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Heft 1 • März 1966 • 3. Jahrgang

Im dritten Jahr werden auch die Anzeigen häufiger. Denn die finanzieren die Redaktionsarbeiten, die Abo-Beiträge sind marginal.

Inhalt

Tontechnik als Gestaltungsmittel (Einführung) (ist ausgelagert) 2
Wie funktionieren unsere Tonbandgeräte (5) (ist ausgelagert) 4
Mein Regietisch 7
Verlängerungen - selbstgemacht 10
Tonbandler bei der Arbeit 13
Praktische Tonbandtips 16
Notizen 17
Industrie 20

Liebe tonband-Freunde

Mit diesem ersten Heft des dritten Jahrgangs lösen wir unser Versprechen ein, Anregungen und Anleitungen für den schöpferischen Umgang mit dem Tonbandgerät zu vermitteln. Dr. Erich Gruber, Dozent an der Musischen Bildungsstätte in Remscheid, der Autor des Beitrags „Tonbandtechnik als Gestaltungsmittel" kann hier sozusagen aus dem Vollen schöpfen.

In der Fortsetzung wird Dr. Gruber Modelle für typische tontechnische Gestaltungsweisen geben, die über den nur hobbymäßigen, dilettantischen Umgang mit Tonbandgeräten hinaus zu Kernfragen der Interpretation und Komposition auf dem weiten Gebiet der Tontechnik führen.

Wir würden es als großen Erfolg verzeichnen, wenn diese Artikelserie dazu beitragen könnte, die Beteiligung am NVVT zu beleben und das Niveau der Einsendungen zu heben.

Mit herzlichen Grüßen Ihre tonband-Redaktion
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VERLÄNGERUNGEN - SELBSTGEMACHT (Ein Artikel aus 1965)

Zu jedem Tonstudio - und wenn es noch so klein ist - gehören Kabel. Sie sind es, die der ganzen Sache ein etwas unästhetisches Aussehen geben, vor allem dann, wenn die Apparaturen auf dem Wohnzimmertisch aufgebaut sind.

Da schlängeln sich Schnüre umher und verwickeln sich zu Knoten, wie sie selbst ein Pfadfinder nicht geschickter knüpfen könnte. Bis auf die Netzleitung sind diese Kabel abgeschirmt. Da haben wir die (sogenannte) Diodenleitung, die jedem Tonbandgerät als Zubehör beigelegt ist, die Anschlußschnur des Mikrofons und die Leitung vom Plattenspieler. Meist sind sie zwischen einem und anderthalb Meter lang - und das ist oft schon zu kurz, und der Ärger geht los.

Verlängerungen für das Mikrofon kann man kaufen, sie kosten aber eine Menge Geld. Auch die Diodenleitung oder der Plattenspieler kann damit verlängert werden. Allerdings hat das wieder einen anderen Haken: diese Leitungen sind relativ hochohmig.

Kommen nun die fünf Meter einer handelsüblichen Mikrofonverlängerung hinzu, so kann das schon zu lang sein und zu empfindlichen Höhenverlusten führen. Und auch sonst:

Was ist, wenn man drei Meter Diodenleitung braucht und man hat mit handelsüblicher Verlängerung viereinhalb? Das sind wieder vierzehn Knoten mehr. . !

Das erforderliche Werkzeug

Also machen wir uns die passenden Strippen selbst. Das ist gar nicht so schwer, und wenn Sie es können, brauchen Sie nicht bei jedem Kabelbruch zum Rundfunkhändler zu laufen.

Sie brauchen einen Lötkolben von möglichst nicht mehr als 80 Watt. Sehr schön sind die kleinen 30 Watt-Lötkolben, die übrigens gar nicht so teuer sind. Man kauft sie in Elektrogeschäften. Sollte der Händler behaupten, so kleine Lötkolben gäbe es nicht (das ist tatsächlich schon vorgekommen!), so gehen Sie nie wieder in diesen Laden.

