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Heft 4 • Dezember 1966 • 3. Jahrgang

Es fiel bei fast allen vorangegangenen Ausgaben auf, daß große lange und vor allem fundierte Artikel nur mit Namenskürzeln und meist ohne Erstellungsdatum enthalten sind bzw. gedruckt wurden. Das ist sehr schade, denn wir hätten gerne die Namen im Klartext gehabt. Es ist leider zu lange her und so können wir nur noch ganz wenige fragen.

Inhalt

Tontechnik als Gestaltungsmittel (Teil 3) (ist ausgelagert) 74
Wie funktionieren unsere Tonbandgeräte (8) (ist ausgelagert) 77
NWT-Happening 1966 80
Der Kampf um die beste Tonaufnahme der Welt 82
Praktische Tonbandtips 83
Der Welt modernste Tonbandfabrik (ist ausgelagert) 85
Tonbandler bei der Arbeit 86
Industrie - Bücher - Notizen 88

Liebe tonband-Freunde

Es ist soweit: Das Ergebnis unserer zweiten Umfrage in Heft 3/1966 war so eindeutig, daß wir uns entschließen konnten, tonband künftig 6mal jährlich zum Abonnementpreis von DM 8.40 erscheinen zu lassen. Und zwar wird tonband nächstes Jahr in den Monaten Januar, März, Mai, Juli, September und November erscheinen. Gleichzeitig werden wir den Themenkreis um einfachere, allgemein verständliche Tests von Geräten und Zubehör erweitern.

Wir werden bestrebt sein, tonband innerhalb des durch den Titel abgesteckten Rahmens so abwechslungsreich und vielseitig wie möglich zu gestalten. Im Januar werden wir einen eigenen tonband-Wettbewerb ausschreiben. Die Ausbeute des NWT fällt von Jahr zu Jahr so mager aus, daß wir den Versuch wagen wollen, dieses Problem einmal anders anzupacken. Darüber aber mehr im ersten tonband des Jahres 1967. A propos 1967: Wir möchten nicht versäumen, unseren Lesern alles Gute für das kommende Jahr zu wünschen.

Ihre tonband-Redaktion

"Wie funktionieren unsere Tonbandgeräte (Teil 8 und Ende)" ist auf eine eigene Seite ausgelagert

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NWT Happening 1966

Deutschlands beste Tonbandamateure sollten in München, im Hause des Bayrischen Rundfunks, zum 15. Male gekürt werden.

Dem Aufruf zum tönenden Wettstreit, vom Ring der Tonbandfreunde Jahr für Jahr in die deutschen Amateurstudios geschickt, folgten 84 Bewerber um Titel und Preise. Dem äußeren Dekor zufolge, dem auch die seriöse Jury aus Vertretern der Fachpresse, des Rundfunks und der Geräteindustrie Gewicht verlieh, ließ dieser Nationale Wettbewerb der besten Tonaufnahme eher eine gelungene Inszenierung erwarten, eine Veranstaltung, die dramaturgisch und technisch manches zu bieten hat, wenn auch die Quantität der Einsendungen nicht gerade als repräsentativ zu werten war.

Übersicht über die Kategorien

Zur genauen Information des Lesers sollen hier nochmals die einzelnen Kategorien mit Zahlenangaben über die entsprechenden Einsendungen veröffentlicht werden:
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  • Kategorie A: Montagen (Hörfolgen, Hörspiele, Sketch usw.), Maximaldauer 15 Minuten, 30 Einsendungen, davon etwa zehn preiswürdig.
  • Kategorie B: Dokumentaraufnahmen und Reportagen, Maximaldauer 10 Minuten, 7 Einsendungen, davon zwei diskutabel.
  • Kategorie C: Musikalische oder gesprochene Aufnahmen (Solisten, Orchesterwerke, Chöre, Volkslieder, Monologe, Imitationen usw.), Maximaldauer 4 Minuten, 22 Einsendungen, davon etwa acht preiswürdig.
  • Kategorie D: Einmalige Tonaufnahmen (Schnappschüsse aus dem Leben, berühmte oder seltene Stimmen, außergewöhnliche Begebenheiten usw.), Maximaldauer 4 Minuten, 5 Einsendungen, davon eine diskutabel.
  • Kategorie E: Trickaufnahmen oder technische Montagen, Maximaldauer 4 Minuten, 10 Einsendungen, davon eine preiswürdige Aufnahme und zwei diskutabel.
  • Kategorie A-Stereo: 2 Einsendungen, eine Aufnahme vor der Zeit abgebrochen, die andere (ähnliches Team) preiswürdig.
  • Kategorie C-Stereo: 8 Einsendungen, drei preiswürdig.

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Abs. II - Man könnte es wirklich als "Happening" bezeichnen

Was also in Deutschlands heimlicher Hauptstadt am letzten Septemberwochenende geschah, war mitunter etwas unheimlich und hatte, ganz unfreiwillig und sicher nicht beabsichtigt, den Charakter einer mehr improvisierten Demonstration, die man neuerdings als Happening, sprich Happening, zu bezeichnen pflegt.

Bei einer Veranstaltung dieser Kategorie wissen die Teilnehmer in den seltensten Fällen, was sie im nächsten Moment zu erwarten haben. Dieses Gefühl des impulsiven Kunstgenusses zu vermitteln, ist Sache eines oder mehrer Künstler, auch Ausführende genannt, deren Improvisation und Phantasie wie künstlerischem Ausdruck keinerlei Grenzen gesetzt sind.

Zerschlagene Bechstein-Flügel oder zertrümmerte Mittelklassewagen zählen dabei zu den groben Überraschungen. Vor solch optischer Pop-Op-Art wenigstens blieben die Jury und der Ring der Tonbandfreunde in München verschont. Akustische Happenings sind wesentlich einfacher herzustellen, in der Ausführung diffiziler, feinsinniger und im Detail ausgeklügelter.

Wenn beispielsweise, wie geschehen, ein Band abläuft, dessen Aufnahme in einen dicken Rauschteppich eingehüllt ist, dann ist das schon ein gelungenes Happening. Wer schließlich vermutet in der Tat solchen Dilettantismus?

Wenn beispielsweise, wie geschehen, Schaltknackse, Cuttstellen, Aus- oder Einblendungen, Brumm, überspielte oder schlecht gelöschte Aufnahmen schmerzlich laut zu hören sind, dann darf das doch nur ein dem freien künstlerischen Gestaltungstrieb entsprungener Ulk sein.

