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Heft 5 • Oktober 1969 • 6. Jahrgang

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Inhalt

Gert-Hagen Seebach: Das Fest der Massen - Farbe war Trumph in Stuttgart 106
Karl Rahner: Wer die Wahl hat, hat die Qual 108
Fred Höllmich: Fachausdrücke - leicht gemacht 114
Erich Gruber: Zur Technik des Hörspiels (4) 121
Oskar Stürzinger: Auf dem tonband-Prüftisch: Sony TC-50 122
Heinz Bluthard: Tonband-Party in Stuttgart 125
Notizen 126

Liebe tonband-Freunde

Die Stuttgarter Funkausstellung hat ihre Tore geschlossen, in der Industrie wird jetzt Bilanz gezogen. Wie sie auch immer ausfallen mag, eines steht fest: Stuttgart war das ganz große Geschäft mit noch mehr Zuschauern und noch mehr Verkaufsabschlüssen, besonders für die Fernsehgeräte-Produzenten.

Nun wird Baden-Württemberg hoffentlich bald vom Ruch des bislang am ärmsten mit Fernsehapparaten ausgestatteten Bundeslandes befreit sein. Wir geben in diesem Heft zunächst einmal einen sogenannten Stimmungsbericht, der als Anzeige auch gedacht sein soll für das letzte Heft dieses Jahrganges, in dem wir dann sowohl die Stuttgarter wie auch die übrigen in der Zwischenzeit auf den Markt gebrachten Novitäten vorstellen werden. Manches, was man auf dem Killesberg vorzeigte, wird ohnedies erst im Laufe dieses Winters in die Geschäfte kommen.

Die Fülle des Stuttgarter Angebots war so erdrückend wie nie auf einer Funkausstellung zuvor, dies muß man allerdings relativ sehen. Auch die nächste Funkausstellung wird, sofern sie - erstmals - eine internationale sein wird, noch mehr zu bieten haben.

Daher bot sich für diese Ausgabe ein Beitrag an, der gewissermaßen als Stoßseufzer eines geplagten Tonbandgerätekäufers zu verstehen ist, wie er nach den Stuttgarter Messeerfahrungen mehr als angebracht ist.

Wir hoffen, mit diesem ausführlichen Exkurs durch die Spezies Tonbandgeräte allen unentschlossenen Lesern und künftigen Tonbandgerätebesitzern eines abgenommen zu haben: die Beantwortung, auf was es eigentlich ankommt, wenn man sich einen solchen tönenden Kasten anschafft. Wie der „Kasten" schließlich heißen wird, diese Wahl können auch wir unseren Lesern nicht abnehmen.

Eine originelle Idee hatte der Landesverband Baden-Württemberg im Ring der Tonbandfreunde, ohnehin einer der aktivsten Mitglieder im RdT. Die Tatsache, daß die Funkausstellung zahlreiche Tonbandfreunde aus allen Landen anziehen wird, münzte er um in eine spezielle „Tonband-Funkausstellung im Kleinen".

Dieses Unternehmen soll übrigens zu einem ständigen „Anhängsel" künftiger Funkausstellungen werden. Ließe sich so etwas aber nicht schon früher, beispielsweise bereits in Hannover 1970, machen? Mit dieser Anregung gratulieren wir den Schwaben zu ihrer Initiative und Aktivität.
Ihre tonband-Redaktion

DAS FEST DER MASSEN
Farbe war Trumpf in Stuttgart 1969

Zum zweiten Male innerhalb der Geschichte der Deutschen Funkausstellungen wurde in diesem Jahr, vom 29. August bis 7. September, Stuttgart als Ausstellungsort gewählt.

Ausschlaggebend für diesen Standort war, ebenfalls zum zweiten Male, die Tatsache, daß im gesamten südwestdeutschen Raum die Fernsehdichte noch immer geringer ist als in anderen Ländern und Landschaften der Bundesrepublik. So stand Stuttgart mit seiner Funkausstellung zweifellos, und auch zwangsweise, ganz im Banne einer Fernseh-Ausstellung.

Dem Charakter dieser Veranstaltung gemäß zeigte sich Stuttgart weniger als eine Novitäten-Show; sie wirkte repräsentativ und gab einen Überblick über das gesamte Angebot der letzten beiden Jahre.

Dem Besucher-Ansturm in keiner Weise gewachsen

Die Fülle des Stuttgarter Angebots war so erdrückend wie der unaufhörliche Besucherstrom. Daß die Stutgarter Ausstellungsgesellschaft diese Mammut-Veranstaltung von über 700.000 Besuchern und 120 Ausstellern der Funk-, Fernseh-, Phono- und Antennenindustrie in keiner Weise gewachsen war, ist um so enttäuschender, als ja Erfahrungen aus dem Jahre 1965 vorlagen. Die einstimmige Meinung der Aussteller, unter diesen organisatorischen Mißständen Stuttgart nicht noch einmal als Standort zu wählen, mag etwas hart erscheinen, zeigt aber doch recht deutlich die Verärgerung der Industrie, wie allenthalben aus den Gesprächen hervorging.

Auch die Dauer der Funkausstellung bis abends zehn Uhr erwies sich als problematisch, wenngleich in den Abendstunden noch recht viel Publikum gezählt wurde, Publikum allerdings, das so wenig qualifiziert war („lauter Gucker"), daß viele Aussteller schon vorzeitig an ihren Ständen dicht machten.

Eine halbe Million Ferbfernsehempfänger

Als das Farbfernsehen vor zwei Jahren auf der 25. Deutschen Funkausstellung in Berlin zum erstenmal groß herausgestellt wurde, fehlte es auf Seiten des Publikums zwar nicht an Neugierde und an ernsthaftem Interesse für diese Neuerung, aber andererseits begleitete doch auch eine gewisse Portion Skepsis der Unterhaltungselektronik jüngstes und liebstes Kind auf seinen ersten Schritten ins bundesdeutsche Dasein.

Heute, da mehr als eine halbe Million Ferbfernsehempfänger in deutschen Haushalten stehen, hat es sich längst herumgesprochen, daß der farbige Bildschirm und sein technisches Drum und Dran weder nennenswerte Kinderkrankheiten zu überstehen hatten, noch schwieriger zu bedienen sind als die Vorläufer-Generation von Fernsehgeräten in Schwarz-Weiß.

Der Bedienungskomfort ist gewachsen

Im Gegenteil: der Bedienungskomfort läßt kaum noch Wünsche offen, und daß es nirgendwo in der Welt technisch perfektere Farbfernsehempfänger als in der Bundesrepublik gibt, ist ohnedies die einhellige Meinung internationaler Fachleute.

Wenn also Stuttgart in diesem „heißen Sommer" unter dem Motto „Farbe ist Trumpf" stand, so kann als ziemlich sicher gelten, daß der Vorstoß auf breiter Front dem Farbfernsehen endgültig zum Durchbruch verholten hat. Eine gewisse Bremswirkung auf das Käuferinteresse hat naturgemäß noch der relativ hohe Preis solcher Geräte, aber eine zügige Marktentwicklung auf diesem Sektor wird am Ende auch nicht viel weniger wert gewesen sein als eine allzu stürmische.

Im Moment noch 63- und 56-cm-Bildröhren

Farbfernsehempfänger gibt es vor allem in zwei Bildschirmgrößen: der 63- und der 56-cm-Bildröhre, was gleichbedeutend mit zwei verschiedenen Preiskategorien ist.

Die neuen Bildröhren liefern ein um nahezu ein Drittel helleres Bild als ihre Vorläufer. Wo man in diesem Zusammenhang auf die Bezeichnung TCM (temperature compensated mask) oder Permachrom stößt, weist sie auf eine temperaturkompensierte Aufhängung der Lochmaske hin.

Der Effekt: Die Farben sind in voller Stärke sofort, nicht mehr erst mit einer gewissen Verzögerung da.

Schwarz-Weiß-Fernsehen lebt

Das Schwarz-Weiß-Fernsehen ist daneben keineswegs eingeschlafen, da das Empfänger-Angebot noch einmal wesentlich erweitert worden ist.

Drei Gruppen heben sich dabei voneinander ab: das traditionelle, jetzt mit der 61-cm-Bildröhre bestückte Heimmodell, das tragbare Heimmodell für Netzanschluß mit 51-, 48- und 44-cm-Bildröhre, das als Zweitempfänger ideal ist, schließlich das eigentliche Fern-seh-Portable mit noch kleineren Bildformaten - wahlweise für Netzbetrieb oder Stromversorgung durch wiederauf-ladbare Einbau-Batterien beziehungsweise Autobatterie.

Auch Radio und vor allem Hifi mauserte sich

Ungeachtet der beherrschenden Stellung, die das Fernsehen auf der diesjährigen Funkausstellung einnahm, trumpfte auch das Radio-Angebot mit vielen interessanten Geräten auf, vor allem auf dem qualifizierten HiFi-Sektor. Während sich passionierte Spezialisten unter den Musikliebhabern, denen es auf größtmögliche Bewegungsfreiheit und äußerste Feinheiten ankommt, ihre HiFi-Stereo-Anlagen am liebsten aus Bausteinen eigener Wahl zusammenstellen, bevorzugen die meisten Musikfreunde - wie man in Stuttgart anhand der Gespräche zwischen Industrie und Konsument leicht feststellen konnte - nach wie vor komplette Rundfunk-Einheiten in Kombination mit einem Phonoteil.

Erstaunliche Qualität bei allen Produkten

Wohin aber auch immer die Vorliebe geht, haben Form, Leistung und Bedienungskomfort einen Standard erreicht, von dem man vor einem Jahrzehnt sicher noch nicht zu träumen gewagt hätte. Superflaches Gehäuse, Schieberegler und Tastensteuerung kennzeichnen diesen Trend zum Professionellen, Verstärkerleistungen bis zu 2 x 90 Watt das Volumen.

Ähnlich breit spannt sich auch das Lautsprecher-Angebot, von Jahr zu Jahr immer mehr im Uferlosen versandend. Andererseits werden jetzt auch verstärkt Kopfhörer angeboten, die gerade im Hinblick auf hochgezüchtete Technik und Klangqualität Erstaunliches leisten. Neben Geräten, die der DIN 45 500 genügen, hat aber auch noch, wie das breit gefächerte Angebot vermuten läßt, das gute alte Mono-Gerät seinen Platz als Zweit- und Drittempfänger.

Kofferradios mit Tonbandcassetten

Erstaunlich sind auch die Qualitäten, die heute bei Kofferradiogeräten angeboten werden. Bei Spitzengeräten ist jetzt neuerdings der „Weltempfang" von vornherein mit „eingebaut". Interessant und vielseitig nutzbar ist hier auch die Verbindung mit Tonbandcassettengeräten, die ebenso beim Autoradio gern in Anspruch genommen werden dürfte.

Daß darüberhinaus auch Stereo schon autoüblich wurde, verwundert einen genauso wenig wie die Tatsache, daß es unter zahlreichen Antennen-Neuheiten jetzt auch Elektronikantennen in Form eines Rückspiegels gibt.

Die Positionen der semiprofessionellen Tonbandgeräte zu den Cassetten-Recordern haben wir ja in dieser Zeitschrift schon mehrfach zum Gegenstand von Diskussionen und Beschreibungen gemacht.

Wie immer, rein Deutsch, jedenfalls "noch"

Da diese Funkausstellung - wie immer - ausschließlich den deutschen Herstellern vorbehalten blieb, waren ausländische Erzeugnisse in Stuttgart nicht vertreten, jedenfalls nicht auf dem offiziellen Ausstellungsgelände.

Ausblick auf die HiFi 70 vom 28. August bis 3. September 1970

Einen Überblick über das Weltangebot an HiFi-Geräten werden Fachhändler und Publikum also erst wieder 1970 auf der HiFi 70 erhalten, die vom 28. August bis 3. September 1970 wiederum in Düsseldorf stattfinden wird. Einige namhafte Importeure ließen sich allerdings die Gelegenheit nicht entgehen, ihre Erzeugnisse außerhalb des Killesbergs in Hotels und anderen Ausstellungsräumen zu zeigen.

So konnte, wer Zeit und Muße fand, das komplette Angebot von Arena, Pioneer, Sansui, Bang & Olufsen sehen, hören und miteinander vergleichen. Wieder andere, wie zum Beispiel die Firma Paillard Bolex, konnten, da ein Teil ihres Programms in der Bundesrepublik gefertigt wird, auf der Funkausstellung ausstellen. Diese zweifellos unglückliche Lösung wurde allerdings in diesem Jahr zum letztenmal praktiziert.

