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Heft 4 • Dezember 1966 • 3. Jahrgang

Es fiel bei fast allen vorangegangenen Ausgaben auf, daß große lange und vor allem fundierte Artikel nur mit Namenskürzeln und meist ohne Erstellungsdatum enthalten sind bzw. gedruckt wurden. Das ist sehr schade, denn wir hätten gerne die Namen im Klartext gehabt. Es ist leider zu lange her und so können wir nur noch ganz wenige fragen.

Inhalt

Tontechnik als Gestaltungsmittel (Teil 3) (ist ausgelagert) 74
Wie funktionieren unsere Tonbandgeräte (8) (ist ausgelagert) 77
NWT-Happening 1966 80
Der Kampf um die beste Tonaufnahme der Welt 82
Praktische Tonbandtips 83
Der Welt modernste Tonbandfabrik (ist ausgelagert) 85
Tonbandler bei der Arbeit 86
Industrie - Bücher - Notizen 88

Liebe tonband-Freunde

Es ist soweit: Das Ergebnis unserer zweiten Umfrage in Heft 3/1966 war so eindeutig, daß wir uns entschließen konnten, tonband künftig 6mal jährlich zum Abonnementpreis von DM 8.40 erscheinen zu lassen. Und zwar wird tonband nächstes Jahr in den Monaten Januar, März, Mai, Juli, September und November erscheinen. Gleichzeitig werden wir den Themenkreis um einfachere, allgemein verständliche Tests von Geräten und Zubehör erweitern.

Wir werden bestrebt sein, tonband innerhalb des durch den Titel abgesteckten Rahmens so abwechslungsreich und vielseitig wie möglich zu gestalten. Im Januar werden wir einen eigenen tonband-Wettbewerb ausschreiben. Die Ausbeute des NWT fällt von Jahr zu Jahr so mager aus, daß wir den Versuch wagen wollen, dieses Problem einmal anders anzupacken. Darüber aber mehr im ersten tonband des Jahres 1967. A propos 1967: Wir möchten nicht versäumen, unseren Lesern alles Gute für das kommende Jahr zu wünschen.

Ihre tonband-Redaktion

"Wie funktionieren unsere Tonbandgeräte (Teil 8 und Ende)" ist auf eine eigene Seite ausgelagert

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NWT "Nationaler Wettbewerb Tonaufnahme" Happening 1966

Deutschlands beste Tonbandamateure sollten in München, im Hause des Bayrischen Rundfunks, zum 15. Male gekürt werden.

Dem Aufruf zum tönenden Wettstreit, vom Ring der Tonbandfreunde Jahr für Jahr in die deutschen Amateurstudios geschickt, folgten 84 Bewerber um Titel und Preise. Dem äußeren Dekor zufolge, dem auch die seriöse Jury aus Vertretern der Fachpresse, des Rundfunks und der Geräteindustrie Gewicht verlieh, ließ dieser Nationale Wettbewerb der besten Tonaufnahme eher eine gelungene Inszenierung erwarten, eine Veranstaltung, die dramaturgisch und technisch manches zu bieten hat, wenn auch die Quantität der Einsendungen nicht gerade als repräsentativ zu werten war.

