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Heft 2 • April 1968 • 5. Jahrgang

Wie bereits gesagt, die auf insgesamt sieben Folgen verteilte Artikelserie über Mikrofone ist leider unvollständig, wei uns zwei Hefte aus 1967 fehlen. Wichtiger ist für uns, daß die völlig neue Revox A77 Bandaschine gründlich getestet wurde. Dieses Bandgerät war von nun an die weltweite Referenz für Magnetbandgeräte - ähnlich wie auch die DUAL Plattenspieler von 1009 bis 1229.

Inhalt

Heinz Schmidt: Tonband und Elektronenorgel 26
Erich Gruber: Zur Theorie und Praxis von Tonbandlehrgängen (ist ausgelagert) 30
Otto Diciol: Wie funktionieren unsere Mikrofone (7 und Ende) ist ausgelagert 32
Otto Diciol: Auf dem tonband-Prüftisch: Stereo-Magnettongerät Revox A 77 36
Heinrich Carstensen: Rundfunkmitschnitt per Schaltuhr 40
Fachausdrücke leicht gemacht 42
Werner Simon: Literatur auf Band: Das Hörspiel (4) 44
Heinrich Sievers: Das Tonband in der Musikerziehung 48 Industrie-Notizen 50

Liebe tonband-Freunde

Die Entscheidung ist gefallen! Die von der Firma Willi Studer in Aussicht gestellte Revox G 36 konnte dem glücklichen Gewinner unseres ersten Tonband-Wettbewerbes der besten Amateuraufnahme, Herrn Manfred Stammer aus Darmstadt, übergeben werden. Wir freuen uns natürlich mit dem Sieger über diesen Erfolg und meinen, daß sich in dieser Preis-Entscheidung tatsächlich das hohe Niveau unseres Wettbewerbes dokumentiert. Alles Wissenswerte über die weiteren Preise finden Sie in diesem Heft auf Seite 29. Dort können Sie außerdem etwas über unsere weiteren Pläne in bezug auf unseren Wettbewerb erfahren.

Die auf insgesamt sieben Folgen verteilte Artikelserie über Bau und Funktionsweise der Mikrofone läuft in diesem Heft aus. Wir hoffen, daß wir Ihnen mit diesem Beitrag die Auswahl eines für Sie besonders geeigneten Mikrofons für die Zukunft etwas erleichtert haben und darüber hinaus vielleicht das eine oder andere Problem für Sie gelöst haben.

Nach den Tonbandgeräten, behandelt in den ersten Jahrgängen dieser Zeitschrift, haben wir nun mit den Mikrofonen die beiden für unser Hobby wichtigsten Gerätetypen vorgestellt und erläutert.

Neben den gewohnten Themen finden Sie in diesem Heft wiederum ein Gerät auf dem „tonband-Prüftisch" - diesmal die Revox A 77. Wir wollen in Zukunft diese Testreihe wieder laufend veröffentlichen und werden dabei unser Augenmerk besonders auf interessante Neuigkeiten richten.

So bringen wir im nächsten Heft den Spitzenreiter im Programm der Firma Philips - das Stereotonbandgerät 4408 mit Suchlaufautomatik.

Um einem möglichen Mißverständnis vorzubeugen, gestatten Sie uns noch eine Bemerkung zu unserer neuen Spalte „Munter abgespult": Wir wollen mit unserem Toni Bändchen keineswegs auf dem Umweg der schnoddrigen Plauderei technisches Wissen vermitteln, wie einige Leser offenbar befürchten. Toni Bändchen will nur ein wenig und lediglich zum Spaß aus der Schule plaudern. Nicht mehr, aber auch nicht weniger!

Ihre tonband-Redaktion

TONBAND UND ELEKTRONEN ORGEL

In den letzten Jahren ist auf dem Gebiet der Musikinstrumente die Gattung der elektronischen Orgeln mehr und mehr in den Vordergrund gerückt. Das Angebot hochwertiger und preisgünstiger Ausführungen nimmt immer noch zu. In der Tanz- und Unterhaltungsmusik sowie der modernen Combo nimmt die Elektronenorgel bereits einen breiten Raum ein und macht beim Privatmusiker schon dem ehrwürdigen Klavier Konkurrenz.

Die nachfolgenden Ausführungen sollen die Möglichkeiten aufzeigen, die sich durch das Zusammenspiel von Elektronenorgel und Tonband ergeben. Wenn sich musikalisches Talent und technisches Geschick paaren, so sind interessante Klangwirkungen und Tricks möglich.

Durch passende Registrierungen der Orgel, Playback und Geschwindigkeits- transponierung lassen sich mit Hilfe des Tonbandes neue Klangbilder und Interpretationsformen finden. Elektronisches Rhythmus-Playback von Tonband, Schallplatte oder Generator führt zur weiteren Bereicherung der Verwendungsmöglichkeiten auf dem Gebiet der Unterhaltungs- und Tanzmusik. Schnell und einfach lassen sich elektronische Klangkomplexe auf Band speichern und durch Montagen, Umschnitte und Transponierungen nach Wunsch und Vorstellung ausbauen.

Die Magnettonaufnahme

Elektronische Orgeln erzeugen ihren Ton auf elektrischem Weg und unterscheiden sich deshalb von anderen herkömmlichen Musikinstrumenten. Ohne Strom und Lautsprecher bleibt die Elektronenorgel stumm. Die großen Vorteile dieser Instrumente finden sich beim näheren Hinsehen:

Der Musiker kann mit dem (besse: über den) Kopfhörer spielen, um bei Übungen oder beim Spiel zu später Nachtstunde seine Umgebung nicht zu stören, die Lautstärke kann - unabhängig vom Tastendruck - entsprechend den Erfordernissen durch elektrische Maßnahmen (Register, Fuß-Schweller) eingestellt werden. Viele Heimorganisten lassen ihr Tonbandgerät bei musikalischen Studien mitlaufen, um ihr Spiel später kontrollieren und besonders gut gelungene Interpretationen aufheben zu können.

Es geht ohne Mikrofon

Die Tonbandaufnahme - das ist hier besonders wichtig - kann ohne Zuhilfenahme des Mikrofones auf rein elektrischem Weg erfolgen. Fast jede Elektronenorgel hat hierfür einen Überspielanschluß, über den auch ein Rückspielen der Tonbandaufnahme über den Orgelverstärker möglich ist (siehe Bild 3).

Die Vorteile der elektrischen Aufnahme: Der volle Frequenzumfang des Instruments kommt auf das Band, keine Klangveränderungen durch Raumakustik oder Mikrofoneigenschaften, keine Beeinträchtigung der Aufnahme durch akustische Nebengeräusche der Umgebung.

Wichtige Einzelheiten

Die direkte Tonabnahme vom Instrument kann natürlich nur den in der Orgel elektrisch erzeugten Ton einschließlich des (elektrisch) erzeugten künstlichen Nachhalls erfassen. Manche größere Orgeln besitzen außer dem in jedem Instrument enthaltenen elektronischen Frequenzvibrato noch ein akustisches Vibrato, das durch rotierende Lautsprecher (Bild 1) erzeugt wird (Hammond „Leslie-Vibrato", Wurlitzer „Spectra-Ton").

Hierdurch entsteht auf Grund des bei der Rotation auftretenden Doppler-Effektes ein zusätzliches Frequenz-Amplituden-Vibrato und somit eine charakteristische Klangwirkung. Es leuchtet ein, daß das akustische Vibrato nur bei Benutzung eines Mikrofones in die Bandaufnahme gelangen kann.

Andererseits kann bei der elektrischen Aufnahme dieses akustischen Vibrato wieder hörbar gemacht werden, wenn die Wiedergabe des Bandes über die Orgel erfolgt (siehe „Playback"). Durch Einsatz eines geeigneten Mischpultes ist auch eine Kombination aus elektrischer und akustischer Aufnahme herstellbar.

Mit Geschick und Geschmack

Hier bleibt es dem Geschick und Geschmack des Betreffenden überlassen, auf welche Weise er die richtige Mischung erreicht. Besonders in akustisch vorteilhaften Räumen (z. B. größeren Sälen) können auf diesem Weg der natürliche Hall und sonstige Laufzeiteffekte des Raumes mit einem entsprechend aufgestellten Mikrofon in die elektrische Abnahme eingeblendet werden.

Hiermit ergeben sich interessante Aufnahmemöglichkeiten. Bei Tonbandaufnahmen im Heim erreicht man auf einfachem Weg die besten Ergebnisse durch die elektrische Tonabnahme vom Instrument. Fast jede Elektronenorgel verfügt über ein organisch eingebautes Nachhallgerät, das dem Orgelton akustische Ausdehnung verleiht.

Wenn der "Hall" nicht ausgegeben wird

Je nach technischer Konzeption des jeweiligen Instruments kann es vorkommen, daß bei der elektrischen Tonabnahme der Hall nicht auf die Tonbandaufnahme gelangt, weil er „hinter" dem Tonbandanschluß erzeugt wird.

Man findet hier also ähnliche Verhältnisse wie beim akustischen Vibrato vor. Beim Rückspielen über die Orgel wird in ihr dann wieder der Hall angesteuert und gehört.