Die nächste Funkausstellung soll ja internationalen Charakter haben - ein längst fälliger Schritt zur Konzentrierung des Ausstellungswesens auf dem Sektor der Unterhaltungselektronik, der die Funkausstellungen in Zukunft interessanter und attraktiver machen wird. ghs

Wer die Wahl hat, hat die Qual
(ein Tonbandgerät aussuchen)

Eines mehr oder weniger schönen Tages ist es so weit: man ist mit seinem „alten" Tonbandgerät nicht mehr so recht zufrieden, sei es, weil es keine Aussteuerungsautomatik besitzt, weil es nur Mono-Aufnahmen erlaubt, weil man gerne ein Viertelspurgerät haben möchte oder weil man sich eben ganz einfach verbessern will.

Oder aber man kommt zu der Einsicht, daß sich mit zwei Geräten eben doch mehr anfangen läßt als mit einem einzigen: in jedem dieser Fälle muß man sich aber erst einmal darüber klar werden, was denn nun wirklich das einzig „Richtige" ist. Und da ist guter Rat meist teuer, denn „das" Tonbandgerät gibt es nicht und wird es nie geben. Zu unterschiedlich sind die Forderungen, die der Einzelne an „seine" Maschine stellt, zu unterschiedlich sind auch die vorgesehenen Einsatzmöglichkeiten.

Also zuerst mal überlegen

Es bedarf also einiger Überlegungen, will man nicht nach dem Kauf doch feststellen, daß man einen Fehlgriff getan hat, der sich möglicherweise nicht mehr ohne weiteres „ausbügeln" läßt. Solche Fehlgriffe zu vermeiden, wollen die nachfolgenden Ausführungen helfen.

Die grundsätzliche Frage, . . . .

. . . . die man sich zu stellen hat, lautet: Was möchte ich mit dem Gerät alles anfangen? Soll es nur Rundfunksendungen bzw. Schallplatten aufnehmen und somit bei Partys usw. als Plattenspieler-Ersatz dienen, ist man mit „normaler" Wiedergabequalität zufrieden oder werden HiFi-Ansprüche gestellt, möchte man auch Trickaufnahmen machen oder soll das Gerät vordringlich für Reportagezwecke eingesetzt werden?

All diese Fragen - und noch eine ganze Reihe mehr - wird man sich erst einmal beantworten müssen, ehe man sich mit einem guten Fachgeschäft in Verbindung setzt, um dann die engere Wahl zu treffen. Und bei dieser Wahl werden dann schnell weitere Fragen auf einen zukommen, die ich hier einmal „auseinanderpflücken" möchte.

Mono oder Stereo ? (so war das in 1969)

Diese Entscheidung sollte man vor allen anderen treffen; sie ist nicht zuletzt eine Kostenfrage: Stereogeräte sind notwendigerweise teuerer als in der sonstigen Qualität gleichwertige Monogeräte! Die größte Zukunftssicherheit bietet
selbstverständlich das Stereogerät. Aber es kostet seinen Preis, ist meist in der Bedienung anspruchsvoller (wenngleich es auch hier bereits vollautomatische Geräte gibt, die für die meisten vorkommenden Aufnahmefälle ihren Besitzern das „Denken" abnehmen), und man muß sich überdies fragen: braucht man es wirklich?

Reicht Mono ?

Wer nicht über ein ausgezeichnetes Stereo-Rundfunkgerät oder eine HIFI-Anlage verfügt, einen Stereo-Plattenspieler nebst einschlägigen Platten (möglichst von der lieben Verwandtschaft geliehen) besitzt oder aber beispielsweise stereophone Hörspiele gestalten möchte, ist im Grund genommen mit einem MonoGerät genau so gut bedient. Da jedoch - und hier liegt ein wesentlicher Punkt - Stereogeräte im allgemeinen eine viel weitreichendere Trickpalette aufweisen als die monophonen „armen Verwandten", da man überdies ausgesprochene Spitzengeräte heute praktisch überhaupt nicht mehr in mono bekommt, wird die Entscheidung wohl meist doch zugunsten des Stereogerätes fallen, insbesondere, wenn es nicht auf den letzten Heller ankommt.

Drehknopf oder Drucktasten

Grundsätzlich darf man guten Gewissens behaupten, daß keine dieser beiden Bedienungsmöglichkeiten „besser" ist.

Die Einknopfbedienung - vorwiegend bei besonders preiswerten Geräten zu finden - ist unkompliziert und leicht zu verstehen (was wichtig ist, wenn auch Mutti gelegentlich mit dem Gerät arbeiten soll), und schließt Fehlbedienungsmöglichkeiten fast völlig aus.

Flotter - und vielleicht auch ein bißchen eleganter - gehts natürlich mit Drucktasten (schnellerer Übergang von einer Betriebsart auf die andere) und überdies kann man auch seinen Zuschauern ein bißchen besser imponieren, wenn man souverän in die Tasten greift...

Wer also „auf sich hält", . . . .

wird sich meist für ein Drucktastengerät entscheiden, das sich hierzulande überdies weitaus größerer Beliebtheit erfreut als anderwärts. In den USA und in Japan findet man eine außerordentlich große Zahl von Geräten, die mit handlichen Knebeln und Schaltern bedient werden und deshalb durchaus nicht für rückständig gehalten werden. Nun - jeder nach seinem Geschmack: für die Funktion eines Gerätes ist es jedenfalls durchaus nebensächlich, auf welche Weise die Mechanik und Elektrik bedient werden.

Momentstop oder Pausentaste

Es gibt einzelne - allerdings ganz wenige - Hersteller, die bei einigen Modellen diese Einrichtung für überflüssig halten. Nun - ich würde keinesfalls darauf verzichten wollen.

Schließlich ist diese Taste oder dieser Schalter die einzige Möglichkeit, zu wirklich „sauberen" Tonbandaufnahmen zu gelangen, da man andernfalls ja alle Aussteuerungsversuche auf das bereits laufende Band nehmen müßte - wahrlich kein Ohrenschmaus. Aber haben Sie schon mal daran gedacht, daß eine recht laut rastende Pausentaste bei Mikrofonaufnahmen erheblich stören kann? Achten Sie darauf, wenn Sie ein neues Gerät kaufen.

Besonders leise sind meist Drehschalter und solche Tasten, die durch eine kleine Schiebebewegung wieder ausgelöst werden, während bei Tasten, die mit einer Nachdrückmechanik arbeiten (nochmaliges Drücken löst die Funktion wieder aus) nicht immer die Gewähr gegeben ist, daß das Schaltgeräusch, vom Mikrofon aufgenommen, nicht später auf dem Band hörbar wird. Dies ist besonders dann nicht sehr schön, wenn man Bänder elektrisch cuttet oder aber Filme bzw. eine Diaserie vertont.

Batterie- oder Netzbetrieb

Hier kommen wir zu einem heiklen Kapitel. Es gibt nämlich noch immer Leute, die glauben, das Batteriegerät mit gleichzeitiger Netzanschlußmöglichkeit müsse nun absolut das non plus ultra darstellen. Es ist kein Fehler, diese Meinung zu revidieren:

Eines der wichtigsten Tonbandgeräteteile ist letztlich der Motor. Er ist es nämlich vor allem, der die einwandfreie Wiedergabequalität garantiert. Und - nun kommen wir zum Kern der Sache - was man von einem Batteriemotor verlangt, ist schon beinahe „kriminell". Einerseits soll er möglichst wenig Strom verbrauchen, um den - nicht gerade billigen - Batteriesatz nicht in kürzester Zeit leerzunuckeln.

Andererseits soll er aber auch wieder eine so große Durchschlagskraft besitzen, daß z. B. der Bandschnelllauf nicht zu einem Alptraum wird und man sich besser erst einen Kurzkrimi ansieht, ehe der Umspulvorgang beendet ist. Kraft aber bedeutet bei jedem Motor auch Verbrauch - ein Kompromiß ist also unumgänglich.

Und dann das Wichtigste: die Gleichlaufgenauigkeit. Wenn hier gesündigt wird, ist das ganze Gerät keinen Pfifferling wert, denn bei jaulender Wiedergabe bekommt man höchstens eine Gänsehaut.

Der Strom kommt aus der Steckdose

Nun tut sich da ja ein netzbetriebener Motor recht leicht: einerseits kann er seinen - berechtigten - „Durst" ganz bequem stillen, denn: „Strom kommt sowieso ins Haus - nütz ihn aus!" Außerdem tut ihm meist die - hundertprozentig sichergestellte - Netzfrequenz von 50 Hz auch noch den Gefallen, ihn zu synchronisieren, so daß man also bei Netzbetrieb mit einfachsten Mitteln einen absolut zuverlässigen und robusten Motor erhält, der nicht selten länger lebt als die übrige Mechanik.

Wenn die Batterei zu früh leer ist

Der Batteriemotor hingegen ist klein (geringe Masse), normalerweise ein Schnelläufer (was die Lager etwas mehr beansprucht) und muß überdies mittels einer meist recht aufwendigen Elektronik dazu gebracht werden, seine Geschwindigkeit absolut genau einzuhalten.

Das ist heute durchaus und völlig zufriedenstellend möglich - allerdings nur mit erheblichem Aufwand, der selbstverständlich (und jetzt muß es leider gesagt werden) auch eher einmal zu Störungen Anlaß gibt, als dies bei dem robusten Netzmotor der Fall sein kann. Und hier liegt schließlich auch der Hase im Pfeffer: Wer sein Gerät nicht wirklich häufig auch „draußen" einsetzen möchte, ist im allgemeinen mit einem Netzgerät besser beraten. Es sei denn, es handle sich um ein Zweitgerät.

Und wenn man sich schon mit dem Wunsch nach einem Reportagegerät befaßt, sollte man sich gleich überlegen, von welchem Nutzen dabei absolute Trudelsicherheit - meist bewirkt durch gegenläufige Schwungmassen und selbstverständlich bei besonders billigen Geräten nicht realisierbar - sein kann. Wer wirklich genußreiche Außenaufnahmen machen will, sollte auf dieses Feature nicht verzichten - auch wenn es eine Kleinigkeit kostet.

Spule oder Cassette

Hier ergibt sich wieder eine Prinzipienfrage: der „alte Hase" wird im allgemeinen der Spule den Vorzug geben, da sie für ihn universeller einsetzbar ist (Cuttermöglichkeit, Austauschbarkeit mit anderen Spulengeräten usw.)

Dennoch sollte auch der Profi das Cassettengerät nicht allzu scheel ansehen: als Zweitgerät kann es gerade bei Außenaufnahmen, wo es auf besondere Handlichkeit und Schnelligkeit ankommt, unschätzbare Dienste tun. Als Hauptgerät allerdings kommt es für den ernsthaften Amateur kaum in Frage; für ihn wird und muß es eine nützliche Ergänzung seines „Geräteparks" bleiben.

Spulengröße

Das ist nun wieder ein beliebtes Gesprächsthema bei Spulengeräten. Mancher glaubt, es hänge die Seligkeit davon ab, ein Gerät mit 18cm-Spulen sein eigen zu nennen; nun - ein Schaden ist es selbstverständlich nie, die optimale Möglichkeit einzuplanen. Wenn ich aber für weniger Geld ein handlicheres Gerät mit 15cm-Spulen bekommen kann, so ist nicht einzusehen, weshalb dieses für mich uninteressant sein sollte.

Haben doch auch diese Spulen seit Einführung des Triple-Bandes bei 9,5cm/s eine Aufnahmekapazität bis zu 120 Minuten - also 2 Stunden - pro Spur. Was will man eigentlich mehr? Je länger das Band - und damit die ununterbrochene Spieldauer, desto langwieriger und zeitraubender wird das Suchen nach einer bestimmten Darbietung vor der Wiedergabe; es sei denn, man läßt dieses Zwei-Stunden- Monsterband in einem Zug durchlaufen - bis das Publikum unruhig wird.

Zusammenhang zwischen Spulengröße und Stromverbrauch

Bei Batteriegeräten ist überdies auch noch ein Zusammenhang zwischen Spulengröße und dem Stromverbrauch zu sehen, weshalb dort Spulen über 13 cm Durchmesser üblicherweise nur dann eingesetzt werden, wenn das Gerät auch an einem wieder-aufladbaren Akku betrieben werden kann. Mit Trockenbatterien allein könnte der Spaß ein bißchen teuer werden - auf Dauer betrachtet.

Und weil wir schon gerade bei der Spulengröße und der Wiederauffindbarkeit bestimmter Bandstellen sind, müssen wir gleich einmal auf das Zählwerk zu sprechen kommen.

Das Zählwerk

Heute meist als vierstelliger „Digital"-Anzeiger ausgeführt, erleichtert das Zählwerk das Wiederauffinden einer bestimmten Bandstelle - oder sollte es wenigstens tun. Leider hat man sich noch nicht auf eine endgültige Anzeigenorm einigen können, die es ermöglichen würde, jede beliebige Bandstelle auf jedem beliebigen Tonbandgerät ohne hirnschmalzbeanspruchende Rechenkunststücke wieder aufzufinden. Immerhin hat beispielsweise Grundig auf diesem Gebiet einen Schritt nach vorn getan, indem dort bei sämtlichen neueren Tonbandgeräten eineinhalb Spulenumdrehungen einem Schaltschritt des Bandstellenanzeigers entsprechen. Eine große Erleichterung beim eventuellen Bandaustausch!