Zum Lötkolben gehört Lötzinn. Das kauft man im gleichen Geschäft als Lötdraht. Dieses drahtförmige Zinn ist hohl und enthält das nötige sogenannte "Flußmittel". (Nehmen Sie auf keinen Fall Lötwasser oder Lötfett. Das ist nur für Klempner!) Mein erstes selbstgebautes Radio lötete ich mit "Tinol". Es spielte nur drei Wochen, dann waren sämtliche Lötstellen wieder auf.

Ferner brauchen Sie ein scharfes Messer, eine harte, aber nicht zu spitze Pinzette und einen Feilkloben oder Schraubstock. Entführen Sie aus der häuslichen Küche ein Küchenmesser und ziehen Sie es sorgfältig ab. (Es muß wirklich scharf sein!)

Noch etwas Fein-Werkzeug

Dann bitten Sie einen Uhrmacher um eine alte Pinzette. Uhrmacher haben immer sowas im Werktisch herumliegen. Feilkloben oder Schraubstock (bitte möglichst klein) kauft man in einer Werkzeughandlung oder in einer Uhrmacherbedarfshandlung. Der Feilkloben ist insofern besser, als er nicht an der Tischplatte festgeschraubt werden muß - das kann zu Protestkundgebungen der Hausfrau führen. Er soll beim Löten nämlich den Innenteil des Steckers festhalten. Sie können darauf verzichten, wenn Sie drei Hände haben oder einen geduldigen Mitmenschen, der während des Lötens den Steckerinnenteil mit einer Kombizange festhält.

Das Kabel

Nun können wir uns an die Kabel machen. Abgeschirmte Leitungen kann man meterweise kaufen. Man bekommt sie mit einer, zwei, drei bis (wenn ich mich nicht irre) sieben Adern. Wieviel Sie jeweils brauchen, zähle ich später auf.

Schneiden Sie sich die gewünschte Länge ab. Zunächst muß das Ende des Kabels vorbereitet und abisoliert werden. Dazu gehören einige Kunstkniffe.

Die Kunstkniffe des Abisolierens (Stand 1966)

Sehen Sie sich Bild 1 an: Wir knicken die Länge des Kabels, die von der Isolierung befreit werden soll, scharf um. Das sind bei Diodensteckern etwa zwei Zentimeter, bei Bananensteckern (bei älteren Geräten) etwa fünf. Nun nehmen wir das scharfe Messer und schneiden am Knick die Gummi- oder Kunststoffumhüllung vorsichtig an. Durch das Knicken steht sie unter Spannung und platzt auseinander. Schneiden Sie vorsichtig, daß Sie die darunter liegende Abschirmung nicht mit durchsägen.

Anmerkung : So macht der Profi das schon seit Menschengedenken nicht mehr, er benutzt den Weller-Lötkolben fast genau wie das Messer. Mit dem Messer schneiden Sie zu 80% eine menge der Adern ab. So genau läßt sich das Messer gar nicht haltenbzw. abbremsen.

Man knickt das Kabel nach einer anderen Seite und schneidet (nein "schmokelt") weiter, bis der (Trenn-)Schnitt ringsherum läuft. Oft läßt sich jetzt das vordere Ende der Ummantelung wie ein Schlauch abziehen. Wenn nicht, müssen wir es vorsichtig der Länge nach auftrennen.

Dei Abschirmung oder das Gitter-Geflecht bearbeiten

Nun sehen wir die Abschirmung (Bild 2): Das Kabel hat gewissermaßen ein Netzhemd an. Da drin liegen die Adern, einzelne, extra isolierte Kabelstränge. In den allermeisten Fällen stellt die Abschirmung eine zusätzliche Leitung dar, mindestens muß sie auf einer Seite im Stecker angeschlossen werden. Aber das kriegen wir später.

Wenn Sie jetzt dieses Abschirmgeflecht mit einer Schere der Länge nach aufschneiden, dann fällt es in lauter einzelne Stücke auseinander. Knicken Sie das Kabelende wieder um und ergreifen sie die Pinzette. Sie sehen es auf Bild 2: Puhlen Sie eine Masche des Netzhemdes auseinander und ziehen Sie dann die Adern durch dieses Loch heraus (Bild 3).

