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Heft 2 • August 1964 • 1. Jahrgang

Die zweite Ausgabe von "tonabnd", überwiegend von Karl Breh bearbeitet. Es war schwer, kompetente Fachleute zu finden, die auch ein Händchen für den Schreibstil und die Vermittlung von technischem Wissen hatten.

Inhalt

Peter und Sabine (zu trivial - auf diese Seiten verzichten wir) 22
Der Adam aller Tonbandgeräte 25
Die Überraschung 26
Kleine Tonband-Schwindeleien 28
Mikrofone, ihre physikalischen Prinzipien und Qualitätsmerkmale (1) (ist ausgelagert) 30
Übersicht über die wichtigsten deutschen Mikrofone (ist ausgelagert) 32
Die Industrie meldet 37

Editorial von Ausgabe 2
Liebe tonband-Freunde,

„spät kommt sie, doch sie kommt!", diese zweite Nummer des tonband. Warum wir so lange auf uns warten ließen ? Nun, niemand hat mehr Zeit heute. Auch nicht die Pressestellen der Industrie. Eine von ihnen steht so sehr unter Zeitbedrängnis, daß sie trotz freundlicher Ermahnungen drei Monate benötigte, um unsere Mikrofon-Fragebogen zurückzuschicken. Nein, nicht etwa ausgefüllt, aber wenigstens mit beigefügten Unterlagen, aus denen unser Autor dann selbst das Notwendige heraustüfteln durfte.

„Was lange währt, wird endlich gut."

Wie sagt ein anderes Sprichwort? „Was lange währt, wird endlich gut." Es ist wahrhaftig eine stattliche Liste deutscher Mikrofone zusammengekommen, so stattlich, daß wir verschiedenes anders machen mußten, als wir es vorhatten.

So mußten wir darauf verzichten, Fotografien und Richtcharakteristiken zu den einzelnen Mikrofonen abzudrucken, denn sonst hätte diese Übersicht fast zwei Nummern des tonband in Anspruch genommen, und das wäre dann doch langweilig geworden. Beim Mikrofon sind die technischen Eigenschaften und der Preis wichtiger als das Aussehen, so daß das Fehlen der Fotos nicht ganz so schlimm ist.

Was die Richtcharakteristiken angeht, so haben wir uns damit begnügt, anzugeben, ob es sich jeweils um eine Kugel, Niere, Keule oder Acht handelt. Hingegen haben wir auf die für den Amateur viel wichtigeren Sollkurven der Frequenzgänge nicht verzichten wollen.

Der Rest kommt in den nächsten Ausgaben

Es war uns außerdem nicht möglich, die ganze Übersicht in einem einzigen Heft zu bringen. Dafür gibt es der Mikrofone zu viele. Drei weitere Seiten Tabellen mit Fortsetzung und Schluß der Übersichtenthältdie nächste Nummer des tonband. Sie wird übrigens schon Ende September oder Anfang Oktober erscheinen. Die letzte Nummer dieses ersten Jahrgangs folgt dann Mitte November.

Wie Sabine "cuttet", interessiert heute niemanden mehr . . .

Nachdem Sabine nun cutten gelernt hat, wird ihr Peter das nächste mal zeigen, wie man Überspielungen von verschiedenen Tonquellen bewerkstelligt. Wir werden Peter daran erinnern, den einschlägigen GEMA-Paragraphen ja nicht zu vergessen. Sonst würde womöglich Nummer drei des "tonband" einer einstweiligen Verfügung zum Opfer fallen. Und das wäre zu ärgerlich!

Übrigens haben wir allen zuständigen Herstellerfirmen Listen mit den Adressen derjenigen tonband-Freunde zugestellt, die auf ihren Bestellkarten Prospektmaterial angefordert haben. Wir hoffen nun, daß die Firmen diese Prospektwünsche auch erfüllen.

Noch etwas wollten wir Ihnen sagen: Wenn Ihnen das tonband Spaß macht, dann wäre es wirklich nett, wenn Sie in Ihrem Bekanntenkreis daraus kein Geheimnis machten, sondern es weiter empfehlen würden. Je größer die Auflage, desto mehr können wir unseren Freunden bieten. Und das ist ja unser erklärtes Ziel. Mit bestem Dankfür Ihren guten Willen grüßt Sie bis zum nächsten mal herzlichst

Ihre tonband-Redaktion

  • Anmerkung : Das mit dem "herzlichst" ist mit bei der Durchsicht der vielen Hifi-Magazine ab 2014 aufgefallen. "Die" kannten mich doch alle gar nicht, auch der Karl Breh nicht. Ich war doch erst 15 Jahre alt. Und zum ersten Male getroffen hatten wir uns in Karlsruhe in 2012 !! Also das hätte auch er weglassen sollen.

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Der Adam aller Tonbandgeräte

Der dänische Ingenieur und Schüler des berühmten Örsted, Valdemar Poulsen, baute 1893 das erste elektromagnetische Gerät zur Tonaufnahme- und Wiedergabe. In seinem „Telegraphon" (1. Bild) benutzte Poulsen einen Stahldraht als Tonträger. Im Telegraphendienst verschiedener Postverwaltungen wurde das Gerät damals schon eingesetzt.

Auf der Pariser Weltausstellung war es eine der Sensationen. Dort sprach Kaiser Franz Joseph die Worte: „Diese Erfindung hat mich sehr beeindruckt" in die Sprechmuschel. Diese Aufnahme ist bis auf den heutigen Tag erhalten geblieben. Die Firma Bang & Olufsen, der wir auch für die Fotografien zu danken haben, hat eine Kopie dieser Aufnahme auf ihrer Pressekonferenz anläßlich der Hannover Messe abgespielt. Die Wiedergabe war erstaunlich klar und verständlich. Obwohl Poulsen 1907 noch die Gleichstrom-Vormagnetisierung erfand, konnte sich die Magnetton-Technik damals noch nicht durchsetzen, weil geeignete Verstärkereinrichtungen fehlten. Sie geriet daher bald wieder in Vergessenheit.