Übersicht über die Kategorien

Zur genauen Information des Lesers sollen hier nochmals die einzelnen Kategorien mit Zahlenangaben über die entsprechenden Einsendungen veröffentlicht werden:
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  • Kategorie A: Montagen (Hörfolgen, Hörspiele, Sketch usw.), Maximaldauer 15 Minuten, 30 Einsendungen, davon etwa zehn preiswürdig.
  • Kategorie B: Dokumentaraufnahmen und Reportagen, Maximaldauer 10 Minuten, 7 Einsendungen, davon zwei diskutabel.
  • Kategorie C: Musikalische oder gesprochene Aufnahmen (Solisten, Orchesterwerke, Chöre, Volkslieder, Monologe, Imitationen usw.), Maximaldauer 4 Minuten, 22 Einsendungen, davon etwa acht preiswürdig.
  • Kategorie D: Einmalige Tonaufnahmen (Schnappschüsse aus dem Leben, berühmte oder seltene Stimmen, außergewöhnliche Begebenheiten usw.), Maximaldauer 4 Minuten, 5 Einsendungen, davon eine diskutabel.
  • Kategorie E: Trickaufnahmen oder technische Montagen, Maximaldauer 4 Minuten, 10 Einsendungen, davon eine preiswürdige Aufnahme und zwei diskutabel.
  • Kategorie A-Stereo: 2 Einsendungen, eine Aufnahme vor der Zeit abgebrochen, die andere (ähnliches Team) preiswürdig.
  • Kategorie C-Stereo: 8 Einsendungen, drei preiswürdig.

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Abs. II - Man könnte es wirklich als "Happening" bezeichnen

Was also in Deutschlands heimlicher Hauptstadt am letzten Septemberwochenende geschah, war mitunter etwas unheimlich und hatte, ganz unfreiwillig und sicher nicht beabsichtigt, den Charakter einer mehr improvisierten Demonstration, die man neuerdings als Happening, sprich Happening, zu bezeichnen pflegt.

Bei einer Veranstaltung dieser Kategorie wissen die Teilnehmer in den seltensten Fällen, was sie im nächsten Moment zu erwarten haben. Dieses Gefühl des impulsiven Kunstgenusses zu vermitteln, ist Sache eines oder mehrer Künstler, auch Ausführende genannt, deren Improvisation und Phantasie wie künstlerischem Ausdruck keinerlei Grenzen gesetzt sind.

Zerschlagene Bechstein-Flügel oder zertrümmerte Mittelklassewagen zählen dabei zu den groben Überraschungen. Vor solch optischer Pop-Op-Art wenigstens blieben die Jury und der Ring der Tonbandfreunde in München verschont. Akustische Happenings sind wesentlich einfacher herzustellen, in der Ausführung diffiziler, feinsinniger und im Detail ausgeklügelter.

Wenn beispielsweise, wie geschehen, ein Band abläuft, dessen Aufnahme in einen dicken Rauschteppich eingehüllt ist, dann ist das schon ein gelungenes Happening. Wer schließlich vermutet in der Tat solchen Dilettantismus?

Wenn beispielsweise, wie geschehen, Schaltknackse, Cuttstellen, Aus- oder Einblendungen, Brumm, überspielte oder schlecht gelöschte Aufnahmen schmerzlich laut zu hören sind, dann darf das doch nur ein dem freien künstlerischen Gestaltungstrieb entsprungener Ulk sein.

Wenn beispielsweise, wie geschehen, Texte zu tontechnischer Gestaltung gelangen, die man - alles was recht ist - als Pornophonie bezeichnen muß, dann kann doch dieser geschmacklose Einfall nicht allein ein ungewollter Regiefehler sein - da muß doch mehr dahinterstecken!

Abs. III

Zugegeben: die Beispiele sind kraß. In gemilderter Dosis könnten sie allerdings beliebig erweitert werden. Nach solch klarer Anamnese scheint die Diagnose schnell gestellt zu sein:

Der NWT ist organisch krank. Ein Wettbewerb, der an vier Millionen Gerätebesitzer allein in Deutschland appelliert und sich seit Jahren mit weniger als hundert Teilnehmern eigentlich unter dem Strich bewegt, bedarf dringend therapeutischer Maßnahmen.

Abs. IV.

Mit Besorgnis hatten wir bereits im vergangenen Jahr dafür plädiert, dem Reglement des NWT einen den Amateurstatus wahrenden Zusatz anzugliedern. Der 15. NWT hat diese unsere Anregung in die Tat umgesetzt, und die Tonbandamateure haben es durch ihre Unterschrift bestätigt.