Möchte man jedoch bei den genannten Instrumenten Tonbandaufnahmen anfertigen, die später unabhängig von der Orgel über ein Rundfunkgerät o. ä. wiedergegeben werden sollen, so kann bei Vorhandensein eines Kopfhöreranschlusses dieser für die Aufnahme herangezogen werden, da der Kopfhörer in jedem Fall vom Nachhallkanal mitgespeist wird. Es muß lediglich auf eine richtige Anpassung zwischen Kopfhöreranschluß und Tonbandgerät geachtet werden, um auch eine qualitativ hochwertige Aufnahme zu erhalten (Phonoeingang des Tonbandgeräts benutzen, unter Umständen geeigneten Adapterstecker verwenden).

Neu ist ein Stereoausgang für beide Manuale

Neuerdings ist man dazu übergegangen, zweimanualige Orgeln mit einem Stereoausgang auszustatten (Bild 2). Hierbei wird in der Regel das obere Manual mit dem rechten, das untere Manual mit dem linken Verstärkerkanal verbunden.

Ist ein Pedal vorhanden, so wird es beiden Kanälen in gleicher Stärke zugeführt, so daß es akustisch in der Stereo-Mitte geortet wird. Die Beschaltung der bei solchen Orgeln eingebauten Tonbandbuchsen zeigt Bild 3 (B). Aufnahme und Wiedergabe sind über eine Stereo-Tonleitung mit jedem Stereo-Tonbandgerät möglich. Besitzt man nur ein Mono-Tonbandgerät oder soll mit einem Stereo-Tonbandgerät eine Mono-Aufnahme gemacht werden, so müssen die Aufnahmespannungen an 1 und 4 der Tonbandbuchse zusammengefaßt werden.

Hierzu können entweder diese Anschlußpunkte miteinander verbunden oder eine sogenannte Reduzierkupplung verwendet werden (HerstellenTelefunken). Bei Mono-Rückspielung über die Orgel gilt für die Anschlußpunkte 3 und 5 das gleiche, um beide Verstärkerkanäle des Instrumentes vom Mono-Signal zu beschicken.

Klangtransposition durch Variation der Bandgeschwindigkeit

Bei Tonbandgeräten mit umschaltbarer Bandgeschwindigkeit eröffnen sich für Playbacks weitere Anwendungsmöglichkeiten. Da die genormten Werte für die Bandgeschwindigkeit 19/9,5/4,75 cm/s jeweils einen Oktavsprung nach oben oder unten ergeben - je nachdem, ob mit der kleineren Bandgeschwindgkeit aufgenommen und der nächst größeren wiedergegeben wird oder umgekehrt -, passen so transponierte Klänge stets zueinander.

Voraussetzung ist allerdings, daß sich die benutzten Bandgeschwindigkeiten des Tonbandgerätes möglichst genau wie 1:2 verhalten, um beim Playback „Verstimmungserscheinungen" zu vermeiden. In diesem Zusammenhang ist es auch ratsam, vor der endgültigen Aufnahme das Tonbandgerät 15 bis 30 Minuten warmlaufen zu lassen, damit sich der stationäre Wert der Bandgeschwindigkeit einstellen kann.

Elektronische Akzente

Für die musikalische Stilisierung technischer Vorgänge in Film, Fernsehen und Hörspiel eignen sich in besonderem Maße elektronische Klangkomplexe, die unter der Bezeichnung „Elektronische Musik" mittels Tonbandmontagen zusammengestellt werden.

Als Tonerzeuger dienen dabei Sinus-, Rechteck- und Rauschgeneratoren; die Klangformung erfolgt durch Filter, Modulatoren, Geschwindigkeitsvariation, Nachhall- und Laufzeitgeräte. Diese „klassische" Art, elektronische Musik gewissermaßen herzustellen, ist verhältnismäßig zeitraubend. Heute geht man z. T. dazu über, das elektronische Musikinstrument hierfür heranzuziehen. Natürlich sind auch Kombinationsformen beider Verfahren üblich.

In jedem Fall spielt das Tonband eine dominierende Rolle, denn es erlaubt neben der Aufzeichnung vor allem die Montage verschiedener Klangstrukturen, die Transponierung durch Umschalten der Bandgeschwindigkeit zwischen Aufnahme und Wiedergabe, die Parallelspur-(Duoplay) und Multiplaytechnik. Bei Tonbandgeräten mit getrenntem Aufnahme- und Wiedergabekopf können durch Rückkopplung interessante Laufzeiteffekte bewirkt werden, die besonders auf dem Gebiet der elektronischen Musik Bedeutung haben (Iteration).

Echo-Hall-Gerät als Ergänzung

Ein zusätzliches externes Echo-Hall-Gerät (Endlosbandschleife, möglichst mit variabler Laufzeiteinstellung) - vom erfahrenen Amateur an die Orgel angeschlossen - erweitert die klanglichen Eigenschaften unter Umständen beträchtlich.

Rückwärtsmontagen

Rückwärtsmontagen, die mit Halbspur-Stereo-Geräten auf einfache Weise möglich sind, führen zu einer zeitlichen Umkehr der Ein- und Ausschwingvorgänge (Bild 6). Hierzu wird die betreffende Aufnahme auf Spur 2 aufgezeichnet und einfach rückwärts eingeklebt bzw. nach dem Wenden der Tonbandspulen rückwärts über Kopf-System 1 wiedergegeben. Diese „spiegelbildliche Wiedergabe" zeigt für einen Iterationsvorgang Bild 6.

Bandschnitt und Rückwärtsmontage

Für das „Spielen" elektronischer Musik auf dem elektronischen Instrument wird gerne der bei der Percussion auftretende Einschwingvorgang verwendet, Frequenzvibrato jedoch kaum eingesetzt, da dies den von der Tanz- und Unterhaltungsmusik bekannten Charakter der Elektronenorgel zu sehr prägt.

Die in der elektronischen Musik verwendeten arhythmischen Passagen und klanglich unharmonischen Tonkombinationen, deren Erzeugung auf der Elektronenorgel keine Schwierigkeiten bereitet, können durch dynamischen Schwellertritt (Lautstärke-Pedal) akzentuiert werden.

Das gleichzeitige Betätigen zweier oder mehrerer benachbarter Pedaltasten führt zu einem Schwebungsspektrum, das Manualpassagen gut unterlegt werden kann. Auch die Anwendung kurzer Endlos-Tonbandschleifen ist für das Komponieren elektronischer Klanggebilde nützlich. Damit können Tonpassagen, die in der endgültigen Komposition als sich wiederholende Vorgänge zu unterlegen sind, eingemischt werden. Man sieht also, daß die elektronische Orgel nicht nur für die Interpretation traditioneller Musik, sondern auch für vielfältige Experimente zur Gewinnung neuer Klangformen Einsatz finden kann. Dabei spielt die Hilfe des Tonbandes eine wichtige Rolle.

H.Sch. im Jahr 1968
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Herstellerübersicht Orgeln aus 1968

Diese Herstellerübersicht ist natürlich in Jahr 2017 Makulatur und mehr eine Rückschau in 1968, als es diese Hersteller alle noch gab. De wenigsten haben das alles überlebt.

Elektronische und elektromagnetische Orgeln

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  1. Baldwin, Brüssel Belgien
  2. Deutsche Hammond Instrument GmbH, Hamburg
  3. Deutsche Philips GmbH, Hamburg
  4. Deutsche Wurlitzer GmbH, Hüllhorst Westfalen
  5. Eminent, Bodegraven/Holland
  6. Farsifa, Bensberg Rhld.
  7. Hohner Musikinstrumente, Trossingen/Württemberg
  8. Lowrey, Chicago. USA
  9. Research Solina, Bern/Schweiz

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Elektronische Orgeln und Bausätze

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  1. Dr. Rainer Böhm, Minden Westfalen
  2. Electron Music, Döhren/Westfalen

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Elektronische Rhythmusgeräte, Rhythmus-Schallplatten

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  1. Barnes & Mullins, London/England
  2. Deutsche Hammond Instrument GmbH, Hamburg
  3. Deutsche Philips GmbH, Hamburg (Rhythmus-Schallplatte)
  4. Deutsche Wurlitzer GmbH, Hüllhorst Westfalen
  5. Selmer, Düsseldorf
  6. Western Music, London England

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Elektroakustische Musikanlagen, Nachhallgeräte

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  1. Dynacord, Straubing/Niederbayern
  2. Echolette, München
  3. Schaller, Feucht b. Nürnberg
  4. Selmer, Düsseldorf


Das war ein Artikel aus 1968 - aus einer längst vergangen Zeit.

Tonband-Wettbewerb DER BESTEN AMATEURAUFNAHME

Die Entscheidung ist gefallen! Die von der Firma Willi Studer GmbH, Löffingen, als 1. Preis in Aussicht gestellte Revox G36 konnte dem glücklichen Gewinner unseres Tonband-Wettbewerbes der besten Amateuraufnahme, Herrn Manfred Stammer aus Darmstadt, übergeben werden.

Die Firma Revox nimmt in einem Schreiben zur Entscheidung der Jury wie folgt Stellung:

„Für die Zusendung der drei besten Aufnahmen dieses Wettbewerbes danken wir sehr. Wir haben sie mit Interesse angehört und müssen unsere Anerkennung für die guten Leistungen und die ausgezeichnete Qualität aussprechen . . . Bitte, übermitteln Sie auch dem Sieger unsere Glückwünsche für die hervorragende Aufnahme." Wir freuen uns - mit dem Gewinner - über diesen Erfolg und meinen, daß sich in dieser Preis-Entscheidung tatsächlich das hohe Niveau unseres Wettbewerbes dokumentiert. Nicht weniger erfreut sind wir über die Bereitstellung der weiteren Preise durch die Firmen Agfa, AKG, BASF und Mikrofonbau GmbH. Allen Gewinnern unseren herzlichen Glückwunsch.