Koffer- oder Einbaugerät

Diese Frage ist recht schnell entschieden, denn es gibt fast keine Modelle ohne Tragegriff, obgleich nur recht wenige Tonbandgerätebesitzer ihr gutes Stück allzu häufig spazierentragen.

Allerdings: Wenn ein Gerät nicht seinen dauernden, festen Standplatz hat, also beispielsweise in einer Regalwand oder in einem Schrank, benötigt man den Tragegriff schon deshalb, um es innerhalb der eigenen vier Wände zu bewegen. Wer allerdings grundsätzlich nur in Verbindung mit einem guten Rundfunkempfänger oder einer HiFi-Anlage Tonbandaufnahmen macht, kann selbstverständlich auf eingebaute Lautsprecher verzichten. Allerdings gibt es solche lautsprecherlosen Geräte nur in der Spitzenklasse.

„Senkrechtstarter"

Letzter Schrei sind - wohl auch angeregt durch das Angebot aus dem Lande der unbegrenzten Möglichkeiten - die im Fachjargon als „Senkrechtstarter" bezeichneten Modelle, die im allgemeinen sowohl liegend (wie bisher) als auch stehend betrieben werden können.

Aus Gründen einer aufwendigeren Mechanik müssen derartige Geräte notwendigerweise etwas teurer sein als sonst völlig gleichwertige Modelle, die nur liegend betrieben werden können. Vorteilhaft sind solche Vertikalgeräte jedoch immer dann, wenn sie beispielsweise in einer der modernen Schrankwände untergebracht werden sollen, die wegen ihrer geringen Tiefe die Aufstellung eines „normalen" Tonbandgerätes nicht zulassen.

Senkrecht stellen und "die Show" machen

Und überdies: Es ist schon auch ein bißchen eine „Show", wenn sich dabei die Spulen computergleich vor den Augen der tief beeindruckten Zuschauer bewegen. Dafür nimmt man selbst die Tatsache in Kauf, daß sie bei jedem Bandeinlegen gesondert befestigt werden müssen (wobei unverlierbare Befestigungen auf jeden Fall vorzuziehen sind).

Wieviele Bandgeschwindigkeiten?

Wer sein erstes Tonbandgerät kaufte, wird nicht selten aus Gründen der Billigkeit auf ein Modell mit nur einer Bandgeschwindigkeit, in diesem Falle also 9,5cm/s, zurückgegriffen haben. Dabei darf man getrost behaupten, daß mit den modernen Tonköpfen und einem hochwertigen Bandmaterial heute mit dieser Geschwindigkeit durchaus Wiedergabequalitäten erreicht werden, die mit dem Gehör nicht von UKW-Rundfunksendungen unterschieden werden können.

Nun - beim „ausgekochten" Amateur wird es nicht selten vorkommen, daß er Bänder kopieren oder elektroakustisch cutten will: In einem solchen Falle empfiehlt sich die höhere Geschwindigkeit von 19cm/s. Vom „Mutterband", das mit dieser Geschwindigkeit aufgenommen wurde, kann man selbstverständlich wieder eine „Tochter" mit 9,5cm/s ziehen, denn wer ständig mit der großen Bandgeschwindigkeit arbeitet, wird selbst schnell dahinterkommen, daß dies nicht ganz billig ist. Nicht auf diese Geschwindigkeit verzichten wird auch der HiFi-Fan, dem es auf die letzte, aber auch allerletzte Feinheit bei der Wiedergabe ankommt.

4,75 oder 2,4 cm/s nur für Sprache geeignet

Weniger interessant sind für den „Normalverbraucher" die kleinen Bandgeschwindigkeiten von 4,75 oder 2,4 cm/s, die denn auch mehr für reine Sprachaufnahmen oder für Diktatzwecke in Frage kommen, dafür jedoch eine ganz besonders gute Bandausnutzung erlauben. Wer viel „Tonbandbriefe" verfaßt, ist gleichfalls mit einer kleinen, zusätzlichen Geschwindigkeit gut beraten, denn die Post befördert bei gleichem Porto den doppelten Inhalt - und wo kann man das sonst schon noch haben? Immerhin: Wer Kleingeld auch heute noch groß schreiben muß, wird auch bei einem Gerät mit ausschließlich 9,5 cm/s eine andere Bandgeschwindigkeit nur selten vermissen.

Halb- oder Viertelspur

Hier scheiden sich die Geister, und schon mancher Kopf wurde heißgeredet bei langandauernden Diskussionen aller Für und Wider. Eines steht fest: moderne Viertelspurgeräte unterscheiden sich heute hinsichtlich der Wiedergabequalität praktisch nicht mehr von gleichwertigen Halbspurausführungen, so daß - insbesondere bei Stereogeräten - die Anschaffung eines solchen Gerätes empfohlen werden kann.

Schließlich ist eine Verdoppelung der Spieldauer - gerade bei Stereo - zum gleichen Preis auf keinen Fall zu verachten. Und die einst so gefürchteten „drop outs", die aus Beethovens „Neunter" gelegentlich eine Stottersymphonie machen konnten, gehören der Vergangenheit an: die Entwicklung hat schließlich auch beim Bandmaterial nicht haltgemacht.

Gegen ein Viertelspurgerät spricht höchstens noch die Tatsache, daß man als Profi bereits einige Halbspurgeräte besitzt und sein Bandmaterial auch weiterhin beliebig auszutauschen beabsichtigt. Dabei sollte man allerdings berücksichtigen, daß sich jedes Halbspurband ohne wesentliche Qualitätseinbuße auf einem Viertelspurgerät abspielen läßt. Umgekehrt aber geht's nicht!

Zwei oder drei Köpfe - doch wichtig

Das ist vor allen Dingen eine Frage des technischen Aufwands. Die Optimallösung ist selbstverständlich die Dreikopfanordnung, da jeder Kopf hinsichtlich seiner Daten ausschließlich auf einen speziellen Zweck zugeschnitten werden kann. Außerdem lassen sich mit solchen Maschinen einige Trickmöglichkeiten (Echo und Pseudohall) praktizieren, die jedoch weniger wichtig sind als die Möglichkeit der Hinterbandkontrolle, auf die der Profi nicht gerne verzichten möchte, bietet sie doch die Gewähr für wirklich gelungene Aufnahmen.

Grundsätzlich muß man sich allerdings auch darüber im klaren sein, daß eine Dreikopfmaschine mehr Aufmerksamkeit bei der Bedienung und Wartung erfordert - man sollte sie im Falle einer Reparatur wirklich nur einer guten Fachwerkstatt überlassen. Während nämlich bei der Zweikopfanordnung eine ganz geringfügige Schrägstellung des Aufnahme/Wiedergabekopfes höchstens die Austauschbarkeit der Bänder auf anderen Maschinen gefährdet, verursacht die Schrägstellung eines Kopfes (Aufnahmeoder Wiedergabekopf) bei der Dreikopfanordnung bereits einen beträchtlichen Höhenabfall. Das sollte man auch wissen, ehe man sich für die Anschaffung der einen oder anderen Ausführung entscheidet.

Auswechselbare Kopfträger (fast nur bei UHER)

Das ist etwas für absolute Spezialisten. Bei reinen Amateurmaschinen darf man eine solche Möglichkeit getrost eher als Werbegag denn als zwingende Notwendigkeit auffassen. Haben Sie schon einmal probiert, bei einem Händler eine zweite Kopfträgerplatte zu bekommen? Interessant kann diese Einrichtung allerdings dann sein, wenn man aus irgendwelchen Gründen mit einer Maschine gleichzeitig Viertel- und Halbspuraufnahmen „fahren" möchte oder muß. Allein in einem solchen Falle kann man sich gegebenenfalls zu dieser aufwendigen Lösung entschließen.

Die Aussteuerungsanzeige

Ist mehr als ein notwendiges Übel. Galten lange Zeit die „Magischen Bänder" als das Optimum (hoch lebe ihre Trägheitslosigkeit), so ist man heute - nicht zuletzt wegen der fortgeschrittenen Volltransistorisierung - fast ausschließlich zu Zeigerinstrumenten übergegangen, die überdies ganz vornehm als „VU-Meter" (VU = volume unit) bezeichnet werden und so wunderschön professionell aussehen.

Es gibt dabei genauer und weniger genau anzeigende Ausführungen. Man muß beim Händler einmal mit mehreren Modellen Probeaufnahmen machen (mit Vollaussteuerung nach Instrumentenanzeige) und sie sich hinterher vergleichsweise anhören. Dann erkennt man bald die feinen Unterschiede.

Zwei Zeiger beobachten ?

Manche Leute glauben nun, ein Stereogerät müßte unbedingt zwei solcher „Zappelphillippe" mitbringen. Dazu sollte man sich allerdings folgendes überlegen: Hat ein Stereogerät nur einen Aussteuerungsregler, jedoch ein separates Instrument für jeden Kanal, so kann man erkennen, wie weit jeder einzelne Kanal ausgesteuert ist, was gelegentlich ganz interessant sein mag. Korrigieren läßt sich - wegen des einzigen Reglers - dabei allerdings nichts, während die gleichzeitige Beobachtung von zwei Instrumenten höchstens die Übersicht erschwert,
denn übersteuert werden darf ja keiner der beiden Kanäle.

Sinnvoller sind zwei Instrumente dann, wenn auch zwei Aussteuerungsregler - möglichst als Schieberegler - vorhanden sind, doch macht man hier noch leichter einmal einen Fehler, weil die Versuchung naheliegt, den Kanal, der gelegentlich offenbar „zu leise" kommt, ein bißchen aufzuregein, wodurch man letztlich die ganze Richtwirkung der Stereo-Wiedergabe in Frage stellen kann. Was aber verliert man, wenn nur ein Aussteuerungsregler und ein Instrument vorhanden ist? So gut wie nichts, so lange der einzige Regler - der ja in Wirklichkeit auch wieder aus zwei, mechanisch fest gekoppelten Reglern besteht - ausreichende Gleichlaufeigenschaften aufweist. Und das darf man bei modernen Markengeräten getrost voraussetzen.

Eine einfachere Bedienung

Die Bedienung aber wird durch eine solche Anordnung ganz wesentlich vereinfacht. Fazit: Ein Regler und ein Instrument ist gut. Zwei Regler und zwei Instrumente sind zwar - was die Möglichkeiten anlangt - „besser", doch erfordern sie weit mehr Aufmerksamkeit und Geschicklichkeit bei der Bedienung.

Die Automatik

erspart das Beobachten des Instrumentes völlig - sie sorgt dafür, daß die Aufnahme stets richtig ausgesteuert wird. Wie gut sie das kann, ist vor allem eine Frage des herstellerseitig betriebenen Aufwandes; es lohnt sich durchaus, in dieser Richtung einmal mehrere Geräte miteinander zu vergleichen.

Für den Tonbandamateur ist es auch wichtig, daß sich die Automatic für Sprach- und Musikaufnahmen umschalten läßt und überdies abschaltbar ist, da man für bestimmte Effekte (insbesondere Mischungen, Playback- und sonstige Trickaufnahmen) keinesfalls auf eine Handaussteuerung verzichten kann. Sogenannte „Vollautomatik-Geräte" sind eher etwas für den technisch Unbedarften, der möglichst überhaupt nur „aufs Knöpfchen drücken" möchte. Über das für und wider der Automatik sowie über deren Eigenschaften haben wir bereits in einem früheren Heft ausführlich berichtet.

Flachbahnregler

haben weder etwas mit der Bundesbahn noch mit Schlittschuhlaufen zu tun. Sie werden vielmehr heute bei vielen Tonbandgeräten anstelle der früher allgemein gebräuchlichen Drehregler eingesetzt und haben den großen Vorteil, daß man ihre Stellung - jederzeit leicht reproduziebar - auf einen Blick erkennen und überdies im Bedarfsfalle (Mischungen) auch mehrere Regler mit einer Hand bedienen kann. Dabei sollte man allerdings wissen, daß die natürliche Lage solcher Regler die horizontale ist. Bei einem Gerät, das als „Senkrechtstarter" betrieben wird, liegen sie längst nicht so „handgerecht".

Getrennte Aufnahme-Wiedergabe-Regelung

ist in zwei Fällen wichtig: einmal, wenn die Wiedergabe über die eingebauten Gerätelautsprecher erfolgen soll und man nicht jedesmal beim Kontrollabhören die Lautstärke nachregeln möchte. Zum anderen aber auch dann, wenn die Aufnahme über einen Kopfhörer kontrolliert wird (bei Mikrofonaufnahmen im gleichen Raum bekanntlich unerläßlich), weil mit dem Wiedergaberegler dann üblicherweise die Kopfhörerlautstärke gleichfalls separat eingestellt werden kann. Wer viele Mikrofonaufnahmen zu machen beabsichtigt, sollte auf eine derartige Mithörmöglichkeit auf keinen Fall verzichten.

