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Heft 1 • Januar 1967 • 4. Jahrgang

Wenn eine kleine Redaktion an ihre Grenzen stößt, Karl Breh hatte es mir bei meinem Besuch bei ihm zuhause in 2012 recht ausführlich erzählt, wie das ist , wenn man 12 bis 14 Stunden an 7 Tagen in der Woche rackert, damit ja alles pünktlich fertig wird. Am Ende war es ein unmögliches Unterfangen.

Inhalt

tonband-Wettbewerb der besten Amateur-Aufnahme 2
Tontechnik als Gestaltungsmittel (4) (ist ausgelagert) 4
Wie funktionieren unsere Mikrofone? (1) (ist ausgelagert) 6
Auf dem tonband-Prüftisch: Das Stereo-Tonbandgerät Beocard 2000 de Luxe (ist nicht enthalten) 9
Zum Thema Tonbänder und Magnetköpfe (der Firma BOGEN Berlin) 16
Tonbandgerät National RS-1000S (ist nicht enthalten) 18
Industrie 23

Liebe tonband-Freunde

Es ist nicht sonderlich angenehm für uns, daß wir uns schon mit dem ersten Heft nach der Umstellung auf jährlich sechsmaliges Erscheinen bei Ihnen entschuldigen müssen. Wir haben versprochen, im Januar zu erscheinen, und nun sind wir froh, wenn Sie das erste Heft noch in den letzten Februar-Tagen erreicht.

Und damit Sie gleich auf das Schlimmste gefaßt sind: auch das März-Heft wird erst im April herauskommen. Danach hoffen wir, die Umstellungsschwierigkeiten überwunden und im geplanten Erscheinungsrhythmus Takt gefaßt zu haben.

Wichtiger als das pünktliche Erscheinen, so wünschenswert dies auch sein mag, ist der Inhalt von tonband. Daß wir in dieser Hinsicht keine Kompromisse eingehen wollten, ist auch der tiefere Grund für unsere Verspätung.

Es liegt uns daran, Ihre Aufmerksamkeit besonders auf den in diesem Heft ausgeschriebenen tonband-Wettbewerb zu lenken. Wir wünschen uns eine rege Beteiligung gerade aus dem Kreise unserer Leser. Denn wir möchten den Beweis erbringen, daß der derzeit herrschende Tiefstand überwunden werden kann.

Was den übrigen Inhalt dieser Ausgabe betrifft, so glauben wir, daß er deutlich zeigt, welchen Weg wir nach der Umstellung mit tonband beschreiten wollen: noch mehr und gründlichere Informationen als bisher und noch mehr Anregungen für intensivere Beschäftigung mit diesem schönen Steckenpferd. Unsere aktiven Leser sind nach wie vor zur Mitarbeit aufgerufen. Die Zeitschrift steht allen offen, die Nützliches, Anregendes oder Amüsantes zum weiten Gebiet der Beschäftigung mit Tonaufnahmen oder Kritisches zum Inhalt dieser Zeitschrift mitzuteilen haben.

Ihre tonband-Redaktion

WETTBEWERB DER BESTEN AMATEUR-AUFNAHME
Abs. I. Vorbemerkungen

Die Erfahrungen verschiedener Tonband-Wettbewerbe, insbesondere des Nationalen Wettbewerbs der besten Tonaufnahme, NWT, haben gezeigt, daß unter den Tonbandamateuren offensichtlich eine gewisse Stagnation hinsichtlich Beteiligung und Niveau eingetreten ist.

In unserem letzten Heft haben wir versucht, mit unserer Kritik nicht etwa solchen Wettbewerben das Wasser abzugraben, sondern konstruktive Mithilfe zu leisten. Die Konsequenzen werden die Veranstalter zu ziehen haben.

Gleichzeitig haben wir angekündigt, selbst einen Wettbewerb auszuschreiben, weil wir einfach nicht glauben wollen, daß der augenblickliche Notstand ein allgemeines Symptom ist.

Als auflagenstärkste Fachzeitschrift betrachten wir es außerdem als unsere Aufgabe, das durch die Zahl der Abonnenten bekundete Leserinteresse für das Tonbandhobby zu aktivieren. Darum haben wir uns entschlossen, diesen 1. tonband-Wettbewerb auszuschreiben.

Abs. II. Zielsetzung

Unsere Überlegungen, diesen Wettbewerb so attraktiv wie möglich zu gestalten, liefen in erster Linie auf eine wesentliche Vereinfachung der Teilnahmebedingungen wie der Durchführung hinaus. Gerade die Erfahrungen des NWT haben bewiesen, daß eine Überorganisierung der Tod eines jeden echten Wettstreits sein muß.