Dennoch hat auch in diesem Jahr der NWT weder von Seiten der Teilnehmer noch von Seiten des Niveaus eine spürbare Erneuerung und Bereicherung erfahren. Wenn auch diesmal die Hauptpreise von keinem der letztjährigen Sieger errungen wurden (lange Zeit schienen ja einzelne Amateure auf die verschiedenen Plätze abonniert zu sein), so tummelten sich doch noch verhältnismäßig viele Hechte im Teich der Neulinge. Erfreulich war das auffallend gute Niveau weiblicher Tonbandamateure, wenn auch gerade von dieser Seite einige böse dramaturgische Pannen geliefert wurden.

Abs. V.

Bei den meisten Amateuren, sofern man von diesem knappen Hundert überhaupt verallgemeinernd sprechen darf, scheint nach wie vor in punkto Idee und Regie ein großes Manko zu herrschen. Ob aus Unsicherheit manchem Thema gegenüber, Bequemlichkeit, Unkenntnis, mangelnder Initiative und Ideen sei dahingestellt.

Jedenfalls wurden unsere Überlegungen, die in Heft 4/1965 zu manchen Anregungen geführt hatten, in diesem Jahr einmal mehr bestätigt. Sicher liegt in dieser Hinsicht mit ein Teil der Schuld beim Reglement des NWT.

Die einzelnen Kategorien sind zu wenig präzisiert, lassen zuviel Spielraum in der Gestaltung und sind ganz allgemein in ihren Grenzen zu fließend. Natürlich darf man von einem Amateur keine ausgefeilte, funkreife Leistung erwarten. Man sollte aber zumindest annehmen können, daß er sich an einem Wettbewerb mit überlegten, sorgfältig ausgearbeiteten, seinen technischen Möglichkeiten entsprechenden Arbeiten beteiligt.

In dieser Hinsicht überraschte der NWT mehrfach in negativem Sinne. Wir können uns nicht vorstellen, daß Amateure mit einem - nach eigenen Angaben - gut ausgerüsteten Gerätepark und der Aufnahmemöglichkeit im eigenen Studio neben inhaltlichen (vielleicht sogar zu verzeihenden) Mängeln technisch völlig versagen.

Keinem Fotoamateur würde es einfallen, einer Jury eine unter- oder überbelichtete Aufnahme zur Bewertung vorzulegen. Tonbandamateure dagegen reichen zum NWT getrost rauschende und verzerrte Bänder ein, Bänder, die aufnahmetechnisch ganz und gar unzulänglich sind. Technik und Regie sollen in der richtigen Relation zueinander stehen. Aber wer nicht einmal sein Handwerk versteht, wird selten einer guten Idee zum Siege verhelfen.

Abs. VI.

Ein weiteres Handicap kommt hinzu: Laut Reglement kann sich jeder Tonbandamateur mit einer Aufnahme in jeder der sieben Kategorien beteiligen. Wer auf jeder Hochzeit tanzen will, wird nirgends den besten Eindruck hinterlassen.

Es wäre sicher sinnvoller, sich einer einzigen Sache zu widmen, als überall dabei sein zu wollen und damit der einen Aufnahme mit der anderen die Zeit zu stehlen.

Andererseits kann sich bei dieser Regelung der Fall ergeben (wie in diesem Jahr), daß in einer Kategorie nur zwei Aufnahmen insgesamt eingereicht werden - natürlich mit getrennten Einsenderangaben, aber dennoch hatten beide Einsender mit einem ähnlich zusammengesetzten Team gearbeitet. Wo ist da noch ein echter Wettstreit spürbar?

Abs. VII. - ein Wort zu den Preisen und der Angemessenheit

Die eingefahrene Situation des NWT läßt sich last not least am Problem der Preisverleihung aufzeigen. Mit großzügigen Spenden von Seiten der Industrie und einiger Fachverlage ausgestattet, fällt es dem verantwortlichen Ring der Tonbandfreunde leicht, angesehene Preise festzusetzen und zu vergeben; wobei das Reglement ausdrücklich bestimmt, daß alle Preise zur Verteilung gelangen müssen.

