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Heft 2 • Mai 1966 • 3. Jahrgang

Die ersten Ideen einer 2-monatigen Ausgabe (also 6 pro Jahr) wachsen, weil der Stoff rund um das Magnetband doch reichlich wäre. So nach und nach kommen die Video-Geräte in die Medien. Es sind zwar alles recht teure 1" "open reel" Maschinen, doch das Speichern von Bildern funktioniert im Prinzip.

Inhalt

Tontechnik als Gestaltungsmittel (Teil 1) (ist ausgelagert) 22
Der Tonbandamateur und das Urheberrecht (ist ausgelagert) 25
Wie funktionieren unsere Tonbandgeräte (6) (ist ausgelagert) 27
Der perfekte Tonmeister 31
Kondensator-Mikrofone für Heimtonbandgeräte? 36
Tonbandler bei der Arbeit 39
Praktische Tonbandtips 42
Industrie 44
Notizen 46
Bücher 48

Liebe tonband-Freunde

Mit einiger Befriedigung legen wir zur Hannover Messe 1966 die zweite Nummer des 3. Jahrgangs vor. Sie werden selbst feststellen, daß die Zeitschrift sich sowohl inhaltlich als auch in ihrer Aufmachung recht erfreulich, nicht zuletzt dank ihrer Mitarbeit, entwickelt hat.

Aus Ihrem Kreise wurde schon mehrfach der Wunsch geäußert, das tonband möge mehr als viermal, inhaltlich noch vielseitiger und im Umfang stärker, erscheinen. Auch wurde der Wunsch geäußert, daß wir in Zukunft Geräte aufgrund eigener Messungen testen. Wir stehen diesem Wunsch grundsätzlich aufgeschlossen gegenüber. Nur hätte es wirklich keinen Sinn, ihn zu realisieren, ohne das Votum einer repräsentativen Mehrheit der Leserschaft einzuholen. Wir bitten all unsere Leser, sich der kleinen Mühe zu unterziehen, die beiliegende Umfragekarte auszufüllen, um selbst darüber zu entscheiden, ob tonband in der bisherigen Form weiter oder häufiger und umfangreicher erscheinen soll.

Selbstverständlich ist die zweite Möglichkeit auch mit einer Verteuerung des Abonnements verbunden. Die Zeitschrift würde dann im Jahresabonnment bei zweimonatigem Erscheinen, also für 6 Hefte, etwas mehr als das Doppelte des bisherigen Preises kosten. Es liegt nun an Ihnen, liebe tonband-Freunde, Ihre Entscheidung zu treffen. Im Falle, daß Sie sich für das zweimonatige Erscheinen der Zeitschrift aussprechen, werden wir die Umstellung mit dem Jahrgang 1967 einführen.
Gespannt auf das Ergebnis dieser Umfrage grüßen wir Sie herzlichst

Ihre tonband-Redaktion

KONDENSATOR MIKROFONE FÜR HEIMTONBANDGERÄTE ? (Stand 1966 !!)

Nach "überlieferter" Auffassung sind Kondensator-Mikrofone fast ausschließlich dem professionellen Einsatz, also Funk, Film, Fernsehen und Schallplattenindustrie vorbehalten. Diese Meinung dürfte dadurch entstanden sein, daß die Anschaffungskosten eines herkömmlichen Kondensator-Mikrofons in Niederfrequenzschaltung wegen des zwangsläufig hohen Aufwandes für seine Schaltung und seine Stromversorgung in einem allzu ungünstigen Verhältnis zu den Anschaffungskosten eines Heimtonbandgerätes standen.

Kondensator-Mikrofone von 1966 immer noch mit Röhren

Bekanntlich muß ein Niederfrequenz-Kondensator-Mikrofon wegen des kapazitiven Quellwiderstandes der Kondensatorkapsel an eine sehr hochohmige Eingangsschaltung angeschlossen werden. Da bis heute Schaltungen mit Feldeffekt-Transistoren noch kein ausreichend gutes Rauschverhalten zeigen, wird für Niederfrequenz-Kondensator-Mikrofone in Studioqualität immer noch fast ausschließlich die besonders kling-und brummarme gleichstrombeheizte Spe-zialröhre AC 701 verwendet. Sie bedarf natürlich einer besonders gut gesiebten und damit kostspieligen Heiz- und Anodenstromversorgung!

Anders beim Hochfrequenz-Kondensator-Mikrofon

(Bild 1). Hier wird die Tatsache ausgenutzt, daß die Resonanzfrequenz eines aus einer Induktivität und der Kondensator-Mikrofonkapsel bestehenden Schwingkreises beim Besprechen des Mikrofons, also beim Verändern der Kapazität der Kondensatorkapsel, fortwährend schwankt. Zwei Schaltungsmöglichkeiten zur Ausnutzung dieses Effekts bieten sich an:

1. Die Kondensatorkapsel wird Bestandteil eines aus praktischen Erwägungen beispielsweise auf 10 MHz schwingenden Oszillators (Bild 2), der beim Besprechen des Mikrofons somit ein frequenzmoduliertes Signal abgibt. Dieses Signal braucht nur noch einem auf diese Frequenz abgestimmten Diskriminator zugeführt zu werden, um die dem 10-MHz-Signal aufmodulierte Niederfrequenz zu erhalten. Diese Schaltung läßt sich vollständig mit Transistoren aufbauen; ihre Schwierigkeit liegt lediglich in der serienmäßigen Beherrschung eines möglichst geringen Generatorrauschens des frequenzmodulierten Oszillators.