Den leeren Abschirmschlauch drillen Sie dann zu einem Draht zusammen. Jetzt werden nur noch die Enden der Adern von der Isolierung befreit. Machen Sie das auch wieder mit Fingerspitzengefühl, denn im Innern sind sehr feine dünne Drähtchen, die man leicht mit durchschneiden kann.

Tips zum Löten der "Diodenstecker"

Jetzt geht es ans Löten. Weichlöten ist gar nicht schwer, vor allem bei so sauberen Teilen wie frisch abisolierte Drähte und neue "Dioden"-stecker. Bei den Diodensteckern von Preh dreht man die Schraube heraus (gut aufheben!), dann kommt einem das Innenteil vorn entgegengefallen. Die von Hirschmann haben ein Loch, in dem das Ende einer Feder sichtbar ist. Drückt man diese mit der Pinzette nach innen, dann kann man das Innenteil an der Kabeltülle herausziehen. Wenn Sie Preh-Stecker nehmen, so vergessen Sie vor dem Löten nicht, die Kabeltülle mit dem Steckergehäuse zuerst über das Kabel zu schieben! Spannen Sie nun den Steckerinnenteil in den Feilkloben. Jetzt können Sie löten, indem Sie mit der Pinzette die einzelnen Adern an die Steckerstifte halten und mit der anderen Hand den Lötkolben regieren (Bild 4).

Der Lötvorgang

Die Spitze des Lötkolbens ist (war damals) meist aus verzundertem Kupfer. Man feilt sie, wenn sie heiß ist, metallisch blank und verzinnt sie dann, indem man den Lötdraht kurz daran hält.

Anmerkung : Mit solch vorsintflutlichen Lötkolben lötet heute keiner mehr. Der Weller Magnastat ist das Mindeste an Lötgerät, mit dem man sich auseinandersetzen sollte. Heute in 2016 gibt es erheblich bessere Geräe mit allen Tricks.

Die zu lötenden Gegenstände müssen auf die Schmelztemperatur des Zinns erhitzt werden, sonst bindet das Zinn nicht, und Sie bekommen eine „kalte Lötstelle".

Das führt zu hundsgemeinen Wackelkontakten und Prasselstörungen! Lötet man also einen Draht an einen Stecker, so heizt man am besten erst einmal den Steckerstift richtig auf. Der dünne Draht kommt im Nu auf Temperatur. Wenn Sie nach erfolgtem Fließen des Zinns den Lötkolben wegnehmen, so müssen sie die Pinzette so lange stillhalten, bis das Zinn erstarrt ist - sonst türmt der Draht gleich wieder. Das eben noch herrlich glänzende Zinn läuft plötzlich (stumpf) an: Es ist erstarrt. Anblasen oder Anpusten beschleunigt den Vorgang. Wichtig : Vorher verzinnen Sie aber die Enden des Kabels, ungefähr so, wie eine Hausfrau einen Wollfaden mit Kerzentalg versteift, damit er durchs Nadelöhr geht. Machen Sie das auch mit dem Ende der Abschirmung.

Die historischen "Diodenleitungen"

Diodenleitungen haben zwei Adern und an jedem Ende einen Stecker. Die Stifte der Stecker sind numeriert, die Nummern entsprechen denen, die im Schaltplan des Gerätes an den entsprechenden Kontakten eingezeichnet sind. Die einzelnen Adern eines Kabels sind verschiedenfarbig isoliert - so kann man sie nicht verwechseln. Wenn Sie also die weiße Ader an dem einen Ende auf Kontakt 1 löten, dann müssen Sie sie am anderen Ende natürlich auch auf Kontakt 1 legen. Die Abschirmung dient als Masseleitung und wird (das ist bei allen Kabeln so) auf Kontakt 2 gelötet.