Wenn beispielsweise, wie geschehen, Texte zu tontechnischer Gestaltung gelangen, die man - alles was recht ist - als Pornophonie bezeichnen muß, dann kann doch dieser geschmacklose Einfall nicht allein ein ungewollter Regiefehler sein - da muß doch mehr dahinterstecken!

Abs. III

Zugegeben: die Beispiele sind kraß. In gemilderter Dosis könnten sie allerdings beliebig erweitert werden. Nach solch klarer Anamnese scheint die Diagnose schnell gestellt zu sein:

Der NWT ist organisch krank. Ein Wettbewerb, der an vier Millionen Gerätebesitzer allein in Deutschland appelliert und sich seit Jahren mit weniger als hundert Teilnehmern eigentlich unter dem Strich bewegt, bedarf dringend therapeutischer Maßnahmen.

Abs. IV.

Mit Besorgnis hatten wir bereits im vergangenen Jahr dafür plädiert, dem Reglement des NWT einen den Amateurstatus wahrenden Zusatz anzugliedern. Der 15. NWT hat diese unsere Anregung in die Tat umgesetzt, und die Tonbandamateure haben es durch ihre Unterschrift bestätigt.

Dennoch hat auch in diesem Jahr der NWT weder von Seiten der Teilnehmer noch von Seiten des Niveaus eine spürbare Erneuerung und Bereicherung erfahren. Wenn auch diesmal die Hauptpreise von keinem der letztjährigen Sieger errungen wurden (lange Zeit schienen ja einzelne Amateure auf die verschiedenen Plätze abonniert zu sein), so tummelten sich doch noch verhältnismäßig viele Hechte im Teich der Neulinge. Erfreulich war das auffallend gute Niveau weiblicher Tonbandamateure, wenn auch gerade von dieser Seite einige böse dramaturgische Pannen geliefert wurden.

Abs. V.

Bei den meisten Amateuren, sofern man von diesem knappen Hundert überhaupt verallgemeinernd sprechen darf, scheint nach wie vor in punkto Idee und Regie ein großes Manko zu herrschen. Ob aus Unsicherheit manchem Thema gegenüber, Bequemlichkeit, Unkenntnis, mangelnder Initiative und Ideen sei dahingestellt.

Jedenfalls wurden unsere Überlegungen, die in Heft 4/1965 zu manchen Anregungen geführt hatten, in diesem Jahr einmal mehr bestätigt. Sicher liegt in dieser Hinsicht mit ein Teil der Schuld beim Reglement des NWT.

Die einzelnen Kategorien sind zu wenig präzisiert, lassen zuviel Spielraum in der Gestaltung und sind ganz allgemein in ihren Grenzen zu fließend. Natürlich darf man von einem Amateur keine ausgefeilte, funkreife Leistung erwarten. Man sollte aber zumindest annehmen können, daß er sich an einem Wettbewerb mit überlegten, sorgfältig ausgearbeiteten, seinen technischen Möglichkeiten entsprechenden Arbeiten beteiligt.

In dieser Hinsicht überraschte der NWT mehrfach in negativem Sinne. Wir können uns nicht vorstellen, daß Amateure mit einem - nach eigenen Angaben - gut ausgerüsteten Gerätepark und der Aufnahmemöglichkeit im eigenen Studio neben inhaltlichen (vielleicht sogar zu verzeihenden) Mängeln technisch völlig versagen.

Keinem Fotoamateur würde es einfallen, einer Jury eine unter- oder überbelichtete Aufnahme zur Bewertung vorzulegen. Tonbandamateure dagegen reichen zum NWT getrost rauschende und verzerrte Bänder ein, Bänder, die aufnahmetechnisch ganz und gar unzulänglich sind. Technik und Regie sollen in der richtigen Relation zueinander stehen. Aber wer nicht einmal sein Handwerk versteht, wird selten einer guten Idee zum Siege verhelfen.

Abs. VI.

Ein weiteres Handicap kommt hinzu: Laut Reglement kann sich jeder Tonbandamateur mit einer Aufnahme in jeder der sieben Kategorien beteiligen. Wer auf jeder Hochzeit tanzen will, wird nirgends den besten Eindruck hinterlassen.

Es wäre sicher sinnvoller, sich einer einzigen Sache zu widmen, als überall dabei sein zu wollen und damit der einen Aufnahme mit der anderen die Zeit zu stehlen.

Andererseits kann sich bei dieser Regelung der Fall ergeben (wie in diesem Jahr), daß in einer Kategorie nur zwei Aufnahmen insgesamt eingereicht werden - natürlich mit getrennten Einsenderangaben, aber dennoch hatten beide Einsender mit einem ähnlich zusammengesetzten Team gearbeitet. Wo ist da noch ein echter Wettstreit spürbar?

Abs. VII. - ein Wort zu den Preisen und der Angemessenheit

Die eingefahrene Situation des NWT läßt sich last not least am Problem der Preisverleihung aufzeigen. Mit großzügigen Spenden von Seiten der Industrie und einiger Fachverlage ausgestattet, fällt es dem verantwortlichen Ring der Tonbandfreunde leicht, angesehene Preise festzusetzen und zu vergeben; wobei das Reglement ausdrücklich bestimmt, daß alle Preise zur Verteilung gelangen müssen.

Der kommerzielle Wert der einzelnen Preise allerdings steht oftmals in erschreckendem Mißverhältnis zum tatsächlichen Wert der prämierten Aufnahme. Preise sind zum Vergeben da! - richtig, aber in einer Kategorie hohe Preise zu vergeben, in der eigentlich keine einzige Aufnahme preiswürdig wäre, läßt dieses Verfahren nur noch als Farce erscheinen.

Abs. VIII. - Neue Preise ausschreiben - ohne Erfolg

In diesem Jahr hat man erstmals versucht, jeweils einen Preis, den sogenannten Deutschen Tonband-Amateur-Preis, für den jeweiligen Sieger der einzelnen Kategorien zu vergeben, um erst dann die nachfolgenden Plätze zu bedenken.

Ebenfalls neu waren die beiden Großen Preise des Deutschen NWT für Mono und Stereo sowie der Deutsche Jugend-Tonband-Preis im NWT. Der Ring der Tonbandfreunde betrügt sich dennoch vielfach selbst, anstatt die notwendigen Konsequenzen aus diesen nicht neuen Erfahrungen zu ziehen.