Aus diesem Grunde entstand die folgende, auch technisch interessantere Schaltung:

2. Wieder wird ein Oszillator etwa auf 10 MHz verwendet (Bild 3), der jedoch quarzstabilisiert ist, so daß er eine völlig konstante Frequenz mit außerordentlich geringem Generatorrauschen abgibt. Diese Hochfrequenz wird wiederum einem Diskriminator zugeführt, in dem als frequenzbestimmende Kapazität die Mikrofon-Kondensatorkapsel dient. Die Mittenfrequenz dieses Diskriminators pendelt also fortwährend in Abhängigkeit von der Beschallung des Mikrofons. Damit entsteht ein Effekt ähnlich dem, der uns glauben macht, die Sonne drehe sich um die Erde: Der in seiner Mittenfrequenz schwankende Diskriminator „sieht" das ankommende frequenzkonstante Hochfrequenzsignal so, als sei seine eigene Frequenz konstant und die Frequenz des ankommenden Signals schwanke.

Die entstehende demodulierte Niederfrequenzspannung ist identisch mit der in Schaltung (1), jedoch mit einem wesentlich besseren Rauschabstand. Auch diese Schaltung kann vollständig transistorisiert werden.

Vergleich der beiden Varianten

Während beim Niederfrequenz-Kondensator-Mikrofon ein relativ hoher und dabei gut gesiebter Heizstrom und eine hohe und ebenfalls gut gesiebte Anodenspannung benötigt wurden, liegt der Spannungsbedarf eines transistorisierten Hochfrequenz-Kondensator-Mikrofons nach Schaltung (3) in der Größenordnung von 6 bis 12 V und sein Stromverbrauch etwa bei 5 mA. Daß hierfür kein so aufwendiges Stromversorgungsgerät nötig ist, leuchtet ohne weiteres ein. Tatsächlich liegen die für derartige Hochfrequenz-Kondensator-Mikrofone angebotenen Stromversorgungsteile etwa bei DM 160.-.
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Noch eine Varaiante in Richtung preiswert

Es gibt für diese Hochfrequenz-Kondensator-Mikrofone jedoch noch zwei andere, erheblich preisgünstigere Stromversorgungsmöglichkeiten:

1. Ein auf das Mikrofon aufschraubbarer Batterieadapter (Bild 4) wird mit sieben Quecksilberzellen zu je 1,2 V gefüllt, die bei intermittierendem Betrieb etwa 50 Betriebsstunden ermöglichen. Dieser Batterieadapter läßt sich anstelle der Quecksilberzellen vom Typ RM 625 auch mit wiederaufladbaren DEAC-Pillen vom Typ 50 DK bestücken, die nach einer vollständigen Aufladung etwa 10 Betriebsstunden ermöglichen.

2. In netzbetriebene und batteriebetriebene Tonbandgeräte, in denen eine mit 50 mA belastbare Spannung von mindestens 15 V zur Verfügung steht, die gar nicht einmal sonderlich gut gesiebt zu sein braucht, läßt sich mit geringem Aufwand eine Glättungs- und Stabilisierungsschaltung (Bild 5) einbauen, die den Anschluß von wahlweise einem oder zwei
Hochfrequenz-Kondensator-Mikrofonen zuläßt und damit auch für Stereo-Tonbandgeräte geeignet ist.

Da durch den Transistor die glättungswirksame Kapazität des Kondensators C1 im Verhältnis seiner Stromverstärkung vergrößert wird, kann dieser Kondensator bei optimaler Glättungswirkung der Gesamtschaltung sehr klein gewählt werden, so daß sich die insgesamt 12 Bauelemente auf einer Fläche von nur wenigen Quadratzentimetern unterbringen lassen. Dafür dürfte in jedem Heimtonbandgerät noch Platz sein.

Mit dieser Technik bis 50m Zuleitungslänge

Da die für Heimtonbandgeräte wohl ausschließlich in Frage kommenden Hochfrequenz-Kondensator-Mikrofone mit unsymmetrischem Ausgang eine Quellimpedanz von nur 100 Ohm und dabei eine Empfindlichkeit von 2 mV/ubar aufweisen, kann man sie ohne Qualitätseinbuße mit kapazitätsarmen abgeschirmten Kabeln (80 pF pro m) auf bis zu 50m verlängern. Erst bei dieser Leitungslänge entsteht bei 20kHz ein Dämpfung von 1dB; eine Verdoppelung der Leitungslänge bringt einen Abfall bei derselben Frequenz von 2dB. Da die Empfindlichkeit eines Hochfrequenz-Kondensator-Mikrofons praktisch dem eines guten dynamischen Mikrofons mit angeschlossenem Übertrager 1:15 entspricht, liegt die spannungführende Ader auch auf Punkt 1 des dreipoligen Normsteckers nach DIN 41524. Deshalb kann ein Hochfrequenz-Kondensator-Mikrofon mit dieser Steckerbeschaltung ohne weiteres an den hochohmigen Mikrofoneingang von röhrenbestückten Heimtonbandgeräten angeschlossen werden.

Anpassungen an niederohmige Eingänge

Für den Anschluß eines solchen Mikrofons an den mittelohmigen oder niederohmigen Eingang von transistorisierten Heimtonbandgeräten mit einer Eingangsempfindlichkeit in der Größenordnung von 0,2 mV bedarf es dagegen der Vorschaltung eines Spannungsteilers, wenn man nicht fortwährend auf dem untersten Teil des Aussteuerungsreglers arbeiten will.

Die beiden 1/8 Watt-Widerstände von 2 kOhm und 200 Ohm für diesen Spannungsteiler lassen sich mit geringer Mühe im Stecker der Anschlußleitung für das Hochfrequenz-Kondensator-Mikrofon unterbringen, so daß keinerlei Adapter für die jeweilige Verwendung des Hochfrequenz-Kondensator-Mikrofons an dem betreffenden Tonbandgerät nötig ist.

Zur Vorliebe von Kondensator-Mikrofonen (in 1966)

Zum Abschluß noch einige Überlegungen zu der Frage, warum Kondensator-Mikrofone selbst von anspruchsvollen Amateuren den besten dynamischen Mikrofonen vorgezogen werden, so daß beispielsweise beim letzten Nationalen Wettbewerb der besten Tonaufnahme (NWT 1965) bereits Aufnahmen eingereicht wurden, die mit Hochfrequenz-Kondensator-Mikrofonen angefertigt worden waren.