Die Dänen haben die Engländer beklaut

Während des Zweiten Weltkrieges bauten die Engländer für ihre Abwehr Magnetton-Geräte. Eine dänische Widerstandsgruppe beschaffte sich die Unterlagen eines solchen Gerätes und ließ einige davon für ihre Zwecke von der Firma Bang & Olufsen nachbauen. Unser zweites Bild zeigt ein derartiges Gerät, das schon als recht hochentwickelter Vorläufer unserer heutigen Tonbandgeräte anzusehen ist. Nur rund zwanzig Jahre, eine kurze, aber an technischen Fortschritten ungeheuer reiche Zeitspanne, trennen diesen Veteranen von unseren heutigen Tonbandgeräten, bei denen wir uns gar nicht mehr recht bewußt werden, daß sie doch eigentlich wahre Wundermaschinen darstellen. Was würde Kaiser Franz Joseph wohl dazu sagen? Br.

Einige heutzutage trivialblöde Arikel haben wir übersprungen

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Auf der diesjährigen Hannover Messe stellte die Industrie eine ganze Reihe neuer Tonbandgeräte vor. Hier stehen die Artikel.

Kostenlose Schriften für Tonbandfreunde (1964 !!)

ton + band diesen, dem unseren nicht unähnlichen Titel hat die BASF neuerdings ihren neuen Titel „Mitteilungen für alle Tonbandtreunde" gegeben. Die Schrift enthält neben Informationen über BASF-Tonbänder und -Zubehör manche nützliche Anregung für den Tonbandamateur. Das mehrmals jährlich erscheinende Heftchen kann bei der Redaktion „ton + band" BASF, 6800 Mannheim angefordert werden.

Die Magneton-Illustrierte in Hannover 1964

Magneton-Illustrierte heißt das flott, im Umschlag farbig aufgemachte Gegenstück der Agfa. Auch hier wird durchaus legitime Firmenwerbung in unterhaltsame Lektüre über Anwendungsbeispiele von Tonband(Geräten) verpackt. Die Nr. 13 bringt u.a. eine Reportage über das Institut für Satelliten- und Weltraumforschung in Bochum. Nr. 14 erscheint demnächst. Anzufordern bei .... Leverkusen-Bayerwerk.

Nachrichten über Vereine und Veranstaltungen 1964

World Tapes for Education, ine. heißt eine internationale Vereinigung von Tonband-Amateuren aus über 60 Ländern. Sie pflegt den weltweiten Austausch von Tonbandaufnahmen ihrer Mitglieder. Nähere Auskunft: Haus Hupfeld, 2 Hamburg.

Beim Ring der Tonbandfreunde, 3 Hannover-Hainholz, Postfach, können Sie die Unterlagen für die Teilnahme am „Deutschen Nationalen Wettbewerb der besten Tonaufnahme" anfordern. Einsendeschluß: 1.September 1964. Einsendeanschrift: Dr. E. W., 3 Hannover, Hildesheimer Straße.

Der DTV-Deutsche Tonjäger-Verband führt vom 20.-27. September 1964 in Würzburg die Woche des Tonbands 1964 durch. Informationen sind anzufordern beim DTV, 85 Nürnberg Br.

Ring der Tonbandfreunde

Der RING DER TONBANDFREUNDE als die offizielle Vertretung der Tonbandamateure der Bundesrepublik Deutschland und Berlin (West) in der Fedreation Internationale des Chasseurs de Son (FICS) verfügt über eine Reihe von Ressorts, die ausschließlich der Betreuung besonderer Mitglieder-Interessen dienen.

„Die Lehrspule"
Jeder Tonbandamateur hat einmal angefangen, und alle hatten am Anfang die gleichen Schwierigkeiten zu überwinden. Der RDT versucht, mit seiner Einrichtung „Die Lehrspule" den Mitgliedern diesen Anfang zu erleichtern und sie vor Enttäuschungen und vermeidbaren Kosten zu bewahren. So vermittelt diese Einrichtung in mehreren Kursen, die laufend fortgesetzt und erweitert werden, dem Mitglied per Tonband Anregungen und Tips, die von erfahrenen Tontechnikern und von seit langen Jahren tätigen Amateuren gegeben werden. Seit Bestehen dieser Einrichtung sind von den Mitarbeitern Hunderte von Kopien hergestellt und verschickt worden.

Brücke zur Heimat
Seit Jahren sind ca. 80 Mitarbeiter in allen Teilen der Welt bemüht, Grußsendungen zwischen Verwandten und Freunden, die in den meisten Fällen durch Tausende von Kilometern getrennt sind, zu vermitteln. Da spricht z. B. eine Mutter in einem Altersheim in Norddeutschland Grüße für ihre Kinder auf Tonband. Wie groß ist dann die Freude in einer kleinen Stadt im äußersten Südosten der USA oder auf einer Farm in Südafrika, wenn nach langen Jahren wieder die Stimme der Mutter aufklingt. Besonders zur Weihnachtszeit herrscht in diesem RDT-Ressort große Aktivität.

Technische Beratung
Allen Mitgliedern des RDT stehen seit vielen Jahren eine Reihe von ehrenamtlichen Fach-Technikern kostenlos für Beratungen zur Verfügung. Etwa 30 Techniker bemühen sich, die bei den Mitgliedern des RDT auftretenden technischen Probleme mit Hinweisen, mit Anregungen und Unterlagen zu erleichtern und zu lösen.
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