Abs. IX. - Ein Lob für die Mühen des Herrn Runge

Zur Fairneß dieser kritischen Anmerkungen gehört aber auch die Tatsache, daß der Ring der Tonbandfreunde unter seinem gewissenhaften Vorsitzenden Heinz Runge nach wie vor diesen Deutschen Nationalen Wettbewerb der besten Tonaufnahme überaus korrekt durchführt. Ferner gehört dazu, die einzelnen Sieger des 15. NWT 1966 an dieser Stelle zu veröffentlichen:

  • Großer Preis des Deutschen NWT für die beste Mono-Tonaufnahme: Edith Hartkopf, München.
  • Großer Preis des Deutschen NWT für die beste Stereo-Tonaufnahme: Kurt Winkelströter, Schönaich.
  • Deutsche Tonband-Amateur-Preise 1966 gingen für folgende Kategorien an: Hannelore Schukart, Berlin (Hörspiel); Alfred Engelhardt, Leverkusen (Reportage); Edith Hartkopf, München (musikalische Aufnahme); Kurt-Heinz Plieninger, Oberkirch (einmaliges Tondokument); Jürgen Sprotte, Pinneberg (Tontrickaufnahme); Kurt Winkelströter, Schönaich (Stereo-Hörspiel); Werner Reichel, Karlsruhe (musikalische Stereo-Aufnahme). Den Deutschen Jugend-Tonbandpreis im NWT erhielt Karl Duscheck jun., Braunschweig, für seine Beat-Musik.

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Abs. X.

Resümee unseres Berichtes kann nur die Empfehlung an den Ring der Tonbandfreunde sein, um der Sache willen eine Revidierung des Nationalen Wettbewerbs der besten Tonaufnahme - nicht zuletzt auch im Interesse aller Tonbandamateure - bis zur nächsten Austragung anzustreben, se.

DER KAMPF UM DIE "BESTE" TONAUFNAHME DER WELT

Als im Jahre 1951 erstmalig der Internationale Wettbewerb der besten Amateurtonaufnahme (IWT) durchgeführt werden konnte, ahnte bestimmt keiner der Initiatoren dieses länderverbindenden Wettstreits, welche weltweite Ausdehnung der „Kampf" (fight) um die beste Tonaufnahme einmal einnehmen würde. In diesem Jahr wurde der IWT nun bereits zum 15. Mal durchgeführt, und zwar vom 21. bis 25. Oktober 1966 in Amsterdam/Hilversum.

Die Jury

Die Jury setzte sich aus Vertretern aus neun Nationen zusammen. Die aus Kreisen der Industrie, der Amateurvereinigungen sowie der Sendeanstalten gestifteten Preise umfaßten einen Gesamtwert von über 7.000 Holländische Gulden.

56 Aufnahmen aus 12 Ländern

Insgesamt kamen 56 Aufnahmen (im Vorjahr 55) zum Vortrag, die aus 12 Ländern (im Vorjahr 11) eingesandt worden waren.

Es beteiligten sich folgende Länder: Belgien, Bundesrepublik Deutschland, Dänemark, Frankreich, Groß-Britannien, Japan, Kamerun, Mexico, Niederlande, Schweiz, Süd-Afrika und die Tschechoslowakei. Auch diesmal kam die überwiegende Zahl der Einsendungen aus europäischen Ländern. Immerhin ist erfreulich festzustellen, daß sich in zunehmendem Maße auch Länder aus Übersee an diesem internationalen Wettstreit beteiligen.

Thematik, Technik und Gestaltung

Von der Thematik, Technik und Gestaltung wurde den 21 Juroren alles geboten, was in einem Tonbandgerät nebst Zubehör nur „drin" sein kann. Auch dieser Wettbewerb zeigte, daß der menschlichen Phantasie wohl keine Grenzen gesetzt sind.

Neben einigen weniger guten Aufnahmen, die naturgemäß bei der Fülle der Einsendungen immer auftreten, wurden doch z. T. recht interessante und technisch auch außerordentlich schwierige Aufnahmen zur Bewertung eingereicht, so daß es der Jury gewiß nicht leicht fiel, eine möglichst objektive Bewertung der einzelnen Arbeiten vorzunehmen.

Über die Anteile an den Kategorien

Der Hauptanteil der Aufnahmen fiel auch diesmal wiederum in die Kategorie C (musikalische und gesprochene Aufnahmen, wie z. B. Chöre, Orchesterwerke, Volkslieder, Monologe, Gedichte usw.) mit insgesamt 19 Einsendungen. Mit 10 Aufnahmen folgte an zweiter Stelle die Kategorie B (Dokumentaraufnahmen und Reportagen), gefolgt von Aufnahmen aus der Kategorie A (Hörfolgen, Hörspiele), der Kategorie E (Trickaufnahmen und technische Montagen) sowie der Kategorie S (Schulkategorie) mit je 7 Arbeiten. Schließlich kamen noch 6 Aufnahmen aus der Kategorie D (einmalige Tonaufnahmen) zum Vortrag.

Stereo kommt so langsam

Eine weitere Analyse der eingereichten Arbeiten zeigt, daß der Anteil der Stereo-Aufnahmen im Rahmen des diesjährigen Wettbewerbs mit insgesamt 22 Arbeiten gegenüber 34 in Mono im Vergleich zu den Vorjahren erheblich zugenommen hat.

Aus dieser Tatsache darf zweifellos der Schluß gezogen werden, daß der Tonbandamateur die von Jahr zu Jahr verfeinerte Tonbandtechnik mit ihrem ganzen Drum und Dran besser zu beherrschen gelernt hat.

Die Stereo-Aufnahmen selbst waren teilweise so schwierig in ihrer technischen Gestaltung, daß sie höchste Beachtung in Kreisen der Jury fanden. Es kann daher nur begrüßt werden, daß Tonbandamateure sich nunmehr auch an schwierigere technische Aufnahmen heranwagen.

Die Preisverteilung :

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  1. Den Großen Preis in Mono erhielt Lucien Wasmer, Mexico, für den Beitrag „Panorama of populär Mexican music".
  2. Der Große Preis in Stereo wurde an Svend Nielsen, Dänemark, für die ausgezeichnete Einsendung „The Magic Band" vergeben.
  3. Immerhin sind unter den Siegern der einzelnen Kategorien auch zwei deutsche Teilnehmer zu verzeichnen. So gewann Jürgen Sprotte, Pinneberg bei Hamburg, den von den beteiligten Sendeanstalten gestifteten „Prize of Radio" für „Das tanzende Pausenzeichen" in der Kategorie E.
  4. Wilhelm Gluckert, Mainz, konnte schließlich den 1. Preis in der Kategorie C-Stereo mit seiner Aufnahme „Kammermusik" gewinnen. Mit dieser Arbeit erzielte Wilhelm Gluckert gleichzeitig auch die höchste Durchschnittspunktzahl mit 15,43 von insgesamt 20 je Jurymitglied zu vergebenden Punkten.
  5. Das von der Firma Sennheiser electronic, Bissendorf bei Hannover, gestiftete Transistor-Kondensator-Studio-Mikrofon mit Batterieadapter und Anschlußkabeln Typ MHK404 wurde von Milos Haase, Tschechoslowakei, als 1. Preis der Kategorie E-Mono für die Einsendung „Music for Don Quichotte" gewonnen.