Am Frequenzgang kann es schwerlich liegen; denn hochwertige dynamische Mikrofone erreichen praktisch denselben gradlinigen Frequenzgang (Bild 6), wie er für Kondensator-Mikrofone typisch ist.

Auch die Klirrfaktorwerte beider Mikrofontypen liegen so weit unter der Hörbarkeitsgrenze, daß sie nicht der Anlaß für die unterschiedliche Beurteilung des Klangbildes von dynamischen und von Kondensator-Mikrofonen sein können.

Als eine mögliche Erklärung wird von Fachleuten das gute Einschwingverhalten des Kondensatormikrofons gegenüber dem dynamischen Mikrofon vorgebracht. Die Masse seiner Membran beträgt nur einen Bruchteil der Masse von Membrane und Spule des dynamischen Mikrofons. Meßtechnisch untermauert ist diese Auffassung jedoch nur für tiefe Frequenzen. Der flache Empfindlichkeitsabfall des Kondensatormikrofons führt hier zu wesentlich geringeren Einschwingverzerrungen als der steile Abfall dynamischer Mikrofone.

Bei Richtmikrofonen spielen die geringeren Abmessungen des Kondensatormikrofons eine wesentliche Rolle. Ein dynamisches Nierenmikrofon kann beispielsweise eine echte Nierencharakteristik nur bis zu mittleren Frequenzen haben; bei höheren Frequenzen geht sie in eine Druckstaucharakteristik über. Bei Kondensatormikrofonen kann man die Nierencharakteristik bis zur oberen Frequenzgrenze konstant halten.

Schließlich ist wegen der geringen Masse des schwingenden Systems die Körperschallempfindlichkeit des Kondensatormikrofons wesentlich geringer.
In jedem Falle läßt sich heute schon erkennen, daß auch für hochwertige Heimtonbandgeräte die Verwendung von Transistor-Kondensator-Mikrofonen sich durchzusetzen beginnt. Dem Vernehmen nach werden einige HiFi-Tonbandgeräte-Neuerscheinungen in nicht allzu ferner Zeit bereits serienmäßig die oben ausführlich beschriebene Speisemöglichkeit für Transistor-Kondensator-Mikrofone aufweisen, so daß dann noch bessere Voraussetzungen für deren Einsatz gegeben sind.
W.

EIN WEITERER VORSCHLAG ZUR ARCHIVIERUNG (2)

In Heft 1/1965 gab es bereits einen solchen Artikel, der diverse Vorschläge gemacht hatte.

Es gibt wohl kaum einen ernsthaften Amateur, der nicht schon versucht hätte, seine Platten- und Bändersammlung übersichtlich zu ordnen und ein entsprechendes Archiv anzulegen. Eine Patentlösung wird es hierzu nie geben, da hier zu viele individuelle Momente eines jeden Sammlers mitspielen. Eine, wie uns scheint, doch recht praktikable und leicht zu handhabende Methode entwarf ein Leser aus Wien, Dr. Heinz Lehfuß, der uns den folgenden Beitrag zur Verfügung stellte. Wir publizieren ihn - und andere Einsender von ähnlichen Beiträgen möchten uns nicht böse sein -, weil Dr. Lehfuß eine bisher in Amateurkreisen noch nicht diskutierte Möglichkeit gefunden hat. Red.
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Ein Hauptgrund ist die Vielzahl der Kategorien

Die größte Schwierigkeit bei der Ordnung und Archivierung von Platten und Bändern ist die Vielzahl von Gesichtspunkten, nach denen man sein Material ordnen möchte. Schon die Tatsache, daß Platten verschiedener Größe und Bänder verschiedener Länge in eine Ordnung gebracht werden sollen, bereitet Kopfzerbrechen.

Beginnt man aber erst zu überlegen, ob man sein Material nach technischen Gesichtspunkten (etwa Mono und Stereo) oder chronologisch oder nach Kunstgattungen oder nach anderen Gesichtspunkten reihen soll, dann verliert man fast den Mut zum Ordnen seiner Aufnahmen.

Ein Blick auf die elektronische Datenspeicherung

Daß heute im Zeitalter der elektronischen Datenspeicherung ausgefeilte Archivierungsverfahren zur Verfügung stehen, ist bekannt. Allen diesen Verfahren ist gemeinsam, daß - mechanisch oder elektronisch - eine bestimmte Stelle der „Karteikarte" markiert wird.

Allen „Karteikarten", die an der gleichen Stelle einen Impuls haben (ein Loch, eine elektronische Markierung oder dergleichen), ist etwas gemeinsam, das entsprechend dem Code eine gewisse Bedeutung hat.

Wie die uralte Lochkarte von 1966 "tickt"

Um bei unserer Materie zu bleiben: Setze ich fest, daß ein bestimmter Impuls etwa „Klaviermusik" bedeutet, dann werden, wenn ich die „Karteikarten" mit diesem Impuls abrufe, alle Einheiten mit der Markierung „Klaviermusik" aussortiert werden. Selbstverständlich können einer „Karte" verschiedene Merkmale gewissermaßen aufgeprägt werden, so daß diese Karte bei mehreren Abrufen nach verschiedenen Gesichtspunkten aussortiert wird (ein Klavierkonzert wäre bei „Klavier" und bei „Orchester" erfaßt).

Viel zu teuer, also reine Theorie (noch in 1966)

Es ist natürlich klar, daß auch für die noch so große Sammlung eines Amateurs weder elektronische Datenspeicherung noch Holerith-Karten für die Archivierung in Frage kommen. Aber es gibt in der modernen Bürotechnik einfachere Archivierungs- und Sortierverfahren, die prinzipiell die gleiche Grundlage haben.