PREISVERLEIHUNG

Im letzten Heft hatten wir kurz einige Überlegungen angeschnitten, ob und in welcher Form unser Tonband-Wettbewerb eine Fortsetzung finden soll. Zu einer endgültigen Entscheidung haben wir uns noch nicht entschließen können.

Eines steht aber auf jeden Fall fest: Wir werden unseren Wettbewerb für 1968 nicht ausschreiben. Im nächsten Jahr, also 1969, soll er dann unter einem anderen Aspekt erneut durchgeführt werden.

Hierzu einige Anmerkungen:

Es hat sich ganz eindeutig gezeigt, daß auf dem Gebiet der musikalischen Aufnahmen seit Jahren das gleiche schlechte Niveau herrscht. Wenn also der Gedanke eines echten Wettstreits überhaupt in die Tat umzusetzen ist, dann nur auf dem Gebiet des Hörspiels - in das natürlich auch musikalisches Geschehen, gleich welcher Art, einfließen kann.

Das bedeutet, daß wir in Zukunft unseren Wettbewerb nur noch dem Hörspiel öffnen werden. Andererseits bestehen bei der Hörspiel-Realisierung oft Schwierigkeiten und Unsicherheiten in bezug auf die Themenwahl oder die Ideengestaltung. Hier helfend einzugreifen, wird mit unsere Aufgabe bei einer erneuten Ausschreibung unseres Tonband-Wettbewerbes sein.

Dies wird auf dem Weg eines oder mehrerer vorgeschriebener Themen sicher am ehesten möglich sein. Dazu sind allerdings noch einige Vorbereitungen erforderlich, über deren Verlauf und Ergebnis wir im nächsten Heft berichten werden, se,

Playback-Aufnahmen

Der an elektronischen Orgeln vorgesehene Tonbandanschluß erlaubt einige das Klangbild des Instruments bereichernde Playback-Synchronisationen. Hierbei kann eine zuvor hergestellte Aufnahme (z. B. Rhythmus-Arrangement vom Begleitmanual und Pedal) eingespielt und dazu die Melodiestimme intoniert werden. Man kann eine solche Mischung als reines Spiel betreiben oder sie auf Band aufzeichnen.

Tonbandgeräte mit Duoplaytechnik erlauben ein synchrones Aufzeichnen auf zwei parallel laufenden Spuren. Auf eine Spur wird beispielsweise der Rhythmus, auf die andere Spur in einem zweiten Durchgang beim gleichzeitigen Abhören der Erstaufnahme mittels Kopfhörer die Melodiestimme synchron aufgezeichnet. Die Wiedergabe beider Aufnahmen geschieht durch Parallelschalten beider Spuren im Tonbandgerät.

Will man die Mischung der Playbackanteile auf einer Spur haben oder zusätzliche Playbackstufen anschließen, so ist ein Tonbandgerät mit Multiplay-Technik notwendig (Bild 4). Um die Mischung zwischen der Erstaufnahme und dem Playback zu kontrollieren, muß auch hier an das Tonbandgerät ein Kopfhörer angeschlossen werden. Bei der im Gerät erfolgenden Spurüberspielung muß die bereits vorhandene Aufzeichnung (Begleitung + Rhythmus) neben der neuen Aufnahme (Melodie) im Kopfhörer wahrnehmbar sein. Mit Hilfe der Multiplay-Technik könnte man beispielsweise noch eine Improvisation oder Melodie-Phrasierung dazunehmen, in dem nochmals eine Spurüberspielung der gleichen Art durchgeführt wird.

Kombination von Orgel und Gitarre

Playback-Aufnahmen können auch zu einer Gitarre oder einem anderen Musikinstrument hergestellt werden. Wichtig ist stets, daß das musikalische Arrangement vorbereitet ist. Dabei sollten Notizen über Harmonien, Register, Vibrato, Percussion, Hall u. ä. nicht fehlen. Sehr reizvoll ist für Tanz- und Unterhaltungsmusik das Playback zu Schlagzeugrhythmus.

Technische Zusatzgeräte und auch die Schallplatte

Hierfür liefert die Firma Philips zu ihrer „Philicorda" eine entsprechende Schallplatte mit den bekanntesten Rhythmen. Größere Elektronenorgeln sind z. T. mit einem eingebauten elektronischen Schlagzeug ausgestattet, das vom Spiel (Tastenanschlag) synchronisiert wird.

Vielseitiger in Klang, Percussionseffekten und Rhythmen sind metronomisch arbeitende, elektronische Rhythmusgeräte, die extern aufgestellt und mit jeder Orgel kombiniert werden können. Diese Zusatzgeräte werden im Playback-Betrieb eingesetzt (z. B. Hammond-„Rhythm Ace", Wurlitzer „Side Manu).

Hände weg von Orgelaufnahmen

Das kann man jedem Tonbandfreund zurufen, der sein Musikarchiv zwar gern mit brausenden Orgeltönen abrunden möchte, der aber nicht bereit ist, in diese Aufnahmen zugleich Zeit und noch etwas mehr zu investieren.

Es genügt nämlich nicht, einfach das Tonbandgerät und ein Mikrofon zu nehmen, in die nächste Kirche zu gehen, auf „Aufnahme" zu schalten und den Organisten spielen zu lassen. Das Ergebnis wird stets eine akustische Enttäuschung sein, wenn nicht sogar ein kaum erträglicher Klangbrei.

Nein - hier muß man schon etwas mehr aufwenden.
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Man braucht ausgezeichnete Technik

Als erstes braucht man einen Transporter ! - um die notwendige technische Ausrüstung heranzufahren:

  1. Ein gutes Tonbandgerät,
  2. drei leistungsfähige Mikrofone mit Nieren-Richtwirkung (niederohmig, um bei den erforderlichen langen Kabelleitungen Klangverluste in den Höhen zu vermeiden), ein Mischpult,
  3. drei wenigstens 50 m lange abgeschirmte Mikrofonkabel,
  4. Bambusruten (um die Mikrofone in die richtige Höhe bringen zu können),
  5. nicht zu leichte Autoreifenfelgen mit aufgeschweißten Eisenrohrstücken (als Füße für die Bambus-Mikrofone),
  6. gefüllte Sandsäcke, die zum Halten und Stützen immer nützlich sind,
  7. Schaumgummimatten als Mikrofonunterlagen (wenn z. B. ein Orgelkörperschall abgefangen werden muß),
  8. eine Gegensprechanlage (zur Verständigung zwischen dem Aufnehmenden und dem Organisten) usw. usw.

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Und man braucht Geduld und Ausdauer

Das Aufstellen der Mikrofone ist eine Geduldsprobe für sich. Hier gilt es, den günstigsten Abstand vom Orgelgehäuse zu finden. Der Raumhall ist zu berücksichtigen. Vorsicht vor der „Spanischen Trompetenbatterie", die nicht zu hart in die Aufnahmen hineinknallen darf.

Auch ein Rückpositiv (eine vom Hauptwerk getrennte Orgelpfeifen-Kombination) braucht sein Mikrofon.

Probieren, probieren, probieren! Die Aufnahmeapparatur sollte vor allem nicht in der Kirche selbst, sondern in einem Nebenraum stehen, um eine bessere Kontrollmöglichkeit zu haben (daher die langen Leitungen).

Es gehört sehr viel Geduld dazu - nicht zuletzt auch auf der Seite des Organisten -, bis die erste Aufnahme tatsächlich beginnen kann. Vorher überzeuge man sich jedoch, daß alle Türen geschlossen sind, um keine unliebsamen akustischen Überraschungen zu erleben.

Am besten um drei Uhr nachts - bis die Polizei kommt

Am besten gelingen derartige Aufnahmen um drei Uhr nachts, weil dann der Verkehrslärm am geringsten ist. Dafür läuft man dann allerdings Gefahr, daß mitten in ein Pianissimo von Bach hinein ein Hüter des Gesetzes an die Tür donnert, der von aufmerksamen Nachbarn alarmiert wurde: In der Kirche randalieren Einbrecher, sie spielen sogar auf der Orgel!!

Halbspur (Stereo) und mit höchster Geschwindigkeit

Ob mono oder stereo, dem Tonband gilt eine besondere Sorgfalt. Bei dem großen Dynamikumfang des Orgelspiels wählt man zweckmäßigerweise eines der besonders leistungsfähigen Langspielbänder mit extrem geringem Grundrauschen und höherer Aussteuerbarkeit.

Grundsätzlich wird mit der größten Bandgeschwindigkeit gefahren, die zur Verfügung steht, das erleichtert ein späteres Schneiden des Bandes.

Die Orgel ist tontechnisch eines der schwierigsten Instrumente, aber die Mühe lohnt sich - wenn man sich ihr unterzieht. Was natürlich nicht heißen soll, daß ein Tonbandfreund, der den Umgang mit Bambusruten und Autofelgen nicht so sehr schätzt, auf Orgelmusik völlig verzichten muß.

Er findet z. B. die berühmte V. Symphonie des französischen Meisters Ch. M. Widor auf der Stereo-Psallite-Platte 37/050 567 PSC, gespielt auf der großen Orgel der Delmenhorster Marienkirche. Dafür braucht er dann keine Sandsäcke und Schaumgummimatten - ein Überspielkabel genügt.