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Die organisatorische Vorbereitung und Durchführung lag diesmal in Händen der Niederländischen Tonjägervereinigung sowie der Sendeanstalt VARA in Hilversum. Die holländischen Tonbandamateure konnten anläßlich dieses IWT gleichzeitig auf das 10jährige Bestehen ihrer Vereinigung zurückblicken.

Über die "Föderation Internationale Chausseurs du Son"

Wie alljährlich ging dem IWT der Kongreß der Föderation Internationale Chausseurs du Son (FICS) voraus, auf dem zahlreiche organisatorische und technische Probleme gemeinsamer Arbeit auf internationaler Basis erörtert wurden. Außerdem stand wiederum die alljährlich durchzuführende Wahl des Präsidenten für das neue Geschäftsjahr zur Diskussion.

Auch in diesem Jahr wurde - wie auf dem letztjährigen Kongreß in London - der geschäftsführende Vorsitzende des „Ring der Tonbandfreunde", Heinz Runge, erneut zum Präsidenten gewählt. Auch der langjährige Generalsekretär der FICS, Dr. Jan Mees, Niederlande, wurde einstimmig in seinem Amt bestätigt und gleichzeitig zum Vizepräsidenten ernannt.

Beide Herren nahmen die Wahl an und sprachen gleichzeitig ihren Dank für das ihnen entgegengebrachte Vertrauen aus. Die anwesenden Länderdelegationen faßten ferner den einstimmigen Beschluß, den nächsten IWT Ende Oktober 1967 in West-Berlin stattfinden zu lassen, für dessen Durchführung der „Ring der Tonbandfreunde" sowie der Fachverband Phonotechnik im ZVEI, Hamburg, verantwortlich zeichnen werden.

Zum Abschluß

Den Abschluß der außerordentlich interessanten Tagung bildete eine Besichtigung des von der Firma Philips in Eindhoven kürzlich fertiggestellten EVOLUONS. Bei diesem Gebäude handelt es sich nicht etwa um ein Museum von Philips-Erzeugnissen, vielmehr will diese Dauerausstellung beim Besucher das Verständnis für die Möglichkeiten wecken, die die derzeitige Evolution von Technik und Wissenschaft in allen Bereichen unseres gesellschaftlichen, kulturellen und sozialpolitischen Lebens bietet. K. H.

PRAKTISCHE TONBANDTIPS
Wenn man eine Platte schneiden läßt -Tips

Weihnachten steht vor der Tür. Man beginnt sich Gedanken über geeignete Geschenke zu machen. Mancher Tonbandamateur wird auf die Idee kommen, seinen Freunden in der Ferne oder auch den Lieben daheim eine Freude mit einer Schallplatte aus eigener Werkstatt zu bereiten.

Selbstverständlich hat er nicht die Möglichkeit, eine solche Platte selber zu schneiden. Eine solche Anlage wäre zu kostpielig. Diese Arbeit übernimmt ein kompetentes Studio.

Aber auch das beste Studio kann aus einer schlechten oder ungeeigneten Aufnahme keine gute Platte machen. Es seien deshalb hier ein paar Tips gegeben, was bei einer solchen Aufnahme zu beachten ist: Zunächst sollte es selbstverständlich sein, daß die Aufnahme frei von jeglichen Schaltgeräuschen ist.

Alle Teilaufnahmen müssen mit gleicher Amplitude (Lautstärke) aufgezeichnet werden. Bässe sollten möglichst nicht zu stark hervortreten. Dafür müssen die Höhen möglichst brillant kommen. Um das zu erreichen, sollte möglichst ein Mikrofon mit Baßregelung verwendet werden.

Wichtig ist weiter, daß man seine Aufnahmen der Platten-Spieldauer anpaßt, damit das Studio nicht mitten in der Darbietung die Seite wechseln muß. Soll eine Langspielplatte mit mehreren abgeschlossenen Darbietungen geschnitten werden, sollte man zwischen diesen Darbietungen jeweils 50cm weißes Vorspannband kleben. So können vom Studio an diesen Stellen Leerrillen geschnitten werden, die die Platte übersichtlicher werden lassen.

Man sollte für solche Aufnahmen entweder „jungfräuliches" (neues) Band verwenden oder vorher sämtliche alten Aufnahmen gründlich löschen. Nur so wird zuverlässig vermieden, daß Teile alter Aufnahmen durch unterschiedliche Spurlage mit auf die Platte kommen. Das Plattenschneiden ist nicht ganz billig. Schon deshalb sollte das Mutterband mit größter Sorgfalt hergestellt werden. Nur so kann man mit einer eigenen Platte Freude bereiten und selber Freude daran haben.

PRAKTISCHE TONBANDTIPS
Spiegel im Amateurstudio - dem eigenen Wohnzimmer

Das Amateurstudio - wenn man es überhaupt so nennen will - ist ja meistens ein zweckentfremdetes Wohnzimmer. Studiomäßiges Arbeiten soll hier nach professionellem Vorbild mit möglichst wenig Aufwand ermöglicht werden. Die Hausfrau wird darauf achten, daß das äußere Bild möglichst nicht verändert wird. So wird man die Tonbandanlage meist nicht so aufstellen können, daß gleichzeitig die Akteure und die Geräte beobachtet werden.

Bei Hörspielaufnahmen aber ist es ausgesprochen wichtig, daß der Freizeit-Tontechniker nicht nur seine Geräte, sondern auch die Mitspieler im Auge behält. Dazu verhilft in vielen Fällen ein nicht zu kleiner Spiegel, der an der Wand hinter den Geräten aufgehängt wird. Mit seiner Hilfe kann der Mann vor den Geräten auf Zeichen der Mitspieler prompt reagieren.