Diese sind zwar in der Anzahl der zu verarbeitenden Daten bescheiden, bieten aber doch die Möglichkeit, ein komplexes Archivmaterial nach mehreren Gesichtspunkpunkten gleichzeitig zu ordnen. Bei der Wahl eines solchen einfacheren Archivierungsverfahren soll freilich noch ein Gesichtspunkt berücksichtigt werden: auch Gäste des Tonamateurs sollen in kurzer Zeit eine Übersicht über das Material und die Selektionsmöglichkeiten nach verschiedenen Gesichtspunkten bekommen.

Die „AZ-Signal-Lochreiterkartei"

Daher bot sich ein Verfahren an, das eine gewisse mechanische Sortierarbeit ermöglicht und gleichzeitig optisch eine gute Übersicht bietet (übrigens ein Vorteil, der bei zunehmender Kompliziertheit der Archivierungsmethoden verloren geht).

Dieses Verfahren ist die „AZ-Signal-Lochreiterkartei" mit hängenden Karten und Farbreitern, wie sie u. a. von der Firma Planothek, Wien, angeboten werden, dessen Preis im Verhältnis zu dem, was ein Tonamateur für Geräte, Platten und Bänder anlegt, nicht ins Gewicht fällt. Ein anderer Amateur wird vielleicht ein anderes Verfahren wählen, etwa wenn er die optische Übersicht weniger schätzt und dafür eine größere Datenkapazität braucht.

Den Code ausarbeiten - strukturieren

Hat man ein Archivierungssystem gewählt, muß zuerst ein Code ausgearbeitet werden, der natürlich auf die Interessen des
einzelnen Amateurs abgestimmt wird (Bild 1; hier speziell treten Jazz, Schlager, Kabarett und eigene Produktion in den Hintergrund und sind nicht weiter aufgegliedert, während die klassische Musik einen breiteren Rahmen einnimmt).

Dabei wird jeder Reiterposition ein bestimmter Begriff zugeordnet. Auf der ganzen Länge der AZ-Karteikarte lassen sich so viele Begriffe unterbringen, daß man die einzelne Karte durch farbige Reiter etwa nach Musikepoche, Instrumenten, Musikgattung und einigen technischen Bemerkungen bereitem kann. Um beim ersten Beispiel zu bleiben: Eine Stereo-Aufnahme von einem Mozartklavierkonzert auf Platte hätte Reiter auf Position 9, 14, 15, 22, 28 und 34, außerdem, wenn die Aufnahme technisch einwandfrei und (durch den Tod der Interpretin) auch historisch ist, auch auf Position 30 und 32 (Bild 2).

Wichtig, das Loch im Reiter

Durch die farbigen Reiter hat die Kartei in Verbindung mit dem Code (der Schlüsselkarte) schon eine gute Übersichtlichkeit. Dadurch aber, daß die Reiter gelocht sind und die Karten mittels einer Suchnadel nach allen im Schlüssel berücksichtigten Gesichtspunkten herausgehoben werden können, läßt sich zusätzlich eine mechanische Selektion durchführen. In mehreren einander folgenden Suchvorgängen kann man alle vorhandenen Aufnahmen mit gemeinsamen Charakteristika aus der Kartei herausfinden.

Siehe unser Beispiel: Durch Aufheben mit der Suchnadel werden zuerst alle Karten mit einem Reiter auf Position 9 (Aufnahmen der Klassik) herausgesucht, dann aus diesen alle mit einem Reiter auf Position 15 (Klavieraufnahmen) usw.

Die nächste Ergänzung - klappbare Schienen

Ob man sich nun zusätzlich jene mechanische Einrichtung anschafft, die Karteikarten nach einem Suchvorgang durch klappbare Schienen in einer Ebene ca. 3 cm über den fixen Kartenschienen über den anderen Karten heraushält (so daß die ursprüngliche Reihenfolge der Karten gewahrt bleibt), oder ob man sich die jeweils selektierten Karten vor die übrigen reiht, ist Geschmackssache. Jedenfalls steht es einem jederzeit frei, sein Material nach jedem Gesichtspunkt, der im Schlüssel vorgesehen ist, zu reihen oder zu sortieren.

Alles nur für die Gäste ??

Wenn man die Platten und Bänder etwa nach der Größe geordnet aufbewahrt und fortlaufend numeriert und diese Nummer auf der Karteikarte einträgt (diese Nummer fehlt auf Bild 2), dann kann jede Aufnahme, die in der Kartei gefunden wird, unschwer zu Gehör gebracht werden. Die Karteikarten kann man außerdem etwa bei einem Vorführabend ähnlich einem Konzert-Programm den Zuhörern in die Hand geben.

Es hat sich erwiesen, daß selbst der Besitzer des Band- und Plattenmaterials die Aufnahmen besser übersehen kann als vor dem Anlegen der Kartothek, ja daß Aufnahmen wieder zum Vorschein kamen, die ihm selbst nicht mehr gegenwärtig waren. Außerdem ist es seit dem Bestehen der Kartothek mit mechanisch-optischer Auswahl ein Leichtes, Gästen ihre Wünsche unter Ausnutzung des gesamten vorhandenen Materials zu erfüllen.

Die TENIOTHEK - ein überflüssiges Mode-Kunstwort

Die Sucht nach Fremdwörtern treibt im Dschungel des deutschen Sprachwaldes seitsame Blüten. Schick ist, obendrein Wortschöpfungen für längst gebräuchliche Begriffe zu ersinnen, die sprach-wissenschaftlich hieb- und stichfest sind und dem Benutzer das Flair des Gebildeten verleihen.

Worum geht es also? Es geht um einen Begriff, den Tonbandamateure tagein tagaus benützen, ohne sich darüber im klaren zu sein, daß es sich dabei um ein nicht einwandfreies Kuppelwort handelt, das längst durch ein konsequentes Fremdwort ersetzt gehört: das "Bandarchiv".