Rundfunk Mittschnitt per SCHALTUHR

Irgendwie mussten scheinbar die Seiten gefüllt werden, selbst wenn es Nonsens war. Die 2 eng bedruckten A4 Seiten über den Betrieb einer ganz simplen mechanischen Stecker-Schaltuhr zum Mitschneiden von Rundfunksendungen ersparen wir uns hier.

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Fachausdrücke leicht gemacht

In stark vereinfachter Form werden wir in loser Folge an dieser Stelle die wichtigsten Fachausdrücke aus der Tonbandpraxis vorstellen und erläutern. Wir beschränken uns dabei jeweils auf die elementarsten Grundlagen, die zum Verständnis erforderlich sind. Randerscheinungen und Folgeeffekte können darüberhinaus nicht immer mit dargestellt werden. Red.

Was ist ein "Drop out" ?

Drop out ergibt sinngemäß ins Deutsche übersetzt Aussetzer. Ob so oder so bezeichnet - jeder Tonbandfreund kennt diese kurzfristigen Lautstärke-Abfälle. Meist dauert der Abfall nur Bruchteile von Sekunden an, in der Regel stellt man (gehörmäßig) auch nur einen Höhenschwund fest, trotzdem - ein Aussetzer stört. Bevor wir nun zu den Ursachen eines drop out kommen, sei zuerst etwas über den Vorgang des eigentlichen „Aussetzens" bei Aufnahme und Wiedergabe gesagt.

Grundlagen des Magnetismus beim Tonband

Ein Hufeisen-Magnet ist eine feine Sache. Man kann mit ihm ein Stück Eisen anziehen. Die feine Sache hat nur einen Haken. Mit zunehmender Entfernung wird die Anzugskraft (exakt: das Magnetfeld) immer geringer.

Der Tonkopf unseres Bandgerätes ist auch ein Magnet, ein Elektromagnet. Der Raum zwischen den beiden Enden des Hufeisenmagneten ist im Falle Tonkopf der Kopfspalt. Dieser ist sehr schmal (0,002 bis 0,005mm), die beiden Enden des Magneten (exakt: die Pole oder Polschuhe) laufen spitz zu, damit im Spalt ein möglichst konzentriertes Magnetfeld entsteht.

Das Band läuft nun am (Aufnahme-) Kopf vorbei. Vorläufig nehmen wir an, daß nur ein Strom durch den Kopf geschickt wird, der dem Tonsignal proportional ist (mehr dazu später im Kapitel „Vormagnetisierung"). An jeder Stelle des Bandes wird nun eine magnetische Orientierung festgelegt. D. h. die in das Tonband (exakt:Träger) eingebetteten Eisenteilchen (exakt: Eisenoxyde) werden in bestimmten Abständen ausgerichtet und plaziert. Diese Oxyde sind mikroskopisch klein (Länge weniger als 0,001 mm, Breite weniger als 0,0001 mm). Eine genaue Ausrichtung (und damit eine gute Aufnahme) ist nur möglich im unmittelbaren Bereich des Kopfspaltes.

Wenn jetzt ein "Drop Out" kommt .....

Wird das Band vom Kopf abgehoben, gerät es aus dem Magnetfeld heraus. Eine Ausrichtung der Oxyde erfolgt nur noch mangelhaft oder gar nicht mehr. - Bei der späteren Wiedergabe tritt dieser Vorgang dann noch einmal auf, allerdings umgekehrt.

Die auf dem Tonband festgelegte magnetische Orientierung läßt im Tonkopf ein (durch die Bewegung des Bandes sich ständig änderndes) Magnetfeld entstehen. Durch Induktion entsteht in der Spule des Elektromagneten (im Tonkopf) eine Spannung, die dem auf Band aufgezeichneten Tonsignal proportional ist. Oxyde, welche bei der Aufnahme mangelhaft ausgerichtet wurden, ergeben einen Abfall des Tonsignales - einen kurzen oder auch längeren Aussetzer.

Andererseits können auch gut ausgerichtete Oxyde einen Aussetzer verursachen, wenn das Band nur bei der Wiedergabefunktion (oder dem Wiedergabekopf) abgehoben wird. Das Problem des „Abhebens" liegt darin, daß schon geringste Abstände einen Pegel-Abfall verursachen. Ein Abheben des Bandes vom Tonkopf um nur 0,001 mm ergibt einen Lautstärkeabfall von 22 dB (bei Aufnahme, Bandgeschwindigkeit 9,5, Frequenz 10 000 Hz).

Wieso entstehen "Drop Outs" ?

Die häufigsten Aussetzer entstehen durch Schmutz. Das hat die Praxis bewiesen. Schmutz, der von außen in Gerät und Bänder dringt, wie auch Schmutz, der als Bandabrieb im Gerät produziert wird. Er haftet auf dem Band und hebt einen gewissen Bezirk des Bandes beim Passieren des Tonkopfes von diesem ab. Diese Schmutzteilchen vermischen sich häufig mit winzigen Klebeband-Partikel.

Irgendwo bleibt dann diese „Spezial-Mischung" kleben. Mitunter auch auf dem Tonkopf selbst. Dann allerdings gibt es einen „long out". Hier empfiehlt sich eine schnelle Reinigung des Tonkopfes. Zur Beseitigung der Störung, vor allem aber um diesen Schmutz zu entfernen.

Irgendwann wird er sonst wieder mitgerissen, haftet irgendwo, und sitzt bei nächster Gelegenheit wieder am Tonkopf. Sauberkeit bei Bändern und Geräten ist wirklich keine „Putzteufelei".

  • Anmerkung : Aus diesem Grund hat in einem Bandgerät weder Öl noch Fett noch Spray irgend etwas zu suchen bzw. zu tun. Diese "Erkenntnis" kam den Grundig Leuten (Entwicklern und Montage-Chefs) viel zu spät. Wir haben diese "Erkenntnis" aus den Unterlagen der absolut "fehlerintoleranten"Datenbandgeräte von IBM und DEC aus 1984.

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Sorgfalt bei den Bändern

Verformungen des Bandes, z. B. Knicke, wirken sich noch schlimmer aus. Deshalb ist auch Sorgfalt bei der Behandlung der Bänder erforderlich. Auch bei der Anfertigung einer Klebestelle gilt Sorgfalt und Sauberkeit, um ein Überstehen von Klebe- oder Tonband zu vermeiden. - Im unmittelbaren Zusammenhang mit der Wirksamkeit der eben beschriebenen Aussetzer steht auch die Größe von Bandandruck und Bandzug eines Bandgerätes.

Bei großem Bandzug ist die Gefahr geringer, daß Schmutz am Tonkopf haften bleibt. Bei höherem Andruck wird der Bereich des Bandes, der von einem Staubkorn vom Kopf abgehoben wird, kleiner. (Das Staubkorn wird in das Band eingedrückt, der umliegende Bezirk liegt wieder am Kopf an.)

Hohe Geschwindigkeit, kleinere Dop Outs

Die Bandgeschwindigkeit spielt insofern eine Rolle,als z.B. bei 19cm ein Staubkorn, um einen bestimmten Abfall zu erzielen, doppelt so groß sein muß wie bei 9,5cm. Da bei der kleineren Geschwindigkeit nur die halbe Bandlänge zur Verfügung steht, muß die (Musik oder Sprach-) Information gedrängter auf dem Band festgehalten werden. Ein Bereich, der von einem Staubkorn abgehoben wird, trägt also doppelt soviel Information. Das Gleiche gilt beim Vergleich von Halb- und Viertelspur. - Auch die Banddicke spielt eine Rolle. Ein Staubkorn auf ein Standardband gesetzt, ergibt durch die geringere Schmiegsamkeit des dickeren Materials einen größeren Aussetzer als ein (halb so dickes) Doppelspielband.

Schlechte Klebestellen

Die gefürchteten Klebestellen-Aussetzer gehen auf ähnliche Ursachen zurück.

  • Fehler Nr. 1: Durch Auftragen des Klebebandes wird in diesem Bereich die Schmiegsamkeit erheblich verschlechtert.
  • Fehler Nr. 2: Überstehendes Klebeband. Das Band wird aus seiner,, Fahrrinne" an Kopf und Bandführungen herausgehoben oder kurzzeitig festgehalten.
  • Fehler Nr. 3: Band liegt nicht hundertprozentig plan auf dem Klebeband auf (z. B. Staub auf der Klebeseite). Oder die beiden Stoß-an-Stoß geklebten Bandenden bilden auf dem Klebeband ein winziges Spitzdach. Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, daß zwei nicht exakt zusammenstoßende Bandenden ein hörbares Loch - einen Aussetzer ergeben. Sofern schräg, und mit einer antimagnetischen Schere geschnitten wird, ist das ein „Tonbandlermärchen".

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Zum Abschluß noch ein paar Gründe

Zum Abschluß des Teiles „Aussetzer durch Abheben vom Kopf" sei noch vermerkt, daß sich dieser Fehler bei Aufnahme wesentlich stärker bemerkbar macht als bei Wiedergabe. Das liegt vor allem in der weniger wirksam werdenden Vormagnetisierung begründet.

Aussetzer durch magnetische Löcher treten in einem Bereich des Bandes durch mangelhafte oder ungleichmäßige Beschichtung hervor. D. h. die Zahl der Eisen-Oxyde in diesem Bereich ist wesentlich geringer oder ihre Struktur ist plötzlich eine andere. Es gibt diese Mängel auf fabrikneuen Bändern - auch hier gerät eine Legende ins Wanken - heute nur noch selten.