Eingebautes Mischpult

Ein eingebautes Mischpult macht das Gerät universeller und spart Kosten für Zubehör. Man sollte sich jedoch genau erkundigen, ob die mischbaren Eingänge gleiche, annähernd gleiche oder wesentliche unterschiedliche Empfindlichkeiten aufweisen. Es gibt beispielsweise Tonbandgeräte, "wo" ?? eine Mischmöglichkeit lediglich zwischen Mikrofon- bzw. Rundfunk-Aufnahmen und Schallplatten besteht (da ein Tonabnehmer eine wesentlich höhere Spannung abgibt als z. B. ein
Mikrofon), bei anderen wiederum können auch mehrere Mikrofone miteinander gemischt werden. Im allgemeinen wird die erstgenannte Möglichkeit vollkommen ausreichen, da der Plattenspielereingang auch als Anschlußpunkt für ein weiteres Tonbandgerät geeignet ist. Wer jedoch auch weitere Möglichkeiten ausnutzen möchte, sollte sich vor dem Kauf unbedingt genau erkundigen - und dann gegebenenfalls auf ein separates Mischpult zurückgreifen.
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Trickmöglichkeiten

Trick und Trick ist zweierlei, möchte man hier sagen. Die einzige Taste, die offiziell mit „Tricktaste" bezeichnet wird, erlaubt im allgemeinen alles, nur keine Trickaufnahmen. Sie tut nämlich nichts anderes, als den Löschkopf abschalten, so daß ein bereits besprochenes Band nochmals mit einer zusätzlichen Information versehen werden kann. Da hierbei jedoch kein Mithören möglich ist und überdies die ursprüngliche Aufnahme nicht nur leiser - wie im allgemeinen in den Bedienungsanleitungen angegeben -, sondern überdies auch dumpfer wird, ist diese Einrichtung nur für recht bescheidene Ansprüche ausreichend und kann gegebenenfalls auch nutzbringend bei der Vertonung von Filmen angewandt werden(Kommentar zu Untermalungsmusik), da hierbei der Film als „Taktgeber" verwendet wird und man so auf eine Mithörmöglichkeit nicht unbedingt angewiesen ist. Da jedoch jeder „Versprecher" die gesamte Aufnahme wertlos macht, muß man dabei sehr konzentriert vorgehen, wenn man Erfolg haben möchte.

„Playback", „Duoplay" oder „Multiplay"

Wesentlich günstiger sind da schon Trickmöglichkeiten wie „Playback", „Duoplay" oder „Multiplay" - oder wie auch immer sich die ganze Playerei nennen mag. Im Prinzip ist es stets das gleiche: nämlich die Möglichkeit, mehrere Aufnahmen nacheinander zu „fahren" und später gemeinsam wiederzugeben.

Da während der einzelnen Aufnahmen mitgehört werden kann, ergeben sich eben echte Trickmöglichkeiten (zwei- oder mehrstimmiger Gesang eines einzelnen Solisten, Gretchen Müller singt, begleitet von Max Greger und dergleichen mehr), die selbstverständlich auch der Film- und Diavertonung zugute kommen. Da jedoch alle diese Verfahren einiges technisches Verständnfs erfordern, empfiehlt es sich, derartige Geräte besonders genau unter die Lupe zu nehmen und den Verkäufer zu bitten, einen auch einmal - mit der Bedienungsanleitung in der Hand - für einige Zeit mit dem Gerät der engeren Wahl allein zu lassen, damit man alles genau ausprobieren kann, ehe man sich für ein bestimmtes Modell entscheidet.

Schließlich sind derartige Geräte auf Grund ihrer technischen Konzeption unterschiedlich schwierig zu handhaben und es ist deshalb bestimmt gut, wenn man schon vor dem endgültigen Kauf weiß, welche Bedienungsart einem am besten zusagt. Dem Verkäufer, der in einem solchen Fall allzu schnell die Geduld verliert, oder der den Interessenten partout nicht selbst an das Gerät heranlassen möchte, sollte getrost einiges Mißtrauen entgegengebracht werden. Wer ein so kompliziertes und aufwendiges Gerät kauft, hat auch Anspruch auf erstklassige Beratung!

  • Anmerkung : Das ist sehr unglücklich formuliert, denn einen Anspruch hat der Interessent schon mal gar nicht. Und der Käufer hat nur einen Anspruch auf Gewährleistung, auf weiter nichts.

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Eingebaute Lautsprecher

Wie bereits erwähnt, verfügen die meisten Tonbandgeräte als Kofferausführungen auch über eingebaute Lautsprecher. So lange man sein Gerät vorwiegend mit einer Rundfunk- oder HiFi-Anlage zusammen betreiben will, ist die Klangqualität dieser Lautsprecher, die dann ja nur zu Abhör- und Kontrollzwecken dienen, durchaus von untergeordneter Bedeutung.

Anders dagegen, wenn man - beispielsweise bei einer Film- oder Dia-Vorführung jedesmal erst eine Verstärkeranlage aufbauen will: Man wird in diesem Falle durchaus die Klangqualität dieser Lautsprecher mit ins Kalkül ziehen müssen - und es gibt da gewaltige Unterschiede! Günstig ist es in einem solchen Fall selbstverständlich auch, wenn der im Gerät eingebaute Wiedergabeverstärker über eine ausreichende Klangregelung verfügt, die es gestattet, die Klangcharakteristik den jeweiligen Bedürfnissen anzupassen. Auch eine genügend hohe Ausgangsleistung ist dabei wichtig - möglichst nicht unter 4 Watt.

Einbaumöglichkeit

Viele möchten ihr Tonbandgerät gerne in einen Schrank oder eine Schublade einstellen und dort auch betreiben. Man erspart sich dadurch den häufigen Transport und kann überdies alle wesentlichen Verbindungsleitungen ständig angeschlossen lassen.

Keinesfalls aber darf man nun glauben, daß ein transistorisiertes Tonbandgerät unbedingt so „kalt" bleiben müßte, daß man es jederzeit bei geschlossener Schranktür oder Schublade betreiben könnte. Man verlasse sich hierbei nicht allzusehr auf die - oft recht leichtfertig gegebenen - Zusagen eines Verkäufers, sondern richte sich vielmehr nach den jeweiligen Herstellerangaben, die meist entsprechende Hinweise enthalten.

Grundsätzlich ist es immer richtig, bei einem in Betrieb befindlichen Tonbandgerät für ausreichende Luftzu- und -abführung zu sorgen. Wenn es also nicht gerade um „streng geheime" Aufnahmen geht, sollten Tonbandeinstellräume während des Betriebes nach Möglichkeit geöffnet bleiben. Man erspart sich hierdurch mit Sicherheit unangenehme Überraschungen.

Zubehör

In diesem Rahmen auch noch ausführlich über das mannigfaltige Zubehörangebot referieren zu wollen, würde sicher zu weit führen. Ehe man sich jedoch zu einem Kauf entschließt, sollte man sich vergewissern, daß das ins Auge gefaßte Teil auch wirklich zu dem ausgewählten Tonbandgerät paßt. Die Übersichten der einschlägigen Hersteller geben darüber hinreichend Auskunft.

Es ist auf jeden Fall gut, sie höchstpersönlich durchzustudieren und sich nicht unbedingt auf Zusagen von Verkäufern zu verlassen, da diese - und das ist durchaus ehrlich gemeint - wirklich überfordert wären, wollten sie sämtliche Einzelheiten auswendig wissen. Wer sich zuerst einmal an die Prospektangaben hält und sich dann noch mit einem Fachmann unterhält, ist bestimmt gut beraten!

Film- oder Dia-Synchronisiergerät

Und wer sich ein Film- oder Dia-Synchronisiergerät anschaffen will, sollte sich dieses unbedingt erst einmal für einige Tage mit nach Hause geben lassen, um es dort in aller Ruhe auszuprobieren und es erst dann kaufen, wenn er sich überzeugt hat, daß es auch wirklich zu seinen sonstigen Geräten paßt und auch sonst in jeder Weise den eigenen Vorstellungen entspricht. Es mag sein, daß sich einige Händler mit diesem Gedanken nur wenig befreunden können - aber gerade bei solchen Dingen kauft man nicht gerne die Katze im Sack!

Das war eigentlich alles

Und damit wären wohl so ziemlich alle Fragen durchgesprochen, die im Zusammenhang mit dem Neukauf eines Tonbandgerätes auf einen zukommen können, und deshalb zum Schluß noch ein Ratschlag: Ein Tonbandgerät kauft man am besten im guten Fachgeschäft; nur dort vird man im allgemeinen die Beratung und Betreuung finden, die bei dieser komplizierten Materie notwendig ist. Glücklich, wer einen Verkäufer findet, der selbst Tonbandamateur ist und mit dem er alle einschlägigen Fragen „unter Profis" durchdiskutieren kann. K.R.

FACHAUSDRUCKE LEICHT GEMACHT

In stark vereinfachter Form werden wir in loser Folge an dieser Stelle die wichtigsten Fachausdrücke aus der Tonbandpraxis vorstellen und erläutern. Wir beschränken uns dabei jeweils auf die elementarsten Grundlagen, die zum Verständnis erforderlich sind. Randerscheinungen und Folgeeffekte können darüberhinaus nicht immer mit dargestellt werden. Red.

  • Anmerkung : Die letzen Hefte hatten reichlich dillettantische Artikel bei diesen Fachausdrücken bzw. Erklärungen. Also mal sehen.

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Entzerrer, Filter, Frequenzgangkorrektor und deren Anwendung

Das ist eine Gruppe von Geräten, mit denen sich Frequenzgang-Korrekturen oder Veränderungen, also klangliche Beeinflussungen, vornehmen lassen.

Was kann oder sollte man verändern? Welche Gerätetype eignet sich wozu? - Für das Amateurstudio eignet sich vorwiegend der Frequenzgangkorrektor, exakter ausgedrückt: Entzerrer (Unterschiede zwischen beiden gibt es nur in der Bezeichnung).

Der Entzerrer

Mit ihm lassen sich auch akustische Verformungen und Verfälschungen zur Erreichung eines bestimmten Effektes erzielen. Vorwiegend wird er jedoch im Amateurbetrieb zum Ausgleichen von Mängeln eingesetzt. Zum Beispiel ungenaue Anpassung, verschiedene Aufnahme-Wiedergabe-Entzerrung zweier Bandgeräte, Höhenverluste durch zu lange hochohmige Leitungen, qualitative Verluste durch mehrmaliges Überspielen u. a. Natürlich sollten all diese Mängel nicht auftreten, aber manchmal gehts eben nicht anders, und oftmals hat man bereits eine fehlerhafte Aufnahme vorliegen.

In den genannten Fällen ist vorwiegend der Höhenregler zuständig. Durch mehr oder weniger starke Anhebung der Höhen lassen sich diese Fehler ausgleichen, zumindest aber verringern. Der Bereich des Tiefenreglers ist einsetzbar bei der Aufzeichnung einer Diskussion, eines weit vom Mikrofon entfernten Sprechers, bei extremer Nahbesprechung des Mikrofons, zur Unterdrückung starken Halls, zur Tiefenbeschneidung und damit besseren Verständlichkeit einer dunklen Stimme. -

Meist ist der Entzerrer mit seiner gleitenden, langsam an- oder absteigenden Wirkung (exakt: Kennlinie) voll ausreichend.

Das (oder der) Filter

In Fällen starker Beschneidung aber oder bei extremer Verfremdung ist das Filter vorzuziehen. Letzteres hat im Gegensatz zum Entzerrer eine sehr steil einsetzende Kennlinie, wirkt abrupter, ist also gezielter einsetzbar, (wird z.B. als Rausch- oder Rumpelsperre bei Plattenüberspielungen eingesetzt).

Wie bereits erwähnt, für den Amateur ist in erster Linie der Entzerrer interessant und erschwinglich. Außer den bereits erwähnten Anwendungsbeispielen läßt sich mit dem Entzerrer aber auch akustisch gestalten. Bei einem Dialog zweier Stimmen z. B., die von nur einem Sprecher gesprochen werden. Man wird die eine Stimme in diesem Fall möglichst originalgetreu bringen. Die zweite Stimme wird mit Hilfe des Entzerrers verändert. Durch diese Veränderung wird nicht nur die Stimme, sondern auch die den Sprecher umgebende Raumakustik verändert. Eine zweite akustische Ebene, ein deutlicher Unterschied zur ersten Stimme ergibt sich zwangsläufig.
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Ein weiteres Beispiel:

Bestimmte Geräusche im Freien - Eisenbahnzug, Auto, Schritte usw. - unmittelbar vor dem Mikrofon aufgenommen, lassen sich später bei der Überspielung durch gleichzeitiges Zurückdrehen und Höhenbeschneiden derartig verändern, daß ein sich langsam steigernder Entfernungseffekt auftritt. - Für den Nur-„Musikmitschneider" ist der Entzerrer als Ausgleichsmöglichkeit für qualitativ unterschiedliche Aufnahmen, Bänder und Platten oft notwendig.