Die kritischen Anmerkungen unseres NWT-Berichtes in Heft 4/66 waren ebenso ausschlaggebend für die Zusammenstellung unseres Reglements wie der Versuch, mit einigen konsequenten Neuerungen einen entrümpelten Wettbewerb, der jedem Amateur eine Chance offen läßt, anzubieten.

Daß wir uns natürlich in einigen Punkten auch dem NWT angepaßt haben, liegt in der Natur der Sache. Wir möchten mit diesem ersten tonband-Wettbewerb erreichen, daß die in dieser Zeitschrift im Laufe der Jahre gegebenen Anleitungen und Anregungen im Umgang mit dem Tonbandgerät und seinem Metier von unseren Lesern in die Praxis umgesetzt werden.

Vielleicht gelingt es, damit das Steckenpferd der Tonaufnahme zu der Bedeutung zu verhelfen, die ihm eigentlich zukommen sollte: eine eigenschöpferische, die Erscheinungen unseres uniformisierenden Industriezeitalters kompensierende Freizeitgestaltung. Dazu gehört neben der Idee vor allem die Kunst der Gestaltung (= Phantasie!) - beides Dinge, die Spielraum für das Eigenschöpferische zulassen, aber auch solides handwerkliches Können und ein Minimum an technischem Wissen voraussetzen. Letzteres zu vermitteln sind wir bestrebt.

Abs. III. Wettbewerbsbestimmungen

An Wettbewerbsbestimmungen haben wir die folgenden Punkte festgelegt, wobei wir - wenn nötig - die einzelnen Bestimmungen etwas ausführlicher kommentieren.

a) Kategorien:

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  • 1. Hörspiele - Hörfolgen.
    in dieser Gruppe können Aufnahmen von Hörspielen nach eigenen Ideen oder auch literarischen Vorlagen, Reportagen, Sketches, Dokumentationen, Hörfolgen und Außenaufnahmen eingereicht werden.
  • 2. Musikalische Aufnahmen.
    In dieser Gruppe können Aufnahmen von selbst komponierten und selbst musizierten Werken oder von öffentlichen Konzerten eingereicht werden. Ferner Multiplay-Aufnahmen, elektronische Trickaufnahmen mit musikalischem Charakter.


In beiden Kategorien wollen wir bewußt Spielraum lassen für sämtliche technische Möglichkeiten. Wobei allerdings zu betonen ist, daß nicht durchaus die Aufnahme preiswürdig zu sein braucht, die mit dem besten Gerätepark hergestellt wurde!
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b) Teilnehmergruppen:

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  • 1. Tonbandamateure, die sich seit höchstens zwei Jahren mit Tonaufnahmen befassen (sogenannte Juniorengruppe).
  • 2. Tonbandamateure, die sich seit mehr als zwei Jahren mit Tonaufnahmen befassen (sogenannte Seniorengruppe).


Damit ist die Gewähr gegeben, daß jeder ernsthaft bemühte Amateur im Rahm seiner Gruppe oder Klasse die gleichen Chancen hat. Selbstverständlich werden wir in der Seniorengruppe strenge Maßstäbe anlegen.
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c) Dauer:

Aufnahmen in beiden Kategorien sind auf maximal 10 Minuten beschränkt. Auch hier wäre zu berücksichtigen, daß in der bekannten Kürze oft die beste Würze liegen kann. Wir wollen aber auch jenen Tonbandfreunden die Möglichkeit geben, ein abgerundestes Hörspiel oder auch ein musikalisches Werk einreichen zu können.

d) Beschaffenheit der Aufnahme:

Es können sowohl monaural als auch stereophon bespielte Bänder eingereicht werden. Beide Spielarten sind gleichberechtigt und werden nicht gesondert bewertet.

e) Spurlage:

2- und 4-Spuraufnahmen sind gleichberechtigt zugelassen.

f) Geschwindigkeit:

Zugelassen sind nur Aufnahmen mit 9,5 cm/s oder 19 cm/s.

g) Einsendeschluß:

15. Oktober 1967. Gültigkeit besitzt der Poststempel.

h) Jury:

Die Redaktion tonband wird die eingereichten Aufnahmen einer von ihr nominierten sachverständigen Jury vorlegen. Die Entscheidungen der Jury sind verbindlich, der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

i) Vorauswahl:

Die Redaktion behält sich das Recht vor, sämtliche eingereichten Aufnahmen einer Vorauswahl zu unterziehen. Aufnahmen, die nicht in allen Punkten dem Reglement
entsprechen, oder Aufnahmen, die aufgrund sachlicher Mängel unzureichend sind, werden vom Wettbewerb in dieser Vorauswahl ausgeschlossen.

i) Bewertung :

Bewertet werden Idee, Gestaltung und Technik unter Berücksichtigung der verwendeten Geräte und der gegebenen Möglichkeiten.

k) Preise:

In jeder Kategorie und in jeder der beiden Teilnehmergruppen werden jeweils ein 1. und ein 2. Preis ausgesetzt. Höhe und Natur der Preise liegen noch nicht fest. Wir sind bemüht, diese Preise so attraktiv wie möglich zu machen. Unter Umständen werden wir anstelle von Sachpreisen Geldpreise aussetzen.

