse im RING DER TONBANDFREUNDE

Die „Lehrspule" nennt sich ein Unternehmen, das unter dem Protektorat des RING DER TONBANDFREUNDE von Heinz Bluthard (Stuttgart) durchgeführt wird. Bisher liegen 13 Tonbandkurse vor, die sich schon jetzt zu einem Welt-Service ausgeweitet haben: In Norwegen, Schweden, Dänemark, Deutschland, Schweiz, Frankreich, Luxembourg, Vereinigte Staaten, Mexico, Israel, Südafrika und Australien kursieren die Bänder bei der großen Familie der Tonbandfreunde.

Die Kurse sind nach eigenen Ideen gestaltet, werden privat finanziert und produziert und zur „Förderung des Gedankens des internationalen Tonbandtausches gegen einen geringen Un-??Kostenbeitrag" verbreitet. Die Mitarbeiter sind ehrenamtlich tätig und ausnahmslos Mitglieder im RING DER TONBANDFREUNDE.

Ein Band nach 14 Tagen

Zahlreiche Kopierstationen sorgen dafür, daß jeder Besteller spätestens nach 14 Tagen sein eingesandtes Band bespielt zurück erhält. Die Kurse werden „unter schnöder Mißachtung jeglicher Fachliteratur" rein aus der Praxis des Tonbandleralltags zusammengestellt und entwickelt.

Die Skala des Angebots reicht vom Suchen nach geeigneten Tonbandaustauschpartnern bis zum Selbstbau raffinierter Entzerrer-Verstärker-Anlagen.

Zur Technik wäre zu sagen: Die Kurse werden mit zwei Grundig Geräten TK 47, einem Grundig Stereo-Mixer, zwei Sennheiser MD 421 Mikrofonen, einem Kopfhörer Beyer DT 96 Stereo, einem selbstgebauten Entzerrer in Mono und Stereo sowie einem selbstgebauten Netzteil für Mischpult, von 0-30 Volt Gleichstrom regelbar, hergestellt.

  • Anmerkung : Beachten Sie, welche Informationen damals scheinbar so wichtig waren, selbst das Netzteil wurde genannt.


Als Bandmaterial wird das BASF LGS 35 verwendet. Um zu sehen, was eigentlich hinter dieser Form der Unterrichtung steckt, ließen wir uns von Heinz Bluthard ein Band mit Ausschnitten aus einzelnen Kursen zusammenstellen.
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Ein unterhaltsames Muster-Band

Heinz Bluthard hatte uns nicht nur ein unterhaltsames Band geschickt, sondern auch ein technisch wie inhaltlich und formal ausgezeichnetes Band.

Neben dem Hauptthema „Nationaler Tonbandwettbewerb", das in diesem Heft an anderer Stelle seinen Niederschlag fand, hörten wir ungekürzt ein Kapitel Aufnahmetechnik (Kurs 9). Große Überraschung für uns, daß im Mittelpunkt dieser lehrreichen 20 Minuten ein junges Paar, Ilse und Horst, stand - vergleichbar mit unserem Peter und seiner Gefährtin Sabine.

Zugegeben, in dieser akustischen Form läßt sich ein technisch fundierter und dabei doch unterhaltender Dialog wesentlich besser unterbringen als in den Spalten einer Zeitschrift. Knackfreie Aufnahmen, gute Kopien, Filtergeräte, Entzerrungsnormen und die Vor- bzw. Nachteile der Vierspurgeräte waren die Gesprächsthemen der beiden.

Akustische Beispiele, u. a. der Hauptsieger des NWT 1964, unterstützen das Wort in lehrreicher Weise. Das Ganze ist geschickt zusammengestellt, verrät viel Sachkenntnis und bringt für jeden Tonbandamateur praktische Hinweise, die selbst manchem „alten Hasen" noch Neuigkeiten vermitteln.