Eines sei jedoch hier gesagt: Man sollte den Entzerrer wohldosiert einsetzen, da eine beabsichtigte Verbesserung sehr leicht durch übertriebene Beeinflussung ins Gegenteil umgekehrt werden kann.

Möglicherweise taucht jetzt hier die Frage beim Leser auf: Warum überhaupt Entzerrer? Letztlich kann man die gleiche Wirkung auch beim Abhören unter Betätigung der Höhen- und Tiefenregler am Radio oder Verstärker erzielen.

Dies trifft aber aus mehreren Gründen nicht zu. Es ist z. B. nicht möglich, aus einer Mischung - angenommen einen Dialog in einem Boot - später die störenden Höhenanteile des Wasserrauschens, und nur diese, herauszunehmen. - Ein Gespräch mehrerer Personen, durch größeren Mikrofonabstand oder Verwendung eines Kugelmikrofons mit erheblichen Raum- und Außengeräuschen unterlegt, kann man bei der Wiedergabe durch Tiefenbeschneidung durchaus verständlicher einstellen.

Aber: plötzlich tritt ein Rauschen hörbar in den Vordergrund, da durch die Tiefenbeschneidung die Höhen - und damit das Bandrauschen - bevorzugt wiedergegeben werden. Ein Entzerrer bei der Aufnahme benutzt, hätte die Mängel wirksamer und ohne (Rausch-) Folgen beseitigt. - Ein Musikprogramm, zusammengestellt aus verschiedenen, qualitativ unterschiedlichen Quellen, wird beim Abhören durch ständiges „Klangregeln" keine ungetrübte Freude mehr sein. Es sei denn, man setzt bei der Zusammenstellung den Entzerrer zur Angleichung ein.

Filter bzw. Entzerre können nicht zaubern

Wo etwas nicht da ist, kann auch der beste Entzerrer nicht helfen. Das wurde schon von klugen Leuten gesagt und ist richtig. Aber nur sehr selten ist wirklich nichts mehr da.

Meist handelt es sich nur um Abfälle im Hochtonbereich, Verminderungen also, welche sich mit einem Entzerrer durchaus wieder anheben lassen. (Gleiches gilt natürlich auch für den Tieftonbereich, hier kommen Abfälle aber seltener vor.)

Dazu noch ein weiterer Tip fürs Amateurstudio. Sind mehrere Umspielungen einer Aufnahme nötig, kann man bereits die Aufnahme - gegebenenfalls die erste Kopie - mit einer Höhenanhebung aufzeichnen. Bei der letzten Umspielung wird dann diese Anhebung durch Absenkung wieder ausgeglichen. Abgesenkt wird auf diese Weise aber gleichzeitig das durch mehrfaches Umspielen angewachsene Bandrauschen. Gut geeignet für diesen Zweck sind Entzerrer mit einer geeichten und markierten Kennlinie.

Man hebt z. B. bei der Aufnahme die Höhen um 5dB an, um später wieder um 5dB abzusenken. Auf diese Weise wird das Klangbild (exakt: der Frequenzgang) nicht verfälscht. Im Normalfall wird der Entzerrer bei der Aufnahme zwischen Mischpult-Ausgang und Aufnahmegeräte-Eingang geschaltet. Somit kann alles, das über das Mischpult geht, beeinflußt werden.

Von Nachteil ist jedoch dabei, daß sich bei einer Mischung kein einzelner Eingang, sondern nur das Ganze verändern läßt. Variabel einsetzbare Entzerrer oder Filter, die vor einzelne Eingänge, zwischen Eingangsgruppen (Kanäle), oder hinter den Ausgang zu schalten sind, werden deshalb in der Studiotechnik vorgezogen. Mit einigem Aufwand an Zwischen-Steckverbindungen läßt sich das auch im Amateurstudio machen.

Es gibt passive und aktive Geräte.

Die passiven arbeiten ohne Verstärkerelemente, es ist also keine zusätzliche Versorgungsspannung (Batterie oder Netz) nötig. Zwangsläufig damit verbunden ist aber ein Pegelabfall (Lautstärke-Verlust).

Dieser Pegelabfall tritt bereits beim Anschließen dieser Geräte auf. Das heißt, auch wenn das Gerät in Nullstellung, also ohne Anhebung oder Absenkung arbeitet. Ein passives Gerät läßt sich also nur dort einsetzen, wo entsprechende Lautstärkereserven vorhanden sind (z. B. bei der Überspielung von Band zu Band direkt). Des weiteren ist mit einem passivem Gerät nur eine vernünftige Absenkung möglich.

Für Anhebungen sollte man besser einen aktiven Entzerrer anschaffen, auch wenn sich dies als aufwendiger herausstellt. Aktive Entzerrer besitzen eine, meist mehrere Verstärkerstufen, durch deren Wirkung alle Pegelabfälle ausgeglichen werden. Darüber hinaus ist meist durch besondere Schaltungsmaßnahmen eine günstigere Anpassung an die vor- und nachgeschalteten Geräte möglich. Auf diese Weise lassen sich beim Vorhandensein einer Emitterfolger-Ausgangsstufe (Transistorgerät) oder Katodenfolger (Röhrengerät) mehrere Ausgänge parallel anschalten. Es können also mehrere Aufnahmegeräte gleichzeitig angeschlossen und versorgt werden.

Ein großer Vorteil, wenn mehrere Kopien gleichzeitig gezogen werden können. In Heft 4/67, Seite 31 und 32, brachten wir übrigens eine komplette Anleitung für den Selbstbau eines aktiven Entzerrers.

Kopiereffekt, Echoeffekt, Kopierdämpfung

In Kriminalfilmen und -Romanen gehört es zur Routinearbeit der Polizei, die Schreibunterlagen auf dem Schreibtisch eines Verdächtigen zu untersuchen. Schon so manches Mosaiksteinchen zur Aufklärung wurde auf diese Weise gefunden.

Ein geschriebener Brief drückt sich mehr oder weniger auf die Unterlage durch, und ist dann auch auf dieser lesbar. Wird auf dünnes Papier geschrieben, stark aufgedrückt und ein harter Schreiber benutzt, ist die Wirkung besonders groß, die Kopierwirkung - oder der Kopiereffekt.

Es ist klar, daß in unserem Fall das Tonband gemeint ist. Die Schreibunterlage ersetzen wir durch die nächste Bandwindung auf der Spule. Dünnes Papier = dünnes Tonband, harter Stift = starke Magnetisierung durch den Tonkopf. Natürlich ist die Sache - wie bei allen unseren Beispielen - nicht ganz so einfach.

Die Kopierwirkung ist ein Langzeiteffekt

Vor allem sei darauf hingewiesen, daß die Kopierwirkung nicht beim Aufnahme-Vorgang (bei der Magnetisierung) eintritt, sondern später, wenn das Band Lage für Lage auf der Spule aufgewickelt ist. Wir wissen ja, daß die Oberseite des Bandes (wieso die Oberseite ?? schlecht formuliert !)aus einer Magnetschicht besteht. Die Kraftlinien dieser Magnetschicht erzeugen in der benachbarten Bandlage ebenfalls eine (wesentlich schwächere) Magnetisierung. Ein Echoeffekt bzw. ein „Voraus"-Echo entsteht. Echo deswegen, weil zwischen Bezugsstelle und der Echo-Plazierung einige Zentimeter Abstand liegen - die Länge der betreffenden Bandlage auf der Spule.

Das Beispiel-Echo :

Da eine Windung auf einer vollen 15er Spule mit etwa 45cm wesentlich länger als eine Windung auf der fast leeren Spule (etwa 25cm) ist, verändert sich damit auch der zeitliche Abstand von Original und Echo. Wie bereits erwähnt, ist ein solches Echo wesentlich schwächer als das Original hörbar.

Dies trifft besonders bei kleinen Bandgeschwindigkeiten zu. Bei Tanzmusikaufnahmen tritt - außer einem eventuellen Vorausecho vor einem sehr lautstarken Einsatz - der Kopiereffekt durch die Überdeckung der durchlaufenden Musik nicht in den Hörbereich.

Einige weitere Punkte beeinflussen ebenfalls die Intensität und damit die Hörbarkeit von Echoeffekten. Ein dickes Band bedeutet durch den größeren Abstand von der Nachbarwindung größere Sicherheit. Wärmeeinfluß begünstigt die Kopierwirkung.

Desweiteren vergrößert sich die Kopierwirkung bei längerer Lagerzeit, das heißt, sie steigt auf einen gewissen Endwert an. Helfen kann man sich bei auftretenden Echoeffekten durch mehrmaliges Umspulen des betreffenden Bandes.

Natürlich ist das alles "genormt"

Nach den Normen der deutschen Rundfunkanstalten soll die Kopierdämpfung - das ist der Lautstärkeunterschied von Original zu Echo - größer als 55 dB sein. Im Amateurbereich ist die erreichbare Größe der Kopierdämpfung abhängig von der verwendeten Bandsorte und Bandgerätetype. Maximal erreichbare Werte bei Langspielband liegen bei etwa 58dB. Doppel- und Dreifachbänder etwa 57dB. Bei hochaussteuerbaren Bändern sinken die Werte weiter bis etwa 52dB ab.

Übersprechen. Übersprechdämpfung

Unser Beispiel : Tante Emma hat zu einer Party geladen. Man schafft sich, und läßt die Rolling stones schaffen. Nachbar Piepenbrink ist sauer. Sein Kammermusikabend ist im Eimer. Beatrhythmus von nebenan vergrämt ihn.

Das "Durchdringen" der Tanzmusik in seine Wohnung ist ein sogenannte "Übersprechen". Hätte man dickere bzw. besser isolierende Wände zwischen beide Wohnungen gesetzt, wäre ein Durchdringen der Musik weniger oder nicht möglich. Mit anderen Worten: die Übersprechdämpfung wäre größer.
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Jetzt zur Übersprechdämpfung

Übersprechen ist also die Bezeichnung für das auf ein Nachbargebiet, in unserem Falle auf die Nachbar-Bandspur oder den Nachbar-Kanal durchdringende Signal. Übersprechdämpfung die Bezeichnung der Differenz oder des Abstandes. Die Größe wird in dB angegeben. - Für den Tonbandfreund kann das Problem Übersprechen an mehreren Punkten auftreten. Im Mischpult zwischen mehreren Eingängen bzw. zwischen Ein- und Ausgang. Allerdings müssen dazu schon mehrere negative Kriterien zusammentreffen, was äußerst selten ist.

Bei Mono-Bandgeräten tritt das Problem praktisch überhaupt nicht auf, da es nur eine Spur bzw. nur einen Kanal gibt. Stereo-Bandgeräte dagegen verursachen häufig Ärger, wenn sie im Mono-Betrieb benutzt werden. Angenommen auf Spur I eines Bandes wurde Musik gespeichert. Der Inhalt von Spur II besteht aus einem Hörspiel. Hört man dieses Band - das Hörspiel - auf einem Stereo-Gerät ab, wird man in den Sprechpausen die Musik von Spur I durchhören. Leise bis sehr leise - aber eben hörbar für empfindliche Ohren. Schon erst recht mit dem Kopfhörer, mit dem man bekanntlich Störgeräusche hört, die bei Lautsprecherbetrieb überhaupt nicht auffallen.

Bei Stereo-Geräten ist das wichtig

Hier zeigen sich die Nachteile von monaural genutzten Stereo-Bandgeräten. Nach DIN 45500 soll das Maß der Übersprechdämpfung (Bezug 1000 Hz) bei gegenseitiger Doppelspuraufzeichnung minimal 60dB betragen. Hier wird ganz offensichtlich die Norm nur selten erreicht. Stereo-Geräte bei Stereo-Betrieb sollten eine Mindest-Übersprechdämpfung von 25dB aufweisen. Diesen Wert erreichen auch Plattenspieler-Abtastsycteme der Spitzenklasse. Schallplatten sind bekanntlich qualitativ differenzierter. Im Schnitt liegt hier die Übersprechdämpfung bei etwa 35dB. Erreichbare obere Grenze ist ca. 40dB.

Und bei Stereo-Verstärkern

Auch bei HiFi-Stereo-Verstärkern ist die Übersprechdämpfung ein Qualitätsmerkmal. Nach DIN 45 500 sollte sie (bei 1000 Hz) zwischen den Kanälen mindestens 40 dB, zwischen den verschiedenen Eingängen mindestens 50 dB betragen. (Letzteres bezieht sich auf Nenneingangsspannung, mit der bei vollaufgedrehten Lautstärkeregler Vollaussteuerung erreicht wird.)