Im Zeitalter der Verwendung des Magnetbandes in Computern, Datenspeicheranlagen usw. werden an die Bänder weitaus höhere Anforderungen gestellt. Ein drop out kann hier zu Rechenfehlern, Fehlinformationen usw. führen. Die Bandhersteller waren gezwungen, eine gleichmäßigere, drop-out-freie Beschichtung zu erzielen. Diese Verbesserungen kommen - jedenfalls teilweise - auch den Amateurbändern zugute.

Anders ist es mit magnetischen Löchern, die beim Betrieb in den Bändern entstehen. Die Oxyd-Schicht haftet leider auf den Bändern nicht immer so gut. Schauen Sie sich einmal ein oft durch das Gerät gelaufenes Band an: der Schleifspuren sind gar viele. Die oftmals scharfen Kanten des Bandende-Abschalt-Bolzens, eine in den Tonkopf eingeschliffene „Fahrrinne" und ihre Auswirkung beim Pendeln des Bandes, auf Bandführungen festsitzender, verhärteter Bandabrieb und dessen „spanabhebende" Wirkung beim darüberlaufenden Band - es gibt eine ganze Reihe von Ursachen.

Auch Klebestoff-Partikel sind hier wieder in Aktion. Sie kleben irgendwo auf dem Band, haften beim Durchlauf an irgendeiner Stelle und nehmen beim „Absprung" die Ladung Eisen-Oxyd mit, auf der sie vorher hafteten. So wird sich die drop out-Gefahr - bei entsprechender Pflege und Behandlung - spürbar verringern, aber nie ganz beseitigen lassen.
Literatur
C. G. Nijsen: Leitfaden für Tonbandfreunde, Deutsche Philips GmbH., Veriags-Abteilung Hamburg
F. Winckel: Technik der Magnetspeicher, Springer Verlaq Berlin

Der Gleichlauf beim Bandgerät
Tonhöhenschwankung, absolute Bandgeschwindigkeit

Das A und O eines (Anmerkung : analogen Ton-) Bandgerätes ist nicht die Elektronik, sondern das Laufwerk. Eine sinnvoll konstruierte, äußerst präzis gebaute Mechanik, deren Aufgabe darin besteht, das Band gleichmäßig an den Köpfen vorbei zu transportieren. Der eigentliche Antrieb besteht aus der (aktiv arbeitenden) Tonrolle mit Schwungmasse und der (passiven) Gummi-Andruckrolle. Zwischen beiden wird das Band eingeklemmt und - durch die Drehbewegung - transportiert. Der zweite Faktor sind die Bremsen, die dafür sorgen, daß der zum Bandtransport nötige Kraftaufwand bei einer vollen Spule etwa dem einer fast leeren Spule entspricht. Funktioniert beides einwandfrei, ergibt das einen guten Gleichlauf.

Wenn Jaulen auftritt

Leider ist das aber nicht immer der Fall. Wir alle kennen das gefürchtete „Jaulen", hervorgerufen durch kurzzeitige Geschwindigkeits-Änderungen beim Durchlauf des Bandes. D. h. das Band wird abwechselnd schneller oder langsamer transportiert. Besonders zu hören bei langanhaltenden Tönen, z. B. Klavier, Orgel, Glockenschlag.

Diese Fehler treten meist periodisch (regelmäßig wiederkehrend) auf. Es gibt also einen ständigen Wechsel von zuschnell, normal, zu-langsam, normal usw. Das Ergebnis ist ein in der Tonhöhe schwankender Ton, als Folge von Gleichlaufdifferenzen, gleich Tonhöhenschwankung. Besonders kritisch ist die Sache durch die Doppelfunktion unserer Bandgeräte, da sich Gleichlauffehler von Aufnahme und Wiedergabe überlagern.

Die DIN Norm für Hifi Bandgeräte

Tonhöhenschwankungen werden in Prozent zur mittleren Bandgeschwindigkeit angegeben. Nach DIN 45 507 und 45 511 für Heimgeräte 19cm/s und HiFi-Geräte 9,5cm/s und 19cm/s maximal plus/minus 0,2%. Heimgeräte 9,5cm/s maximal plus/minus 0,3%.

Oft hört man den Begriff „Gleichlauf", wenn von der absoluten Bandgeschwindigkeit die Rede ist. Hier handelt es sich um zwei unterschiedliche Dinge. Ein Gerät kann einen guten Gleichlauf haben, und trotzdem Abweichungen von der genormten Bandgeschwindigkeit aufweisen.

D. h. es läuft zu schnell (z. B. 10cm/s) oder zu langsam (9cm/s). Das ist der Fall, wenn die Stimme von Onkel Willibald - mit seinem Gerät aufgenommen - bei Ihnen auf Ihrem Gerät plötzlich unnatürlich tief aus dem Lautsprecher kommt. Entweder läuft sein Gerät zu schnell, oder das Ihre zu langsam. Extremes Beispiel dafür ist der bekannte Micky-Maus-Effekt bei Verwendung der nächst höheren Bandgeschwindigkeit.

Nach DIN 45 500 und 45 511 sind folgende Maximal-Abweichungen zulässig: Heimgeräte plus/minus 2 %, Hi-Fi-Geräte plus/ minus 1 %.

DAS TONBAND IN DER MUSIKERZIEHUNG

Der Autor des folgenden Beitrages, Prof. Dr. Heinrich Sievers, ist Dozent an der Staatlichen Hochschule für Musik und Theater in Hannover. In seinen Ausführungen beschäftigt er sich mit dem Einsatz des Tonbandgerätes in der Musikerziehung - die Technik sozusagen als pädagogisches Element. Der erzieherische Nutzen des Tonbandes im speziellen Musikunterricht und in der weitergefaßten Berufsausbildung zukünftiger Musiker scheint merkwürdigerweise noch nicht voll erkannt zu sein. Hier Anregungen zu vermitteln, ist mit eine Aufgabe dieses Beitrages. Red.

Rückblick : Melodien aufzeichnen

Vor etwa tausend Jahren wurden die ersten brauchbaren Versuche gemacht, Melodien schriftlich in einem Liniensystem aufzuzeichnen. Seitdem sind Sänger und Instrumentalisten in ihren musikalischen Vorträgen nicht mehr auf ihr Gedächtnis allein angewiesen, sondern sie finden in der Notenschrift das eindeutige Abbild des melodischen Ablaufs.

Man weiß aber längst, wie mangelhaft dieses Notierungssystem ist, wenn es gilt, das eigentlich Lebendige der Musik, ihre pulsierende Bewegung, die dynamischen Eigenarten und das individuelle Wesen des Klanges jederzeit erkennbar festzuhalten.

Schon im späten Mittelalter, als die in feste Kompositionsregeln gefaßte Mehrstimmigkeit das Feld beherrschte, wurde die Unzulänglichkeit der musikalischen Notierungsweise kritisch.
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Unzulänglichkeit der musikalischen Notierungsweise

Man behalf sich mit Maßeinheiten, um die Zeitdauer der einzelnen Noten, Hebungen und Senkungen, also die schwere und leichte Betonung des musikalischen Ablaufs zu „mensurieren", erreichte aber auch damit nur Eventualwerte. Zwar brachte man Ordnung in den Ablauf der übereinander geschichteten mehrstimmigen Chor- oder Instrumentalsätze, doch fand man keine Möglichkeit, die Klanggestaltung und die Art des Vortrages anzuzeigen.

Auch über Tempo, Lautstärke und die nuancierten rhythmischen Feinheiten besagt die sogenannte Mensuralnotation nichts. Das starre System musikalischer Notierung ist bis heute geblieben und im Grunde genommen ihre wesentliche Eigenart, die es dem Sänger und Spieler ermöglicht, persönliche Freiheit - wir nennen es Auffassung - in die Wiedergabe zu legen.

Die Urheber sind alle nicht mehr am Leben

Niemand weiß, wie Johann Sebastian Bach Orgel oder Cembalo gespielt hat. Ebenso unklar ist es, in welcher Weise Mozart und Beethoven ihre Klavierwerke gespielt haben wollten. Deshalb interpretiert jeder nachschaffende Künstler die Meisterwerke der Vergangenheit nach eigenem Geschmack.

Ist die Darstellungskunst stark und überzeugend, so werten die Zuhörer sie als maßgebend, stilvoll und richtig. Äußere Einflüsse, wie sie die Zeit mit sich bringt, veränderten dabei fortlaufend den musikalischen Interpretationsstil. Erst die vergangenen beiden Jahrzehnte haben hier einen grundsätzlichen Wandel geschaffen.

Die herausragende Erfindung - das Tonbandgerät

Besonders das Tonband ermöglicht es heute, den Klang und die Bewegungsvorgänge der Musik genauestens festzuhalten und naturgetreu wiederzugeben. Zwar war die Fixierung musikalischer Interpretationen bereits lange vorher beispielsweise durch den Phonographen möglich, doch ließen die damals noch nicht zu überwindenden, technisch bedingten Verzerrungen und der geringe Frequenzumfang keine klangechte Kopie zu.

Erst die moderne Elektrotechnik schuf grundlegende Verbesserungen durch empfindliche Mikrofone, exakt arbeitende Aufnahme- und Wiedergabegeräte sowie durch leistungsfähige und zuverlässige Tonträger, die weit mehr als den nur hörbaren Frequenzumfang der Musik speichern können.