So jedenfalls meinte ein Leser unserer Zeitschrift, uns auf die im Zusammenhang mit der Archivierung von Platten und Tonbändern benutzten Wort-Mißbildungen aufmerksam machen zu müssen.

Ein Briefwechsel von mehreren Wochen

In Anlehnung an die Begriffe Bibliothek, Kartothek oder Diskothek schlug er das Wort „Teniothek" als Pendant für das Kuppelwort „Bandarchiv" vor. Teniothek ist abgeleitet von dem griechischen tainia (gesprochen: tenia) = Band.

Da wir als Redaktion nicht unbedingt unsere ansonsten gut verständliche Tonband-Fachsprache durch zusätzliche Einführung eines Fremdwortes erschweren wollen, gaben wir dem Vorschlag zur Propagierung der Teniothek einen abschlägigen Bescheid und plädierten für den seitherigen Begriff „Bandarchiv".

Ein Briefwechsel von mehreren Wochen und über einem Dutzend Schreiben war die Folge unserer Stellungnahme. Höhepunkt und Abschluß der teilweise hart geführten Korrespondenz war ein Schreiben der Duden-Redaktion, der höchsten Autorität in Fragen der deutschen Sprache.

Dr. Paul Grebe, Leiter der Duden-Redaktion, ließ auf Anfrage unserem Leser u. a. folgende Stellungnahme zukommen: „Wir halten die Neubildung Teniothek im Sinne von ,Tonbandsammlungen' für vertretbar... So wäre Teniothek im heutigen Fremdwortschatz nichts ungewöhnliches mehr und könnte auch international üblich werden."

Was ist sprachliches Bedürfnis und was nur noch Mode ?

Soweit die Vorgeschichte. Worauf es bei der heutigen Flut von Fremdwörtern ankommt, ist die Gabe der Unterscheidung, was sprachliches Bedürfnis und was nur noch Mode ist. In diesem Zusammenhang sei erwähnt, daß es in den USA bereits Forschungsgruppen gibt, die zwar am gleichen Objekt arbeiten, deren Sprache aber so grundverschieden ist, daß eine dritte Gruppe erforderlich wird, um die beiden Fach-Sprachen zu koordinieren und eine Verständigung zu ermöglichen.

Schwindelerregende Aussichten! Besteht tatsächlich bei Tonbandamateuren, und also auch und vor allem bei den Lesern unserer Zeitschrift, ein echtes sprachliches Bedürfnis, das wohl gebräuchlichste Wort für eine Sammlung von Tonbändern „Bandarchiv" in das reine Fremdwort „Teniothek" umzuformen?

Wir meinen: nein und stellen die Teniothek hiermit unseren Lesern zur Diskussion. Im übrigen ist jeder seines Glückes - und damit auch seines Sprachschatzes eigener Schmied. se.

PRAKTISCHE TONBANDTIPS
Kampf dem Staub

Vierspur- und Stereotechnik in Verbindung mit HiFi-Wiedergabe machen unter anderem höchste Sauberkeit der Tonbänder, Bandführungen und Tonköpfe erforderlich. Bereits winzige Schmutzpartikelchen können eine Aufnahme erheblich stören oder gar unbrauchbar machen.

Staubsichere Lagerung unserer Bänder ist deshalb oberstes Gebot. Die Bänder sollten also möglichst in Kunststoffkassetten gelagert oder in Kunststoffbeuteln gegen Staub geschützt werden. Ebenso ist es ratsam, die Bandgeräte unmittelbar nach Gebrauch wieder abzudecken. In größeren Zeitabständen - besonders bei Neuaufnahmen - müssen die Bänder von abgelagerten Staubteilchen gereinigt werden.

Eingebaute Reinigungsvorrichtungen

Es gibt Bandgeräte mit eingebauter Reinigungsvorrichtung. Beim Durchlauf kann sich das Band jedoch elektrostatisch aufladen und zieht dann Staubteilchen geradezu an. Außerdem können Entladungen zu unangenehmen Knackgeräuschen führen. Es empfiehlt sich deshalb, die Reinigungsfilze mit einem Antistatikmittel einzusprühen.

Fehlt eine Reinigungsvorrichtung am Tonbandgerät, läßt man das Band bei schnellem Vorlauf durch ein Schallplattentuch laufen, das man zwischen zwei Fingern hält. Dabei darf auf das Band kein starker Druck ausgeübt werden, weil das Material sonst zu starken Zugbelastungen ausgesetzt wäre und sich verformen könnte.

Sogar fabrikneue Bänder vor der ersten Aufnahme reinigen

Erfahrungen haben gezeigt, daß diese Reinigung besonders bei fabrikneuen Bändern vor der ersten Aufnahme notwendig ist. Um die so gereinigten Bänder auch sauber zu halten, muß zunächst vermieden werden, die Schichtseite mit den Fingern zu berühren. Die Haut ist stets ein wenig fettig und würde winzige Schweißspuren auf der Bandoberfläche hinterlas-len.

Soll ein halb abgelaufenes Band umgelegt werden, kann man es mit selbst hergestellten Kunststoffgreifern aus dem Bandschlitz heben und wieder einlegen. Die Greifflächen beklebt man zweckmäßigerweise mit Filz, Samt oder dergleichen.

Kommt man beim Schneiden nicht umhin, das Band doch wiederholt anzufassen, kann man mit hauchdünnen Kunststoffhandschuhen arbeiten.

Ebenso wie die Bänder müssen auch Tonköpfe und Führungselemente ständig sauber gehalten werden. Dazu gehören Tonköpfe, Umlenkbolzen, Tonwelle ebenso wie alle Teile, die mit der Rückseite des Bandes in Berührung kommen. Staub, der sich auf der Bandrückseite festsetzt, kann beim Umspulen auf die Schichtseite der nächsten Wicklung übertragen werden.