Auf dem tonband-Prüftisch - das SONY TC-50 Kassettengerät

Die Elektronik ist eine angewandte Wissenschaft, deren Entwicklung mit Siebenmeilenstiefeln vorwärtsschreitet, und wenn man den Kontakt für einige Wochen verliert, so geht es einem fast wie dem Landstreicher auf dem Witzbild, der verludert am Straßenrand ein Nickerchen macht und wovon es heißt, er sei der blendendste Computerfachmann der Stadt gewesen und hätte dann 6 Wochen Urlaub genommen!

Auf dem Gebiete der Tonaufnahmetechnik ist man somit vor Überraschungen nicht gefeit, und glaubte man bisher, mit den Compaktcassetten-Geräten bei einem vernünftigen Größenverhältnis zur Cassette angelangt zu sein, so stellt einen SONY wiederum vor umwerfende Tatsachen mit dem Gerät TC-50 (siehe Bild im Titel).

Alle bisherigen Modelle von der Größe her unterboten

An Dimensionen unterbietet dieses Gerät alle bisher auf dem europäischen Markt erschienenen Ausführungen. Es enthält außerdem sowohl einen Lautsprecher als auch ein eingebautes Mikrophon und ist demgemäß für alle möglichen Einsatzzwecke ideal disponiert! Nachdem die internationale Normung für batteriebetriebene, tragbare Kleingeräte weit hinter der Entwicklung zurückhinkt, ist es nicht verwunderlich, daß bei diesem Gerät mit 4,5 V Nennspannung gearbeitet wird, wobei zur Speisung entweder eine, mit der Sammelpackung gelieferte Kleinbatterie zu 3 nachladbaren Nickelcadmiumzellen oder ein entsprechend gleich großes Kästchen verwendet wird, in welchem 3 Stabzellen (IEC-Norm R6) eingesetzt werden können.

Es steht dem Benutzer natürlich frei, gewöhnliche Leclanche-Stabzellen oder die neueren, leistungsfähigeren alkalischen Zellen zu verwenden, welche nach Werkangaben sogar gegenüber dem Nickel-Cadmium-Akkumulator eine längere Laufzeit gewährleisten sollen.

Außerdem ist wiederum, wie fast bei allen Geräten japanischer Herkunft, eine Anschlußbuchse (9) für Fremdspeisung vorgesehen, wobei natürlich darauf geachtet werden soll, daß dann nur 4,5 V zuzuführen sind (auch als Ladebuchse im Falle von Akku-Betrieb verwendbar.)

Das Äußere - sehr elegant

Der Eindruck des Gerätes ist sehr ansprechend und man kann es als elegant bezeichnen. Außer der einen Schmalseite unterhalb des Mikrofons, die mit genarbtem schwarzem Kunststoff belegt ist, und dem stirnseitigen Fach mit den mechanischen Steuerelementen - versenkt angeordnet und ebenfalls in schwarz gehalten - sind alle anderen Flächen in matt gebürstetem, naturfarbenem Aluminium ausgeführt.

Ein Rundumblick rings herum

Auf der einen Seite ist ein ca. 5cm großer Ausschnitt mit in konzentrischen Ringen angeordneten 2mm großen Löchern als Lautsprecherabdeckung ausgebildet. Die andere Seite nimmt den in offener oder geschlossener Lage einschnappenden Deckel für die Cassette auf, wobei das Gerät nur rund 25mm höher ist, als die Cassette das benötigt. Auf der Unterseite ist, mit einem Drehbügel verriegelt, ein Deckel abnehmbar, der ein Fach freigibt, in welches, wie weiter vorn erwähnt, eine Batteriepackung eingeschoben werden kann, die auf der einen Seite mit drei Federkontakten versehen ist, falls es sich um die nachladbare Nickelcadmiumbatterie handelt, oder mit zwei Federn, falls es sich um das Kleingehäuse zur Aufnahme von Stabzellen handelt. Auf der Oberseite sind die Bedienungselemente enthalten.

Mit Ledertasche uind Mikrofon

In der Sammelpackung ist eine Bereitschaftstasche aus Leder (13) vorhanden (s. Bild), die mit einem Velcro-Klettenverschluß versehen das Gerät umschließt, wobei es elegant am Handgelenk mittels der am Gerät befestigten Tragschlaufe auf dem Spaziergang mitgeführt werden kann.

Da ein eingebautes Mikrofon (1) vorhanden ist, muß man sich nicht um Kleidergeräusche kümmern oder um allzu starke Untermalung der Aufnahme durch das eigne Räuspern, das sonst meistens bei in der Rocktasche oder um den Hals getragenen Mikrofonen unweigerlich mit auf das Band kommt!

Raffinierte Bedienung

Die Bedienung ist raffiniert ausgedacht und wiederum für Einhandbetrieb disponiert. Der Daumen der linken Hand (an welcher das Gerät normalerweise wohl getragen wird), drückt auf den roten Aufnahmeknopf (6) und der Zeigefinger zieht den Antriebshebel (3) nach hinten, der Rest ist nur noch Staunen, nachdem das Gerät selbstverständlich mit einem automatischen Pegelregler ausgerüstet ist.

Der Vollständigkeit halber befindet sich ganz vorn oben auf der Kante noch ein kleines Schauzeichen, das bei Aufnahme den Pegel angibt und bei Wiedergabe zur Batteriekontrolle dient.

Der Aufnahmeknopf (6) ist durch die Cassette verriegelt, dergestalt, daß wenn keine vorhanden ist, oder wenn bei einer Cassette der entsprechende Nocken ausgebrochen ist, eine Aufnahme unmöglich gemacht wird.

Für Schnellvorschub wird der Knopf (4) gedrückt. In der Stoplage des Hebels (3) erscheint im Sichtfenster (5) der Text REW („rewind" = Rückspulen). Man erreicht auf diese Weise eine Schnellrückspulung. Befindet sich der Hebel (3) in Laufstellung, so ist im Fenster (5) FF („fast forward") zu lesen. Durch Drücken des schwarzen Knopfes (4) wird also ein rasches Vorwärtsspulen erreicht. Dies ist allerdings etwas langsamer als das Rückspulen, da die ganze Laufmechanik inklusive der geschliffenen Vorschubwelle mit Anpreßrolle in Betrieb bleibt und lediglich der Motor auf höhere Drehzahl gebracht wird.

Zur Wiedergabe wird der Hebel (3) in Laufstellung gebracht, ohne daß der rote Knopf (6) zur Aufnahme gedrückt wird, und mit dem Regler (19) kann der Lautsprecherpegel reguliert werden.

Ein 2. Mikrofon mit Stop-Schalter ist auch noch dabei

In der Sammelpackung ist nun aber ein zusätzliches, separates, hochempfindliches Mikrofon (12) vorhanden (s. Bild), weshalb das Gerät mit der weiter vorn erwähnten Kombiklinke für Fremdmikrofonanschluß ausgerüstet ist. Das Mikrofon ist mit einem Laufstop-Schalter versehen, der in üblicher Weise lediglich den Motorstromkreis unterbricht. Es ist in erster Linie für Tischbetrieb vorgesehen, seine empfindliche Seite schaut in liegender Lage nach oben.

Elektrischer Aufbau

Wenn der geneigte Leser nun glaubt, hier die Beschreibung eines Wundergerätes voller ICs vor sich zu haben, so muß er enttäuscht werden. Obwohl SONY, wie in früheren Artikeln erwähnt wurde, mit der ausschließlich für eigenen Bedarf hochgezüchteten Fabrikation von Halbleitern in Japan an vorderster Stelle steht, und ebenfalls nun mit integrierten Schaltkreisen aufwartet, ist im TC-50 keine Verwendung von IC nachzuweisen.

Das ganze Gerät ist ausschließlich mit diskreten Elementen in klassischer Bauweise auf gedruckter Schaltung aufgebaut, eine Leistung, die Respekt verdient, wenn man die Dimensionen des Gerätes berücksichtigt und sich vor Augen hält, daß sowohl Mikrofon wie auch Lautsprecher miteinander im Gerät untergebracht sind!

Allgemeiner Eindruck

Es sei nochmals hervorgehoben, daß außer der Eleganz in erster Linie die Kompaktheit des Gerätes besticht. Inwieweit hier bei der Konzeption das im Aufbau ähnliche Philips Diktiergerät mit Minikassetten als Vorbild gedient hat, ist nicht abzuklären.

Die Verwandtschaft ist aber nicht abzuleugnen, und das TC-50 ist aufgrund des eingebauten Mikrofones auch sehr wohl als Diktiergerät zu verwenden, sowohl für Einzeldiktat wie auch zur Aufnahme von Konferenzen, indem es auf den Tisch gestellt werden kann und wenn nötig mit dem etwas empfindlicheren separaten Mikrofon angesteuert wird. Die Aufnahmequalität ist wirklich gut. Ein großer Schönheitsfehler ist hingegen die schwache Wiedergabe über den eingebauten Lautsprecher. Man hätte viel sparen können, wenn das eingebaute Mikrofon gleich zur Hörkontrolle herangezogen worden wäre. Für gute Musik - die das Gerät an eine Großanlage tadellos abgibt - ist der Lautsprecher unbrauchbar. Für Sprache ist er aber fast zu luxuriös.

Eine teilweise vorbespielte Cassette C-30 ist dabei

Die teilweise vorbespielte Cassette C-30 ist schlauerweise mit Aufnahmen versehen, wie sie ein Käufer, der über das Gerät begeistert ist, auf einer ersten Reise aufnehmen würde. Gute Musik fehlt! Auf diese Weise wird in eleganter Art die etwas schwache Wiedergabequalität des eingebauten Lautsprechers überdeckt. Wie weiter vorn erwähnt, ist die Musikwiedergabe sehr mager, wenn auch das Gerät selber, an große Anlagen angehängt, qualitativ in jeder Beziehung einwandfrei ist.

Weltnorm Ladegerät mit US Stecker

Als wichtige Zutat ist hingegen das Ladegerät (14) für den Trockenakku zu erwähnen, das für drei wichtigste Spannungsbereiche der Wechselstromlichtnetze der Welt umgeschaltet werden kann und bei der Sammelpackung dabei ist, allerdings mit USA flach/flach Netzstecker. Es ist nachgerade für einen Globetrotter ein Problem, mit all seinen batteriebetriebenen Geräten klar zu kommen, und es erweist sich einmal mehr als Nachteil, daß sich hier noch keine Weltnorm etabliert hat.

Das Resultat: Zu jedem Gerät, das mit großem Tamtam als netzunabhängiges, batteriegespeistes, mit Trockenakku ausgerüstetes Gerät auf den Markt gebracht wird, muß prompt ein eigenes Ladegerät mitgebracht werden! Man hat einerseits doch wohl schon einen Elektronenblitz, der seine 5 oder 6V benötigt, dann womöglich einen Trockenrasierapparat, der um die V herum braucht, und nun kommen die Kleinstrecorder auf den Markt, und hier ist wiederum die ganze Palette der verschiedensten Spannungen an der Hand! Es wäre wirklich zu schön, wenn man mit einem einzigen Universalladegerät auskommen könnte!

  • Anmerkung : Es hatte leider fast 40 Jahre gedauert, bis die EU mit Brachial-Gewalt einheitliche Ladegeräte für alle mobilen Geräte per Gesetz vorgeschrieben hat. Und dieses Gesetz gilt sogar für die japanische und chinesische Industrie und deren Geräte.

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Das Teil wird ein großer Erfolg werden

Das TC-50 hat auf dem europäischen Markt bereits gut eingeschlagen. Die 500 Geräte, die die SONY Overseas AG (Schweiz) für Europa als erste Lieferung übernahm, sind sofort vom schweizerischen Markt aufgekauft worden. Dies obwohl mit sehr großer Wahrscheinlichkeit das Ladegerät, das natürlich an das Lichtnetz anzuschließen ist, keinerlei nach europäischen Normen gültige Prüfteste aufweist. (Ein dornenvolles Problem sämtlicher Geräte, die aus Japan kommen. Dort wird leider immer noch viel zu stark auf den US-Markt mit seiner 110V-Konzeption und den etwas archaisch anmutenden Prüfbestimmungen der United Laboratories (UL) abgestellt.)

Würden sich die Japaner mehr nach Kanada oder nach Europa orientieren, so hätten sie diesbezüglich wohl noch viel größere Chancen; die entsprechenden Vorschriften sind ja derart streng, daß Geräte, die diesen entsprächen, praktisch auf der ganzen Welt zugelassen werden könnten. Daß zum Ladegleichrichter ein Übergangsstecker für unsere 19mm-Steckdosen beim Mustergerät nicht dabeilag, dürfte als kleiner Schönheitsfehler am Rande bemerkt werden.

Eine viersprachige reich illustrierte und sauber aufgemachte Bedienungsanleitung rundet den allgemein sehr guten Eindruck ab.

  • Anmerkung : Diese Vorausschau war weitblickend. Denn dieses Teil war der Vorläufer der SONY Walkmänner und von diesen sind am Ende über 180 Millionen Stück in alle Welt geliefert worden.