Der kommerzielle Wert der einzelnen Preise allerdings steht oftmals in erschreckendem Mißverhältnis zum tatsächlichen Wert der prämierten Aufnahme. Preise sind zum Vergeben da! - richtig, aber in einer Kategorie hohe Preise zu vergeben, in der eigentlich keine einzige Aufnahme preiswürdig wäre, läßt dieses Verfahren nur noch als Farce erscheinen.

Abs. VIII. - Neue Preise ausschreiben - ohne Erfolg

In diesem Jahr hat man erstmals versucht, jeweils einen Preis, den sogenannten Deutschen Tonband-Amateur-Preis, für den jeweiligen Sieger der einzelnen Kategorien zu vergeben, um erst dann die nachfolgenden Plätze zu bedenken.

Ebenfalls neu waren die beiden Großen Preise des Deutschen NWT für Mono und Stereo sowie der Deutsche Jugend-Tonband-Preis im NWT. Der Ring der Tonbandfreunde betrügt sich dennoch vielfach selbst, anstatt die notwendigen Konsequenzen aus diesen nicht neuen Erfahrungen zu ziehen.

Abs. IX. - Ein Lob für die Mühen des Herrn Runge

Zur Fairneß dieser kritischen Anmerkungen gehört aber auch die Tatsache, daß der Ring der Tonbandfreunde unter seinem gewissenhaften Vorsitzenden Heinz Runge nach wie vor diesen Deutschen Nationalen Wettbewerb der besten Tonaufnahme überaus korrekt durchführt. Ferner gehört dazu, die einzelnen Sieger des 15. NWT 1966 an dieser Stelle zu veröffentlichen:

  • Großer Preis des Deutschen NWT für die beste Mono-Tonaufnahme: Edith Hartkopf, München.
  • Großer Preis des Deutschen NWT für die beste Stereo-Tonaufnahme: Kurt Winkelströter, Schönaich.
  • Deutsche Tonband-Amateur-Preise 1966 gingen für folgende Kategorien an: Hannelore Schukart, Berlin (Hörspiel); Alfred Engelhardt, Leverkusen (Reportage); Edith Hartkopf, München (musikalische Aufnahme); Kurt-Heinz Plieninger, Oberkirch (einmaliges Tondokument); Jürgen Sprotte, Pinneberg (Tontrickaufnahme); Kurt Winkelströter, Schönaich (Stereo-Hörspiel); Werner Reichel, Karlsruhe (musikalische Stereo-Aufnahme). Den Deutschen Jugend-Tonbandpreis im NWT erhielt Karl Duscheck jun., Braunschweig, für seine Beat-Musik.

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Abs. X. Resümee

Resümee unseres Berichtes kann nur die Empfehlung an den Ring der Tonbandfreunde sein, um der Sache willen eine Revidierung des Nationalen Wettbewerbs der besten Tonaufnahme - nicht zuletzt auch im Interesse aller Tonbandamateure - bis zur nächsten Austragung anzustreben, se.

DER KAMPF UM DIE "BESTE" TONAUFNAHME DER WELT

Als im Jahre 1951 erstmalig der Internationale Wettbewerb der besten Amateurtonaufnahme (IWT) durchgeführt werden konnte, ahnte bestimmt keiner der Initiatoren dieses länderverbindenden Wettstreits, welche weltweite Ausdehnung der „Kampf" (fight) um die beste Tonaufnahme einmal einnehmen würde. In diesem Jahr wurde der IWT nun bereits zum 15. Mal durchgeführt, und zwar vom 21. bis 25. Oktober 1966 in Amsterdam/Hilversum.

Die Jury

Die Jury setzte sich aus Vertretern aus neun Nationen zusammen. Die aus Kreisen der Industrie, der Amateurvereinigungen sowie der Sendeanstalten gestifteten Preise umfaßten einen Gesamtwert von über 7.000 Holländische Gulden.