Die einzelnen Leitungen

Käufliche Mikrofonverlängerungen haben oft zwei Adern. Das ist eigentlich ein bißchen aufwendig. Man darf ja doch nur die niederohmige Seite eines Mikrofons verlängern, und die läuft auf den Kontakten 3 und 2 (vergleiche tonband Heft 4/64). Die meisten Kupplungen haben neben dem Kontakt 2 noch eine zusätzliche Lötfahne, sie stellt die Verbindung zum Stekkergehäuse dar. Biegen Sie sie dicht an den Kontaktstift 2 heran und verlöten Sie die Abschirmung mit beiden gleichzeitig. Beim Stecker dieses Kabels aber sorgen Sie durch entsprechend kurze Abisolierung der äußeren Kabelhülle dafür, daß dort die Abschirmung nicht mit dem Stekkergehäuse in Verbindung kommt, sondern ausschließlich mit dem Kontakt 2. So vermeiden Sie Brummschleifen mit Sicherheit.

Mono-Plattenspieler, ja die gab es damals noch

Monaurale Plattenspieler kommen mit einadrigem Kabel aus. Diese Ader liegt auf Kontakt 3 (wenn nicht noch Bananenstecker gebraucht werden). Stereoplattenspieler dagegen brauchen zweiadrige Kabel. Früher lagen diese Adern auf den Kontakten 1 und 3. Heute nimmt man fünf-polige Stecker und legt die Adern auf die Kontakte 3 und 5. Der Kontakt 3 führt dabei den rechten Kanal (Masse natürlich auf Kontakt 2).

Wenn Sie wissen wollen, wie die Eingangsbuchse des Stereo-Radios geschaltet ist: Schalten Sie auf Tonabnehmer und pieken Sie dann mit einer Nadel in die Löcher der Buchse (da kann weder Ihnen noch dem Radio was passieren: "da, wo" ui ui - also : an dem Pin, an dem er laut brummt, ist ein Eingang).

Die Stereo-Diodenleitung

Für eine Diodenleitung zwischen Stereo-Tonbandgerät und Stereo-Rundfunkgerät braucht man eine vieradrige Leitung und fünfpolige Stecker. Die Polung ist dann so :

Kontakt 1: Aufnahme = linker Kanal,
Kontakt 2: Masse/Abschirmung,
Kontakt 3: Wiedergabe = rechter Kanal,
Kontakt 4: Aufnahme = rechter Kanal,
Kontakt 5: Wiedergabe = linker Kanal.

Das brauchen Sie sich aber nicht zu merken. Wenn Sie so ein Kabel machen, dann löten Sie nur die einzelnen Farben der Adern an die beiderseits gleichen Steckerstifte. Dann stimmts schon.

Aufpassen auf die Brummschleife

Ich gebrauchte vorhin einmal den Begriff „Brummschleife". Nun, eine Brummschleife entsteht immer dann, wenn irgendwo zwei Masseleitungen gleichzeitig vorhanden sind. Wenn Sie also einmal Ihr Studio aus irgendeinem Grunde erden sollten (meist ist das überflüssig!), dann erden Sie nur ein Gerät der ganzen Anlage. Die anderen daran angeschlossenen Einheiten sind ja über die Abschirmung gleich mit geerdet.
Es kann aber vorkommen, daß Sie einmal zwischen zwei Geräten zwei Kabelverbindungen herstellen wollen. Sie hätten dann über die zwei Abschirmungen dieser Kabel zwei parallele Masseleitungen, das wäre eine Brummschleife. In einem solchen Falle dürfen Sie in einem dieser Kabel die Abschirmung nur an einer Seite am Kontakt 2 und Steckergehäuse anschließen. Auf welcher Seite ist dabei gleichgültig.

PRAKTISCHE TONBANDTIPS

Unter dieser Rubrik wollen wir in Zukunft allerlei Anregungen für das Tonbandhobby geben. Für ähnliche Tips aus Leserkreisen sind wir natürlich sehr dankbar und werden sie auch gerne an dieser Stelle weitergeben.