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Resume

Man darf auf die Zukunft gespannt sein, wenn SONY einmal - nunmehr ja mit AIWA (siehe Heft 4/69) auf diesem Gebiet gemeinsam tätig - mit ICs bestückten Recordern auf den Markt kommt. OSt.
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  • Anmerkung : Spätestens jetzt hätte den deutschen Firmenchefs und Marketing-Stategen dämmern müssen, daß die Japaner und vor allem SONY erstaunlich schnell lernen und verdammt gute Ideen umsetzen. Nach diesem eigentlich belanglosen elektronischen Kleinkram kam 1970 die erste gefährlich exzellente MINOLTA SRT 101 Spiegelreflexkamera mit Schnittbild- Entfernungsmesser zu uns nach Deutschland und war sofort der Renner. Ich hatte dann auch eine mit 3 höchstwertigen Minolta Objektiven.

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Tonband Party in Stuttgart

Zur Funkausstellung 1969 in Stuttgart hatten die Tonbandfreunde Baden-Württemberg - eine Landesgruppe des Rings der Tonbandfreunde - einen ganz besonderen Geistesblitz ihres Landes-Betreuers zu verkraften. Er wollte den in Scharen zum „Lärmfestival" wallfahrenden Tonbandamateuren etwas Besonderes bieten. Allein wie er es diplomatisch verstand, jedem aktiven Klubmitglied eine Aufgabe aufzubürden, war bemerkenswert.

Und so wurde aus einer flüchtigen Idee, sich „irgendwo zu treffen", die größte Veranstaltung, welche die Tonbandfreunde Baden-Württembergs, ja sogar der ganze Ring der Tonbandfreunde, je hatten.

Eine tolle Idee

Die Idee, ein Bandlerparadies abseits des Gewühls der Funkausstellung zu schaffen, trug auch bei der Industrie ihre Früchte, so stellte z. B. die BASF ihr Stuttgarter Verkaufshaus als Veranstaltungsort zur Verfügung.

Die Tonbandgeräte- und Zubehörhersteller trugen durch Bereitstellung zahlreicher Geräte, darunter die neuesten Ausstellungsmodelle, dazu bei, dieses Tonbandamateurtreffen zu einer „Funkausstellung für Tonbandamateure" anschwellen zu lassen.

Das von den „Tonbandfreunden Baden-Württemberg" in vielen schlaflosen Nächten ausgetüftelte Programm fand seinen Niederschlag in einem werbewirksamen Plakat, welches in allen Rundfunkfachgeschäften und Großhandlungen Baden-Württembergs hing. Kein Wunder, daß die Interessenten in Scharen herbeiströmten.

Auch Tages- und Fachpresse hatten auf die Veranstaltung hingewiesen. Und so waren es schließlich über 800 Tonband-Interessenten, welche in den Glaspalast im grünen Park nahe des Feuersees strömten und sich von HiFi-Stereo- oder ganz gewöhnlichen Viertelspur-mono Klängen berieseln ließen.

Gegenüber der Funkausstellung war diese Veranstaltung geradezu lautlos, denn die Industrie hatte erfreulicherweise so viele Studiokopfhörer zur Verfügung gestellt, daß für alle akustischen Darbietungen Studiokopfhörertankstellen eingerichtet werden konnten. Man hörte im dezenten Volksgemurmel nur einen Herrn lästerlich schreien: Er telefonierte gerade mit dem Funkausstellungsstand der BASF auf dem Killesberg, wo Joy and the Hit kids jegliche Verständigung fast unmöglich machten.

Was bot sich nun dem Besucher?

Bereits im Park wurde er aus großen Lautsprecherboxen mit dezentem Beat empfangen. An der Tür grüßte ein uraltes Tonbandgerät aus der Zeit der 50er Jahre: Vollspur, 76cm/s, dickes Acetatband, Fabrikat Loewe-Opta. Erstes Tonbandamateuergerät nach dem Kriege. Nur als Bausatz zu haben. Wurde von den jungen Technikern der Tonbandfreunde wieder in Schuß gebracht und lief und lief ......

Am nächsten Tisch konnten Tonbandbriefe besprochen und gleich versandfertig gemacht werden. Ein weiterer Tisch war durch junge Mädchen verziert, welche der Märchen-Hörspielgruppe von Margot Frank angehörten. Hier wurde demonstriert, daß beim „vielseitigsten Hobby der Welt" auch Kinder ihren Spaß haben.

Eine Ecke weiter gab es als Kontrastprogramm eine tonbandelnde Oma in voller Aktion zu besichtigen. Mina Weng zeigte durch ihre selbstvertonte Diaschau, daß zwar keiner zu jung, aber auch keiner zu alt fürs Tonbandhobby sei.

An einem weiteren Tisch gab es humorvolle Trickaufnahmen in Stereo zu hören, und zwei junge Tonbandfreunde führten die neuesten Cassettenrecorder vor, darunter sogar einen Cassettenwechsler. Eine andere Gruppe führte auf drei großen Geräten preisgekrönte Hörspiele der Landesgruppe vor. Und wer sich für die neueste Technik der Dia- und Filmvertonung interessierte, fand auch zu diesem Zwecke einschlägige Demonstrationsecken.

30 Mitarbeiter betreuten 800 Gäste

Die 30 Mitarbeiter der Tonbandfreunde Baden-Württembergs standen pausenlos für Fachgespräche zur Verfügung, und Landesbetreuer Ewert eilte von Gruppe zu Gruppe, um zahllose Hände zu schütteln und prominente Gäste zu begrüßen.

Sogar aus der Schweiz und aus Österreich waren Tonbandfreunde gekommen und ganz Deutschland, vom Bodensee bis Hamburg, war vertreten. Zahlreiche Amateur-Reporter fuhren mit ihren Batterie-Tonbandgeräten Reportagen. Ein Reporter mit kesser „Berliner Schnauze" fragte einen eleganten grauhaarigen Herrn: „Na, und wie gefällt es Ihnen hier auf der Tonbandparty?" „Gut. Ich bin hier der Hausherr" sagte der Herr bescheiden. Da war sogar der Berliner sprachlos.

Absoluter Publikumsmagnet war die „klubeigene" Beatband „The Motion of tune", und hier war der einzige Raum, in welchem es wirklich laut war. Werner Weng, ein vielfach preisgekrönter Tonbandamateur, demonstrierte hier mit mehreren Tonbandgeräten, Mischpulten und Mikrofonen Stereo-Aufnahmetechnik und Playbacktechnik, wobei es viel zu lernen gab.

Abends um elf waren dann zwar alle beratenden Techniker stockheiser, die Tonbandgeräte schlackerten nur noch müde mit der Tonwelle, und die Putzfrau fegte die letzten verbogenen Frequenzkurven aus der Halle.

In den Wochen nach der Veranstaltung kamen viele Briefe. Man war begeistert. Auch die Industrie war von der Publikumswirksamkeit der Ausstellung angenehm überrascht. Und schon steht in einschlägigen Kreisen fest: Dies war zwar die erste, aber keineswegs die letzte Tonbandparty. HB

NOTIZEN
Tonaufnahmen richtig aufbewahrt

Die Äußerungen der heranwachsenden Kinder, schon vor Jahren aufgenommen, die Stimme der eigenen Mutter, die heute nicht mehr lebt, das können Tonaufnahmen sein, die mit materiellen Gütern nicht aufzuwiegen sind. Man ist glücklich, daß man sie besitzt, man möchte sie jetzt aber auch bewahren, weil derartige akustische Kostbarkeiten einfach niemals mehr zu wiederholen sind. Daher kann auch für einen „normalen" Tonbandamateur die Antwort auf die Frage, wie man seine Bandaufzeichnungen am besten aufbewahrt, durchaus wichtig werden. Nennen wir die wesentlichsten Faktoren, die dabei eine Rolle spielen können:

Luftfeuchtigkeit

Die mechanischen und elektroakustischen Eigenschaften der bei uns heute üblichen Tonbänder werden durch die Luftfeuchtigkeit bei der Lagerung praktisch nicht beeinflußt. Man braucht also beim Aufbewahren der Bänder - ob mit oder ohne Aufzeichnungen darauf - auch bei hoher Luftfeuchtigkeit keine besonderen Maßnahmen zu treffen. Das gilt für alle Tonbänder mit PVC- und Polyester-Trägerfolien, nicht dagegen für die feuchtigkeits- und temperaturempfindlichen Tonbänder auf Acetatträgern, für die man bei längeren Lagerzeiten klimatisierte Räume empfehlen muß. Derartige Bänder werden jedoch auf dem Heimtonbandgebiet kaum noch verwendet.

Lagertemperatur

Mit Rücksicht auf die mechanischen Eigenschaften der Tonbänder sollten Temperaturen über 50 Grad Celsius möglichst vermieden werden. Die beste Lagertemperatur von Bändern mit Aufzeichnungen liegen unter 25 Grad Celsius, weil das Auftreten des unerwünschten Kopiereffektes (also das „Abfärben" der magnetischen Aufzeichnungen auf die darüberliegende Bandlage) stark temperaturabhängig ist. Hier muß darauf hingewiesen werden, daß dieser Kopiereffekt auch dann eintreten kann, wenn die Bandaufzeichnung nur kurzfristig einer höheren Temperatur ausgesetzt wird.

Stabilität

Die Stabilität einer Tonbandaufzeichnung hängt nicht von der Lagerzeit ab. In welchem Umfang sich die Wiedergabequalität mit der Zeit ändert, ist lediglich eine Frage der Benutzungshäufigkeit eines Bandes. Daher sollte man stets dafür sorgen, daß die Bänder nur auf gut gewarteten Geräten abgespielt werden, um mechanische Beschädigungen zu vermeiden.

Eine allgemeine Sauberkeit bei der Benutzung und Lagerung der Bänder sollte selbstverständlich sein. Darüber hinaus muß zur Sicherstellung der Wiedergabequalität der Bänder jede Remanenz (also das Verbleiben einer Magnetisierung, so gering sie auch sein mag) der Magnetköpfe und Bandführungen der Geräte vermieden werden. Eine solche Remanenz kann sich beispielsweise einstellen, wenn man die Teile mit magnetisierten Werkzeugen - z. B. Schraubenzieher, Scheren u. ä. - berührt.

Kopiereffekt

Das Auftreten eines möglichen Kopiereffektes (siehe oben) hängt von der Lagerzeit und der aufgezeichneten Wellenlänge, von den Oxydeigenschaften, der Schichtdicke und vom Abstand zwischen benachbarten Bandlagen im Wickel sowie nicht zuletzt von der Temperatur ab. Um die Gefahr eines Kopiereffekts möglichst klein zu halten, darf die Lagertemperatur einer Bandaufzeichnung nicht über 25 Grad Celsius liegen. Läßt es sich nicht vermeiden, diese Temperaturgrenze zu
überschreiten, dann sollte man die Bandaufzeichnungen wenigstens einmal im Jahr umspulen. Dadurch wird der Kopiervorgang stets unterbrochen, und man erreicht auch nach langer Lagerzeit noch einen einigermaßen ausreichenden Kopiereffektschutz.

Magnetische Streufelder

Derartige Magnetfelder, die in den meisten Fällen durch die Netzspannungsversorgung hervorgerufen werden (Transformatoren) dürfen eine gewisse Feldstärke - etwa 3A/cm (Ampere/cm) - nicht überschreiten, wenn die Bandaufzeichnung unbeeinflußt bleiben soll. In der Praxis kommt der Tonbandamateur aber wohl kaum mit solchen Feldstärken in Berührung, auch nicht beim Umgang mit Rundfunk- oder Fernsehgeräten. Es sei denn, er macht sich die Mühe, die Gehäuse auseinanderzunehmen, um die Tonbandspule unmittelbar auf den eingeschalteten Netztransformator zu legen. Aber wer tut das schon?

Die magnetischen Streufelder dieser Geräte sind viel zu gering, um auf die magnetischen Bandaufzeichnungen in irgendeiner Form einwirken zu können. Das gilt vor allem auch für Farbfernsehgeräte. Dennoch sollte man Tonbänder nicht ausgerechnet auf einem Rundfunk- oder Fernsehgerät lagern. Nicht wegen der magnetischen Streufelder, sondern um sie nicht der Wärmeabstrahlung der Geräte auszusetzen.

Stapelung

Tonbandspulen sollte man nicht aufeinanderlegen, sondern nebeneinander aufstellen. Dadurch bleiben die auf Spulen und Band wirkenden mechanischen Kräfte gering. Lieber stellt man sie etagenmäßig übereinander.

Zusammengefaßt ergeben sich zwei Hauptforderungen, wenn es um das Aufbewahren unersetzlicher Tonbänder geht: Sauberkeit und relative Kühle. Hält man sich daran, dann wird die Freude an den eigenen Tonaufnahmen stets ungetrübt bleiben.

NOTIZEN
Zum Thema Meßbänder

Ein Leser kaufte sich neulich ein Spitzen-Tonbandgerät, lieh sich von einem Bekannten ein Meßband aus und prüfte den vom Werk angegebenen Frequenzgang von 30 bis 20.000 Hz nach.