56 Aufnahmen aus 12 Ländern

Insgesamt kamen 56 Aufnahmen (im Vorjahr 55) zum Vortrag, die aus 12 Ländern (im Vorjahr 11) eingesandt worden waren.

Es beteiligten sich folgende Länder: Belgien, Bundesrepublik Deutschland, Dänemark, Frankreich, Groß-Britannien, Japan, Kamerun, Mexico, Niederlande, Schweiz, Süd-Afrika und die Tschechoslowakei. Auch diesmal kam die überwiegende Zahl der Einsendungen aus europäischen Ländern. Immerhin ist erfreulich festzustellen, daß sich in zunehmendem Maße auch Länder aus Übersee an diesem internationalen Wettstreit beteiligen.

Thematik, Technik und Gestaltung

Von der Thematik, Technik und Gestaltung wurde den 21 Juroren alles geboten, was in einem Tonbandgerät nebst Zubehör nur „drin" sein kann. Auch dieser Wettbewerb zeigte, daß der menschlichen Phantasie wohl keine Grenzen gesetzt sind.

Neben einigen weniger guten Aufnahmen, die naturgemäß bei der Fülle der Einsendungen immer auftreten, wurden doch z. T. recht interessante und technisch auch außerordentlich schwierige Aufnahmen zur Bewertung eingereicht, so daß es der Jury gewiß nicht leicht fiel, eine möglichst objektive Bewertung der einzelnen Arbeiten vorzunehmen.

Über die Anteile an den Kategorien

Der Hauptanteil der Aufnahmen fiel auch diesmal wiederum in die Kategorie C (musikalische und gesprochene Aufnahmen, wie z. B. Chöre, Orchesterwerke, Volkslieder, Monologe, Gedichte usw.) mit insgesamt 19 Einsendungen. Mit 10 Aufnahmen folgte an zweiter Stelle die Kategorie B (Dokumentaraufnahmen und Reportagen), gefolgt von Aufnahmen aus der Kategorie A (Hörfolgen, Hörspiele), der Kategorie E (Trickaufnahmen und technische Montagen) sowie der Kategorie S (Schulkategorie) mit je 7 Arbeiten. Schließlich kamen noch 6 Aufnahmen aus der Kategorie D (einmalige Tonaufnahmen) zum Vortrag.

Stereo kommt so langsam

Eine weitere Analyse der eingereichten Arbeiten zeigt, daß der Anteil der Stereo-Aufnahmen im Rahmen des diesjährigen Wettbewerbs mit insgesamt 22 Arbeiten gegenüber 34 in Mono im Vergleich zu den Vorjahren erheblich zugenommen hat.

Aus dieser Tatsache darf zweifellos der Schluß gezogen werden, daß der Tonbandamateur die von Jahr zu Jahr verfeinerte Tonbandtechnik mit ihrem ganzen Drum und Dran besser zu beherrschen gelernt hat.

Die Stereo-Aufnahmen selbst waren teilweise so schwierig in ihrer technischen Gestaltung, daß sie höchste Beachtung in Kreisen der Jury fanden. Es kann daher nur begrüßt werden, daß Tonbandamateure sich nunmehr auch an schwierigere technische Aufnahmen heranwagen.

Die Preisverteilung :