Zur Reinigung der genannten Teile verwendet man am besten einen dünn ausgezupften Wattebausch, der um ein Holzstäbchen gewickelt und mit Alkohol getränkt wird. An den Tonköpfen muß man senkrecht zur Laufrichtung reiben, um zu vermeiden, daß Staubteilchen in den Tonspalt hineingewischt werden. Auf keinen Fall dürfen zur Reinigung Gegenstände aus Metall benutzt werden. Der Kampf gegen den Staub kostet zwar ein wenig Mühe und Sorgfalt. Schon nach kurzer Zeit wird man jedoch feststellen, daß er sich lohnt.

INDUSTRIE
Hannover Messe 1966

Umwälzende Neuheiten, wie sie die ersten Cassetten-Tonbandgeräte auf der Deutschen Funkausstellung im vergangenen Jahr in Stuttgart darstellten, werden auf der diesjährigen Hannover Messe auf dem Tonbandgeräte-Sektor nicht zu erwarten sein.

Anmerkung : Das Philips CC Kassettengerät wurde bereits auf der Funkausstellung 1963 vorgestellt, also nicht erst in 1965. Das Grundg DC International System wurde in 1965 vorgestellt, es war aber als Konkurenzprodukt zu der Philips CC Kassette gedacht (gewesen).

Dies bedingt schon die Struktur dieser Messe, denn in Hannover nimmt die phonotechnische Industrie zwar einen bedeutenden, nicht aber einen dominierenden Platz ein. Untergebracht sind die einzelnen Hersteller wie üblich in den Hallen 11 und 11A.

Soweit uns schon jetzt Neuheiten bekannt wurden, die für den speziellen Kreis unserer Leser von Interesse sein dürften, wollen wir hier einen kurzen Überblick geben.
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INDUSTRIE - Hannover Messe 1966
AMPEX

Die Firma AMPEX will in Zukunft auch dem nichtprofessionellen HiFi-Markt in der Bundesrepublik mehr Aufmerksamkeit schenken. Von den Tonbandgeräte-Serien sind besonders die Geräte 800 und 2000 von Bedeutung. Besonderheiten der 2000-Serie: Bandeinführungsautomatik, Bandrichtungsumschaltautomatik, Bandendabschaltautomatik, zwei Capstan-Antriebe, Abspielrichtung von links nach rechts und umgekehrt, drei Ampex-Studioköpfe auf stabiler Kopfbaueinheit, drei Geschwindigkeiten, Stereoendverstärker mit zwei eingebauten Lautsprechern. Die Ampex-Geräte können vertikal oder horizontal betrieben werden. Als Beispiel der auch äußerlich ansprechenden Geräte zeigen wir das AMPEX 800 (Bild 1).

INDUSTRIE - Hannover Messe 1966
EUGEN BEYER

Auf den neuen Katalog der Elektrotechnischen Fabrik EUGEN BEYER, Heil-bronn, haben wir bereits in Heft 1/66 hingewiesen. Interessierten Messebesuchern sei empfohlen, sich am Stand der Firma diesen Katalog der Beyer-Mikrofone zu erwerben.

INDUSTRIE - Hannover Messe 1966
GOODMANS

Mit einer hübschen Neuheit wartet die bei uns durch Boyd & Haas, Köln, vertretene Firma GOODMANS auf. In den Abmessungen der bekannten Maxim-Box bringt Goodmans einen Transistor-Kompakt-Verstärker heraus (Bild 2), der an 8 Ohm 2 x 15 Watt Dauerton-Leistung abgibt. Der Maxamp 30, so die Typenbezeichnung, ist mit Rumpel- und Höhenfilter sowie Kopfhöreranschluß an der Frontplatte ausgestattet. In dem neuen Verstärker werden ausschließlich Silizium-Transistoren verwendet.

INDUSTRIE - Hannover Messe 1966
ISOPHON

In Ergänzung zu dem an anderer Stelle vorgestellten neuen Isophon- Lautsprecherbausatz wollen wir noch auf zwei weitere Neuheiten der Firma ISOPHON, Berlin, aufmerksam machen. Die KSB 12/8 (Bild 3) ist eine vollständig geschlossene Box mit Innenbedämpfung und den Abmessungen 17x20x25 cm. Sie ist mit 12 Watt belastbar, ihr Übertragungsbereich wird mit 60 bis 20.000 Hz angegeben. Die Box enthält einen Tieftöner und einen Mittel-Hochtöner. Übergangsfrequenz bei 1500 Hz. Der unverbindliche Richtpreis liegt bei DM 135.-. Neu ist auch der Tisch-Wand-Lautsprecher ZL 4/4 (Bild 4).

  • Anmerkung : Damals um 1966 herum hatten diese Isophon Pressinfos NULL Aussagewert und minus Null Informationswert. In den 30 Jahren danach hatten sie es bei Isophon immer noch nicht kapiert, wie man Werbung macht. Dabei gab es so viele Vorbilder wie Magnat und BOSE zum Beispiel, später auch Canton.

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INDUSTRIE - Hannover Messe 1966
TANDBERG

Der skandinavische Tonbandgeräte-Hersteller TANDBERG, in Deutschland durch die audioson-Vertriebsgesellschaft Peer Kirksaeter, Düsseldorf, vertreten, hat sein Programm um ein volltransistorisiertes Stereogerät Modell 12 (Bild 5) erweitert. Das Vierspurgerät verfügt über drei Geschwindigkeiten, schnellen Vor- und Rücklauf und zwei eingebaute Lautsprecher. Der Preis liegt bei DM 1550.-. (In diesem Zusammenhang möchten wir den Preis des in Heft 1/66 beschriebenen Tandberg 64 korrigieren: das Gerät kostet DM 1585.-.) Ebenfalls neu ist das Mikrofon TM3, ein speziell für Tandberggeräte entwickeltes Kristallmikrofon. Mittels einer zusätzlichen Schnur kann dieses Mikrofon auch als Lavalier-Mikrofon verwendet werden. Erstaunlich an diesem besonders leistungsfähigen Mikrofon, so der Hersteller, ist sein Preis: DM 80.-. Über das gesamte Tandberg-Programm gibt ein übersichtlich aufgemachter Katalog Auskunft, den sich Interessenten am Stand der Firma audioson besorgen sollten.