Ergebnis: Nach 13.000 Hz war „Feierabend". Selbstverständlich wurde das Gerät in der Servicewerkstatt kostenlos in Ordnung gebracht. Aber ohne Meßband wäre der Kunde dem Fehler wohl kaum auf die Schliche gekommen und hätte sich noch jahrelang über die dumpfe Wiedergabe geärgert.


Deshalb hier einige Worte über Meßbänder:

Bevor ein Tonbandgerät das Werk verläßt, wird es durchgeprüft und auf beste Tonqualität eingemessen. Der Käufer verläßt sich darauf, daß dieses Tonbandgerät optimale Wiedergabe bietet. Nun kann es aber passieren, daß die Einstellungen sich durch Erschütterungen beim Transport oder durch lange Lagerzeit verändern, was besonders bei der Justage der Tonköpfe der Fall sein kann.

Um zu überprüfen, ob ein Tonbandgerät richtig arbeitet, benötigt man ein Meßband und ein Meßinstrument. Beim Justieren und anderen einfachen Messungen genügt das Aussteuerungsinstrument eines zweiten, angeschlossenen Tonbandgeräts oder ein preisgünstiges Vielfachmeßinstrument.

Für die Messung des Frequenzgangs wird allerdings ein Millivoltmeter benötigt, welches ab ca. 250.- DM zu haben ist.

Möglichst DIN-Bezugsbänder verwenden

Die besten Meßbänder sind die DIN-Bezugsbänder der verschiedenen Bandmaterialhersteller. Sie kosten allerdings über 100.- DM, was sogar den meisten Werkstätten zu teuer ist. Fragen Sie mal in Ihrer Werkstatt, ob ein DIN-Bezugsband da ist. Ist tatsächlich eins da, spricht dies für die Qualität dieser Werkstatt.

In den meisten Fällen ist höchstens ein Justierbändchen da oder ein Band mit Musik darauf. Und wenn da hinten am Tonbandgerät einigermaßen was herauskommt, ist es „in Ordnung". Auch den meisten Amateuren wird das DIN-Bezugsband zu teuer sein, wenn es auch für höchstwertige Tonbandgeräte nur dringendst empfohlen werden kann. Aber es gibt preisgünstigere, für den Amateur-und Werkstättenbedarf ausreichende Meß-und Testbänder. Was kann man nun mit den verschiedenen Teilen eines solchen Meßbandes machen?

1. Vollpegelteil

Wird dieser Teil abgespielt, erhält man am Geräteausgang den Bezugspegel, welcher den Begriff der „Vollaussteuerung" einheitlich definiert. Man kann damit die Aussteuerungsinstrumente einstellen und z. B. feststellen, ob beide Kanäle eines Stereogerätes kanalgleich in der Wiedergabe sind.

2. Justierteil

Beim Abspielen dieses Teils verändert man die Spaltstellung des Tonkopfes so lange, bis der Meßton hell und scharf klingt und das Instrument den größten Ausschlag zeigt. Mit dieser Einstellung erzielt man unter anderem eine besonders brillante Höhenwiedergabe. Mit schiefem Tonkopf abgehörte Aufnahmen klingen dumpf. Da die meisten Tonköpfe durch Federn und elastische Halterungen in ihrer Lage festgehalten werden, ist ein Nachstellen ab und zu notwendig. Bei Stereoköpfen ist es wichtig, das obere und untere System phasengleich zu justieren. Sonst kann es zu periodischen Schwankungen der Tonwiedergabe kommen.

3. Spurhöhenjustierteil

Er hat eine Aufzeichnung in der Mitte des Bandes. Diese bespielte Spur ragt ein bißchen in die obere und untere Stereospur (Halbspur) hinein. Sitzt nun der Tonkopf nicht genau richtig in der Höhe, so ist die Wiedergabe im einen Kanal gleich null oder nur ganz leise. Man muß die Höheneinstellung des Kopfes so lange verändern, bis an beiden Ausgängen gleiche Ausgangsspannung erscheint. Nach dieser Einstellung empfiehlt es sich, die Senkrechtstellung des Spalts zu wiederholen. Solche Spurhöhenjustierbänder gibt es auch für Viertelspur-Stereogeräte.

4. Frequenzgangteil

Hier sind Einzelfrequenzen aufgespielt, meist von ca. 30 bis 18.000 Hz, allerdings in einer ganz geringen Lautstärke, um ein Übersprechen zwischen den einzelnen Verstärkerteilen im Gerät zu vermeiden. Deswegen können diese Aufzeichnungen nur mit einem hochempfindlichen Meßgerät, einem Millivoltmeter, gemessen werden.

Bei guten Geräten muß die Lautstärke der einzelnen Frequenzen in einem gewissen Toleranzspielraum liegen, der in der HIFI-Norm festgelegt ist. Ist z. B. bereits der 8kHz Ton wesentlich leiser in der Wiedergabe als der kHz Ton, so ist zu befürchten, daß die Höhenwiedergabe des Gerätes nicht in Ordnung ist. Möglicherweise ist der Tonkopf abgenutzt oder ein Verstärkerteil fehlerhaft.

In 1969 gab es ein sehr preisgünstiges Meßband

Ein sehr preisgünstiges Meßband steht unseren Lesern nun in Form von Heinz Bluthards Stereo-Kurzmeßband für 15.- DM zur Verfügung. Es enthält einen Stereo-Kopfhöhenjustierteil für Halbspur oder wahlweise Viertelspur, einen Kopfspaltjustierteil in ausführlicher Länge, einen Vollpegelteil, und einen Präzisions- Frequenzgangteil von 40 Hz bis 20.000 Hz. Das Band ist in 19cm/s und 9,5cm/s erhältlich.

Das Band hat in 9,5 etwas andere technische Daten, wie dies bei allen Meßbändern der Fall ist. Es hat sich in der Werkstattpraxis bereits seit geraumer Zeit bewährt und wird nur auf ausgesuchten Stücken besten Studiobandes hergestellt, um bandbedingte Pegelschwankungen so klein wie möglich zu halten. Es muß allerdings dringend davor gewarnt werden, daß der ungeübte Tonbandamateur nun beginnt, wild in seinem Gerät herumzuschrauben. Deswegen seien die ebenfalls bei Heinz Bluthard erschienenen Tonbandlehrgänge über Tonbandgerätewartung und Meßtechnik empfohlen.

NOTIZEN
Jagd auf Vogelstimmen

Das Einfangen von Vogelstimmen mit einem Tonbandgerät ist zwar nicht immer ganz einfach, aber wenn man dabei einige Grundsätze beachtet, ist das auch einem Tonbandamateur ohne weiteres möglich. Zunächst muß man wissen, daß bei solchen Aufnahmen die Umgebungsgeräusche oft genug stärker als der Vogelgesang selbst sein können. Das gilt für die Geräusche von Kraftfahrzeugen, Eisenbahnen oder Fabriken, aber auch für die Geräusche einer Großstadt, für einen vorbeigehenden Spaziergänger und für Windgeräusche, die an Bäumen, Gebäudedecken oder auch am Mikrofon selbst entstehen.

Störquellen können ebenso der Beobachter selbst oder das Laufgeräusch des Aufnahmegeräts sein. Es geht also darum, diese Nebengeräusche von vornherein so gering wie möglich zu halten.

Aufnahmen zu völlig "unüblichen" Zeiten planen

Um dem Zivilisationslärm zu entgehen, wählt man für die Aufnahmen die frühen Morgenstunden, am besten an einem Feiertag. Außerdem singen die Vögel in der ersten Stunde nach Sonnenaufgang besonders intensiv, darüber hinaus weht gerade bei Tagesanbruch selten ein störender Wind, so daß man sich um einen besonderen Windschutz für das Mikrofon nicht zu bekümmern braucht.

Die benötigten Gerätschaften

Benötigt werden ein netzunabhängiges Tonbandgerät und ein Mikrofon - mit Nierencharakter, also mit besonders empfindlichem Aufnahmevermögen nur nach einer Seite hin - mit wenigstens 5 Meter Kabel. Diese Mindestlänge braucht man, um es weit genug entfernt vom Aufnahmegerät und vom Beobachter aufstellen zu können. Ein Film- oder Fotostativ vervollständigt die Grundausrüstung.

Und man braucht Geduld

Beim vorsichtigen Heranpirschen an den singenden Vogel sind hastige Bewegungen auf jeden Fall zu vermeiden. Die Singvögel unserer Wälder lassen sich zwar um so weniger vom Geschehen am Boden beeinflussen, je höher sie sitzen, ein in Greifhöhe des Menschen singender Vogel wird sich jedoch besonders scheu verhalten.

Nach dem Aufstellen des Mikrofons zieht man sich dann ganz behutsam hinter eine Deckung zurück, hinter einen Busch oder hinter einen Baum, um fortan mucksmäuschenstill zu verbleiben.

Es kostet bisweilen etwas Geduld, bis der Vogel wieder voll zu singen beginnt, aber auch diese gehört nun einmal zu einer solchen Aufgabe dazu. Ein kontrollierendes Abspielen des Bandes über den Lautsprecher des Geräts sollte man vermeiden, wenn man anschließend an gleicher Stelle weiterhin aufnehmen möchte. Ebenso wie zu vermeiden ist, eventuelle Lockrufe zu laut wiederzugeben, weil der Vogel sonst vor dem vermeintlich überlegenen Partner die Flucht ergreift.

Ein langes Mikro-Kabel ist von Vorteil

Im allgemeinen gelingt eine Annäherung an unsere heimischen Singvögel bis auf etwa 10 bis 20 Meter. Ein etwas längeres Mikrofonkabel kann also sehr von Nutzen sein. Ohne weitere Spezialgeräte lassen sich dabei Aufnahmen bis zu einer Entfernung von etwa 50 Metern einfangen. Allerdings sollte man sich bei einer solchen Kabelverlängerung zwischen Mikrofon und Aufnahmegerät im Fachgeschäft beraten lassen, einmal wegen der zu benutzenden Eingangsbuchsen und zum anderen wird - vor allem bei manchen älteren Röhrengeräten (?? transportable Röhrengeräte in 1969 ??? das ist totaler Unsinn) - am Kabel vielleicht ein sogenannter Anpassungsübertrager notwendig.

"Bässe" werden mit Sicherheit nicht gebraucht

Vogelgezwitscher beansprucht - technisch gesehen - vor allem die höheren Frequenzen, Schwingungen unter 500 Hz spielen dabei keine Rolle. Das Wintergoldhähnchen singt zum Beispiel mit einer Grundfrequenz von über 10.000 Hz. In den Bässen dagegen liegen die Windgeräusche, auf die man bei solchen Aufnahmen ohnehin gern verzichtet. Es geht also darum, gerade diese hohen Frequenzen möglichst voll auf das Band zu bekommen. Das gelingt am besten mit einer hohen Bandgeschwindigkeit. Man sollte deshalb mindestens 9,5cm/s wählen, eine Geschwindigkeit, die sich auf jedem Tonbandgerät einstellen läßt. Hat man aber auch 19cm/s zur Verfügung - um so besser!

Tips zum Aussteuern

Das Aufdrehen der Aussteuerung bis zur Vollaussteuerung ist nicht so sehr zu empfehlen, weil damit die Gefahr von Verzerrungen wächst. Besser ist es, den Regler nur so weit aufzudrehen, bis er etwa gut den halben Wert der Vollaussteuerung erreicht. Man bezahlt allerdings die damit erreichte Verzerrungsfreiheit mit einer geringeren Dynamik.

Vorsicht beim Verstellen des Reglers während der Aufnahme! Zwar haben nicht alle Rufe eines Vogels die gleiche Intensität, man kann sich aber dabei die schönste Aufnahme verpatzen. Je höher der Frequenzbereich des benutzten Tonbandgeräts und je höher die zur Verfügung stehende Bandgeschwindigkeit ist, um so größer sind die Chancen, die Vogelstimmen naturgetreu einfangen zu können. Natürlich muß auch das Mikrofon diese hohen Frequenzen übertragen können, sonst nützt das beste Aufnahmegerät nichts. Der schlechtere Teil der Apparatur setzt hier immer die Obergrenze fest. Weiterhin sollte man dabei besonders hoch aussteuerbare Tonbänder einsetzen.

Immer mit Mikro-Ständer arbeiten

Und noch etwas soll nicht vergessen werden: Man kann das Mikrofon auf die Erde stellen, auf das Stativ schrauben oder in eine Astgabel legen, auf jeden Fall muß das Zuleitungskabel aber „akustisch tot" befestigt werden. Das heißt, daß sich auch nicht die geringste Kabelbewegung auf das Mikrofon übertragen kann, weil das sonst zu unerwünschten akustischen Nebeneffekten führt.

Hallo, Freunde von der Senkelfakultät!

Diesen Text ersparen wir uns auch wieder.

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