PRAKTISCHE TONBANDTIPS
Optische Signale zur Steuerung der Tonbildschau

Viele Amateure vertonen Diaserien; aber längst nicht alle können oder wollen sich die verhältnismäßig teure Ausrüstung zur automatischen Steuerung der Diaserie anschaffen.

Dennoch ist es wünschenswert, bei der Vorführung eine gute Synchronität zu erzielen. Dies ist mit einfachsten Mitteln möglich, ohne den Zuschauer mit akustischen Signalen zu belästigen. Der Begleitton zur Diaschau wird auf ein Signiertonband überspielt; auf ein Tonband mit heller, rauher Rückseite also, das sich z. B. mit Tinte markieren läßt. Für jede der aufgenommenen Spuren wählt man eine Farbe, mit der die Wechselpunkte mit ca. 4,5 cm langen Farbstreifen bezeichnet werden.

Nun stellt man sich ein möglichst kleines Lämpchen her, das einen kleinen hellen Lichtpunkt erzeugt. Dieser Lichtpunkt wird während der Projektion auf das Tonband gerichtet. Vor dem Band ordnet man ein Vergrößerungsglas so an, daß der Lichtpunkt vergrößert wird. Das Bandgerät wird neben der Leinwand aufgestellt. Der Vorführende hat neben dem Projektionsbild jetzt immer den deutlichen Lichtpunkt im Auge und kann nach den Farbsignalen seinen Projektor exakt steuern.

PRAKTISCHE TONBANDTIPS
Das Kopieren von Tonaufnahmen

Soll eine Tonbandaufnahme kopiert werden, dann braucht man zwei Tonbandgeräte. Der Kopiervorgang erfolgt auf rein elektrischem Weg über eine spezielle Überspielleitung, die man beim Fachhandel bekommt. Die den Heimtongeräten mitgelieferten sogenannten "Diodenkabel" eignen sich für eine solche Überspielung nur dann, wenn das aufnehmende Tonbandgerät einen Phonoeingang nach neuer Norm besitzt.

Die Überspielleitung dagegen enthält die zum Pegelangleich notwendigen technischen Sonderelemente, z. B. Spannungsteiler in der Form eines Widerstandes usw. Sie wird zwischen die beiden Dioden-Normbuchsen der verwendeten Tonbandgeräte gesteckt. Damit läßt sich jetzt nach beiden Richtungen hin kopieren. Hat man es eilig, dann kann man auch mit doppelter Bandgeschwindigkeit kopieren. Hierbei müssen aber sowohl das abspielende als auch das aufnehmende Gerät schneller laufen, um die Originaltonlage nicht zu verändern. Bei der Verwendung normaler Heimtongeräte für das Vervielfältigen von Tonbandaufnahmen mit erhöhter Bandgeschwindigkeit wird allerdings der Frequenzbereich der Kopie nach den hohen Tönen hin eingeengt. Bei reinen Sprachaufzeichnungen läßt sich dieser Qualitätsverlust jedoch meist in Kauf nehmen.

Beim Kopieren von Tonbandaufnahmen muß die Spaltstellung der Tonköpfe einwandfrei sein. Andernfalls ist - besonders bei geringeren Bandgeschwindigkeiten - mit einer unklaren Tonwiedergabe beim Abspielen der Kopie zu rechnen.

Weiß man von vornherein, daß man eine Tonaufnahme später kopieren wird, z. B. um ein Arbeitsband für eine Dia-Vertonung herzustellen, dann empfiehlt es sich, für die Erstaufnahme auf dem Mutterband die höchste zur Verfügung stehende Bandgeschwindigkeit zu benutzen. Das sichert die größtmögliche Dynamik der Tonaufnahme. Wenn man dann die Überspielung von der hohen auf eine niedrigere Bandgeschwindigkeit vornimmt, ergeben sich keine nennenswerten Qualitätsverluste gegenüber dem Fall, daß man von einer kleinen Bandgeschwindigkeit auf eine noch kleinere überspielt.