Das Tonbandgerät - lange Zeit verkannt

Auf dem Wege der Entwicklung hochempfindlicher Tonträger leistete vor allem die BASF von Anfang an mit dem von ihr 1934 geschaffenen Tonband Pionierarbeit. Es ist merkwürdig, daß diese phänomenale Erfindung in ihrer ganzen Tragweite erst spät von den Musikern erkannt und gewürdigt wurde.

Und doch ist die Speicherung von Musik auf Tonbänder die am meisten revolutionierende Neuerung seit dem Aufkommen der Notenschrift.

Untrüglich lassen sich darauf musikalische Klänge konservieren, um jederzeit, beliebig oft, klangrein und originalgetreu wiederholt zu werden. Damit bleibt eine authentische Wiedergabe, wie sie der Komponist verlangt und vorschreibt, nicht mehr vager Wunsch, sondern kann als unabdingbare Forderung verwirklicht werden.
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Das Magnetband im Musikleben von heute

Jedermann weiß, welche Rolle das Magnetband heute im Musikleben spielt. Übersehen wir dabei die einfachste Anwendung, das Überspielen von Rundfunksendungen und Schallplatten.

Wesentlich ist die Anwendung als Kontrollmittel eigener musikalischer Leistungen. Immer mehr setzt sich daher das Tonbandgerät im Musikstudium durch. Die Tonstudios der Konservatorien und Musikhochschulen, die durchweg mit sehr guten professionellen Aufnahme- und Wiedergabegeräten ausgestattet sind, haben nicht nur die Aufgabe, den Leistungsstand der Studierenden regelmäßig zu dokumentieren, sondern dienen genau so der Unterweisung in aufführungspraktischen, stilistischen und musikgeschichtlichen Fragen.

Für die Entwicklung kritischen Denkens sind Tonbandaufnahmen unabläßlich, vor allem, wenn die zur Kritik anstehenden Werke als Interpretationen aus dem Unterrichtsbetrieb hervorgegangen sind.

Probleme, die insbesondere die Renaissance-und Barockmusik in größerem Umfang stellt, können vom Klanglichen her nur durch hörbare Vergleiche der verschiedenartig möglichen instrumentalen bzw. vokalen Besetzungen geklärt werden.

Nahezu unbegrenzte Möglichkeiten

Die nahezu unbegrenzten Möglichkeiten, die das Tonband dem traditionellen Musikstudium bietet, könnten allerdings noch sinnvoller genutzt werden, wenn die Studierenden von Anfang an im Umgang mit den Geräten und der verschiedenen Bandtypen systematisch geschult würden.

Über ein leistungsfähiges Tonstudio der Lehranstalten hinaus sollte auch jeder Musikstudent selbst ein eigenes Tonbandgerät zur Verfügung haben, das es ihm ermöglicht, sein handwerkliches Können dauernd unter Selbstkontrolle zu stellen.

Statistische Erhebungen an den deutschen Musikschulen haben inzwischen ergeben, daß mindestens 40% der Studierenden ein eigenes Gerät besitzen. Die Quote liegt bei den höheren Semestern günstiger als bei den jüngeren.

Um das Partiturstudium von Orchesterwerken, Opern und Oratorien, aber auch der selten zu hörenden Chorkompositionen durch klangliche, rhythmische und dynamische Erkenntnisse zu fördern, müssen mehr als bisher Tonbandarchive angelegt werden, die nicht aus Überspielungen von Schallplatten und Rundfunksendungen bestehen, sondern die mehr oder weniger technisch vollkommene Leistungen eigener Einstudierungen zur Diskussion stellen.

Hilfen zur objektiven Selbstkritik

An solchen Aufnahmen wird das kritische Ohr geschult, werden Fehlerquellen erkannt und formale Zusammenhänge hörbar gemacht. Das spätere Hören der eigenen Darbietung, losgelöst vom gleichzeitigen Spielenmüssen, führt zu einer sehr viel "objektiveren" ?? Selbstkritik. Auf diese Weise gelangt der Musikstudierende schneller zur Selbständigkeit im künstlerischen Gestalten als durch lange Dispute.

Eine besondere Rolle spielt das Tonband für die Studierenden, die nach Abschluß ihrer Ausbildung als Musiklehrer tätig sein werden. Für den Privatmusiker sind ständige Leistungskontrollen der Schüler (auch den Eltern gegenüber) von erheblicher Wichtigkeit. Legt er für jeden seiner Schüler ein Kontrollband an, das von den ersten Unterrichtsstunden über Jahre hinweg, bis zum Abschluß der Studien, gewissenhaft (mit Datumsangabe) in regelmäßigen Abständen bespielt wird, so erlaubt eine solche Dokumentation Rückschlüsse, deren Bedeutung auch für den geistigen und seelischen Entwicklungsweg aufschlußreich ist.

In Erkenntnis solcher pädagogischen und psychologischen Möglichkeiten, die der Musikerziehung ein weites Feld noch brachliegender Forschung eröffnen können, werden in der Schulmusik-Abteilung der Staatlichen Hochschule für Musik und Theater Hannover, die den Musiklehrernachwuchs für Höhere Schulen ausbildet, seit einigen Jahren Tonbandgeräte an besonders interessierte und befähigte Studenten ausgegeben, um durch Eigenbeschäftigung mit dem Aufnahmeverfahren frühzeitig den Umgang mit Mikrofon und Tonband ins pädagogische Unterbewußtsein zu bringen.

Wenn erst einmal die technischen Handgriffe in der Bedienung der Geräte keine Überlegungen mehr notwendig machen und man „tonbandgerecht" zu denken vermag, wird das Konservieren von Musik zu einem ganz selbstverständlichen Faktor in der Musikerziehung werden.
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Es gibt noch viel Nachholbedarf

Die Erfahrungen mit dem Tonband im speziellen Musikunterricht und in der weitergefaßten Berufsausbildung zukünftiger Musiker sind merkwürdigerweise noch immer unzureichend.

Zwar werden an den meisten öffentlichen musikalischen Ausbildungsstätten (oft systemlos) ab und zu im Verlauf des Studiums Leistungskontrollen auf Tonband vorgenommen, doch spielen die Resultate solcher Dokumentationen eine viel zu geringe Rolle in der Beurteilung der musikalischen Begabungsfaktoren und deren Entfaltung.

Neben der Kontrolle des in der Ausbildung stetig zu schulenden musikalischen Hörvermögens und der Festigung des rhythmischen Gefühls ist die untrügliche Beweiskraft des Tonbandes für die Beobachtung des musikalischen Reifeprozesses und der künstlerischen Persönlichkeitsentfaltung des Studierenden unersetzbar. Ein tonbanderfahrener Lehrer wird dabei stets die unabwägbaren Zufälle, die bei solchen Kontrollaufnahmen eintreten können, in Rechnung stellen. Erst wenn der Umgang mit dem Tonbandgerät dem Lehrer wie dem Schüler durch Gewöhnung „unbewußt" geworden ist, wird der erzieherische Nutzen vollkommen sein. H. S.

HiFi 68 Düsseldorf - Ankündigung

Vom 30. August bis 3. 1968 September veranstaltet das Deutsche High-Fidelity Institut in diesem Jahr, in Zusammenarbeit mit der Nowea Düsseldorf, das erste internationale HiFi-Festival. An der Ausstellung auf dem Düsseldorfer Messeglände werden sich die in- und ausländischen Hersteller sowie die Importeure von HiFi-Geräten beteiligen, deren Erzeugnisse der Deutschen Industrienorm 45500 genügen.

HiFi-Geräte dienen der hochwertigen Musikwiedergabe im Heim und damit der völligen Ausschöpfung der von der modernen Schallplatte gebotenen Klangqualität. In Düsseldorf wird diese Forderung durch einheitliche Vorführkabinen der einzelnen Aussteller erfüllt, die schalldicht und klimatisiert sind. So werden alle gezeigten Anlagen unter den gleichen Bedingungen vorgeführt. Außerhalb der Kabinen wird - und dies ist sicher ein Novum solcher Ausstellungen - wohltuende Ruhe herrschen.

Der wichtige kulturelle Aspekt der High-Fidelity, d. h. die intensive Beschäftigung des Musikfreundes mit dem Musikrepertoire der Welt, soll in Düsseldorf durch ein musikalisches Rahmenprogramm dokumentiert werden.

An jedem Ausstellungstag werden abends ein oder zwei Konzerte aus dem Bereich der klassischen und Unterhaltungsmusik stattfinden. In einer Sonderschau „Wohnen mit High-Fidelity" wird anhand fertig eingerichteter Wohnräume gezeigt, wie sich die technischen Geräte harmonisch in die Einrichtungen unterschiedlichsten Stils eingliedern lassen.

Neben den wichtigsten deutschen Herstellern und Importeuren haben sowohl die britische wie die französische HiFi-Industrie ihr Interesse an HiFi 68 durch Reservierung beachtlicher Standflächen zu erkennen gegeben. Bekanntlich haben Festivals und Ausstellungen dieser Art in London, vor allem aber in Paris, schon eine langjährige Tradition und in diesen Ländern wesentlich zur Popularität von High-Fidelity und Schallplatte beigetragen.

Neben der Verbreitung und Nutzung hochwertiger Musikwiedergabe im Heim kommt solchen Unternehmungen zudem eine wichtige soziologische Bedeutung zu. „HiFi 68 Düsseldorf" wird diese Aufgabe erstmals für die Bundesrepublik übernehmen.