I) Bekanntgabe der Entscheidungen:

Die Ergebnisse unseres ersten tonband-Wettbewerbes werden wir in Heft 1/1968, das im Januar erscheinen wird, bekanntgeben.

Abs. IV. Teilnahmebedingungen

Die Teilnahmebedingungen haben wir in 10 wesentliche Punkte aufgeteilt, die eine Teilnahme unter den erforderlichen Gesichtspunkten jedem Tonbandamateur ermöglichen.
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  • 1. Der tonband-Wettbewerb steht allen Tonbandamateuren des In- und Auslandes offen. Ausgeschlossen sind Personen, die direkt oder indirekt beruflich mit Tonaufnahmen beschäftigt sind oder waren.
  • 2. Die Teilnehmer sind in der Wahl ihres Sujets frei. Sie können sich aber nur in einer der beiden Kategorien beteiligen.
  • 3. Jeder Teilnehmer kann nur eine einzige Aufnahme einreichen, und zwar je nach Gruppenzugehörigkeit (s. Punkt b) in der für ihn zuständigen Gruppe.
  • 4. Werden Aufnahmen von Teams eingereicht, so darf auch hier nur eine Aufnahme pro Team unter der Anschrift des Verantwortlichen eingereicht werden. Aufnahmen des gleichen Teams oder eines nur unwesentlich veränderten Teams unter einer anderen Adresse sind vom Wettbewerb ausgeschlossen.
  • 5. Jeder Aufnahme muß ein Begleitzettel und ein rechtsgültig unterschriebener Revers beigelegt werden. Unrichtige Angaben schließen die Teilnahme aus.
  • 6. Auf dem Band dürfen Name des Einsenders oder ein Hinweis auf die Person des Einsenders nicht erscheinen.
  • 7. Jeder Teilnehmer muß einen rechtsgültigen Revers unterschreiben, in dem er zur Wahrung des Amateurstatus versichert, daß an der Herstellung der Wettbewerbsarbeit nur Amateure beteiligt waren.
  • 8. Vordrucke mit Reglement, Begleitzettel und Revers können bis zum 15. Juli 1967 unter folgender Anschrift bestellt werden: Verlag G. Braun, Redaktion tonband, 75 Karlsruhe, Karl-Friedrich-Straße 14-18, Postfach 129.
  • 9. Aufnahmen, die die Maximaldauer von 10 Minuten überschreiten, werden vom Wettbewerb ausgeschlossen.
  • 10. Die eingereichten Arbeiten müssen original für diesen tonband-Wettbewerb hergestellt werden. Bereits zu einem anderen Wettbewerb eingereichte Aufnahmen (zu einem früheren Zeitpunkt oder gleichzeitig) sind vom Wettbewerb ausgeschlossen.

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Abs. V. Preise sind nicht das Wichtigste

Im Zusammenhang mit den erwähnten Preisen möchten wir noch ergänzen, daß es nicht ausgeschlossen ist, für besonders lobenswerte Aufnahmen weitere Preise auszusetzen.

Im übrigen werden die vergebenen Preise eine wirkliche Auszeichnung sein für in jeder Hinsicht gelungene Aufnahmen. Es kommt ihnen daher ein erheblicher ideeller Wert zu. Wir werden uns aber auch andererseits nicht scheuen, auf die Verteilung eines Preises zu verzichten, wenn es sich zeigen sollte, daß keine Aufnahmen dabei sind, die eines solchen Preises würdig sind.

Wir werden selbstverständlich bemüht sein, den ausgezeichneten Aufnahmen über die Veröffentlichung in der Fachpresse hinaus Publizität zu verschaffen. Vielleicht können wir die eine oder andere Rundfunkanstalt für die Ausbeute unseres Wettbewerbs interessieren.