PRAKTISCHE TONBANDTIPS
Achtung Bandende!

Wenn die Vorratsspule auf unserem Tonbandgerät schneller und schneller rotiert und der Bandwickel immer magerer wird, dann ist höchste Konzentration am Platze. Wie gebannt starrt man auf das Band und wartet unruhig darauf, daß der Schaltstreifen erscheint. Diese unnötige zusätzliche Konzentration lenkt die Aufmerksamkeit von wichtigen Dingen ab. Das fällt besonders bei Tonbandbriefen ins Gewicht; denn dabei ist ohnehin sehr vieles zu bedenken.

Ohne jeden Kostenaufwand läßt sich leicht Abhilfe schaffen. Man mißt bei jedem Band jeweils vom Schaltstreifen aus 190cm ab und markiert diese Stelle mit einem Stück Schaltband, das pfeilförmig zugeschnitten ist. Pfeilförmig sollte es sein, um es von anderen Klebestellen unterscheiden zu können. Erscheint nun diese Marke bei der Aufnahme, weiß man, daß

bei 19 cm Bandgeschwindigkeit noch 10 Sekunden,
bei 9,5 cm Bandgeschwindigkeit noch 20 Sekunden und
bei 4,75 cm Bandgeschwindigkeit noch 40 Sekunden lang

aufgenommen werden kann. Man kann also in Ruhe auf das Spurende hinweisen, eine Aufnahme ausblenden oder aber zur rechten Zeit auf eine zweite Maschine umbienden und die beiden Aufnahmen später ohne viel Abfall zusammenschneiden.

PRAKTISCHE TONBANDTIPS
Das tönende Fotoalbum

Daß Dias und Schmalfilme vertont werden, ist nichts Neues. Zuschauer und Beteiligte erfreuen sich daran, daß die Serien und Streifen durch den Ton an Lebendigkeit und Aussagkraft gewinnen. Auch ein Fotoalbum kann durch ein Begleittonband wesentlich lebendiger und interessanter werden.

Bildunterschriften und eventuell Skizzen reichen allein nicht aus. Meistens setzt man sich neben den Betrachter und gibt ihm Erklärungen zu den Fotos. Aber Erinnerungen verblassen, und die Erklärungen werden von Jahr zu Jahr immer spärlicher.

Sollte man nicht die frischen Eindrücke - wie bei einer Diaserie gleich auf Band sprechen und dieses Band der Fotosammlung anfügen? Um dem Beschauer das Betrachten zu erleichtern, führen wir ihn mit Pfeilen von Bild zu Bild und erwähnen außerdem im Tonband die entsprechenden Bildunterschriften. Um die Wirkungskraft eines solchen „tönenden Albums" nicht herabzusetzen, sollte man die Fotos nicht etwa mit Nummer versehen.

Auf diese Weise kann man beispielsweise ein Album mit Aufnahmen seines Kindes gestalten. Fotografische und akustische Schnappschüsse lassen sich dabei zu einer harmonischen Einheit zusammenfügen.

NOTIZEN - (eigentlich sind das Presseinfos)
Erweiterung der Firma Bogen, Berlin

Die Firma Wolfgang Bogen GMBH, Berlin, Hersteller hochwertiger Magnettonköpfe, konnte im Januar dieses Jahres die Einweihung eines Ende 1963 begonnenen Erweiterungsbaues feiern. Die Nutzfläche der Firma wurde mit diesem Bau um 1000 m2 vergrößert. 300 m2 dieser Fläche sind für die Entwicklung, Versuchsfertigung und ein umfangreiches Magnetkopf-Lager vorgesehen. Die Fertigungskapazität der Bogen GMBH beträgt zur Zeit 2500 Magnetköpfe pro Arbeitstag. se.