INDUSTRIE-NOTIZEN
Etasco Stereo-Mischpulte in Studiotechnik

Diskotheken Stereo-Mischpult - Das HiFi-Stereo-Misch- und Hallpult DMH 10 (Hersteller: Etasco-Apparatebau GmbH & Co., Neheim-Hüsten) wurde speziell für die Verwendung in High-Fidelity-Schallplatten-Diskotheken entwickelt, "wo" mehrere stereophone Tonspannungsquellen ohne Rückwirkungen aufeinander gemischt und verhallt werden sollen (Bild 1). Eingangsseitig können alle üblichen Tonspannungsquellen wie Plattenspieler, Tonbandgeräte, Tuner, Mikrofon, Tonfilmgerät usw., ausgangsseitig jede Art von Leistungsverstärkern, röhren-oder transistorbestückt, angeschlossen werden.

Das Gerät beinhaltet alle für das Mischen, Verstärken und Verhallen erforderlichen Baueinheiten. Ein eigener Netzteil macht es hinsichtlich Stromversorgung unabhängig. Für die jeweils übertragene Tonquelle oder das Mischprodukt aus mehreren Tonquellen ist die getrennte Höhen- und Tiefeneinstellung ebenso möglich wie die Balanceeinstellung einer Stereo-Übertragung. Das Mischpult kann als Einbaugerät in eine Tischplatte oder als freistehende Einheit in eine geeignete Zarge eingebaut werden.

INDUSTRIE-NOTIZEN
ELKO Stereo-Mischpult S-1000

Das semiprofessionelle Stereo-Mischpult „S 1000" (Bild 2) ist, angelehnt an die Studiotechnik, in Kassettentechnik aufgebaut (Hersteller: Elko GmbH F Co. K.G., München). Dadurch ist eine große Flexibilität, also eine leichte Anpassung an verschiedene Betriebsbedingungen, unterschiedliche Ausstattung, Ergänzung und Kombination gegeben. Hervorragende elektrische Eigenschaften, unter anderem großer Fremdspannungsabstand, große Übersteuerungssicherheit und kleiner Klirrfaktor, gewährleisten eine Wiedergabequalität, die dem heutigen Stand derHigh-Fidelity-Technik entspricht. Es können sowohl die einzelnen Kassetten als auch fertige Mischpulte geliefert werden.

Konstruktiver Aufbau - Alle Verstärkereinheiten sind in der Größe genormt mit 190x40 mm, mit Ausnahme Monitor-Verstärker und Netzgerät, welche die doppelte Breite, nämlich 190x80 mm, haben. Der mechanische Aufbau aller Kassetten ist einheitlich, ebenso die Tiefe von 65 mm. Die Einschübe sind mit kontaktsicheren, vergoldeten Steckern und Steckerleisten versehen und deshalb leicht austauschbar. Die Steckerbelegung ist weitgehend einheitlich. Um ein Verwechseln verschiedener Verstärker zu verhindern, können die Steckerelemente kodiert werden. Hauptelement ist jeweils eine Leiterplatte aus Epoxyd, auf der die Bauelemente befestigt und durch geätzte Leitungen und Lötung elektrisch verbunden sind. Die Leiterplatte ist mit dem Kassettenrahmen verschraubt und durch ein abziehbares Blechgehäuse mechanisch und statisch geschützt.

Elektrischer Aufbau
Alle Verstärker sind ausschließlich mit Silizium-Planar-Transistoren bestückt. Dadurch ist eine hohe Zuverlässigkeit und stabile Arbeitsweise gewährleistet. Damit jede beliebige Anzahl und Kombination von Verstärkern verwendet werden kann und dabei immer ein rückwirkungsfreies Mischen bei geringstem Übersprechen der Stereokanäle möglich ist, wurden allen Verstärkern (auch bei Monoaus-führung) am Ausgang je zwei Knotenpunktverstärker nachgeschaltet. Eine Entkopplung durch Widerstände ist daher nicht nötig. Die Mischung erfolgt über Schieberegler. Alle Vorverstärker haben neben einem  Stereo-Mono-Schalter einen entkoppelten, schaltbaren Hallenausgang, über den jedes handelsübliche Hallgerät betrieben werden kann. Die Verstärker 1003 A und 1005 A verfügen außerdem über einen Monitor-Einspielregler, der unabhängig vom Mischregler arbeitet.
Die Betriebsspannung ist für alle Verstärker einheitlich 15 V.
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INDUSTRIE-NOTIZEN - ELAC / SONY - Magnetische Bildaufzeichnungsanlagen in professioneller Ausführung

März 1968 - Im Rahmen ihres Sony-Vertriebsprogramms bietet die Electroacustic GmbH, Kiel, (ELAC) Videoaufzeichnungsanlagen an, die für den professionellen Bedarf bestimmt sind. Die Geräte gestatten die Aufnahme und Wiedergabe von Fernsehsignalen in CCIR- und Industrienorm. Zur Bildaufnahme stehen Industriefernsehkameras (Vidicon) zur Verfügung.

Die Wiedergabe erfolgt über Monitoren, die in verschiedenen Größen lieferbar sind. Anwendungen für diesen Gerätekreis finden sich in Industrie, Medizin und Forschung, im Ausbildungswesen sowie auf dem kommerziellen Fernsehsektor. Die Anlagen können nach Wunsch im stationären oder mobilen Einsatz betrieben werden.

An technischen Daten gibt der Hersteller an: Aufzeichnung des Fernsehsignals in Schrägspurtechnik auf Spezial-Video-Magnetband 2" breit - Aufnahmezeit 70 min. - Horizontalauflösung 280 Zeilen - Externe Synchronisationsmöglichkeit - Verschiedene Bildwiedergabemöglichkeiten: normal, reversiert, langsam, stillstehend - Magnetbandaustausch von einer Maschine zur anderen - Zwei getrennte Kanäle zur Tonaufzeichnung - Vollelektronische Steuerung - Fernbedienung - Elektronische Bildschnittmöglichkeit - Volltransistorisierte Schaltung - Steckbare Schaltverbindungen - Netzanschluß: 100/110/120/150/220/240 V, 50 Hz. 520/350 VA - Abmessungen/Gewicht: Videocorder: 45 x 64 x 43 cm. 69 kg.

  • Anmerkung aus 2016 : Die Nachteile wurden alle verschwiegen oder unterdrückt. 280 Zeilen Bildauflösung war viel zu wenig für eine 2" Maschine. Weiterhin waren die Bänder nur innerhalb solcher SONY Laufwerke austauschbar. Die großen AMPEX/RCA 2" Maschinen aus den USA bestimmten weltweit den Austauschstandard. Auch von Farbe (NTSC oder PAL) war in der Presseinfo keine Rede. Diese 2" Kisten wurden in Europa und Amerika Flops.

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1968 - Fernsehen - selbst gemacht
Gedanken zur Perspektive und Zukunft

Die technische Entwicklung des Magnetbandverfahrens hat dazu geführt, daß man auf einem Magnetband nicht mehr nur Musik, Worte und Geräusche, sondern zugleich auch Bilder festhalten und zu jedem gewünschten Zeitpunkt wiedergeben kann.

Man nennt diese Bänder „Videobänder" (von „video" = ich sehe). Die Fernsehkamera zerlegt das aufgenommene Bild in Zeilen und Punkte, deren Helligkeitswerte unvorstellbar schnell in elektronische Impulse umgewandelt werden. Über den Aufnahmekopf des Video-Tape-Recorders (Kurzbezeichnung: VTR) lassen sich diese Impulse in Form magne-tisierter Stellen auf einem Magnetband festhalten.

Beim Abspielen läuft der Vorgang umgekehrt. Die magnetisierten Stellen des Videobandes ergeben wieder elektronische Impulse, die man - wie jede andere Fernsehsendung - über einen Sender ausstrahlen kann. Die Antennen der Fernsehgeräte fangen diese Impulse auf. die im Gerät selbst wieder zu Punkten und Zeilen aus sichtbaren Helligkeitswerten verwandelt werden. Die Vielzahl dieser Zeilen untereinander ergibt dann das fertige Fernsehbild.

5 bis 6 Millionen Bildpunkte / Sekunde

Um dem menschlichen Auge auf dem Fernsehschirm einen kontinuierlichen Bildablauf zu vermitteln, sind vom Videoband etwa 5 bis 6 Millionen Bildpunkte pro Sekunde zu übertragen. Der Fachmann spricht dann von einer elektrischen Videobandbreite von 5 bis 6 MHz.

Das Problem der magnetischen Bildaufzeichnung liegt nun darin, einen derart breiten Frequenzbereich auf einem Magnetband zu speichern. Man weiß von der reinen Tonaufzeichnung her, daß dieses Problem mit der Bandgeschwindigkeit zusammenhängt.

So kann man z. B. bei einer Bandgeschwindigkeit von 9,5 cm s eine Frequenz bis zu etwa 15 kHz (15.000 Schwingungen pro Sekunde) auf einem Tonband festhalten. Das würde jedoch bedeuten, daß für die Aufzeichnung der ca. 400mal höheren Viedeotonbandbreite auch eine ca. 400mal höhere Bandgeschwindigkeit erforderlich wäre. Das trifft im Prinzip auch zu.

Eine 400 fache Bandgeschwindigkeit ist Utopie

Für eine so hohe Bandgeschwindigkeit waren jedoch technisch so viele Probleme zu lösen, daß jahrelang alle Versuche, selbst namhafter Gerätehersteller, kein befriedigendes Ergebnis brachten.

Erst Anfang 1956 konnte die Ampex Corporation einen Video-Tape-Recorder vorstellen, der ein neues Konstruktionsprinzip aufwies: Statt eines starr montierten Kopfes benutzte man vier in einer Trommel quer zur Laufrichtung des Bandes rotierende Video-Magnetköpfe. Drehzahl und Durchmesser der Trommel ermöglichten eine "relative" Bandgeschwindigkeit von ca. 40m/s, während der tatsächliche "absolute" Vorlauf des 2 Zoll breiten Bandes nur 38cm/s betrug.

Viele Hersteller wollten die Patente umgehen

Damit war der Weg frei für die magnetische Bildaufzeichnung. Immer mehr Hersteller bauen seit 1956 derartige Geräte, die nach diesem Prinzip und mit 2 Zoll breiten Bändern arbeiten und in erster Linie professionellem Zwecke dienen. Der Anschaffungspreis eines VTRs ist etwa 100mal höher und die Bandkosten pro Spielminute liegen etwa 30mal höher als bei einem vergleichbaren Studio-Tonbandgerät.

Bei einer Fernsehsendung stellen diese Kosten der magnetischen Bildaufzeichnung aber nur einen kleinen Teil der relativ hohen Produktionskosten dar, sie spielen deshalb eine untergeordnete Rolle.

Inzwischen sogar 1" Video-Bandgeräte

Die Entwicklung ist seitdem jedoch weitergegangen. Sie führte durch neue Konstruktionen von den professionellen VTRs über halbprofessionelle inzwischen sogar zu Heim-VTRs, über Zwei- und Einkopfverfahren bis zu starren Videoköpfen, von 2"-Bändern bis zur normalen Tonbandbreite von 1" Zoll.

Die Zeit des Experimentierens ist dabei noch nicht vorüber. Man arbeitet z. B. - abgesehen von den professionellen VTRs - bei den einzelnen Aufzeichnungsverfahren noch mit unterschiedlichen Bandgeschwindigkeiten. Das hemmt den Austausch bespielter Videobänder, der unter den verschiedenen Aufzeichnungsverfahren, innerhalb des gleichen Verfahrens und sogar selbst beim gleichen Gerätetyp keinesfalls immer möglich ist.

1968 - Teuer wie ein Mittelklassewagen

Hinzu kommt, daß einige Gerätehersteller schon jetzt einen Schritt weiter gehen und den gleichen Gerätetyp mit zwei verschiedenen Bandgeschwindigkeiten ausrüsten, um ihn damit sowohl zu einem Schwarz/weiß- als auch zu einem Farb-VTR werden zu lassen.

In bezug auf Aufzeichnungsqualität und Preis liegen die professionellen VTRs an der oberen Grenze. Bei den halbprofessionellen VTRs, bei denen der Video-Magnetkopf in einer Trommel rotiert, die vom Band alpha- oder omegaförmig umschlungen wird, ist die Bildqualität im halbprofessionellen und Heimbereich durchaus zufriedenstellend.

Auch die Spielzeit von bis zu einer Stunde je Band genügt für diese Zwecke. Derartige VTRs kosten jedoch heute soviel wie ein Auto der Mittelklasse. Damit kommen sie für den Verkauf in größeren Stückzahlen wohl noch nicht in Frage.

Ein großes Problem ist der Service

Auch muß hier berücksichtigt werden, daß bei diesen Geräten eventuelle Service-Leistungen die bisherigen Tonbandgeräte-Servicestellen technisch überfordern.

Die neuen "Heim-VTRs"

Heim-VTRs sind Geräte, die mit Fernsehkameras und Mikrofon eigene Bildaufzeichnungen mit dem dazugehörenden Ton, aber auch das Mitschneiden normaler Fernsehsendungen auf Band erleben, um sie später zu einem beliebigen Zeitpunkt wieder über das eigene Fernsehgerät ablaufen zu lassen.

In diese Klasse fallen auch die VTRs mit starr montiertem Video-Kopf. Bei ihnen liegen die Dinge genau anders herum. Sie erfüllen vom Anschaffungspreis, von den Bandkosten und von der Serviceseite her alle Voraussetzungen, um sie für den Heimgebrauch attraktiv zu machen, jedoch ist die Bildqualität - konstruktionsmäßig bedingt - bei den bisher bekannten Typen nicht ausreichend.

Noch ist also nicht vorauszusehen, welches Aufzeichnungsprinzip sich bei den künftigen Heim-VTRs durchsetzen wird. Eine echte Chance auf dem internationalen Markt hat zweifelslos nur ein Heim-VTR, der neben nicht zu hohen Anschaffungs- und Bandkosten auch eine akzeptable Bildqualität bietet. Daß es aber diese HEIM-VTRs demnächst geben wird, steht längst fest.
Plattentausch gewünscht

Hallo, Freunde von der Senkel-Fakultät!

Geahnt habe ich es ja, aber nicht geglaubt, daß es so schnell notwendig würde. Ich meine die Anschaffung eines zweiten Tonbandgerätes. So ist das, wenn man Tonbandbastler wird.

Das mit dem zweiten Tonbandgerät, das kam so: Nach den ersten besseren Versuchen mit dem ersten Gerät brauchte ich plötzlich für ein selbstgeschriebenes Hörspiel Vogelgezwitscher.
Sagt meine Freundin Karola: „Da mußt du mal eben sonntags früh aufstehen und nicht immer so lange in der Koje rumliegen. Immerhin ist ja Frühling, und die Vögel, die sind auch schon aus dem Süden zurück und zwitschern morgens schon ganz zeitig. Wird schließlich wieder früher hell!"

Ich bin also sonntags früh aufgestanden. Noch früher als sonst, wenn ich zum Betrieb muß. Dann habe ich mir für das Mikrophon ein langes Kabel gekauft und hab das Mikrophon zum Fenster herausgehängt. War aber noch verflixt frisch, so am frühen Sonntagmorgen. Und dann habe ich so 'ne Stunde später bei einer guten Tasse heißen Kaffees erwartungsfroh das Vogelgezwitscher vom Band gespielt.

Aua, aua, war das ein Gezwitscher. Sicher, die Singdrossel war schön zu hören, und die Hintergrundmusik lieferten die Spatzen mit ihren frechen Schnäbeln. Aber dann war da so ein komisches Klopfen. War aber kein Specht. War offenbar das Geräusch vom Mikrophon immer dann, wenn der Wind das Ding gegen die Hauswand schlug. Und dann habe ich nicht daran gedacht, daß ich zwar gegenüber von einem kleinen Park wohne - übrigens singen ja die Drosseln, Amseln, Finken und Stare auch immer ganz schön auf den Fernsehantennen, irgendwie müssen die ein Gefühl für gute Sendungen und Wellenlängen haben.

Hat mir doch mal ein Funktechniker gesagt, sie säßen so gern auf den Antennen, weil die Radiowellen so schön in den Füßen kribbeln. Also ich wohne nicht nur ganz nahe an einem Park, sondern an einer Ecke, wo die Straßenbahn immer so schön quietscht. Da war dann auf dem Band mehr Geklopfe und Gequietsche als Vogelgezwitscher.

Sagt meine Braut, die Karola, ich sei doch doof. Ich müßte damit in den Wald fahren, wo es ganz still ist außer dem Gezwitscher. Und dann war die Karola die Doofe. Denn als ich sie fragte, wo ich im Wald denn 'ne Steckdose für das Tonbandgerät herkriegen sollte, da wußte sie nichts mehr zu sagen. Aber dann fiel mir's ein: Ich brauchte ein transportables Gerät mit so'm Akku, den man immer wieder aufladen kann. Und so habe ich mir denn ein zweites Gerät gekauft. Eines mit Sammler, wie Akku auf Deutsch heißt. Wenn das so weiter geht, hab ich bald ein ganz duftes Studio beisammen. Vielleicht war auch nur das Mikrophon an der langen Schnur zum Fenster raus zu empfindlich. Wenn ich das so lese hier im „tonband", wie unsere Mikrophone funktionieren, dann bin ich immer ganz baff. So von Arbeitswiderstand und Membranelektrode mit Goldbelag und Kapselverstärker und Luftpolster und dann all die Formeln RC = zehn hoch sechs geteilt durch sechs komma drei mal zwei mal zehn hoch eins - da wird mit immer ganz heiß.

Das waren noch Zeiten, als ich im Physikunterricht in der Schule und später dann zu Hause unter Verwendung eines Bastelbuches als Rundfunkamateur ein Mikrophon selbst baute. Da brauchte man Kohle zu, nicht so Briketts aus dem Keller, sondern so Kohlestäbchen aus einer Batterie. Ich hatte kaum angefangen, da brauchte ich erst mal ein Pflaster. Der Zinkmantel von der Batterie erwies sich nämlich beim Aufreißen als sehr scharf. Schließlich lagen drei Kohlestäbchen vor mir. Ganz schön klebrig von der Masse da in dem Zink. Mit einem Hammer zerschlug ich dann die Kohlestäbchen als Füllung für das Mikrophon.

Übrigens das Kohlekornmikroskop, ich meine natürlich Mikrophon, hat sogar ein bißchen funktioniert. Man mußte allerdings kräftig reinbrüllen. Was ist das heute mit den schönen Mikrophonen für eine dufte Sache gegen damals! Also dann viel Spaß an der Freud' mit den Mikrophonen und so. Ihr Toni Bändchen

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