Nun hoffen wir, mit dem Versuch des 1. tonband-Wettbewerbs auch einen Start zu neuen Initiativen gegeben zu haben. Wir würden uns natürlich freuen und es als eine Bestätigung unserer Überlegungen betrachten, wenn unserem Aufruf eine wirklich rege Beteiligung folgen würde. Vom Ergebnis dieses Wettbewerbes hängt es ab, ob wir in Zukunft jährlich einen solchen tonband-Wettbewerb ausschreiben.
Br./se.

Stereo-TONBANDGERÄT Beocord 2000 - Test

Dieser Artikel ist 7 DIN A4 Seiten lang, sicherlich sehr ausführlich, doch er hat heutzutage keinerlei Informationsgehalt mehr.

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ZUM THEMA
"TONBÄNDER UND MAGNETKÖPFE"

Ein Artikel von Wolfgang Bogen Berlin, Inhaber der Firma BOGEN GmbH (1966)

Die Magnettontechnik hat sich im Laufe der Jahre in all ihren Daten - mit Ausnahme der Dynamik - dem menschlichen Gehör angepaßt. Eingeengt wird die Dynamik im Bereich der Vollaussteuerung durch beginnende Verzerrungen und bei niedrigen Pegeln durch das Tonbandrauschen.

Obwohl das Ohr über 110 dB verarbeiten kann, beträgt der Geräuschspannungs- Abstand, bezogen auf Vollaussteuerung bei Heim-Magnetbandgeräten nach DIN 45.511, nur mindestens 45 dB. Sogar bei Schallplatten mit großer Dynamik ist an leisen Stellen noch das Rauschen der Studio-Magnettongeräte erkennbar.

Im folgenden wird über neuere Entwicklungen berichtet, durch die das Grundrauschen der Magnettonbänder gesenkt wurde und damit bei geeigneter Dimensionierung von Magnetkopf und Verstärker ein wesentlich verbesserter Geräuschspannungs-Abstand erzielt werden kann.

Beginnen wir mit den Bändern

Seit einigen Jahren ist man daher bestrebt, durch Oberflächenpolitur und feinere Magnetitteilchen der Tonbänder den Dynamikumfang zu erweitern. Damit konnte das Grundrauschen tatsächlich erheblich gesenkt werden.

Leider ist dieser Fortschritt kaum bekanntgeworden, weil es nur wenige semiprofessionelle Magnetbandgerätetypen gibt, bei denen das Verstärkerrauschen genügend tief unter dem Rauschen der verbesserten Tonbänder liegt.

Das Verstärkerrauschen muß mindestens 10 dB unter dem Tonbandrauschen liegen, da sich sonst durch die Addition der beiden Rauschanteile das Gesamtrauschen meßbar verschlechtert.

Glatt bedeutet gesteigerte Verschmutzungsgefahr

Bei glatter Tonbandoberfläche nimmt aber die Verschmutzungsgefahr der Magnetköpfe zu, weil der durch die Schleifwirkung des Tonbandes entstehende Reinigungseffekt geringer wird. Bei dem von 3M herausgebrachten „Low Noise Tape" - einem besonders rauscharmen Tonband - ist wegen der spiegelglatten Oberfläche die Vorderseite kaum noch von der Rückseite zu unterscheiden. Diese Entwicklung hat die Wolfgang Bogen GmbH, Berlin, seit längerer Zeit verfolgt und jetzt Magnetköpfe mit entsprechend verbesserter Qualität herausgebracht.

Über die Köpfe

Bei den Köpfen für Heimmagnetbandgeräte wurde die Gießharztechnik zugunsten eines vollmetallischen Kopfspiegels verlassen. Elektrostatische Aufladungen, die häufig die Ursache für Bandstaub-Ablagerungen am Kopfspiegel sind, können hierbei nicht mehr auftreten.

Das Gefüge des Kopfspiegels ist im Gegensatz zu Druckgußlegierungen, die wegen ihrer Mikroporosität zu Bandstaub-Ablagerungen neigen, durch Verwendung von Aluminium-Fließpreßteilen völlig dicht.

Die Entwicklung der Fließpreßteile hat wegen der zahlreichen technologischen Probleme mehrere Jahre in Anspruch genommen. Eine Eloxalschicht der Aluminiumteile ermöglicht eine wirbelstromfreie Einbettung der Magnetkerne.

Die Verluste bei hohen Frequenzen haben sich daher gegenüber der früheren Gießharztechnik nicht verschlechtert. Mit Rücksicht auf die gestiegenen Anforderungen ist es wichtig, daß die neuen Magnetköpfe kleinere Fertigungstoleranzen, höhere Temperaturbeständigkeit und bei Mehrspurköpfen auf Bruchteile eines um genau fluchtende Spalte aufweisen. Der Aluminiumspiegel oxydiert nicht und läuft nicht an, wie es zum Beispiel bei Magnetköpfen mit Messing- oder Druckguß-Spiegel vorkommen kann.