Weiterhin gibt es eine Menge Kurse :

Ähnlich aufgebaut erwiesen sich auch die anderen Kurse, wie Ausschnitte über Gerätewartung (Kurs 2), Cutten (Kurs 4) und Geräusche für Endlosschleifen zur Hör-spielunfermalung und Dia- und Filmvertonung (Kurs 5) zeigten. Aus dem gesamten Band spürte man natürlich auch die ungeheure Freude, mit der Heinz Bluthard und seine Helfer am Werk sind. Hier bleibt das Tonbandhobby eben nicht nur Freizeitbeschäftigung, sondern es steht
im Dienst der vielen anderen Amateure, die sich von diesen Kursen Rat und Anregung erwarten. Keine Sorge - solche Erwartungen werden erfüllt, denn Heinz Bluthard scheint sich dieser Verpflichtung wohl bewußt zu sein.
Für interessierte tonband-Leser möchten wir die einzelnen Kurse an dieser Stelle vorstellen:

  1. Kurs 1: Wir gestalten Tonbandbriefe, 20 Minuten.
  2. Kurs 2: Was tun wir, wenn . . ., 15 Minuten.
  3. Kurs 3: Wie man Tonbandfreunde gewinnt, 15 Minuten.
  4. Kurs 4: Cutten und Archivieren, 15 Minuten.
  5. Kurs 5: Ein Geräuschband für Hörspiel, Film und Dia, 20 Minuten.
  6. Kurs 6: Nationaler Wettbewerb der besten Tonaufnahmen 1958-1963, 15 Minuten.
  7. Kurs 7: NWT und IWT 1958-1963, 15 Minuten.
  8. Kurs 8: Kurs 7 in Stereo.
  9. Kurs 9: Ein Kapitel Aufnahmetechnik, 20 Minuten.
  10. Kurs 10: Hohe Schule des NWT, 30 Minuten: Allgemeine Hinweise, Ausschnitte preisgekrönter Aufnahmen, 10 wichtige Fragen zum NWT, Unterricht in Sprechtechnik, Interviews mit Jurymitgliedern, wichtige Tips für Teilnehmer an Wettbewerben.
  11. Kurs 11: Internationaler Wettbewerb der besten Tonaufnahme Lausanne 1964, 15 Minuten: in hervorragender Tonqualität, da die verwendeten Aufnahmen direkt von Radio Lausanne zur Verfügung gestellt wurden.
  12. Kurs 12: Preisgekrönte Aufnahmen des IWT 1964 in Stereo, 15 Minuten: ebenfalls aus Bändern von Radio Lausanne zusammengestellt.
  13. Kurs 13: NWT-Wunschkonzert, 15 Minuten: Eine bunte Folge aus preis-und trostpreisgekrönten Aufnahmen vom NWT 1964 in Berlin.


Wir hoffen, daß auch unsere Leser von dieser Kursmöglichkeit Gebrauch machen. tonband-Leser erhalten die Kurse zu RDT-Vorzugspreisen. Wir möchten darauf hinweisen, daß alle Anfragen, Bestellungen, Zahlungen und Tonbandeinsendungen nur über Heinz Bluthard, 7 Stuttgarts, Neue Brücke 6, gehen. Nun haben wir ja alles Wissenswerte gesagt. Es bleibt uns zu wünschen übrig, daß die Nachfrage nach den „Lehrspul"-Kursen nicht nur anhält, sondern ständig wächst. Dem Vater dieser Idee sei darum bestätigt, daß er eine gute Sache geschaffen hat. se.

TONBANDLER BEI DER ARBEIT
Tricks ums Mikrofon

Unserer Aufforderung, in dieser Rubrik kleine Tips und große Tricks aus dem Heimstudio auszuplaudern, sind eine Reihe Leser gefolgt.

Im Gegensatz zu dem in Heft 4/1964 veröffentlichten Beitrag, der in humorvoller Weise lustige Situationen schilderte, gestaltete unser Leser Rainer Racker aus Darmstadt seinen Beitrag technisch ausgefeilter. Was natürlich nicht heißen soll, daß wir dieser Form den Vorzug geben möchten. Hauptsache ist, daß hier erfahrene Amateure dem weniger geschulten Tonbandfreund mit ihren Anregungen helfen sollen. Red.