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  1. Den Großen Preis in Mono erhielt Lucien Wasmer, Mexico, für den Beitrag „Panorama of populär Mexican music".
  2. Der Große Preis in Stereo wurde an Svend Nielsen, Dänemark, für die ausgezeichnete Einsendung „The Magic Band" vergeben.
  3. Immerhin sind unter den Siegern der einzelnen Kategorien auch zwei deutsche Teilnehmer zu verzeichnen. So gewann Jürgen Sprotte, Pinneberg bei Hamburg, den von den beteiligten Sendeanstalten gestifteten „Prize of Radio" für „Das tanzende Pausenzeichen" in der Kategorie E.
  4. Wilhelm Gluckert, Mainz, konnte schließlich den 1. Preis in der Kategorie C-Stereo mit seiner Aufnahme „Kammermusik" gewinnen. Mit dieser Arbeit erzielte Wilhelm Gluckert gleichzeitig auch die höchste Durchschnittspunktzahl mit 15,43 von insgesamt 20 je Jurymitglied zu vergebenden Punkten.
  5. Das von der Firma Sennheiser electronic, Bissendorf bei Hannover, gestiftete Transistor-Kondensator-Studio-Mikrofon mit Batterieadapter und Anschlußkabeln Typ MHK404 wurde von Milos Haase, Tschechoslowakei, als 1. Preis der Kategorie E-Mono für die Einsendung „Music for Don Quichotte" gewonnen.

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Die organisatorische Vorbereitung und Durchführung lag diesmal in Händen der Niederländischen Tonjägervereinigung sowie der Sendeanstalt VARA in Hilversum. Die holländischen Tonbandamateure konnten anläßlich dieses IWT gleichzeitig auf das 10jährige Bestehen ihrer Vereinigung zurückblicken.

Über die "Föderation Internationale Chausseurs du Son"

Wie alljährlich ging dem IWT der Kongreß der Föderation Internationale Chausseurs du Son (FICS) voraus, auf dem zahlreiche organisatorische und technische Probleme gemeinsamer Arbeit auf internationaler Basis erörtert wurden. Außerdem stand wiederum die alljährlich durchzuführende Wahl des Präsidenten für das neue Geschäftsjahr zur Diskussion.

Auch in diesem Jahr wurde - wie auf dem letztjährigen Kongreß in London - der geschäftsführende Vorsitzende des „Ring der Tonbandfreunde", Heinz Runge, erneut zum Präsidenten gewählt. Auch der langjährige Generalsekretär der FICS, Dr. Jan Mees, Niederlande, wurde einstimmig in seinem Amt bestätigt und gleichzeitig zum Vizepräsidenten ernannt.

Beide Herren nahmen die Wahl an und sprachen gleichzeitig ihren Dank für das ihnen entgegengebrachte Vertrauen aus. Die anwesenden Länderdelegationen faßten ferner den einstimmigen Beschluß, den nächsten IWT Ende Oktober 1967 in West-Berlin stattfinden zu lassen, für dessen Durchführung der „Ring der Tonbandfreunde" sowie der Fachverband Phonotechnik im ZVEI, Hamburg, verantwortlich zeichnen werden.

Zum Abschluß

Den Abschluß der außerordentlich interessanten Tagung bildete eine Besichtigung des von der Firma Philips in Eindhoven kürzlich fertiggestellten EVOLUONS. Bei diesem Gebäude handelt es sich nicht etwa um ein Museum von Philips-Erzeugnissen, vielmehr will diese Dauerausstellung beim Besucher das Verständnis für die Möglichkeiten wecken, die die derzeitige Evolution von Technik und Wissenschaft in allen Bereichen unseres gesellschaftlichen, kulturellen und sozialpolitischen Lebens bietet. K. H.

PRAKTISCHE TONBANDTIPS
Wenn man eine Platte schneiden läßt -Tips

Weihnachten steht vor der Tür. Man beginnt sich Gedanken über geeignete Geschenke zu machen. Mancher Tonbandamateur wird auf die Idee kommen, seinen Freunden in der Ferne oder auch den Lieben daheim eine Freude mit einer Schallplatte aus eigener Werkstatt zu bereiten.

Selbstverständlich hat er nicht die Möglichkeit, eine solche Platte selber zu schneiden. Eine solche Anlage wäre zu kostpielig. Diese Arbeit übernimmt ein kompetentes Studio.

Aber auch das beste Studio kann aus einer schlechten oder ungeeigneten Aufnahme keine gute Platte machen. Es seien deshalb hier ein paar Tips gegeben, was bei einer solchen Aufnahme zu beachten ist: Zunächst sollte es selbstverständlich sein, daß die Aufnahme frei von jeglichen Schaltgeräuschen ist.

Alle Teilaufnahmen müssen mit gleicher Amplitude (Lautstärke) aufgezeichnet werden. Bässe sollten möglichst nicht zu stark hervortreten. Dafür müssen die Höhen möglichst brillant kommen. Um das zu erreichen, sollte möglichst ein Mikrofon mit Baßregelung verwendet werden.

Wichtig ist weiter, daß man seine Aufnahmen der Platten-Spieldauer anpaßt, damit das Studio nicht mitten in der Darbietung die Seite wechseln muß. Soll eine Langspielplatte mit mehreren abgeschlossenen Darbietungen geschnitten werden, sollte man zwischen diesen Darbietungen jeweils 50cm weißes Vorspannband kleben. So können vom Studio an diesen Stellen Leerrillen geschnitten werden, die die Platte übersichtlicher werden lassen.

Man sollte für solche Aufnahmen entweder „jungfräuliches" (neues) Band verwenden oder vorher sämtliche alten Aufnahmen gründlich löschen. Nur so wird zuverlässig vermieden, daß Teile alter Aufnahmen durch unterschiedliche Spurlage mit auf die Platte kommen. Das Plattenschneiden ist nicht ganz billig. Schon deshalb sollte das Mutterband mit größter Sorgfalt hergestellt werden. Nur so kann man mit einer eigenen Platte Freude bereiten und selber Freude daran haben.

PRAKTISCHE TONBANDTIPS
Spiegel im Amateurstudio - dem eigenen Wohnzimmer

Das Amateurstudio - wenn man es überhaupt so nennen will - ist ja meistens ein zweckentfremdetes Wohnzimmer. Studiomäßiges Arbeiten soll hier nach professionellem Vorbild mit möglichst wenig Aufwand ermöglicht werden. Die Hausfrau wird darauf achten, daß das äußere Bild möglichst nicht verändert wird. So wird man die Tonbandanlage meist nicht so aufstellen können, daß gleichzeitig die Akteure und die Geräte beobachtet werden.

Bei Hörspielaufnahmen aber ist es ausgesprochen wichtig, daß der Freizeit-Tontechniker nicht nur seine Geräte, sondern auch die Mitspieler im Auge behält. Dazu verhilft in vielen Fällen ein nicht zu kleiner Spiegel, der an der Wand hinter den Geräten aufgehängt wird. Mit seiner Hilfe kann der Mann vor den Geräten auf Zeichen der Mitspieler prompt reagieren.

Findet die Aufnahme in einem Nebenraum statt, kann durch einen oder zwei Spiegel auch dieser Raum meistens für den Aufnahmetechniker sichtbar gemacht werden. Selbst bei zwei völlig durch eine Wand voneinander getrennten, nebeneinanderliegenden Räumen ist das Problem der so wichtigen Einsicht zu lösen.

Ein normaler Autospiegel, der vor den Fenstern der beiden Räume angebracht wird, überträgt alle optischen Vorgänge. Ebenso wertvoll kann ein Spiegel sein, wenn man auf „Ein-Mann-Betrieb" angewiesen ist. Mit einem vergrößernden Spiegel kann das magische Band beispielsweise im gesamten Raum sichtbar gemacht werden.
Hat man erst einmal den Nutzen des Spiegels erkannt, wird man bald noch individuellen Bedarf entdecken.

PRAKTISCHE TONBANDTIPS
Ein Tip zur Kopfjustierung

Daß die einwandfreie Justierung der Tonköpfe wesentlichen Einfluß auf die Qualität unserer Bandaufnahmen hat, ist allgemein bekannt. Die Senkrechtstellung
des Kopfspaltes muß deshalb von Zeit zu Zeit geprüft werden.

Während die Fachwerkstatt diese Einstellung mit Hilfe von Meßinstrumenten vornimmt, bedient sich der Amateur meistens seines Gehörs. Diese rein akustische Methode reicht auch meistens aus. Diese Methode hat aber den Nachteil, daß man keinen immer wieder vergleichbaren Meßwert erhält. Man kann immer nur das augenblicklich erreichbare Maximum einstellen. Außerdem tritt dieses Maximum nicht in einem so scharfen Punkt hervor, wie das bei einem Meßinstrument der Fall ist.

Auch ohne Werkstattausrüstung können wir heutzutage in vielen Fällen die Justierung nach einem Meßinstrument vornehmen. Immer mehr Tonbandgeräte werden jetzt mit Aussteuerungs-Zeigerinstrumenten ausgestattet. Diese Instrumente eignen sich sehr gut zur Justierung.

Das zu justierende Gerät wird an ein zweites Gerät mit Zeigerinstrument angeschlossen. Das Rauschen des Justierbandes wird in das zweite Gerät eingespeist. Das Gerät wird soweit ausgesteuert, daß der Zeiger etwa in Mittelstellung des Instrumentes steht. Danach wird der Kopf auf maximalen Zeigerausschlag eingetaumelt. Besonders nützlich ist dieses Verfahren zur Justierung eines Stereokopfes.

Bei einigen größeren Geräten ist es sogar möglich, die Zeigerinstrumente in Stellung „Hinterband" zu bringen, so daß gar kein zweites Gerät benötigt wird. Wenn wir uns die genaue Anordnung der Geräte und die Einstellung der Regler sowie den Ausschlag der Instrumente notieren, haben wir darüber hinaus eine laufende Kontrolle über die Leistungen unserer Geräte. Bestimmte Leistungsminderungen treten dadurch klar hervor.

DER TELEFONADAPTER

Dieser Artikel hat heutzutage keinerlei Informationsgehalt mehr.

BÜCHER
HiFi und Stereo für den Tonbandfreund

Gustav Büscher: HiFi und Stereo für den Tonbandfreund. 79 Seiten, zahlreiche Tabellen und Abbildungen, DM 6,80. Franckhsche Verlagshandlung, Stuttgart.

Dieses Buch will, laut Verlagsmitteilung, einmal die Auswahl von Tonbandgeräten, Verstärkern und Zubehör für einen bestimmten, meist feststehenden Zweck erleichtern, um dann für diese Geräte Hinweise für die optimale Anwendung zu geben. Der Autor, von berufswegen Fachmann auf diesem Gebiet und selbst begeisterter Tonjäger (dies verrät der Klappentext des Buches), allerdings hat sich seine Aufgabe doch ein wenig zu leicht gemacht.

Einen wirklichen Leitfaden für den Tonbandfreund jedenfalls kann man dieses Büchlein nicht nennen. Im Grunde bringt es eine brave Zusammenstellung bereits bekannter und an anderen Stellen schon veröffentlichter Tatsachen, so z. B. die Überlegungen, welches Gerät das empfehlenswerteste für die jeweiligen Bedürfnisse des Amateurs ist, Tips für die Aufnahme und Wiedergabe und ein Kapitel über das Funktionieren des Tonbandgerätes.

Alles ist zwar in leicht verständlicher Form geschrieben, aber viel zu allgemein gehalten, so daß dieses Buch kaum mehr zu geben vermag als manche Werbefibel der Geräteindustrie. Eine ernsthafte und intensive, im Detail klärende Auseinandersetzung mit dem technisch vielschichtigen Tonbandsektor vermißt man ebenso wie eine fundierte, dem Anspruch der HiFi-Qualität gerecht werdende Darstellung der Kapitel „Aufnahme" und „Wiedergabe". Die Lektüre wird allenfalls allgemein bekannte und gültige Regeln in Erinnerung bringen, kaum jedoch ein erschöpfender Ratgeber für Hifi und Stereo sein. se.

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