NOTIZEN
Katalog der Beyer-Mikrofone

Einen geschmackvollen, in jeder Hinsicht informativen Katalog der Beyer-Mikrofone hat die Elektrotechnische Fabrik Eugen Beyer in Heilbronn a. N. herausgegeben. Technische Erfahrungen und Ingenieurarbeit empfehlen sich weniger durch Propaganda oder Superlative der Werbung, sondern durch sachliche Beschreibung der einzelnen Erzeugnisse - dies bestätigt der umfangreiche Katalog. Die technische Darstellung der verschiedenen Mikrofontypen, im Bändchen- und Tauchspulenprinzip, liest sich genauso interessant wie die bewegte Geschichte des Familienbetriebes, der sich in den vierzig Jahren seit Bestehen zu einem der bedeutendsten Hersteller elektroakustischer und elektronischer Erzeugnisse entwickelt hat.

Die Jahre zwischen 1948 und 1958 umfassen den Zeitraum, in welchem die grundlegendsten Entwicklungen des Hauses Beyer durchgeführt wurden: Es entstanden die dynamischen Bändchenmikrofone, eine Anzahl von Miniaturübertragern, dynamische Kopfhörer und mit dem Aufkommen der Tonband- und Diktiergeräte die dazu gehörenden dynamischen Tauchspulenmikrofone. Heute verfügt Beyer über zwei Werke, in denen mehr als 300 Leute beschäftigt sind.

Was diesen neuen Beyer-Katalog auszeichnet, ist die korrekte Beschreibung der einzelnen Mikrofone durch Angabe der technischen Daten, der Frequenzkurven, der Richtdiagramme und der verschiedenen Anwendungsbereiche. Außerdem finden sich lehrreiche und verständliche Abhandlungen über die dynamischen Bändchen- und Tauchspulenmikrofone sowie Kopfhörer. Eine Zusammenstellung nützlichen Zubehörs beschließt diese gelungene Übersicht, die von den Beyer-Werken bezogen werden kann. se.

NOTIZEN
Nachrichten aus dem Hause GRUNDIG
Grundig-Werk entsteht in Landau/Isar

Günstige Voraussetzungen für die Wahl des Standortes: ausreichend Arbeitskräfte, erschlossenes Industriegrundstück, gute Verkehrsverbindung, Gleisanschluß. Beginn der Planung: Sommer 1964. Baubeginn: Fühjahr 1965. Inbetriebnahme der neuen Werkhalle: November 1965. Zuvor Beginn der Produktion in vier provisorischen Außenstellen. Heutiger Personalstand: 630 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Erweiterung für 1966 geplant: 750 Personen, bei Endausbau 1000 Personen.

Investitionen: ca. 5 Mill. DM. Fabrikationsfläche: 10 000 qm (ebenerdiger Shedbau). Fertigungsprogramm: Musik- und Stereo-Konzertschränke (15 Typen), HiFi-Bausteine (zum Selbsteinbau), Stereophoniegeräte (Rundfunkempfänger). Die Holzgehäuse werden aus drei Grundig-Werken zugeliefert. Modernste Geräte-Technik: Gedruckte Schaltungen. Fertigungstechnik mit modernsten Einrichtungen für Montage, Löttechnik, Abgleich, Prüffeld. Eigene Sendeanlage, Spezialraum für akustische Messungen von HiFi-Lautsprecherboxen.

NOTIZEN
Nachrichten aus dem Hause GRUNDIG
Lautsprecher-Umschalter für HiFi-Vorführungen

Grundig hat für den Fachhandel einen praktischen Lautsprecher-Umschalter zum Vorführen von HiFi-Anlagen geschaffen. Dieser Schalter erlaubt es dem Spezial-verkäufer, fünf verschiedene Lautsprecherpaare und zwei verschiedene Verstärker bequem durch Tastendruck anzuwählen, um damit dem Kunden vergleichende Hörproben zu ermöglichen. Der praktische Helfer für das HiFi-Verkaufsgespräch ist betriebssicher aufgebaut, einfach zu montieren und kostet nur wenig.

NOTIZEN
Nachrichten aus dem Hause GRUNDIG
Richtpreise für Grundig-Lautsprecherboxen

Die zur Funkausstellung vorgestellte HiFi-Lautsprecherbox 25 ist jetzt lieferbar. Ihr unverbindlicher Richtpreis beträgt für die Gehäuseausführungen in Nußbaum oder Teak DM 215.-. - Die als Zweit- und Zusatzlautsprecher geeignete Lautsprecherbox 14 (Nennbelastbarkeit 10 Watt) hat den neuen unverbindlichen Richtpreis von DM 125.- erhalten. Für das gesamte übrige Zubehör zu Grundig-HiFi-Anlagen, -Rundfunkgeräten und -Konzertschränken bleiben die bekannten unverbindlichen Richtpreise unverändert.

  • Anmerkung : Das ist auch wieder eine der völlig nichtssagenden Informationen, die wirklich niemanden interssiert hatten.

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NOTIZEN
Nachrichten aus dem Hause GRUNDIG
Grundig tritt dem dhfi bei

Am 1. Januar 1966 sind die Grundig-Werke dem Deutschen High-Fidelity-Institut (dhfi) beigetreten. Grundig wird sich im kommenden Jahr aktiv an der Förderungsarbeit des Instituts beteiligen. Zur Funkausstellung Berlin 1963 stellte Grundig seine HiFi-Geräte der Serie Studio 50 vor.

Sie begründeten den uneingeschränkten Ruf der Grundig-HiFi-Technik im In- und Ausland. Auf den Erfahrungen der Großserienproduktion aufbauend, wurden weitere Volltransistor-Geräte entwickelt, die erstmals auf der Funkausstellung Stuttgart 1965 zu sehen waren und jetzt auf den Markt kommen:

Der HiFi-Tuner RT40 und die HiFi-Verstärker SV40 und SV80. Dazu gehören eine Reihe von HiFi-Lautsprecher-Boxen und Einbau-Lautsprecher-Kombinationen sowie Tonbandgeräte der HiFi-Klasse. In kurzer Zeit hat sich Grundig eine bedeutende Position auf diesem aussichtsreichen Markt geschaffen. Dies ist neben der Qualität der Geräte vor allem auf die günstige Preisgestaltung zurückzuführen.

NOTIZEN
Neue AGFA-GEVAERT-Magnetbandfabrik in München

Auf einem neu erworbenen ca. 20.000 m2 großen Gelände an der Kistlerhofstraße in München wurde mit der Errichtung einer neuen Magnetbandfabrik der AGFA-GEVAERT AG begonnen. Im Dezember 1965 konnte das Richtfest für den ersten Bauabschnitt gefeiert werden. Dieser erste Bauabschnitt umfaßt eine Produktionsanlage für die Herstellung hochwertiger technischer Magnetbänder.

Es ist beabsichtigt, die neuen Anlagen im Frühsommer dieses Jahres (1966) in Betrieb zu nehmen. Auf längere Zeit ist geplant, die gesamte Forschung und Entwicklung auf dem Magnetbandgebiet in München zu konzentrieren. Mit ein Grund für diesen Entschluß ist, daß das Kamerawerk der AGFA-GEVAERT AG, die Perutz-Photowerke, in der Nähe liegt. Die Anwendung des Magnetbandes, vor allem auf dem Gebiet der Datenverarbeitung und Bildaufzeichnung, wird diese Kontakte zwischen den Entwicklungsabteilungen beider Werke in Zukunft bestimmen. se.

NOTIZEN
Hannover-Messe 1966

In der Zeit vom 30. April bis 8. Mai findet in diesem Jahr die Hannover-Messe statt. Auch für den Rundfunk- und Fernsehgerätesektor und die Phonotechnik wird die Messe wieder ihre Bedeutung haben. Wir werden im nächsten Heft, das zur Hannover-Messe erscheint, einen Vorbericht über etwaige Neuerscheinungen auf den für unsere Leser interessanten Gebieten bringen, tonband ist auf der Hannover-Messe vertreten, und über einen Besuch in Halle 11, Stand 75, würden wir uns sehr freuen. se.

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