Die aushärtbare Aluminiumlegierung hat etwa die gleichen Abschliffeigenschaften wie das verwendete Mu-Metall.

Nur noch 100µm Spalttiefe

Um bei niedrigem Quellwiderstand einen hohen Wiedergabepegel und somit den gewünschten hohen Rauschabstand zu erhalten, haben diese Köpfe eine Spalttiefe von nur 100µm.

Die Spalttiefentoleranz beträgt hierbei nur wenige µm, da während des Schleifens und Läppens des Kopfspiegels die Magnetkopf-Induktivität überwacht wird. Weitere Voraussetzungen hierzu sind windungszahlgleiche Wicklungen und kleine Streuungen der magnetischen Werte des Kernmaterials, die durch spezielle Glühbehandlungen erreicht werden.

Ein nicht voll ausgeglühtes Mu-Metall in Sonderqualität mit extrem niedriger Koerzitivfeldstärke ermöglicht trotzdem eine zufriedenstellende Lebensdauer. Zusätzliche Bandkanteneinfräsungen, die am Magnetkopf angebracht werden, sorgen für einen gleichmäßigen Abschliff und somit auch für eine längere Lebensdauer.

Geringere Entzerrung möglich

Ein durch den Bearbeitungsvorgang in Spaltnähe nicht beschädigtes Mu-Metallgefüge führt zu fast übereinstimmender mechanischer und magnetischer Spaltbreite und somit zu geringen Verlusten bei kleinen Wellenlängen und hohen Frequenzen.

Die Kernpakete bestehen aus 100µm dicken Mu-Metall-Lamellen, so daß die Wirbelstromverluste gering sind. Bei 19cm/s Bandgeschwindigkeit ist daher nur eine Wiedergabe-Höhenanhebung von maximal 3dB bei 20kHz nötig. Wegen der guten magnetischen Werte des verwendeten Mu-Metalls tritt keine Aufmagnetisierung der Magnetköpfe auf, die den Rauschabstand wesentlich verschlechtern und eine zweite Oberwelle bei der Aufzeichnung verursachen würde.

Die Rauschuntersuchungen

Das verringerte Rauschen moderner Tonbänder macht es auch erforderlich, das Anpassungsproblem von Magnetkopf und Verstärker zu überprüfen. Das Rauschen der ersten Wiedergabeverstärkerstufe wird hauptsächlich durch die ohmsche Komponente des Quellwiderstandes des Wiedergabekopfes bestimmt. Verringert man die Spalttiefe des Wiedergabekopfes, so sinkt einerseits der Quellwiderstand, während andererseits der Wiedergabepegel steigt.

Der Rauschabstand läßt sich somit in doppelter Hinsicht verbessern. Untersuchungen haben ergeben, daß es eine optimale Spalttiefe von etwa 70um gibt, die zu einem maximalen Wiedergabepegel und Rauschabstand führt.

Unterschreitet man diese Spalttiefe, werden der Querschnitt und die magnetische Leitfähigkeit der Polschuhe in Spaltnähe soweit geschwächt, daß der Wiedergabepegel statt zu steigen abfällt.

Der Abstand zwischen Verstärker- und Tonbandrauschen

Andere Messungen haben sich mit dem Abstand zwischen Verstärker- und Tonbandrauschen befaßt, der groß genug sein sollte, um eine störende Addition der beiden Rauschanteile zu vermeiden. 2/2-Spur-Wiedergabeköpfe mit 100um Spalttiefe und einer Induktivität von 30mH zeigten an einem Transistorverstärker einen befriedigenden Geräuschspannungs-Abstand von mehr als 10dB zwischen Verstärker- und Tonbandrauschen.

Zur Messung wurde ein mit HF gelöschtes, gering rauschendes Tonband bei einer Geschwindigkeit von 19cm/s verwendet. Diese Untersuchungen bestätigen, daß die neuen Magnetköpfe mit 100um Spalttiefe den gestiegenen Anforderungen voll entsprechen. Der hohe Wiedergabepegel dieser Magnetköpfe im Verhältnis zum niedrigen Quellwiderstand ermöglicht eine außerordentlich hohe Dynamik.

Mit „Low Noise Tape" läßt sich bei 19cm/s, 2/2-Spur, ein Geräuschspannungs- Abstand nach DIN 45 511 von 65dB unter Vollaussteuerung erreichen.

Messungen an einem semiprofessionellen Heimtonbandgerät von Bang & