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Heft 6 • Dezember 1969 • 6. Jahrgang

Gleich hier möchte ich es ankündigen, alle 6 Hefte des gesamten Jahrgangs 1970 fehlen uns leider, die 6 Hefte waren nicht dabei - schade, den dort waren einige angekündigte interessante Artikel drinnen.

Inhalt

Gert-Hagen Seebach: Neuheiten des zweiten Halbjahres - Im Mittelpunkt: Stuttgart 130
Notizen Mit Beiträgen über das neue Agfa-Magnettonband PE 46 HiFi Low-Noise;  
den 4. Nationalen Wettbewerb in der Tschechoslowakei;  
den neuen Eumig-Projektor für 8-mm-Formate „Mark 501" 139

Liebe tonband-Freunde

Das letzte Heft dieses Jahrganges ist beinahe ausschließlich den Geräteneuheiten des letzten Halbjahres gewidmet. Damit holen wir gewissermaßen auch unseren Bericht über die Stuttgarter Funkausstellung nach.

Mit dieser ausführlichen Darstellung des Sektors „Unterhaltungselektronik" in Wort und Bild kommen wir einem Wunsch vieler Leser nach möglichst breiter Information nach.

Wobei sich diese Information nicht allein auf den eigentlichen Aktionsradius unserer Leser, also Tonbandgeräte und Zubehör, beschränkt, sondern auch das übrige Angebot an Verstärkern, Tunern, kombinierten Empfänger-Verstärkern, Plattenspielern, Steuergeräten, Lautsprecherboxen, Mikrofonen und Kopfhörern einschließt. Auch dies ein Wunsch vieler Leser.

Natürlich mußten wir, im Interesse einer noch sinnvollen Übersicht, da und dort eine Auswahl treffen und das eine oder andere Gerät unberücksichtigt lassen, das für den Leser unserer Zeitschrift, der ja in erster Linie Tonbandamateur und erst in zweiter Linie HiFi-Interessent ist, nicht von so aktueller Bedeutung ist. Vollständigkeit zu erzielen, ist nicht die Aufgabe dieses Berichtsheftes; Auskunft zu geben über den Fortschritt und die Entwicklungen auf dem Gebiet der Unterhaltungselektronik schon eher.

Wir hoffen, daß unsere Leser die Beschränkung dieses Heftes auf ein Thema begrüßen werden, denn gerade jetzt, zum Jahreswechsel, wird die Zeit zum Studium inhaltsreicher Fachzeitschriften anderweitig mehr als beschränkt.

Für das nächste Jahr haben wir schon eine ganze Reihe interessanter Themen vorbereitet, mit denen wir unseren Lesern ihr Hobby noch abwechslungsreicher gestalten wollen. So werden wir unter anderem eine Serie von Beiträgen unter dem Thema „Musikinstrumente vor dem Mikrofon" bringen, einen Beitrag über die Möglichkeiten des Stereo-Hörspiels unter Berücksichtigung der technischen Voraussetzungen des Tonbandamateurs, ein Beispiel für die Realisierung eines selbst erfundenen und gestalteten Hörspiels - von der Idee bis zur Wiedergabe -, eine Artikelreihe über experimentelles Arbeiten mit dem Tonbandgerät (Sprache, Geräusche, Musik etc.), dazu weitere tonband-Szenen profilierter Autoren.

Natürlich wird auch die technische Seite bei alledem nicht zu kurz kommen: Gerätetests, Neuheiten-Berichte und ähnliches werden ebenfalls wieder zum Redaktions-Programm des kommenden siebten Jahrgangs dieser Zeitschrift gehören.

Allen Lesern danken wir für ihre Treue und wünschen ihnen, wie auch uns, einen guten und erfolgreichen Start in die Siebziger Jahre.
Ihre tonband-Redaktion

Neuheiten des zweiten Halbjahres
Im Mittelpunkt: Stuttgart Killesberg 1969

Nachdem die Stuttgarter Funkausstellung schon längst wieder Vergangenheit ist und die Vorbereitungen für die Hannover-Messe 1970 in der Phono-Industrie neue Aktivität entwickeln, wollen wir mit dem folgenden Bericht noch einmal das Angebot der Funkausstellung 1969 - soweit es die neuen Geräte betrifft - Revue passieren lassen. Inzwischen dürften ja alle Novitäten, die man auf dem Killesberg zum ersten Mal sah, lieferbar sein.

AEG-Telefunken - vielseitig wie immer

Schon zur Hannover-Messe stellte AEG-Telefunken seine HiFi-Kugel 55 vor (Bild 1), auf die aufmerksam zu machen, wir leider in unserem damaligen Bericht versäumt hatten. Die Kugel kann sowohl aufgestellt als auch aufgehängt werden.

Elegant im Design ist der Kopfhörer TH 40, den AEG-Telefunken als Stuttgarter Neuheit vorstellte (Bild 2). Der Kopfhörer besitzt einen Frequenzgang von 20 bis 20.000 Hz und soll bei 120 Phon nur einen Klirrfaktor von 0,5% aufweisen.

Gleich drei neue Empfänger-Verstärker stellte AEG-Telefunken vor, alle mit der Typenbezeichnung 201. Hinter dem Opus-Studio 201 verbergen sich 2x25 Watt Dauertonleistung. Das Gerät ist für Allwellenbereichsempfang eingerichtet und mit Feldeffekttransistoren in den Eingangsschaltungen für UKW wie auch für AM bestückt. Das formschöne Gerät hat allerhand Bedienungskomfort zu bieten, selbstverständlich gehören dazu auch die UKW-Stationstasten. Die Lautsprecher sind durch Kopfhöreranschluß abschaltbar.

TD 30 automatic nennt sich ein neues Reportage-Mikrofon von AEG-Telefunken, das speziell für die Tonbandgeräte der Serie „magnetophon 300" entwickelt wurde. Eine im Stiel des Mikrofones untergebrachte Schaltung sorgt bei diesem Typ selbständig für die richtige Aussteuerung (Bild 5).

Der in Stuttgart gezeigte Telefunken-Regietisch mit 18 monauralen Eingangskanälen und vier Summenkanälen war ein echter Messe-Hit. Die Eingangskanäle dieses imponierenden Regietisches führen an ein steckbares Kreuzschaltfeld, "wo" sie wahlweise auf verschiedene Tonspannungsquellen - Mikrofon, Mikroport-Empfänger, Studiotonbandgerät M10, M5, M28, Tongenerator H380 und Postleitung - geschaltet werden können.

Jeder Vor-und Summenkanal kann wahlweise entweder auf einen von zwei vorhandenen Hallkanälen oder auf einen von zwei vorhandenen Playback-Kanälen geschaltet werden.

Zum Abhören dient ein Regie-Lautsprecher O 86, zur Aussteuerungsmessung an den Summenkanälen zwei Doppel-Lichtzeigerinstrumente. In der gesamten Anlage wird der Universalverstärker V672 verwendet - zur Aufhebung der Reglerdämpfung, im Knotenpunkt und als Trennverstärker mit +15 und +6dB-Ausgang. Zwei S/N-Strecher A 301 dienen zur Anhebung der Dynamik von Tonbandsendungen.

Zusammen mit einer Verstärkerzentrale von 100 W Ausgangsleistung, die auf zehn verschiedene Lautsprechergruppen geschaltet war, wurde dieser Regietisch in Stuttgart für folgenden interessanten Zweck verwendet:

Die Lautsprechergruppen waren räumlich auf den verschiedenen ausgestellten Gerätegruppen in der Telefunken-Halle 7 auf der Funkausstellung zugeordnet und konnten beliebig vom Regietisch aus ein- und abgeschaltet werden.

Das Aufleuchten von Scheinwerfern, die den zehn Lautsprechergruppen zugeteilt waren, machte das Publikum auf das betreffende Gebiet aufmerksam. Die Lautsprechergruppen konnten auch, genauso wie die zugeordneten Scheinwerfer, beliebig einzeln, gruppenweise oder alle geschlossen in Betrieb genommen werden.

Am Regietisch zeigte dann ein Kontrollfeld mit Lichtsignalen an, welche der Gruppen jeweils eingeschaltet war. Neben dieser technischen Spielerei, die natürlich insgeheim ahnen ließ, mit welcher Sorgfalt und gleichzeitig Großzügigkeit man bei AEG-Telefunken technischen Dingen zuleibe rückt, gab es weitere Neuheiten.

Bei Agfa herrschte wirklich „Stille"

Agfa-Gevaert zeigte in Stuttgart, wie auf allen anderen Messen, sein vollständiges Sortiment an Magnetbändern. Dazu gehören neben den Amateur-Bändern die Studio-Bänder für Rundfunk, Fernsehen und Schallplattenstudios, die Magnetfilme, die Video-Bänder und das vielfältige Zubehörprogramm.

Als besondere Attraktion hatte der Besucher die Möglichkeit, von den Klängen einer elektronischen Orgel selbst Live-Aufnahmen auf dem Agfa HiFi-Low-Noise-Band mit verschiedenen Tonbandgeräten zu machen. Dieses Tonband konnte der Besucher natürlich als Souvenir mit nach Hause nehmen.

(Rank-) Arena mit Modultechnik

In der schon beim T2400 verwendeten Modultechnik sind auch drei neue Empfänger-Verstärker aus dem Programm von Arena Akustik gebaut: Streichholzschachtelgroße Bausteine übernehmen bei diesen Geräten 90% aller technischen Funktionen. Neu sind der T2500 F (Bild 6) mit 2x20W, der T2600 (Bild 7) mit 2x20W; der T2700 (Bild 8) mit 2x20 Watt, Frequenzgang 20 bis 120 000 Hz, nur UKW-Empfang, fünf Stationstasten, Empfindlichkeit für 30 dB Signal-Rauschabstand 2//V.

  • Anmerkung : Diese Arena-Gurken haben wir nicht mal mit einem Auge angesehen, so weit weg vom deutschen Geschmack waren die. Und die RANK Arena Leute haben es nicht kapiert und immer so weiter gemacht.

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An der BASF kam niemand vorbei!

Den Stand der BASF erkannte man, wie auf allen anderen Messen, daran, daß er stets dicht umlagert war. Immer war etwas los, obwohl es auch hier nur das bereits bekannte Sortiment zu sehen gab: sei es, daß man sich einige Rhythmen der hier spielenden „Joy and the Hit Kids" als Erinnerung auf einem Tonband mitschneidete, sei es, daß man Schlange stand, um das Autogramm eines Stars, unter anderen auch von Udo Jürgens, ergatterte. „Jugend 69", das war das Motto der BASF in Stuttgart. Zu sehen waren allerdings auch einige alte „Tonband-Hasen" !

Beyer-Mikrofon für Sänger

Erstmals auf der Funkausstellung zeigte die Firma Eugen Beyer ein speziell für Sänger entwickeltes dynamisches Bändchenmikrofon, das M500N (Bild 9). Störungen durch Atemgeräusche und Explosivlaute konnten bei diesem Mikrofon um rund 20dB vermindert werden. Der Frequenzgang ist nicht geradlinig, sondern im Bereich zwischen 200 Hz und 40 Hz um ca. 5 dB abgesenkt, dafür steigt die Frequenzkurve zwischen 1000 Hz und 10 kHz allmählich an und erreicht bei der oberen Grenze eine maximale Überhöhung von 10 dB.

Preisgünstiges Steuergerät bei Blaupunkt

Als besonders preisgünstiges Hi-Fi-Steuergerät mit 2x6 Watt Sinus-Leistung (Ich wiederhole es nochmal : 2 mal 6 Watt sollte dieses Hifi-Gerät haben, so lachhaft hatte Blaupunkt für hier alle Sympatien verspielt.) präsentierte Blaupunkt den „Bilbao" (Bild 10). Das Gerät verfügt über 13 Drucktasten, davon sind 4 als UKW-Stationstasten ausgelegt.

Der ebenfalls neue Receiver STG 1291 bietet allerhand Komfort. Die eisenlose Stereo-Endstufe mit Komplementär-Transistoren gibt eine Sinus-Leistung von 2 x 10 Watt ab.

  • Anmerkung : Den ganzen langen Rest der in die Länge gezogenen Blaupunkt Beschreibungen habe ich gelöscht. Es ist einfach nur beschämend, was sich dieser Laden innerhalb des BOSCH Konzerns geleistet hatte.

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BRAUN bietet überzeugende Qualität bei gutem Design

Einen Ersten Preis für „hervorragend gut gestaltete Erzeugnisse" erhielt die BRAUN HiFi-Anlage in Bausteinform „studio 500" beim Bundespreis „Gute Form 1969" durch den Bundeswirtschaftsminister. Einen Zweiten Preis holte sich das HiFi-Steuergerät „audio 300". „audio 300" ist die wesentlich verbesserte „studio"-Anlage aus Plattenspieler (Modell PS 420), Verstärker und Empfänger (Bild 12). Die Leistung wurde auf 2x20 Watt erhöht. In der UKW-Eingangsstufe finden sich Feldeffekt-Transistoren, im FM-ZF-Verstärker integrierte Schaltkreise. Eine exakte Übereinstimmung zwischen maximalem Zeigerausschlag des Abstimm-Anzeigeinstrumentes und des Ratio-Nulldurchgangs soll gewährleistet sein.

Als halbautomatischer Plattenspieler mit vier Geschwindigkeiten, Drehzahlfeineinstellung und Shure-System präsentiert sich der neue PS 420 (Bild 13a). Neu an diesem Gerät ist die Antiskating-Einrichtung und der Tonarm in Präzisionskugellagern, der durch Zusatzgewichte ausbalancierbar ist.

  • Anmerkung : Wer hier genau hinhört, wird hellhörig: "Neu wäre die Antiskating-Einrichtung". Die hatte DUAL aber bereits 1965 beim DUAL 1019 vorgestellt und BRAUN hatte ernsthaft ganze 4 Jahre gebraucht, um das konstruktiv einzubauen ?????? Chefentwickler Hasselbach hatte mich dann viel viel später aufgeklärt.

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Die neue BRAUN L710 wird vorgestellt

Eine kompakte Hochleistungsbox stellt die neue 710 mit 40 Watt Belastbarkeit dar. Durch Einbau von Mittel- und Hochtonlautsprechern mit Kalottenmembran soll ein gleichmäßig breiter Abstrahlwinkel im gesamten Übertragungsbereich von 25 bis 25.000 Hz erreicht werden. Eingebaut sind 2 Tiefton-, 1 Mittelton- und 1 Hochton-Lautsprecher, Abmessungen (B x H x T) 550 x 310 x 240 mm.

  • Anmerkung : Was zu der Zeit nicht vorauszuahnen war, diese BRAUN L710 wurde der Renner bei den BRAUN Boxen. Davon wurden weit über 140.000 Stück produziert und erfolgreich verkauft.


Ebenfalls neu ist der Plattenspieler PS 600 (Bild 13 b), der als Spieler, automatischer Spieler oder Wechsler betrieben werden kann. Der Antrieb erfolgt bei diesem Gerät mit elektronisch geregeltem, kollektorlosem Motor. Weitere Besonderheiten sind: niederfrequente Chassisaufhängung, mit ölhydraulischer Dämpfung, eingebautes Stroboskop zur Drehzahlkontrolle, vertikaler Spurfehlwinkel von Einzelspieler auf Wechslerbetrieb umstellbar. Der Tonarm ist mit einem Shure-Tonabnehmersystem M 75 MG Typ 2 bestückt.
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DUAL will sich nicht auf Lorbeeren ausruhen

Die meisten Geräteneuheiten der Saison 1969/70 hat Dual bereits auf der Hannover-Messe gezeigt. In Stuttgart wurden daneben drei weitere Novitäten vorgestellt: der Dual Tuner CT 15 (Bild 14), eine Weiterentwicklung des bewährten All-Bereichs-Tuners Dual CT 14 mit wesentlich verbesserten Empfangseigenschaften zu einem besonders günstigen Preis; die Lautsprecherbox CL 30 (Bild 15), eine kleine Buchbox mit 8,3L Bruttovolumen, und die CL 80 (Bild 16), eine 50 Watt-Standbox. Damit bietet Dual jetzt ein lückenloses Programm.

Dynacord erweitert sein Programm

In Erweiterung ihres erfolgreichen ELA-Geräteprogramms konnte die Firma Dynacord wiederum einige interessante Neuentwicklungen vorstellen. Dazu gehört die Leistungsendstufe LVE095 mit 128/80 Watt für Diskotheken und Übertragungsanlagen (Bild 17). Das Modell ist ein volltransistorisierter Endverstärker mit eisenloser Endstufe und elektronischem Überlastungsschutz. "Die Ausgangsspannung beträgt 4-16 Ohm" (Erkennen Sie den Schwachsinn, den keiner in der Redkation gemerkt hatte ????), die Ausgangsleistung 80 Watt sinus, 120 Watt Musik. Der Übertragungsbereich wird mit 30 bis 20.000 Hz -3dB angegeben, der Fremdspannungsabstand mit 86 dB, der Klirrfaktor mit 0,3%.

  • Anmerkung : Für eine echte 80 Watt Sinus Discotheken-Endstufe, natürlich nur bei 4 Ohm, war das damals der Hit.


Der Mischverstärker MV82T verfügt über 3 getrennte mischbare Eingänge, 2 Mikrofoneingänge symmetrisch erdfrei, 1 Tonträgereingang (Tonband, Radio, Phono) umschaltbar, getrennte Lautstärkeregler in den Eingangskanälen, Klinkenbuchse für niederohmigen Lautsprecheranschluß. Die Nennausgangsleistung beträgt 80 Watt sinus an 4 Ohm. Eine verstärkte Version dieses Modells bietet Dynacord mit dem MV84T an. Mit dieser Klein-ELA-Anlage können fast alle Beschallungsprobleme in Schulen, Clubs, Werkstätten und Lagerhallen gelöst werden.

ELAC kreiert ein neues Zauberwort der HiFi-Technik

„Syntector" heißt ein neues Zauberwort der HiFi-Technik. Es handelt sich dabei um einen neuartigen Synchrodetektor, der höchste AM-, Gleichkanal- und Nachbarkanalunterdrückung bringen soll, demnach also größte Trennschärfe im gesamten UKW-Bereich.

  • Anmerkung : Auch hier wieder unredigierter Schwachsinn. Was hat AM bei UKW verloren ? Bei UKW wird nur in FM moduliert.


Erstmals verwirklicht wurde dieses Prinzip von Elac in der neuen Heimstudio-Anlage 4000 (Bild 18), zu der zwei Lautsprecherboxen LK 4000 gehören. Die Lautsprecherwahltasten I und II sind zugleich auch die Leistungsumschaltung (2 x 65 Watt oder 2 x 30 Watt) - vermutlich aber Musikleistung bei 4 Ohm.

  • Anmerkung: Von diesem „Syntector" haben wir später nie mehr wieder etwas gehört.

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Graetz mit extravaganter Formgestaltung

Modisch "interessant" waren die HiFi-Geräte und Rundfunk-Empfänger der letzten Jahre schon immer. Nun aber versucht der eine den anderen an Eleganz und Extravaganz zu überbieten.

Graetz gibt mit seinem „Canzonetta"' Vollsuper ein weiteres Beispiel für schicke Formgestaltung (Bild 19). Unter dem Nußbaum-, Teak-, Palisander- oder Schleiflack-Dekor verbirgt sich ein Allwellen-Empfänger-Verstärker mit 10 Transistoren, 9 Dioden und einem Gleichrichter. Über die weiteren technischen Daten schweigt sich der Hersteller aus, das Gerät gibt ja auch nur 2 Watt Leistung ab und bewegt sich damit an der bescheidenen unteren Grenze.

  • Anmerkung : GRAETZ spielte nur noch eine ganz bescheidene Rolle bei den Radios und Hifi-Anlagen. Irgendwie war dort die gesamte Luft raus und GRAETZ war dann auch bald "verschwunden".

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Grundig mit attraktiven Neuheiten

Der bereits gut eingeführte RTV 600 wurde von Grundig durch zwei weitere Modelle ergänzt: RTV 400 (Bild 20a) und RTV 650 (Bild 20b), hinter dem sich eine Weiterentwicklung des genannten 600er verbirgt, die über eine noch flachere Form, einen neuen ZF-Verstärker, erhöhte Trennschärfe und einen Kopfhöreranschluß verfügt. Der RTV 400 ist das nach unten hin entwickelte Modell mit 2x20 Watt Dauertonleistung und den üblichen Stationstasten. Eine hohe Kreuzmodulationsfestigkeit im UKW-Teil des Allwellenempfängers versucht Grundig durch Feldeffekttransistoren zu erreichen. Darüberhinaus bietet das neue Gerät eine physiologische Lautstärkeregelung und elektronisch abgesicherte Endstufen.

Der neue SV 85 ist äußerlich dem Spitzenverstärker SV 140 angeglichen und weist die gleichen Schieberegler für alle Funktionen auf wie sein größerer Bruder. Das Gerät besitzt 2 x 30 Watt Dauertonleistung, eine Eingangsempfindlichkeit von 3,5 mV und einen fest eingebauten Entzerrervorverstärker, umschaltbar als linearer Mikrofonverstärker. Außerdem ist es volltransistorisiert und durch eine Kurzschlußautomatik, die auch bei induktiver oder kapazitiver Überlastung wirksam wird, geschützt.

GRUNDIG Tonbandgeräte

Auf dem Tonbandgerätesektor gab es ebenfalls einige attraktive Neuheiten: zunächst sei der neue Tonbandkoffer TK3200 erwähnt (Bild 21), ein Reportagegerät der HiFi-Klasse.
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  • Anmerkung : Dieses mobile Gerät war dem UHER Report optisch so ähnlich, daß UHER offensichtlich eingeschritten war und Grundig die Produktion gestoppt hatte (oder stoppen mußte). Angeblich gab es also nur 200 Stück und das Vierspurmodell TK 3400 kam nie auf den Markt.

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Ein neues Spitzenmodell präsentiert sich unter der Bezeichnung TK 248 HiFi (Bild 22). Es handelt sich um ein Stereo-Gerät in Viertelspurtechnik mit den zwei Bandgeschwindigkeiten 19 und 9,5cm/s. Fünf moderne Flachbahn-Schieberegler für Aufnahme-Pegel, Multi-play, Klang und Wiedergabe fallen als Charakteristikum dieses Gerätes ins Auge. Für vertikalen und horizontalen Betrieb ist das ebenfalls neue Gerät TK 246 (Bild 23) ausgerüstet. Dieses Stereotonbandgerät bietet Viertelspurtechnik und die beiden Bandgeschwindigkeiten 19 und 9,5cm/s. Im Zubehörprogramm zeigte Grundig ein neues dynamisches Stereo-Mikrofon, das EDSM 331 (Bild 24).

Die Profis von HECO

Heco, einer der aktivsten Hersteller von Lautsprecherboxen, stellte in Stuttgart gleich eine ganze Serie neuer Boxen vor. und zwar die sogenannten „Professionals"'1. Sie umfaßt sechs verschiedene Boxen, vom extrem flachen HiFi- und Regielautsprecher P 1000 bis zum HiFi-und Regielautsprecher der Spitzenklasse P 6000.

Gehen wir am besten schematisch vor:

P 1000 (Bild 25): 3-Weg-Box mit zwei dynamischen Tief-Mitteltönern und einem Kalottenhochtöner, Frequenzumfang 45 bis 25 000 Hz, Nennbelastbarkeit 30 Watt. Impedanz 4 Ohm, Abmessungen 540 x 320 x 80 mm.

P 2000: 2-Weg-Box mit einem dynamischen Tief-Mitteltöner und einem Kalottenhochtöner. Frequenzumfang 42 bis 25 000 Hz, Nennbelastbarkeit 30 Watt, Impedanz 4 Ohm, Abmessungen 340 x 220 x 180 mm.

P 3000 (Bild 26): 3-Weg-Box mit je einem dynamischen System, Hochtöner mit Kalottenmembran, Frequenzumfang 40 bis 25 000 Hz, Nennbelastbarkeit 35 Watt, Impedanz 4 Ohm, Abmessungen 400 x 220 x 180.

P 4000 (Bild 27): 3-Weg-Box mit je einem dynamischen System, Mittel- und Hochtöner mit Kalottenmembran, Frequenzumfang 30 bis 30 000 Hz, Nennbelastbarkeit 40 Watt, Impedanz 4 Ohm, Abmessungen 460 x 250 x 200 mm.

P 5000: 4-Weg-Box mit einem dynamischen Tieftöner, einem dyn. Tief-Mitteltöner, einem dyn. Mittel-Hochtöner (Kalottenmembran) und einem dyn. Hochtöner (Kalottenmembran), Frequenzumfang 25 bis 30 000 Hz, Nennbelastbarkeit 50 Watt, Impedanz 4 Ohm, Abmessungen 600 x 320 x 250 mm.

P 6000 (Bild 28): 4-Weg-Box wie P 5000, Frequenzumfang 20 bis 30 000 Hz, Nennbelastbarkeit 60 Watt, Impedanz 4 Ohm. Abmessungen 360 x 780 x 270 mm.

(Kuba-)Imperial vervollständigt sein Angebot

Zwei neue extrem flache HiFi-Steuergeräte finden sich jetzt auch im Programm von Kuba-Imperial. Das Modell 2200 (Bild 29) gibt 2x15 Watt Sinus-Leistung ab, das Modell 2500 2 x 20 Watt und verfügt über die üblichen UKW-Stationstasten. Auch das Lautsprecher-Programm wurde vervollständigt, auch hier erkennt man den Trend zum lückenlosen Angebot innerhalb einer Firma, mit dem man verhindern will, daß sich der HiFi-Interessent an zu viele Hersteller verlieren muß. Die Boxen reichen von 6 Liter Brutto-Volumen (LB 15 K) bis zu 20 Liter-Boxen (LB 25 F). Alle Boxen sind nach dem 2-Weg-System konstruiert und für 4 Ohm-Verstärker-Ausgänge ausgelegt.

Isophon mit 40 Jahren Erfahrung

Isophon nimmt für sich in Anspruch, daß die Geschichte des Rundfunks zugleich auch die Geschichte von Isophon sei. Tatsache ist, daß die Firma so alt wie der Rundfunk ist, nichts weiter !!!. Zur diesjährigen Funkausstellung wurde der Nachfolgetyp der bekannten HSB 45, die neue HSB 45/8, vorgestellt. Diese Box verfügt wiederum über 45 Watt Nennbelastbarkeit bei den Abmessungen von 670 x 350 x 270 mm. Ein eigens für die HSB 45/8 konzipierter Tieftöner mit Spezial-Duomembran, die eine maximale positive Abstrahlfläche besitzt sowie mit einem "harmonisch abgestimmten" Magnetsystem ausgestattet ist, das sich hinsichtlich eines ausgewogenen Frequenzganges vorteilhaft und zugleich positiv auf die Tiefenwiedergabe auswirkt, und ein bewährter Mittel-Hochtöner, der zusammen mit zwei zusätzlichen Hochtönern eine größtmögliche diffuse Höhenabstrahlung besorgt, bilden die Bestückung dieser Box.

  • Anmerkung : Bei fertigen Hifi-Boxen konnte Isophon schon lange nicht mehr mithalten. Der "Klang" war einfach nur noch schlimm. Im Disco-Bereich war das besser, doch da war ja sowieso nur "laut" angesagt.

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ITT - Schaffe, schaffe, Boxen bauen ...

..... hätte in leichter Abwandlung der schwäbischen Lebensdevise das Motto einer Tonbildschau lauten können, mit der die ITT-Gruppe (Standard-Elektrik-Lorenz aus Pforzheim) den problemlosen Selbstbau von Lautsprecherboxen aus dem Baukasten BK 300 erläuterte (Bild 30). Dieser Baukasten enthält einen Tieftonlautsprecher LPT 300, zwei Mitteltonlautsprecher LP 915, zwei Hochtonlautsprecher LPH 100 und eine Dreiweg-Frequenzweiche. Die Lautsprecher sind so aufeinander abgestimmt, daß sich bei dem empfohlenen Volumen von 80 Liter ein Übertragungsbereich von 30 bis 20 000 Hz ergibt. Die Nennbelastbarkeit der Box beträgt 50 Watt, die Spitzenbelastbarkeit sogar 70 Watt. Beigelegte Säge- und Bohrschablonen vereinfachen die Herstellung der Schallwand enorm. Jegliche Lötarbeit erübrigt sich ebenfalls, da die Anschlüsse der vorgefertigten Verdrahtung zwischen Lautsprechern und Frequenzweiche als gekennzeichnete Stecker ausgeführt sind.

  • Anmerkung : Auf diese Werbung sind viele, sehr viele reingefallen und haben gekauft und gebaut, was das Zeug hielt. Geklungen hat keine einzige dieser Selbstbauboxen.

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Klein + Hummel - Ultra High-Fidelity Stereo-Verstärker

ES 707 nennt sich ein neuer Verstärker von Klein + Hummel, mit der die schwäbische Firma neue Maßstäbe in der Weltspitzenklasse setzen will (Bild 31). In der Tat klingen die veröffentlichten technischen Daten wirklich nach absoluter Spitze: 250 Watt Musikleistung, 180 Watt Sinus-Dauerton, Klirrfaktor unter 0,1 Prozent "bei einem Frequenzgang von 12.500 Hz" ???? soso - (Gesamtfrequenzgang 20 bis 20.000 Hz ±0,5dB), Intermodulation unter 0,15 Prozent (bei welchen Frequenzen ??).
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  • Anmerkung : Liest man zwischen den Zeilen, sind es aber nur noch 2x90 Watt Sinus an 4 Ohm, und echte vergleichbare 2x60 Watt an 8 Ohm.

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Auch sonst hat dieses Gerät allerhand zu bieten: höchster Bedienungskomfort, Tonbandeingänge frontal und rückwärts, Mikrofon-Eingang frontal, alle Pegelsteller frontal, Leistungs-Anzeiger, Wahlschalter für mehrere Lautsprecher, Lautstärke-Einsteller gehörrichtig entzerrt, in „Phon" geeicht, Flachbahnschieberegler für Lautstärke, Bässe, Höhen und Präsenz. Anschlußmöglichkeiten bis 16 Ohm Impedanz.

Kuba mit neuem Receiver

Kuba Imperial stellte unter der Typenbezeichnung „Columbia" einen neuen Receiver für "Phono krist. " vor (ws ist den das nun schon wieder ????) mit 2x15 Watt Dauertonleistung (Bild 32).

ELOWI = Locher KG jetzt auch mit Tuner

Erich Locher, in Heft 3/69 mit dem Verstärker MX 2000 erstmals als HiFi-Produzent vorgestellt, liefert jetzt auch passend zu diesem Gerät einen Tuner, den MT 1000, der durch eine Verbindungsschiene rückwandseitig mit dem Verstärker zu einer Einheit zusammengebaut werden kann, so daß sich ein kompletter Receiver ergibt. Der Tuner ist nur für UKW ausgelegt und besitzt eine Empfindlichkeit für 26 dB Signal-Rauschabstand von 1,6uV. Die festeingestellte Rauschsperre ist bei diesem Gerät mit dem Stereo/Mono-Schalter gekoppelt.
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  • Anmerkung : "Schreib mal was über uns" - eine völlig aussagelose Information !!

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Mit Loewe fing der Rundfunk an

Auch Loewe-Opta gibt sich rundfunkhistorisch. In der Pressemappe liest man beispielsweise, daß Loewe seit 1922 aktiv an der Entwicklung des neuen Mediums beteiligt ist. Tradition verpflichtet. Loewe Opta zeigte daher auch eine breite Palette modernster Geräte.

Als Neuentwicklung wurde das Steuergerät ST 245 (Bild 33) vorgestellt, das über 5 Wellenbereiche verfügt, 2 x 35 Watt Musikleistung abgibt (2 x 25 Watt sinus) und einen eingebauten Vorverstärker besitzt. Auf dem Gebiet der Tonbandgeräte wurden als Neuentwicklung vier Modelle mit 18cm-Spulen präsentiert, und zwar je zwei in Halbspur- (Optacord 460/461) und zwei weitere in Viertelspur-Technik (Optacord 465/466). Die Bandgeschwindigkeiten sind bei diesen Geräten 9,5 und 4,75 cm/s.

Erweitertes Tonbandgeräte-Angebot bei Metz

Der Markterfolg ihrer Tonbandgerätemodelle veranlaßte die Metz-Apparatewerke einen weiteren Typ - das Stereogerät 948 (Bild 34) - herauszubringen.

  • Anmerkung : Solch ein medialer Schwachsinn. Diese Dinger waren genauso unverkäuflich wie die Loewe Bandgeräte und fast überall Ladenhüter, aber kein "Markterfolg", eher im Gegenteil. Gegen die neuen Geräte von Grundig konnten die überhaupt nicht mehr mithalten. Eine vielzu wohlwollende Beschreibung gab es in einem der letzen "tonband"-Hefte.

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Zwei interessante Nordmende-Neuheiten

„HiFi 8002/ST" (Bild 35), nennt sich ein neues Steuergerät in moderner Schaltungstechnik durch Verwendung von 56 Siliziumtransistoren und 6 Feldeffekttransistoren.

Technische Besonderheiten sind: optimales Empfängerkonzept durch separate ZF-Verstärker für AM und FM; Vierfach-FM-Abstimmung durch Doppelkapazitätsdioden; AM-HF-Vorstufe mit 2 Feldeffekttransistoren in Source-Gegen-kopplungsschaltung; FET-Mischstufe; Programmiermöglichkeit von fünf UKW-Sendern; fünfstufiger FM-ZF-Verstärker; schaltbare AFC; schaltbare Stummabstimmung (Schnellwert einstellbar); automatische Mono-Stereo-Umschaltung, gesteuert durch ZF-Pegel und Pilotspannung; HF/NF-Stereo-Anzeige durch Lampe; Dreifach-Abstimmung mit HF-Bandfiltereingang bei MW; beleuchtetes Abstimm-Anzeigeinstrument; kontinuierliche Höhen- und Baßeinstellung durch Fächerentzerrer; Contourtaste, Lineartaste, Rauschfilter; Rumpelfilter; eingebauter Entzerrervorverstärker für magnetische bzw. dynamische Tonabnehmersysteme; zwei eisenlose Gegentaktendstufen 2 x 30 W Sinusdauertonleistung; HiFi-Stereo-Kopfhöreranschluß an Frontplatte; Monitor-Taste; Zahl der Kreise: AM 8, FM 16; Wellenbereiche: UKW, MW, LW, KW; Anschlüsse: Stereo-TB-Buchse, 1-V-Aus-gang, je 1 Stereo-TA-Buchse für Magnetsystem und Kristallsystem, Anschlußbuchse für Stereo-Ohrhörer, Anschlußbuchsen für Lautsprecher, Stereo-TB-Monitorbuchse.
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  • Anmerkung : Das war jetzt EIN (1) Satz !!!

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Neue Nordmende- Bandgeräte

Unter der Bezeichnung „HiFi 8002/T40" und „HiFi 8002/T20" (Bild 36) sind zwei neue Stereotonbandgeräte in Viertelspur-, bzw. Halbspurtechnik erschienen.

Die Technischen Daten lauten: Aufzeichnungssystem (Aufnahme; Wiedergabe, Endstufen: Stereo); Bandgeschwindigkeiten: 4,75 cm/s, 9,5 cm/s., 19 cm/s.; maximaler Spulendurchmesser 18cm; Motoren: 2 elektr. verriegelte Wickelmotore, 1 überdimensionierter Antriebsmotor, Antriebsmechanik: durch elastischen Riemen angetriebene Zwischenschwung Scheibe, Drei-Geschwindigkeits-Friktionsantrieb für Hauptschwung-Scheibe; 1 Aufnahmekopf, 1 Wiedergabekopf; 1 Löschkopf;
2 Anzeigeinstrumente für die Aussteuerung; Gesamtbestückung: 40 Transistoren, 4 Dioden, 2 Si-Stabilisatoren, 2 Gleichrichter. Die Meßwerte sind in den Datenblättern für „HiFi 8002/T 40" und „HiFi 8002/T 20"1 enthalten.

  • Anmerkung : Eigentlich sind (waren) die Grundvoraussetzungen gegeben, 3 Motoren, 3 Köpfe. Doch das lese ich nach 45 Jahren hier zum ersten Mal. Damals ging das einfach unter. Und weil es "keiner" verstand, war bzw. wurde das Teil auch ein Flop. Vermutlich war es zudem auch noch viel zu teuer. Aber den Preis hatten wir damals überhaupt nicht mehr angefragt, so uninteressant war dieses Gerät b zw, die Werbeaussagen.

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Philips hat den „Star" unter den Cassetten-Recordern

Zwei Spitzengeräte brachte Philips neu auf den Markt: das HiFi-Steuergerät „RH 891" (Bild 37) und den Cassetten-Recorder 2400. Bei dem „exklusiven" HiFi-Steuergerät wurde ein hochwertiger UKW-Empfänger, ein Stereoverstärker "hoher Leistung" (2x30 Watt??? = hoehe Leistung) und ein Präzisionsplattenspieler in einer interessanten Kombination zusammengefaßt. Die Geräte sind in einem relativ flachen Palisandergehäuse untergebracht dessen Abmessungen 540 x 150 x 400 mm (B x H x T) betragen. Die Geräteoberseite wird vom HiFi-Plattenspieler „202 electronic" eingenommen, der von einer arretierbaren, durchsichtigen Abdeckung geschützt wird. Alle Bedienungsorgane sind an der schmalen Gehäusevorderseite angeordnet. Für die Lautstärke-, Baß-, Höhen- und Balance-Regler sowie die UKW-Abstimmung wurden beleuchtete, geeichte Thermometerskalen gewählt, die eine genaue optische Einstellung ermöglichen. Ein doppelt wirkendes Zeigerinstrument gibt die jeweils gewählte Lautstärke (in Watt) an bzw. dient bei UKW-Empfang als Abstimmanzeige.

An weiteren technischen Besonderheiten werden genannt: 2x30 Watt Sinus-Leistung, UKW-Stationstasten, abschaltbare Scharfabstimmung, automatische Stereo-Umschaltung mit Leuchtanzeige, Eingänge für Tonbandgerät und zusätzliche Spannungsquelle, schaltbare Rumpel- und Rauschfilter, Anschluß für Kopfhörer 8-400 Ohm, Lautsprecher 4 bis 8 Ohm. Der Plattenspieler kann wahlweise mit den Systemen GP411 oder GP 421 bestückt werden.

Der Philips Cassetten-Recorder 2400

Der Star unter den Cassetten-Geräten, die sich immer größerer Beliebtheit erfreuen, war zweifellos der neue volltransistorierte Stereo- Cassetten-Recorder 2400 (Bild 38), der mit seinem modernen Gehäuse sehr ansprechend wirkte. Das Gerät arbeitet mit der bei den Recordern üblichen Bandgeschwindigkeit von 4,75cm/s. Der Frequenzbereich liegt (irgendwo ?? oder ??) zwischen 60 und 10.000 Hz. Die Bedienung von Vor- und Rücklauf, Aufnahme und Wiedergabe sowie Stop erfolgt durch Drucktasten. Für die Aussteuerung, Balance, Höhen- und Tiefenregler sowie Lautstärke sind Drehknöpfe am linken Teil des Gerätes an der Stirnseite angebracht. Der Recorder hat eine Ausgangsleistung von 2x4 Watt. Für ihn wurde eine neue 4-Liter-Box, die LFD 3418 entwickelt. An das Gerät kann außerdem der HiFi-Kopfhörer LBB 9900/20 angeschlossen werden.

Eine Sprachlehranlage von Revox!

Unter der Bezeichnung „A 88" stellte Revox erstmals in Deutschland seine Sprachlehranlage, den Revox-Trainer vor (Bild 39). Als Grundlage dieser Anlage dienen die bewährten Tonbandgeräte A 77 in modifizierter Ausführung. Die Steuerung und die automatische Überwachung der Lauffunktionen werden durch eine IC-Logik übernommen. Dadurch wird bei überdurchschnittlicher Vielseitigkeit der Sprachlehranlage eine beispielhafte Einfachheit der Bedienung und völlige Sicherheit gegen Fehlbedienung erreicht.

  • Anmerkung : Sprachlehranlagen gabs wie Sand am Meer. UHER baute welche, Telefunken, BRAUN und ASC bauten welche und diverse Kleinstfirmen bauten auch welche. Die Entwicklung kostete viel Geld und dieser Markt brach ganz plötzlich in sich zusammen, als man das Manko - den ungeübten Lehrer - ausmachte.

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SABA: stark expansiv

Zwei neue Receiver zeigte SABA unter der Typenbezeichnung „8040" (Bild 40) und „8080" (Bild 41), die sich in den wesentlichen Konstruktionsmerkmalen gleich sind, auch in der äußeren Aufmachung. Das kleinere Modell verfügt über 2x15 Watt Dauertonleistung, das größere über 2x30 Watt. Der 8080 stellt mit seiner eleganten, superflachen Bauform zweifellos ein Gerät der gehobenen Klasse dar.

An Besonderheiten und schaltungstechnischen Einrichtungen sind zu nennen: Eingangsschaltung für alle Wellenbereiche mit Feldeffekt-Transistoren, Stereodecoder mit 8 Transistoren und 10 Dioden, automatischer Pegelausgleich zwischen Mono und Stereo, besonders störungsfreier Stereo-Empfang durch Tiefpaßfilter und Sperre gegen Nachbarkanalstörungen, Phono-Eingänge für Magnet- und Kristallsysteme, 6 UKW-Tasten für Programm-Schnellwahl, UKW-Abstimmautomatik und UKW-Stillabstimmung, abschaltbar, Monitor-Eingang durch Drucktaste schaltbar, Anschluß für Nachhallgerät Sonorama von SABA.

SABA Bandgeräte

Nach oben ergänzte SABA sein Tonbandgeräte-Programm mit dem Modell 543 (Bild 43), einem Vierspur-Gerät für Mono und Stereo in HiFi-Qualität. An technischen Besonderheiten werden genannt: Bandgeschwindigkeiten 9,5 und 19cm/s, horizontaler und vertikaler Betrieb, 18cm-Spulen, Funktionssteuerung mit Drucktasten, Betriebsartenschalter für Aufnahme, Wiedergabe und Playback, automatische Bandendabschaltung, Flachbahnregler für Aussteuerung, Lautstärke, Balance, Tiefen und Höhen, Aussteuerungsanzeige über zwei Zeigerinstrumente, Leuchtanzeige bei Aufnahme, Pausentaste, rastbar, vierstelliges Bandzählwerk, zwei eingebaute kurzschlußsichere Gegentakt-Endstufen mit je 10 W Musikleistung, eingebaute Lautsprecher, Anschlüsse für Mikrofon, Radio (oder Plattenspieler), Außenlautsprecher und Kopfhörer bzw. Diataktgeber.

Schaub-Lorenz mit weiterem Cassetten-Recorder

Zur Funkausstellung war die Firma mit dem neuen Cassetten-Recorder sl55 (Bild 44) vertreten. Äußerlich ist das Modell dem Vorgängertyp sl50 electronic verwandt. Eine wesentliche Bedienungserleichterung dieses Gerätes stellt die Aussteuerungsautomatik dar, die aber auch zur manuellen Bedienung abgeschaltet werden kann.

  • Anmerkung : Ist das nicht eine so richtig hochinteressante Pressemitteilung  mit richtig viel Inhalt ?

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Drei neue Shure-Mikrofone

Die drei neuen Typen 579, 588 und SM 53 ergänzen das umfassende Mikrofon-Programm der ehrgeizigen amerikanischen Firma, das auch sehr spezielle Wünsche zu erfüllen vermag.

Das neue Vocal Sphere 579 SB (Bild 45) ist ein dynamisches, niederohmiges Mikrofon mit Kugelcharakteristik und wurde besonders für hochwertige Sprach- und Gesangsaufnahmen konzipiert. Durch eingebaute sphärische Filter treten auch bei extremer Nahbesprechung oder bei Außenaufnahmen keine unerwünschten Windgeräusche auf. Außerdem ist die Mikrofonkapsel „federnd" gelagert, so daß „Handgeräusche" ebenfalls weitgehend eliminiert werden.

Siemens in Flachbauweise

In moderner Flachbauweise, mit Schiebereglern und versenkten Tasten, präsentiert sich der neue Empfänger-Verstärker RS17 von Siemens. An 4 Ohm gibt das Gerät 2 x 40 Watt Dauertonleistung ab. Es verfügt über einen Frequenzgang von 15 bis 20 000 Hz und eine Empfindlichkeit für 26 dB Signal-Rauschabstand von 5uV für Stereo. Im Allwellen-Empfänger sind für UKW die üblichen Stationstasten vorgesehen sowie eine elektronische 3fach-Abstimmung. Weitere Besonderheiten sind: FM-Synchron-Detektor mit Spezial-Breitband-Diskriminator, automatische Rauschsperre, Decoder mit automatischer Umschaltung und Anzeige, 2stufiger Nachverstärker mit Übersprechkompensation, Entzerrer-Vorverstärker.
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  • Anmerkung : Hatten wir diesen "FM-Synchron-Detektor" nicht schon mal bei ELAC gesehen oder gelesen ?? Siemens hatte nie Erfolg mit seinen Hifi-Geräten. Vermulich waren das nur Alibi-Entwicklungen für die Weihnachtsgeschenke an die Vorstände. Gebaut wurden die auch nie bei Siemens selbst.

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Uher steigt ins Verstärker-Geschäft ein

In Stuttgart zeigten die Uher-Werke erstmals einen (kleinen) HiFi-Verstärker für Mono-und Stereobetrieb, den CV 140 (Bild 48). Das Gerät verfügt über 2 x 35 Watt Sinus-Dauerton und über eine moderne Schaltungstechnik mit Silizium-Planartransistoren. Als Besonderheit ist hervorzuheben, daß alle Eingänge mit Pegelstellern ausgestattet sind. Die Möglichkeit, drei Eingänge bei diesem Gerät beliebig mit steckbaren Vorverstärkern für Mikrofon, magnetische oder piezoelektrische Tonabnehmer auszurüsten, macht den CV 140 zu einem besonders vielseitigen Gerät. Der CV 140 ist vor allem als Ergänzung zu den Uher-Tonbandgeräten der C-Modellreihe, die ohne Leistungsendstufen geliefert werden, gedacht.

  • Anmerkung : Wir haben einen CV140 im Labor. Und auch den Schaltplan dazu. Das Endverstärker-Konzept war 1969 schon veraltet bzw unzureichend. Dieser Verstärker hat am Ausgang noch zwei dicke große Koppelkondensatoren. Das hatte Grundig bereits 1965 abgeschafft durch eine symmetrische Stromversorgung. Dazu war er zu teuer kalkuliert und wurde nach 2 Jahren ersstzlos aus dem Programm gestrichen.

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WEGA - HiFi-Zentrum für Individualisten

Verner Panton, einer der "führendsten" Designer, hat die neue mobile HiFi-Anlage „3300 electronic" (Bild 49) von Wega geschaffen. Das volltransistorisierte Gerät hat eine Ausgangsleistung von 2x25 Watt Sinus-Dauerton, empfängt alle Wellenbereiche und verfügt über die üblichen Stationstasten.

Als Plattenspieler findet der Dual 1209 mit dem Shure-System M75MG-D2 Verwendung. Ein Kopfhöreranschluß ist vorgesehen.

Tuner, Verstärker und Plattenspieler vereint ebenfalls das neue Musikstudio „3203" (Bild 50), das eine Ausgangsleistung von 2x20 Watt Musikleistung aufzuweisen hat. Als Plattenspieler findet der Dual 1212 mit dem Shure-System M71M-B Verwendung.

Die neuen HiFi-Lautsprecher von Wega gibt es als Flachboxen und als Regallautsprecher. Ihre Typenbezeichnungen: 3511, 3512 und 3513 (Bild 51). Bei der 3511 handelt es sich um eine Zwei-Weg-Flachbox in geschlossenem und gedämpftem Gehäuse mit einem Frequenzumfang von 40 bis 20 000 Hz ± 8 dB. einer Belastbarkeit von 25 Watt und einer Impedanz von 8 Ohm, die Abmessungen betragen 450 x 290 x 100 mm. Die Wega 3512 präsentiert sich als Regal-Box im Zwei-Weg-System mit einem Frequenzumfang von 30 bis 20 000 Hz ±8 dB, einer Belastbarkeit von 30 Watt und einer Impedanz von 8 Ohm, die Abmessungen betragen 500 x 250 x 220 mm. Spitzenmodell ist die Type 3513, eine Drei-Weg-Box mit einem Frequenzumfang von 25 bis 20 000 Hz ± 8 dB. einer Belastbarkeit von 40 Watt, einer Impedanz von 8 Ohm und den Abmessungen 500 x 250 x 250 mm. ghs

NOTIZEN
Doppelspielband-Universalband?

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  • Anmerkung : Das ist ganz offensichtlich eine Presse- bzw. Marketing Information von AGFA und nicht die Erkenntnis der Redaktion !!!!

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Bei der Qualitätsbeurteilung von Tonbändern darf niemals nur eine Eigenschaft betrachtet werden. Eine vollständige Beschreibung der Vielzahl von mechanischen und elektroakustischen Eigenschaften, die bei einer gründlichen Untersuchung von Tonbändern und deren Qualitätsvergleichen beachtet werden müssen, wäre in diesem Rahmen zu umfangreich. Weil die mechanischen und elektroakustischen Eigenschaften in engem Zusammenhang stehen und damit die Aufnahmequalität entscheidend beeinflussen, ist das Problem sehr komplex. Bei der Entwicklung von Magnetbändern ist sorgfältiges Abwägen oberstes Gebot. Intensive Entwicklungsarbeit führte in den Laboratorien von Agfa-Gevaert in München und Leverkusen zu einem Doppelspielbandtyp, der elektroakustisch und mechanisch höchsten Ansprüchen genügt. Es handelt sich hier um das Agfa Magneton-band PE 46 Hifi-Low-Noise.

Laufeigenschaften unter erschwerten Bedingungen

Besondere Aufmerksamkeit wurde den Laufeigenschaften unter erschwerten Bedingungen gewidmet. Wochenlange Dauerlauftests in der Tropenkammer bei 40°C und 90% Luftfeuchte hat das PE 46 einwandfrei bestanden und bescheinigten hervorragende Tauglichkeit selbst unter extremen Bedingungen, die nur in außergewöhnlichen Fällen auftreten. Bei allen Magnetonbändern von Agfa-Gevaert, einschließlich Computer- und Videobändern (für die Fernsehbildaufzeichnung), dient Polyester als Trägermaterial. Es stellt seine hohen Qualitäten und deren Unabhängigkeit von Temperatur und Feuchtigkeit erneut unter Beweis. Durch die hohe Reißfestigkeit ist das Band enorm strapazierfähig.
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Verhalten der Magnetschicht

Für die Qualität eines Magnetbandes ist außerdem das Verhalten der Magnetschicht von entscheidender Bedeutung. Hier kann man feststellen, daß die Haftung der Magnetschicht beim PE 46 und dessen Abriebfestigkeit ausgezeichnet sind. Schichtabrieb, der sich am Tonkopf ablagert und sofort die Möhenwiedergabe verschlechtert, wird vollständig vermieden. Durch die außerordentlich gute Schmiegsamkeit dieses Doppelspielbandes an den Tonkopf treten die gefürchteten „Dropouts" nicht auf. (Hiermit sind kurzzeitige Aussetzer gemeint, die dann hörbar werden, wenn Staubteilchen zwischen Band und Tonkopf geraten und das Band kurzzeitig abheben.)
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Aussteuerbarkeit

Als Low-Noise Tonband hat das PE 46 das typisch niedrige Ruhegeräusch, etwa 4dB weniger als herkömmliche Tonbänder. Die Aussteuerung wird dem Amateur dadurch erleichtert. Diese hohe Aussteuerbarkeit wurde nochmals bei allen Agfa Hifi-Low-Noise-Bändern gesteigert. Früher waren die Langspielbänder am höchsten aussteuerbar. Mit dem Erscheinen des PE 46 gilt diese Grundregel nicht mehr. PE 46 Hifi-Low-Noise ist nämlich ebenso hoch aussteuerbar wie das Langspielband PE 36 Hifi-Low-Noise. Es sei hier ausdrücklich betont, daß sich die weite Aussteuerbarkeit des PE 46 auch auf die hohen Frequenzen erstreckt. Diese ausgeprägte Höhenaussteuerbarkeit darf ebenfalls ein spezieller Vorzug des PE 46 genannt werden, den der Musikfreund durch klare und deutliche Übertragung der wichtigen Obertöne in der Musik zu schätzen weiß. Der Kopiereffekt, das „Abfärben" oder Durchkopieren der Aufnahme von einer Bandwindung zur nächsten und vorhergehenden (Vor- und Nachecho), ist bei Low-Noise-Tonbändern allgemein besonders kritisch. Das PE 46 weist jedoch einen bemerkenswert günstigen Wert auf. Die elektroakustischen Eigenschaften des Doppelspielbandes PE 46 Hifi-Low-Noise konnten also derart verbessert werden, daß es dem Langspielband PE 36 Hifi-Low-Noise praktisch ebenbürtig ist und dem anspruchsvollen Amateur ohne Einschränkungen für seine Heimstudioaufnahmen empfohlen werden kann. Das Doppelspielband PE 46 bietet ihm elektroakustisch dieselben Werte wie das PE 36 (die Dynamik, der Ruhegeräusch- spannungsabstand nach DIN 45 512, Bl. 2, beträgt 57 dB bei Halbspur und 54 dB bei Viertelspur, 9,5 cm/s, bei k3 - 5%). Zusätzlich gewinnt er den Vorteil der größeren Dropoutfreiheit und die längere Spielzeit, die bei gleichem Spulendurchmesser gegenüber dem Langspielband um 50 % größer ist.

Hallo, Freunde von der Senkelfakultät

Letztmalig die Toni Bändchen Geschichte - auf die wir hier auch wieder verzichten.
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denn alle 6 Hefte aus 1970 waren nicht mehr dabei.
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