Findet die Aufnahme in einem Nebenraum statt, kann durch einen oder zwei Spiegel auch dieser Raum meistens für den Aufnahmetechniker sichtbar gemacht werden. Selbst bei zwei völlig durch eine Wand voneinander getrennten, nebeneinanderliegenden Räumen ist das Problem der so wichtigen Einsicht zu lösen.

Ein normaler Autospiegel, der vor den Fenstern der beiden Räume angebracht wird, überträgt alle optischen Vorgänge. Ebenso wertvoll kann ein Spiegel sein, wenn man auf „Ein-Mann-Betrieb" angewiesen ist. Mit einem vergrößernden Spiegel kann das magische Band beispielsweise im gesamten Raum sichtbar gemacht werden.
Hat man erst einmal den Nutzen des Spiegels erkannt, wird man bald noch individuellen Bedarf entdecken.

PRAKTISCHE TONBANDTIPS
Ein Tip zur Kopfjustierung

Daß die einwandfreie Justierung der Tonköpfe wesentlichen Einfluß auf die Qualität unserer Bandaufnahmen hat, ist allgemein bekannt. Die Senkrechtstellung
des Kopfspaltes muß deshalb von Zeit zu Zeit geprüft werden.

Während die Fachwerkstatt diese Einstellung mit Hilfe von Meßinstrumenten vornimmt, bedient sich der Amateur meistens seines Gehörs. Diese rein akustische Methode reicht auch meistens aus. Diese Methode hat aber den Nachteil, daß man keinen immer wieder vergleichbaren Meßwert erhält. Man kann immer nur das augenblicklich erreichbare Maximum einstellen. Außerdem tritt dieses Maximum nicht in einem so scharfen Punkt hervor, wie das bei einem Meßinstrument der Fall ist.

Auch ohne Werkstattausrüstung können wir heutzutage in vielen Fällen die Justierung nach einem Meßinstrument vornehmen. Immer mehr Tonbandgeräte werden jetzt mit Aussteuerungs-Zeigerinstrumenten ausgestattet. Diese Instrumente eignen sich sehr gut zur Justierung.

Das zu justierende Gerät wird an ein zweites Gerät mit Zeigerinstrument angeschlossen. Das Rauschen des Justierbandes wird in das zweite Gerät eingespeist. Das Gerät wird soweit ausgesteuert, daß der Zeiger etwa in Mittelstellung des Instrumentes steht. Danach wird der Kopf auf maximalen Zeigerausschlag eingetaumelt. Besonders nützlich ist dieses Verfahren zur Justierung eines Stereokopfes.

Bei einigen größeren Geräten ist es sogar möglich, die Zeigerinstrumente in Stellung „Hinterband" zu bringen, so daß gar kein zweites Gerät benötigt wird. Wenn wir uns die genaue Anordnung der Geräte und die Einstellung der Regler sowie den Ausschlag der Instrumente notieren, haben wir darüber hinaus eine laufende Kontrolle über die Leistungen unserer Geräte. Bestimmte Leistungsminderungen treten dadurch klar hervor.

DER TELEFONADAPTER

Dieser Artikel hat heutzutage keinerlei Informationsgehalt mehr.

INDUSTRIE
Neues aus dem Hause Grundig

Die bisherigen Modelle TK 14, 17, 19 Automatik und 23 Automatik, von denen weit über eine Million Stück hergestellt wurden, löst die Firma Grundig durch eine Serie neuer Standard- und Automatik-Tonbandgeräte ab.

TK 120 heißt das neue Halbspur-Standardgerät in der preisgünstigen Sonderklasse. TK 140 ist ein Standardgerät in Viertelspurtechnik (Bild 1). Seine Ausstattung weist bereits ein vierstelliges Bandlängenzählwerk mit Rückstelltaste auf.

TK 125 nennt sich das neue Halbspurgerät in der Automatikklasse (Bild 2). Seine Aufnahmetaste erlaubt die Wahl zwischen vier verschiedenen automatischen und manuellen Aufnahmearten (Bild 3).

TK 145 ist ein dem TK 125 entsprechendes Automatikgerät in Viertelspurtechnik. Diese vier neuen Modelle mit 9,5 cm/s Bandgeschwindigkeit weisen wiederum eine einheitliche Grundkonzeption hinsichtlich des konstruktiven Aufbaus, des Laufwerkes, der Bedienungselemente und des Koffergehäuses auf.

Besonders hervorzuheben ist neben zahlreichen neuen Details der große übersichtliche Drehschalter mit Leuchtanzeige für Start, Pause, Stop, schneller Vor- und Rücklauf. Bequem erreichbar sitzen auf der Bedienungsplatine die Universal-Eingangsbuchsen. Ein großes Zubehörfach am Boden des schlagfest ausgeführten Koffergehäuses nimmt Mikrofon, Überspielleitung und Netzkabel auf. Alle Geräte sind mit einer 2,5 Watt Endstufe und einem 14cm großen Ovallautsprecher ausgerüstet.

Auch in der Grundig „Meisterklasse" werden zwei neu entwickelte Automatik-Tonbandgeräte vorgestellt. Das Modell TK 220 Automatik ist ein Halbspurgerät für Monobetrieb mit eingebautem Mischregler und Tricktaste.

Mit dem Viertelspurstereogerät TK 245 Automatik (Bild 4) lassen sich auch Stereoaufnahmen automatisch aussteuern. Effektaufnahmen wie Playback oder Multiplayback sind ohne Zubehörteile direkt durchführbar. Beide Geräte verfügen über die Bandgeschwindigkeiten 9,5 und 19cm/s, sind für 18cm Spulen ausgelegt und besitzen eine 4 Watt Endstufe mit physiologischer Lautstärkeregelung und zwei eingebauten Lautsprechern.

Das Grundig Kassettensystem DC International

Das auf der Stuttgarter Funkausstellung gestartete Cassetten-Programm nach dem System DC International wurde mit dem neuen Modell C110 erweitert; Grundig bietet nunmehr bereits vier verschiedene Geräte dieses Typs an. C110 ist ausschließlich für Netzbetrieb entwickelt und ist sowohl für Wiedergabe bespielter DC-Cassetten als auch für eigene Neuaufnahmen geeignet. Das Gerät ist volltransistorisiert und verfügt über eine Ausgangsleistung von 2 Watt.

Neue Grundig-Mikrofone

Als Zubehör für Tonbandgeräte brachten die Grundig-Werke drei neue dynamische Mikrofone heraus. Das dynamische Mikrofon GDM 304 (Bild 5) hat Kugelcharakteristik und ist durch seine mittelohmige Impedanz von 700 0hm speziell für Transistorgeräte geeignet. Für normale Heim-Tonbandgeräte ausgelegt ist das GDM 312 (Bild 6), das Kugelcharakteristik aufweist und über eine Impedanz von 200 Ohm/100 kOhm verfügt. Nierenförmige Charakteristik besitzt das neue Richtmikrofon GDM 317 (Bild 7). Aus zwei drehbar gelagerten Einzelsystemen mit Richtcharakteristik besteht das neue dynamische Stereo-Doppelmikrofon GDSM 330 (Bild 8), dessen Übertragungsbereich zwischen 150 und 15.000 Hz liegt. Die Preise dieser vier neuen Mikrofone haben sich gegenüber ihren Vorgängern nicht verändert.se.

INDUSTRIE
Philips Cassetten-Recorder 3302

Die neue Ausführung des Cassetten-Recorders unterscheidet sich vom Vormodell äußerlich durch ein neu gestaltetes Gehäuse und verbesserte Bedienungsknöpfe und Tasten. Die Abdeckung des Cassettenfaches erhielt ein Sichtfenster zur Bandkontrolle, außerdem ist eine Anschlußbuchse für eine separat aufstellbare Lautsprecherbox (Bild 9) jetzt serienmäßig eingebaut.

Als wesentliche Verbesserung dieses neuen Modells dürfte die Erweiterung des Frequenzbereiches anzusehen sein. Mit einem neuen Aufnahme/Wiedergabekopf und anderen Schaltungsverbesserungen wurde die obere Frequenzgrenze auf 10.000 Hz laut Herstellerangabe angehoben. se.

INDUSTRIE
Philips Dia-Steuergerät

Für die Vertonung von Diapositiven brachte Philips ein neues Dia-Steuergerät unter der Typenbezeichnung EL 1995 heraus (Bild 10). Das Gerät ist für Batteriebetrieb eingerichtet. Als einzige Kabelverbindung ist eine Anschlußschnur zum Diaprojektor erforderlich. Die korrekte Höhenanpassung des Dia-Steuergerätes an das Tonbandgerät erfolgt durch eine Höhenverstellung des Magnetkopfes. Falls gewünscht, kann das neue Steuergerät auch über ein Netzvorschaltgerät betrieben werden. Die Schaltleistung beträgt 25 Watt, die Batterielebensdauer wird mit rund 100 Stunden angegeben. se.

INDUSTRIE
Telefunken Plattenspieler mit Rückwärtsgang

Speziell für den Sprachunterricht hat die Firma Telefunken den Plattenspieler Telestop R/AS entwickelt. Mit diesem Gerät können die Vorteile des Sprachunterrichts von Schallplatten richtig ausgeschöpft werden: es besitzt eine Schnellstop- und Rücklaufeinrichtung, einen eingebauten Verstärker und einen Lautsprecher im Kofferdeckel. Vorlauf, Rücklauf und Stop werden mit einem Fernbedienungsschalter gesteuert. Somit ermöglicht dieses Spezialgerät an jeder beliebigen Stelle der Schallplatte eine Unterbrechung oder eine Wiederholung.

Durch Druck auf den Fernbedienungsschalter läuft die Platte zurück - ohne mühseliges Abheben und Wiederaufsetzen des Tonarmes. Außerdem verfügt dieser Plattenspieler über eine Tonarm-Absenkautomatik. Plattenspieler als Lehrgerät: der Telestop R/AS zeigt neue Möglichkeiten auf. se.

INDUSTRIE
Eumig - Für den Schmalfilmfreund

Das Schmalfilmgeräteprogramm der Firma Eumig, Wien, wurde um drei neue Geräte erweitert. Bereits in Heft 1/1966 haben wir auf die Entwicklung der Schmalfilmtechnik dieses Herstellers hingewiesen. Für die Schmalfilmfreunde unter unseren Lesern möchten wir diesen Bericht hiermit ergänzen. Ein weiteres Gerät der bekannten EUMIG MARK-Projektoren stellt der Projektor EUMIG MARK DL dar. Dieser, im übrigen mit Vor- und Nachwickelzahntrommeln ausgestattete Projektor (Bild 11), kann mit wenigen Handgriffen von Super-8 auf Standard-8 umgerüstet werden.

Ein besonders interessantes Merkmal dieses Projektors ist ferner die extrem hohe Lichtleistung von etwa 200 LUMEN, die durch ein neuartiges Beleuchtungssystem mit einem Interferenzkaltlichtspiegel und einer Halogenlampe 12V/100W in Verbindung mit einem 25mm Projektionsobjektiv mit der Öffnung 1:1 erzielt wird.

Bereits in Auslieferung begriffen ist der EUMIG-CHEMO-SPLICER Z01 (Bild 12). Dieses nach einem neuartigen Prinzip arbeitende Gerät stellt die Filmbearbeitungstechnik insofern auf eine völlig neue Basis, als die bisher notwendigen Arbeitsoperationen des Schabens der beiden Filmenden entfallen. Der Film wird nach dem EUMIG-CHEMO-SPLICE Verfahren zunächst zickzackförmig zugeschnitten und nach Benetzen mit Spezial-Bindemittel chemisch verschweißt.

Ebenfalls neu ist ein Unterwassergehäuse EUMIG-VIENNETTE SUBMARINE für die Viennette Super-8 Kamera (Bild 13), das Tauchtiefen bis 120 m zuläßt. Durch dieses Gehäuse werden den Besitzern von VIENNETTE Kameras neue und besonders reizvolle Aufnahmemöglichkeiten erschlossen.

INDUSTRIE
Das Hohner-Clavinet (und das Clavichord)

Auf der diesjährigen Frankfurter Frühjahrsmesse 1966 stellte Hohner ein neues elektronisches Instrument vor: das Clavinet (Bild 14). Streng genommen ist das Clavinet ein elektronisches Clavichord. Damit ist das Wesentliche über dieses Instrument bereits gesagt.

Über die musikalischen Qualitäten des Clavichords

Es erscheint aber angebracht, hier noch einiges über den Werdegang und die musikalischen Möglichkeiten dieses neuen Instrumentes zu sagen. Die musikalischen Qualitäten des historischen Clavichords dürften allgemein bekannt sein. So berichtet J. N. Forkel von Joh. Seb. Bach:

  • „Am liebsten spielte er auf dem Clavichord. Die sogenannten Flügel (Kielflügel oder Cembali), obgleich auch auf ihnen ein gar verschiedener Vortrag stattfindet, waren ihm doch zu seelenlos und die Pianoforte waren bei seinem Leben noch zu sehr in ihrer ersten Entstehung und noch viel zu plump, als daß sie ihm hätten Genüge tun können. Er hielt daher das Clavichord für das beste Instrument zum Studieren, sowie überhaupt zur musikalischen Privatunterhaltung. Er fand es zum Vortrag seiner feinsten Gedanken am bequemsten und glaubte nicht, daß auf irgend einem Flügel oder Pianoforte eine solche Mannigfaltigkeit in den Schattierungen des Tones hervorgebracht werden könne, als auf diesem zwar tonarmen, aber im Kleinen außerordentlich biegsamen Instrument."

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Andere Beurteilungen des Clavichords

Bach bzw. Forkel heben die Vorzüge des Clavichords deutlich hervor. Auch heute fehlt es nicht an Liebhabern oder Kennern des Clavichords. Selbst Klaviervirtuosen und Klavierpädagogen schätzen das Clavichord als hervorragendes Übungsinstrument. Aber etwas anderes klingt bei Forkel an, nämlich, daß das Clavichord „tonarm" sei. Ein erklärter Gegner des Clavichords, der oberschlesische Pastor J. Gg. Anschütz, bekennt:

  • „Es wäre nach der Harmonika (Glasharmonika) das schönste und herrlichste Instrument, wenn es einen stärkeren Ton hätte. So aber muß man, um es recht zu genießen, beinahe ganz allein sein, oder nur wenige, und zwar wahre Kenner und Liebhaber um sich haben, die da ganz stille und uns ein lauschendes Ohr leihen."

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Details zum Klang des Clavichord

Wer sich einmal näher mit dem Clavichord beschäftigt hat, versteht diese Argumente, sowohl die positiven als auch die negativen. Aber in einem Punkt dürften alle Liebhaber dieses Instruments einig sein: Das Clavichord hat einen unvergleichlichen klanglichen Reiz. Es ist beglückend, zu nächtlicher Stunde darauf zu spielen. Wenn alles um einen herum still geworden ist, sind die Ohren nach einer halben Stunde so angeregt, daß man meint, eine große Kraft zu entfalten, bis jemand, der daneben sitzt und eine Zeitung umblättert, die ganze Illusion zerstört.

Der große Orgel- und Klavierbauer Gottfried Silbermann versuchte 1722, auf dem Wege über größere Ausmaße und doppelte Saitenlänge der erwähnten Schwäche des Tones aufzuhelfen. Auch Hanns Neupert weist in seinem 1949 erschienenen Buch „Das Clavichord" auf die Möglichkeit hin, das Instrument gegebenenfalls mit elektroakustischer Verstärkung auszurüsten. Es hat nicht an Versuchen gefehlt, diesem einzigen Mangel des Clavichords abzuhelfen.

Toll, aber ohne den finaziellen Erfolg

Kommerziell war aber bisher keiner dieser Möglichkeiten Erfolg beschieden. Auch die Versuche, die im Hause Hohner vor einigen Jahren gemacht wurden, blieben ohne befriedigendes Ergebnis. Man war sich aber darüber im klaren, daß man eine Mechanik finden mußte, die alle Vorzüge des Clavichords behielt, aber von der Saitenschwingung her einen ergiebigeren Ton gewährleistete.

Aus dem Clavichord wurde bei Hohner das Clavinet

Das konnte über einen Tonabnehmer nicht erreicht werden, weil mit der gewonnenen Tonvergrößerung auch die unerwünschten Geräuschanteile wuchsen. Dieser Weg wurde deshalb verlassen. Im Clavinet wurde dann eine Lösung realisiert, die es gestattet, den Ton so sehr zu vergrößern, daß das Clavinet sogar als lautes „Beat-Instrument" geeignet ist. Selbstverständlich schließt das neue Instrument auch alle kleineren Bereiche der Lautstärke ein. Es kann ebenso wie das Clavichord intim gespielt werden. Die Spieltechnik des Clavinet entspricht der des Clavichord: Die Hand des Spielers hat über die Taste direkte Berührung mit der Saite. Das neue Instrument, das auch von Zeit zu Zeit gestimmt werden sollte, ist mit vier Monozellen ausgerüstet und hat einen Vorverstärker und zur Kontrolle einen kleinen Transistorvorverstärker mit Lautsprecher eingebaut. e.z.

BÜCHER
HiFi und Stereo für den Tonbandfreund

Gustav Büscher: HiFi und Stereo für den Tonbandfreund. 79 Seiten, zahlreiche Tabellen und Abbildungen, DM 6,80. Franckhsche Verlagshandlung, Stuttgart.

Dieses Buch will, laut Verlagsmitteilung, einmal die Auswahl von Tonbandgeräten, Verstärkern und Zubehör für einen bestimmten, meist feststehenden Zweck erleichtern, um dann für diese Geräte Hinweise für die optimale Anwendung zu geben. Der Autor, von berufswegen Fachmann auf diesem Gebiet und selbst begeisterter Tonjäger (dies verrät der Klappentext des Buches), allerdings hat sich seine Aufgabe doch ein wenig zu leicht gemacht.

Einen wirklichen Leitfaden für den Tonbandfreund jedenfalls kann man dieses Büchlein nicht nennen. Im Grunde bringt es eine brave Zusammenstellung bereits bekannter und an anderen Stellen schon veröffentlichter Tatsachen, so z. B. die Überlegungen, welches Gerät das empfehlenswerteste für die jeweiligen Bedürfnisse des Amateurs ist, Tips für die Aufnahme und Wiedergabe und ein Kapitel über das Funktionieren des Tonbandgerätes.

Alles ist zwar in leicht verständlicher Form geschrieben, aber viel zu allgemein gehalten, so daß dieses Buch kaum mehr zu geben vermag als manche Werbefibel der Geräteindustrie. Eine ernsthafte und intensive, im Detail klärende Auseinandersetzung mit dem technisch vielschichtigen Tonbandsektor vermißt man ebenso wie eine fundierte, dem Anspruch der HiFi-Qualität gerecht werdende Darstellung der Kapitel „Aufnahme" und „Wiedergabe". Die Lektüre wird allenfalls allgemein bekannte und gültige Regeln in Erinnerung bringen, kaum jedoch ein erschöpfender Ratgeber für Hifi und Stereo sein. se.

NOTIZEN
Tonmeistertagung 1966 in Köln

Über 400 Teilnehmer aus fast allen Ländern Europas (außer DDR und UdSSR) trafen sich vom 27. bis 29. Oktober 1966 in Köln zur 7. Tonmeistertagung unter der Leitung von Prof. Dr. Thienhaus.

In Referaten, Vorführungen (eine davon wurde über Postleitungen aus Hilversum direkt eingespielt!) und Diskussionen wurden grundlegende, aktuelle und oft sehr aufregende Fragen behandelt, die mit der heutigen Schallaufnahme- und Wiedergabetechnik zusammenhängen. Gemäß der Formel, der Tonmeister sei „Mittler zwischen Kunst und Technik", spannte sich der Bogen von „Ursprung und Rechtfertigung der modernen Musik" (Prof. Goslich, München) über „Der kommerzielle Klang" (Burkowitz, Lindström GmbH, Köln) bis zu „Gleich- und gegenphasigen Rauminformationen in Stereokanälen" (Scherer, TH Aachen), „Kopiereffekt" (Hammon, BASF) und neuen Mikrofonen und Regiemischpulten.

Auch „hörpsychologische Themen" (Prof. Leipp, Paris und Mitlacher, München), und „Strukturanalytische Probleme von Sprache und Musik" (Prof. Dr. Winckel, Berlin) waren selbstverständlich mit einbezogen.

Stark beeindruckt haben zwei neue Geräte, die vorgeführt wurden. Beides kleine, fast unscheinbare Kästchen, die es aber in sich haben. Das eine war die Abhörkombination O86, im Institut für Rundfunktechnik, Hamburg, entwickelt und von Telefunken serienmäßig gebaut. Mit ihrem integrierten Transitorverstärker erlaubt die Kombination das Abhören mit Studioqualität in Übertragungswagen und kleinen Regieräumen. Schade, daß man zur Einspeisung den Studiopegel von +6 dB braucht. Sonst wäre bei dem relativ günstigen Preis das Problem HiFi-Lautsprecher der Lösung einen guten Schritt näher.

Das andere Gerät war von der Firma EMT (Franz) in Lahr. Es heißt NoisEx und ist so eine akustisches „Hokus, Pokus, Verschwindibus". Es kann nämlich bei Aufnahme, Kopie und Wiedergabe das so gefürchtete Störrauschen und auch Verzerrungen bis auf ein erstaunliches Minimum verschwinden lassen.
-egru-

NOTIZEN
Agfa Magneton-Illustrierte

In gewohnter Vielseitigkeit präsentiert sich wiederum die neue Magneton-Illustrierte, die 20. Ausgabe übrigens. Ein Ausflug in die Camargue bringt verflossene Urlaubstage wehmütig in Erinnerung und vermittelt dank ausgezeichneter Fotos einen ungefähren Eindruck dieser noch natürlichen und wenig berührten Landschaft. Wie man Weihnachtsglocken auf Tonband zaubern kann, verrät die letztjährige Siegerin des Goldenen Tonbandes von Zürich. Geschichten, die der Leser schrieb, wechseln ab mit der bunten Tonbandpalette, während das ABC der Tonbandtechnik wieder zur Klärung tontechnischer Fachausdrücke beiträgt. Tips und Tricks und manch brauchbare Anregung runden die unterhaltsame, wie auch lehrreiche Lektüre ab. se.

NOTIZEN
BSR, Better Sound Production

In Heft 3/1966 stellten wir im Rahmen unseres Panoramas der Messeneuheiten einige Geräte der britischen Firma BSR, Old Hill/England, vor und wiesen auf die Errichtung einer deutschen Produktionsstätte in der Nähe Hannovers hin. Wie wir inzwischen erfahren haben, hat die Firma BSR Anfang Oktober dieses Jahres die neuen Fertigungsstätten vorläufig wieder stillgelegt. Sämtliche Arbeitskräfte wurden entlassen. Red.

NOTIZEN
BASF - Tips für Party-Freunde

Zwei Hauptthemen finden sich in der neuesten Ausgabe der BASF-Mitteilungen ton+band. Zuerst eine Werksbesichtigung in Willstätt: "der Welt modernste Tonbandfabrik" läuft dort auf vollen Touren. Das zweite Thema ist ein Überblick über das, was eine Party erst zu einer Party macht, über den akustischen Hintergrund und darüber, wie man ihn aufbauen kann. Diese Party-Tips enthalten zwar keine Drink-Rezepte und keine kalten Platten, keine Dekorationen und keine Party-Moden, dafür aber jede Menge Anregungen für akustische Backgrounds - und mit ihnen kann man die Stimmung besser steuern als mit zehn Flaschen Whisky, so jedenfalls meint das wiederum gelungene ton+band, se.

NOTIZEN
100 Jahre "Ernst Plank KG" - "NORIS" - wer kennt die noch ?

Aus Anlaß des 100jährigen Bestehens der Firma Ernst Plank KG, Nürnberg, einem bekannten Hersteller optischer Präzisionsgeräte, erschien eine Jubiläumsschrift, die in aller Kürze einen Überblick über das Schaffen und Fertigungsprogramm dieser Firma vermittelt. Das heutige Verkaufsprogramm umfaßt Schmalfilmprojektoren, Filmbetrachter, Filmspulen, Filmreinigungseinrichtungen, Klebepressen und Diaprojektoren, die sich unter der Typenbezeichnung „Noris" auf dem Markt befinden, se.

NOTIZEN
Uher-Zweigwerk in Buchbach

Mit Blasmusik, Freibier und Festansprachen zog in den verträumten und idyllisch gelegenen oberbayrischen Ort Buchbach die Industrialisierung ein. Die Uher-Werke waren aufgrund ihrer starken Expansion gezwungen, ein zweites Werk außerhalb Münchens in Betrieb zu nehmen.

Das neue Werk (siehe Bild) soll zukünftig rund 250 Einwohnern aus der Umgebung von Buchbach mit der Fertigung von Bauteilen und -gruppen für Tonbandgeräte Arbeit geben. Mit einem Kostenaufwand von rund 2 Millionen Mark entstand das Werk Buchbach nach modernsten fertigungstechnischen Gesichtspunkten. Die neue Fertigungsstätte im industriellen Randgebiet verfügt auch über Spezialabteilungen für Verdrahtung, Leiterplattenbestückung, Löten und für das Binden von Kabelbäumen. Ein weiterer Ausbau dieser Industrialisierung mit bajuwarischen Eigentümlichkeiten ist schon jetzt, so der Generalbevollmächtigte der Uher-Werke, geplant. se.

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