INDUSTRIE - Hannover Messe 1966
Nachsatz

Vollständig ist diese Vorschau - wie gesagt - keineswegs. Über die Neuigkeiten, denen wir erst in Hannover an Ort und Stelle begegnen, werden wir in Heft 3 unserer Zeitschrift berichten. Wir möchten noch darauf hinweisen, daß wir uns über Ihren Besuch in Halle 11, Stand 75, sehr freuen würden. se.

Anmerkung : Auf Seite 46 gibt es eine ganz seltene halbseitige BUTOBA Werbung

Laut dieser Anzeige hat es 15cm Spulen und 3 Motoren sowie 3 Köpfe und ein Mischpult. s ähnelt demUHER Report ein wenig, ist aber vermutlich deutlich schwerer. Ich habe jedenfalls nie eines gesehen, in keinem Laden und in keienr Zeitschrift.

Der Werbe-Spruch neben dran lautet : Seit 1953 baut BUTOBA Batterie Bandgeräte. Das MT225 wird auch in 1970 noch gebaut werden. Die Konzeption steht dafür. In 1970 hörte man von BUTOBA nichts mehr.

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NOTIZEN
UHER-Sprachlehranlage

Sprachlehranlagen, häufig auch Tonbandlehranlagen genannt, werden heute bereits für jede Art des programmierten Unterrichts eingesetzt. Lehrprogramm und Lehrmethode machen aktives Mitdenken und Mitarbeiten jedes Schülers erforderlich, so daß in kürzerer Zeit mehr erfaßt wird. Der Unterricht kann darüberhinaus der individuellen Leistungsfähigkeit des einzelnen Schülers angepaßt werden.

Der objektive Vergleich der eigenen Stimme mit dem Original bei Sprachübungen zwingt den Schüler zur Selbstkritik. Er lernt auf natürliche Weise richtig sprechen und gewinnt schnell die nötige Sicherheit.

Die UHER-Werke in München, durch eine Reihe qualitativ hochwertiger Tonbandgeräte bekannt, haben auch auf dem Sektor der Sprachlehranlagen erstaunliches geleistet. In vielen Instituten, so seit kurzum auch im Dolmetscher-Institut der Heidelberger Universität, stehen heute UHER-Sprachlehranlagen.

Es ist natürlich Werbung und Eigenlob gemischt.

Das Lehrsteuerpult (Bild 1) weist nicht nur eine klare Konzeption des Bedienungsfeldes auf, es bietet auch umfassende Fernsteuermöglichkeiten. Im Lehrsteuerpult wird ein Stereo-Tonbandgerät in Zweispurausführung mit eingebautem Diapilot verwendet. Mikrofon, Plattenspieler, Verstärker für den Sprechverkehr und Abhörvorgang sowie zusätzliche Kontrollautsprecher vervollständigen die Anlage.

Vom Lehrpult aus, das gleichzeitig von zwei Lehrkräften bedient werden kann (Bild 2), erfolgt die Wahl der verschiedenen Programmarten, die Steuerung und Kontrolle aller Schülergeräte sowie eine Sprechverständigung Lehrer-Schüler im Gegenverkehr. Jeder Schülerplatz (Bild 3) ist mit einem Spezialtonbandgerät ausgestattet, dessen verschiedene Funktionen vom Lehrerpult aus oder mit einem robusten Widerstandsschalter direkt am Schülerplatz gesteuert werden. Eine Kopfhörer-Mikrofonkombination, die an einer Buchse im Gerätefach des Schülerplatzes angeschlossen wird, dient dem Schüler zum Abhören des Lehrprogrammes, zum Aufsprechen und Abhören seiner eigenen
Sprechübungen sowie zur Verständigung mit dem Lehrer.

Man sieht: die Tontechnik erschließt zusammen mit dem braunen Band neue und vielseitige Lehrmethoden. se.

NOTIZEN
Berichtigung bezüglich Pioneer und SONY

In Heft 1/66 haben wir die beiden führenden phonotechnischen Firmen Japans, die Pioneer Electric Corporation und SONY, zu einer Firmierung gekoppelt, so daß der Eindruck entstehen konnte, Pioneer und SONY seien ein und derselbe Hersteller. Wir bedauern dieses Versehen und bitten unsere Leser wie die beiden betroffenen Firmen um Entschuldigung. Die Pioneer Electric Corporation stellt im Gegensatz zu SONY keine Tonbandgeräte her, sondern ist mit HiFi-Anlagen, Verstärkern, Tuner und Lautsprechergruppen auf dem Markt vertreten. Red.

BÜCHER - Siegmar Spanger, Hans Koebner:
Das Tonband-Buch.

Das Tonband-Buch. Heering-Verlag, München.

Band I: Einführung. 128 Seiten mit 30 Abbildungen und Zeichnungen, Format 12 x 18 cm, gebunden DM 6.80, 1965.
Band II: Praxis. 236 Seiten mit 125 Abbildungen und Zeichnungen, Format 12x18 cm, gebunden DM 12.80, 1966.

Unter der zahlreichen Fachliteratur für den Fotoamateur gibt es schon seit langem Lehrbücher, die sich nur mit einem bestimmten Kameratyp befassen. Der Tonbandamateur kann zwar auch unter etwa einem Dutzend Fachbücher wählen, sie behandeln aber alle das Tonbandgerät schlechthin.

Das vorliegende Tonband-Buch, mit dem Untertitel „an Beispielen mit Grundig-Geräten", bricht mit dieser Praxis. Es ist speziell für Grundig-Tonbandgeräte geschrieben. Das Tonband-Buch umfaßt bisher zwei Bände, ein dritter Band wird folgen, er soll den Tonbandfreund zum Amateur-Tonmeister machen.

Obwohl der Gedanke eines Lehr- und Fortbildungsbuches für die Besitzer einer Tonbandgeräte-Firma den Käuferkreis einengen wird, ist diese Idee nicht schlecht. Die Anregungen können gezielter und präziser gegeben werden, ohne die sonst erforderliche Rücksichtnahme auf konkurrierende Erzeugnisse. Der Besitzer eines Grundig-Tonbandgerätes wird zweifellos von dieser Lehrbuch-Trilogie profitieren, die aber auch dem Tonbandamateur, der ein anderes Gerät besitzt, viel Anregungen geben kann.

Die „Schriftsteller-Ehe", also ein Vertriebsmann der Firma Grundig und ein Redakteur einer Fachzeitschrift, hat sich gut bewährt.

Den Band I, der eine Einführung in den Umgang mit Grundig-Tonbandgeräten gibt, sollte man schon vor der Anschaffung eines Gerätes lesen. Er zeigt die Möglichkeiten und Grenzen der verschiedenen Typen, je nach Anforderung des Amateurs.

In diesem Band werden die vielen Anwendungsmöglichkeiten des Tonbandgerätes sehr ausführlich beschrieben. Natürlich fehlt auch die nun einmal notwendige Theorie der magnetischen Schallaufzeichnung, der Stereophonie und eine Erklärung der Fachbegriffe nicht. Eine „Geschichte des Hauses Grundig" ist für ein Lehrbuch ein wenig unmotiviert, dafür sind Hinweise auf die Tonbandamateur-Vereinigungen aufgeführt.

Der fast doppelt starke (und teure!) Band II behandelt die Praxis im Umgang mit (Grundig-) Tonbandgeräten. Er ist das Herzstück der Trilogie. Wertvoll ist die ausführliche Beschreibung der Arbeitsweise und der Möglichkeiten der verschiedenen Grundig-Tonbandgeräte, zumal sie durch leichtverständliche Blockschaltbilder ergänzt wird. Ebenso wird das zahlreiche Zubehör, Mikrofone, Mischpulte, Kopfhörer usw., mit allen Daten vorgestellt und erläutert.

So sind z. B. die vielen Verbindungskabel aufgeführt und in Schaltbildern mit Steckerpolung und Stecker- oder Buchsenart erläutert. Ein Kapitel „höhere" Technik und die häufigsten Fehler bei der Tonbandaufnahme werden beschrieben. Interessant ist auch das Kapitel „Synchronisierung der Schmalfilme", das auf die wichtigsten Systeme (Bauer, Eumig. Leitz, Paillard-Bolex und Plank) eingeht und deren Vor-und Nachteile leicht verständlich erklärt.

Die technischen Daten der Grundig-Tonbandgeräte in Tabellenform und die Anschriften der Grundig-Vertriebsorganisation im Inland runden den Band II ab. Natürlich haben beide Bände ein alphabetisches Sachregister, das sie auch als Nachschlagewerk wertvoll macht. Nach dem Studium der Bände I und II des Tonband-Buches darf man jetzt schon auf den dritten Band gespannt sein. Wie gesagt, werden zumindest alle Besitzer von Grundig-Tonbandgeräten von dieser Fachbuch-Trilogie profitieren. Gy.

BÜCHER - Werner W. Diefenbach:
Tonband-Hobby

Tonband-Hobby (Praktikum für Tonbandfreunde). In Zusammenarbeit mit World Tapes for Education Inc., der Internationalen Tonjäger Föderation (FICS) und den Deutschen Tonband-Clubs. Jakob Schneider Verlag. Berlin Tempelhof.
184 Seiten, 158 Fotos und Skizzen sowie 18 Tabellen, Format 21 x 15 cm, kartoniert DM 9.90, Leinen DM 12.50.

Der Kreis der Menschen, die Freude am Umgang mit Magnetton-Geräten haben, nimmt stetig zu. Ein großer Prozentsatz dieser Tonbandfreunde begnügt sich nach relativ kurzer Zeit nicht mehr damit, das Gerät nur für irgendwelche Umspielungen zu benutzen, man will vielmehr mit diesem selbst gestalten.

Allein die Tatsache, daß das von Werner W. Diefenbach geschriebene Tonband-Hobby nunmehr in 8. Auflage vorliegt, mag ein Beweis dafür sein, daß Tonbandamateure und vor allem Neulinge die Informationen, Ratschläge und Hinweise aus diesem Buche erhalten, die sie zur erfolgreichen Ausübung ihrer Liebhaberei benötigen. Tatsächlich gibt dieses Praktikum für Tonbandfreunde auf alle wesentlichen Anwendungsfragen eine kurzgefaßte, aber klare - auch dem Nicht-techniker verständliche Antwort.

Dies gilt nicht nur für die Aufnahmepraxis, die richtige Auswahl und Verwendung von Mikrofonen, die Tricktechnik, die Dia- und Filmvertonung und ähnliches, sondern ebenso für die technischen Vorgänge bei der Magnettontechnik inclusive Hinweisen für eine eventuell erforderliche Störungssuche. Eine zusätzliche Bereicherung erfährt dieses Buch durch eine verständliche Erklärung vieler Fachausdrük-ke sowie eine Zusammenstellung von Formeln, nützlichen Tabellen und Diagrammen. Wer sich als Tonbandfreund mit Gleichgesinnten zusammentun will, der findet im Schlußkapitel hiefür die entsprechenden Hinweise und Anschriften. Infolge der Erfahrung, die Werner W. Diefenbach als Verfasser vieler Fachbücher hat, beinhaltet das Tonband-Hobby nicht nur eine Vielzahl nützlicher Hinweise und wertvoller Anregungen, sondern es ist auch so geschrieben, daß seine Lektüre Freude bereitet. Mancher Tonbandamateur dürfte daher dieses Buch als wertvolle Bereicherung seiner Bibliothek ansehen. Di.

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