Aufnahme vom Telefon

Bei unseren selbstgebastelten Hörspielen oder Dia- und Filmvertonungen sind wir oft auf besondere Effekte angewiesen, wie z. B. Telefonstimme oder Geräusche, die man mit einem normalen Mikrofon schlecht nachahmen kann. Bleiben wir einmal beim Telefon: Die Aufnahme über einen Adapter mag gut sein, ist aber doch umständlich, da der Gesprächspartner erst von außerhalb anrufen muß.

Auch die Aufnahme mit einem Mikrofon mit „Telefoneffekt"-Schalter
wirkt nicht echt, da die Stimme am scheinbaren Ende der Strippe viel zu klar und zu wenig verzerrt erscheint, wie es doch beim Telefon charakteristisch ist. Machen wir es einmal anders: Wir verwenden als Mikrofon einen Kopfhörer, mag er noch so alt und primitiv sein. Auch ein alter Telefonhörer ist bestens geeignet.

Der Anschluß

Doch jetzt kommt das wichtigste: der Anschluß. Fast jeder Mikrofoneingang unserer Tonbandgeräte ist hochohmig. Würde man die Drahtenden direkt in die Buchse stecken, könnte man garnichts oder nur sehr wenig hören.

Hier tritt der Mikrofonübertrager in Funktion. Wir verwenden am besten die Verlängerungsleitung für unser Mikrofon, in die der sogenannte Schnurübertrager bereits eingebaut ist. Nun stecken wir die Drahtenden in Kontakt 2 und 3 der Verlängerungsleitung (die Kontakte sind numeriert), und die Aufnahme kann beginnen.

Sollte am Hörer schon ein Normstecker sein und es kommt trotzdem kein Kontakt zustande, so kann man für diesen Zweck den Stecker öffnen und eventuell mit Draht die passenden Kontakte herstellen. Besser ist natürlich, man läßt sich von einem Freund mit Lötkolben einen Normstecker mit der richtigen Polung anlöten.

Die künstliche Telefonstimme

Die Probeaufnahme wird dann unsere Mühe lohnen. Wir erhalten so eine künstliche Telefonstimme, fast quäkend und mit den entsprechenden Störgeräuschen. Wer ein ganzes Telefongespräch mit beiden Partnern imitieren will, der verwende ein Mischpult und lasse den einen Sprecher über ein normales Mikrofon, den anderen über das Kopfhörermikrofon sprechen, wie es Bild 1 schematisch darstellt.

Der Effekt ist verblüffend und von einem echten Telefongespräch nicht zu unterscheiden. Einen Lautsprecher kann man ebenfalls als Mikrofon verwenden. Er erweist sich sogar als außerordentlich empfindliches Mikrofon wegen seiner größeren Schallauffangfläche. Er wird deshalb auch bei Lausch- und Abhöranlagen verwendet.

Ein Lautsprecher als Mikrofon

Durch die Aufnahme tiefer Baßtöne lassen sich z. B. mit ihm Donnerstimmeneffekte erzielen. Auch für die Musikaufnahme ist er wertvoll. Die einfachen Amateurmikrofone bevorzugen die höheren Frequenzen, da sie hauptsächlich als Sprechmikrofone gedacht sind. Was macht man aber, wenn man Baßtöne aufnehmen will?

Das wird sich sicher schon manche Amateur-Jazzband gefragt haben, wenn vom wohllautenden Schrumm-Schrumm ihres Kontrabaß nur einige seltsame Kratztöne übrig bleiben. Wir gehen hier genauso vor wie beim Kopfhörer: Wir verbinden den Lautsprecher mit unserer Mikrofonverlängerungsleitung, indem wir die beiden Anschlußdrähte in Kontakt 2 und 3 stecken.

Wir erhalten ein vorzügliches Baßmikrofon, jedoch müßte nach Möglichkeit ein Markenlautsprecher verwendet werden, der auf seinen Frequenzgang geprüft ist. Doch nun das Beste vom Ganzen: Wir greifen wieder zum Mischpult und schließen ein normales Mikrofon und den Lautsprecher mit Übertrager an.

Die Kombination zum Breitbandmikrofon

Wir erhalten ein Breitbandmikrofon, bei dem die Bässe (aufgenommen über Lautsprecher) und die Höhen (über Mikrofon aufgenommen) auch noch getrennt regelbar sind. Wir gehen bei der Aufnahme so vor, daß der Hauptschall vom richtigen Mikrofon aufgenommen wird, dem die Bässe beigemischt werden, sonst könnte die Aufnahme zu dumpf klingen. Das bedeutet, daß am Mischpult der Regler für das Mikrofon ganz aufgedreht wird und der Lautsprecherton vorsichtig, wie aus Bild 2 ersichtlich, mit dem zweiten Regler addiert wird. Bei der Wiedergabe hören wir dann Bässe in einer Lautstärke, daß es jedem Tonbandfreund warm ums Herz werden muß.

Ich hoffe, mit diesen Tips die Anregung zu weiterem Experimentieren gegeben zu haben, da sich mit dem Übertrager fast jede niederohmige Stromquelle anschließen läßt und dem bastelfreudigen Tonbandler somit kaum Grenzen gesetzt sind.

Notizen
Die neue HiFi-Norm DIN 45 500

Durch die Veröffentlichung des Entwurfes der DIN 45 500 sind u. a. auch für Heimmagnettongeräte mit der Zusatzbezeichnung „HiFi" die Mindestanforderungen an deren Übertragungsdaten vorläufig definiert. Danach müssen derartige Geräte folgenden Anforderungen entsprechen:

  • a) Die Abweichung der mittleren Geschwindigkeit von deren Sollwert muß, gemittelt über einen Zeitraum von 30s, < 1% sein.
  • b) Die maximal zulässigen Tonhöhenschwankungen für Aufnahme plus Wiedergabe auf dem gleichen Gerät müssen < 0,2% sein.
  • c) Der Mindestübertragungsbereich erstreckt sich von 40-12500 Hz. Der hierbei zulässige Frequenzgang, der innerhalb eines Toleranzfeldes liegen muß, beträgt zwischen 40-60 Hz und 8.250-12.500 Hz insgesamt 5dB, zwischen 60 und 8.250 Hz insgesamt < 3dB.
  • d) Bei Vollaussteuerung des Bandes darf der kubische Kiirrgrad einen Wert von 5% erreichen.
  • e) Der auf Vollaussteuerung bezogene Ruhegeräuschspannungsabstand beträgt > 50dB, der Fremdspannungsabstand > 45dB.
  • f) Für die Übersprechdämpfung bei 1 kHz gelten bei Mehrspuraufzeichnung > 60dB, bei Stereoaufzeichnung > 25dB.
  • g) Löschdämpfung bei 1 kHz > 60dB.


Mit Ausnahme des bei Vollaussteuerung zulässigen Klirrgrades kommen die vorstehenden Werte denen der kommerziellen Magnettonmaschinen für eine Bandgeschwindigkeit von 19 cm/s sehr nahe bzw. entsprechen diesen sogar in einigen Punkten. Bei Heimmagnettongeräten mit umschaltbarer Geschwindigkeit sollen die Bandgeschwindigkeiten gekennzeichnet sein, bei denen die vorstehenden Qualitätsanforderungen erfüllt werden.

Industrie - Philips bringt neu auf den Markt :
Cassetten-Recorder und Musik-Cassetten

Über die Verwendung von Tonbandgeräten gibt es zwangsläufig verschiedene Meinungen. Dagegen besteht Einigkeit darüber, daß unzählige Interessenten noch kein Gerät besitzen. Forscht man nach den Gründen, so stellt sich als ein wichtiger Faktor die Scheu vor der technischen Kompliziertheit der Tonbandgeräte heraus.

Mit zweckmäßiger und logischer Anordnung der Bedienungsknöpfe und -tasten kann man das Vertrautwerden mit dem Gerät erleichtern. Es gibt aber auch den Weg, die Anzahl der Bedienungsorgane zu vermindern und sie auf die absolut notwendigen zu beschränken.

Philips entwickelte aus diesen Erkenntnissen ein Gerät, den handlichen taschen-recorder 3300 - seit eineinhalb Jahren auf dem Markt -, der für viele das Tonbandgerät ihrer Wünsche geworden ist. Es ist klein, leicht und handlich, arbeitet wirtschaftlich mit Batterien, kann aber auch mit einem Vorschaltgerät am Lichtnetz betrieben werden.
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Der "taschen-recorder" 3300 hat nur 2 Knöpfe

Es hat nur zwei Einstellknöpfe und einen Bandlaufschalter und erfüllt damit die Forderung nach unkomplizierter Bedienung. Das Mikrofon gehört preislich mit zum Gerät und alles kann in einer Tragetasche bequem untergebracht werden. Das Erfolgreichste und Entscheidendste aber ist die Tonbandkassette, die das übliche Auflegen und Einfädein des Tonbandes überflüssig macht.

Aufbauend auf dem Erfolg mit diesem Gerät bringt Philips nun eine neue Version auf den Markt, den Cassetten-Recorder 3301. Dieses Gerät ist der Nachfolger des taschen-recorders und hat von ihm alle bewährten technischen und konstruktiven Merkmale übernommen.

Erweitert wurde der Frequenzbereich, der jetzt von 100-7.000 Hz reicht und bei Anschluß an ein Rundfunkgerät eine überraschend gute Musikwiedergabe ermöglicht.

Wie bisher : Aufnahme und Wiedergabe

Auch der neue Cassetten-Recorder ist zur Aufnahme und Wiedergabe eingerichtet. In die seit längerem lieferbare Autohalterung paßt der Cassetten-Recorder ebenfalls hinein, so daß auch während der Autofahrt eine störungsfreie musikalische Unterhaltung durch Abspielen der Cassetten möglich ist. Um die bespielten Musik-Cassetten vor dem unbeabsichtigten Löschen zu schützen, ist bei diesem Gerät eine Aufnahme-Verriegelung eingebaut, die nur mit dem Einsetzen von Musik-Cassetten wirksam wird. Mit anderen Cassetten kann das neue Gerät daher selbstverständlich immer auf Aufnahme geschaltet werden.

Das Philips-Cassetten-System

Die neue MUSIK-CASSETTE ist der interessanteste Teil des Cassettenangebots. Die erste Serie umfaßt 24 Cassetten, die mit Musik aus dem Repertoire der Philips-Ton-Gesellschaft bespielt sind und von ihr vertrieben werden. In dem Angebot sind die klassische leichte Muse und das Musical genauso vertreten wie Tanz- und Unterhaltungsmusik, Folklore und Chansons. Dieses Startprogramm wird noch erweitert, da auch Musik aus dem Repertoire anderer Schallplattenfirmen auf Musik-Cassetten in den Handel kommt. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch die Tatsache, daß die Sprachkurse des Visaphon-Verlags ebenfalls auf Tonband-Cassetten zu erhalten sind.

Jede Cassette wird in einer Plastik-Box geliefert, die einen sicheren Schutz während der Aufbewahrung bietet. Der Preis für eine bespielte Cassette einschließlich Cassetten-Box beträgt 24.- DM; damit sind natürlich auch alle Urheberrechte abgegolten. Die Laufzeit des zweispurig bespielten Bandes entspricht einer beidseitig abgespielten Langspielplatte.

Unbespielte Cassetten

Neu in ihrem Aussehen ist die Cassette C 60, doch allen Besitzern eines taschen-recorders bekannt. Es handelt sich bei der C60-Cassette um die bisherige Ausführung mit dem 2x30 Minuten Tonband, das jetzt in einem hellen Gehäuse in einer Cassetten-Box geliefert wird. Mit einer Spielzeit von 90 (2x45) Minuten vervollständigt die C90-Cassette das Angebot. Sie hat die gleichen Abmessungen (ca. 6x10 cm) wie die vorgenannten Typen, aber ein noch dünneres Tonband. Auch diese Cassette wird mit einer Box ausgeliefert. Jedem Cassetten-Recorder ist ein kleiner Archiv-Ständer beigelegt, in dem sechs Cassetten-Boxen aufgestellt werden können. Außerdem ist jedem Recorder eine Demonstrations-Cassette mit Kostproben aus dem Musikangebot beigefügt. Diese Cassette kann - im Gegensatz zu den anderen Musik-Cassetten - aber auch wieder gelöscht werden, und steht dann für neue Aufnahmen zur Verfügung. Will man eigene wertvolle Tonaufnahmen, die auf C60 oder C90-Cassetten gespeichert sind, vor dem versehentlichen Löschen schützen, so müssen zwei kleine Laschen auf der glatten, schmalen Längsseite der Cassetten entfernt werden.

Eine hohe Akzeptanz wird angenommen

Es darf angenommen werden, daß die großangelegte Einführung dieser neuen Musik-Cassetten bestimmten Käuferwünschen weitgehend entgegenkommt. Wer also Tonband-Musik hören will, wer eine unkomplizierte Technik mit einfachster Bedienung akzeptiert und auch keine urheberrechtlichen Schwierigkeiten haben will, für den sind der Cassetten-Recorder und die bespielten Musik-Cassetten genau das Richtige.

Industrie
UHER-HiFi-Tonbandgeräte mit Prüfurkunde und Originalfrequenzgangkurve

Zu Beginn dieses Jahres stellten die UHER Werke München zwei neue Tonbandgeräte der Heimstudioklasse vor, das UHER 22 HiFi Special und das UHER 24 HiFi Special.

Moderne HiFi-Anlagen bestehen aus mehreren hochwertigen Komponenten, die - in der Leistung gut aufeinander abgestimmt - ein nahezu vollkommenes Hörerlebnis vermitteln. Das Tonbandgerät innerhalb dieser Kette muß in bezug auf seine exakt meßbaren technischen Werte ganz bestimmte Ansprüche erfüllen. Darüber hinaus soll auch sein Aufbau den speziellen Erfordernissen einer Anlage entgegen kommen. Es versteht sich von selbst, daß ein derartiges Gerät weder mit Leistungsendstufen noch mit Lautsprechern ausgerüstet ist. Das 22 HiFi Special (Zweispurausführung) wie auch das 24 HiFi Special (Vierspurausführung) erfüllt die Bedingungen, die man an ein HiFi-Tonbandgerät stellt, so optimal, wie man sich das für ein Heimstudio nur wünschen kann. Zur Dokumentation seines Wertes wird jedem 22/24 HiFi Special-Gerät eine Prüfurkunde und eine Originalfrequenzgangkurve beigelegt.

Anmerkung : Bei Grundig hießen diese Chassis alle TM xxx. Die Grundig TS xxx hatten dann bereits Endstufen und Lautsprecher.

Das 22/24 HiFi Special

Das 22 24 HiFi Special ist von einer schlichten, formschönen Zarge umschlossen. Die Zarge wird wahlweise in verschiedenen Edelholzarten oder grafitgrau lackiert geliefert. Als Abdeckung dient eine glasklare Plexigumhaube, die aufgestellt oder ganz abgenommen werden kann. Alle Anschlußbuchsen befinden sich an der Rückseite des Geräts, so daß keine störenden Kabelverbindungen entstehen. Die Tonquellen werden - ohne Umstecken von Verbindungen - mit dem Eingangswähler umgeschaltet. Die günstige Auslegung aller elektrischen Anschlußwerte zusammen mit dem weiten Eingangsspannungsbereich (ca. 1 : 500) erleichtert den Anschluß aller Tonquellen und gewährt größte Freizügigkeit bei der Verbindung mit beliebigen Anlagen.

Elektrischer Teil

Die getrennten Aufnahme- und Wiedergabeverstärker des 22 HiFi Special sind - ebenso wie die Entzerrernetzwerke, der Gegentakt-HF-Generator und das Stromversorgungsteil - als auswechselbare Steckeinheiten ausgebildet. Dieses außerordentlich vorteilhafte Konstruktionsprinzip bringt als entscheidende Vorzüge neben einfachster Servicearbeit vor allem eine äußerst genaue Leistungsprüfung der einzelnen Baugruppen vor dem Einbau und damit die gleichmäßig hohe Qualität jedes Gerätes.

Die Wiedergabeentzerrung des 22 HiFi Special ist wahlweise auf zwei CCIR-Normen oder NARTB-Norm umschaltbar. Alle Verstärkerzüge sind mit Impedanzwandler-Ausgangsstufen versehen, wodurch sich sehr günstige Anpassungsbedingungen ergeben. Als Netztransformator dient eine streuarme Ausführung mit Schnittbandkern. Zusammen mit der Abschirmung des Antriebsmotors treten also nur sehr geringe magnetische Streufelder auf, was zu den ausgezeichneten Dynamikwerten des Gerätes beiträgt.

Getrennte Aufnahme- und Wiedergabe-Magnetköpfe in Verbindung mit den getrennten Verstärkern ergeben optimale Bedingungen für jede Betriebsart und ermöglichen das Mithören „vor und hinter Band" auch bei Stereobetrieb. Mithören „vor Band': erfolgt linear ohne jeden Einfluß der Aufsprechentzerrung, wodurch eine einwandfreie Qualitätsbeurteilung der laufenden Aufnahme durch wechselweises Umschalten von Mithören „vor Band" auf Mithören „hinter Band" möglich ist. Der Mithörausgang ist nieder-ohmig und damit für den Anschluß hochwertiger dynamischer Hörer geeignet.
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Mechanischer Teil

Ein massiver, verwindungsfreier Druckguß-Profilrahmen macht Laufwerk und elektronischen Teil zu einer kompakten Einheit. Dieses Konstruktionsprinzip hat sich - genauso wie das verwendete Laufwerk - schon seit Jahren bei verschiedenen Uher-Modellen hervorragend bewährt. Der neuartige Uher-Bandzugregler in Verbindung mit dem starken, drehzahlkonstanten Hysteresis-Synchronmotor gewährleistet auch auf die Dauer Gleichlaufeigenschaften, wie sie meist nur bei Studiogeräten anzutreffen sind. Darüber hinaus garantieren die Uher-Sicherheitskupplungen eine größtmögliche Bandschonung.

Die Kopfabdeckung ist abnehmbar und erleichtert somit das Cutten von Tonbändern und auch eine eventuelle Reinigung der Tonköpfe. Wie fast alle Teile des Laufwerks besteht auch die Abdeckplatine aus Druckguß.

Bandreiniger

In Funktionseinheit mit dem Bandzugregler wurde ein neuer Bandreiniger entwickelt, der nach dem Prinzip der exakt geschliffenen Riffelwalze Staubteilchen vom Band schonend abhebt.

Entzerrungsumschaltung

Zur Wiedergabe von Bändern, die mit anderen Geräten aufgenommen wurden, ist es wichtig, daß der Frequenzgang der Wiedergabeverstärkung - der Fachmann nennt das Entzerrung - dem der Aufnahme entspricht. Neben der gebräuchlichsten Entzerrung nach NARTB kann das Gerät auch auf die zwei im Studiobetrieb üblichen CCIR-Entzerrungen umgeschaltet werden.

Wiedergabekopf-Feineinstellung

Bei der Wiedergabe von Fremdaufnahmen ist es wichtig, daß die Spaltlage des Wiedergabekopfes genau mit der vorhandenen Aufzeichnung übereinstimmt. Um dies zu gewährleisten, wurde das 22/24 HiFi Special mit einer Wiedergabekopf- Feineinstellung versehen. Damit ist es möglich, beim Abhören die Spaltlage exakt einzustellen.

Aufnahme- und Wiedergabeverstärker

Kompromißlose Dimensionierung für alle Funktionen, das ist nur ein Vorzug der Anwendung getrennter Aufnahme- und Wiedergabeverstärker. Darüber hinaus wird dadurch das Mithören „vor Band" und „hinter Band" auch bei Stereo möglich. Ein wesentlicher Vorteil des 22 HiFi Special, dem deshalb eine gesteigerte Bedeutung zukommt, da hiermit eine echte Qualitätskontrolle bei HiFi-Aufnahmen möglich ist.

Aussteuerungs-Instrumente

Bei Stereobetrieb können beide Kanäle getrennt ausgesteuert werden. Die Aussteuerungsanzeige erfolgt durch zwei Meßinstrumente mit dB-Skala. Mit ihrer Hilfe kann die Gestaltung einer Aufnahme den individuellen Wünschen und Erfordernissen angepaßt werden.

Bandzugregler

Der neue Uher-Bandzugregler sorgt in Verbindung mit der gewichtsabhängigen Rutschkupplung für konstanten Bandzug über die gesamte Bandlänge. Mit diesen beiden Spitzengeräten kommt die Firma UHER sicher vielen anspruchsvollen Tonbandamateuren und deren Wünsche entgegen. Die erstmals mitgelieferte Urkunde enthält auch alle weiteren technischen Daten, die als Mindestwerte garantiert und nach einschlägigen DIN-Vorschriften gemessen werden. So bieten diese Angaben Händler und Käufer nicht nur die unbedingte Gewähr für Qualität und Leistungsfähigkeit, sondern auch die Möglichkeit einer exakten Nachprüfung.

Industrie
Neue Isophon-Lautsprecherboxen

Die ISOPHON-Werke Berlin erweitern ihr Handelsprogramm um zwei Lautsprecherboxen, die auch für den Tonbandfreund interessant sind:
1. Eine Kompakt-Stereo-Box in Kleinstausführung, Typ KSB 12-20, für höchste Ansprüche. Zwei Spezial-Lautsprechersysteme (Kolbentiefton) im 6-Liter-Ge-häuse bieten eine hervorragende Wiedergabe. Die Anwendung ist universell durch Kleinstvolumen, hohe Belastbarkeit, Frequenzgang- und Anpassungsschalter.
2. Einen modernen Zusatzlautsprecher in eleganten, geschmackvollen Kunststoffgehäusen, Typ TW 4, für universelle Anwendung: Dieser Lautsprecher im Kompaktformat wird überwiegend für den Heimbedarf auf breiter Basis Verwendung finden, nicht nur als Zusatz zu Rundfunk-, Fernseh- und Tonbandgeräten und Plattenspielern, sondern auch als Zweitlautsprecher für Schmalfilmprojektoren und überall "da, wo" eine Qualitätsverbesserung gewünscht wird. se.

Industrie - Mai 1965
"Bildbandgerät" Optacord 600

Das LOEWE OPTA-Bildbandgerät OPTACORD 600 zeichnet Bilder aus dem Fernsehprogramm oder einer elektronischen Kamera einschließlich Begleitton bis zu einer Stunde und 20 Minuten Dauer pro Bandspule magnetisch auf. Zur Wiedergabe kann jeder Fernsehempfänger oder Monitor benutzt werden. Das neue Gerät zeichnet sich durch besonders kleine Abmessungen und einfachste Bedienung aus. Ein modernes ansprechendes Gewand birgt ein kompaktes 4-Motoren-Laufwerk und eine in Druckschaltungstechnik ausgeführte elektronische Ausrüstung. Gestaltung und Bedienung sind weitgehend der eines Heimtonbandgerätes angeglichen.

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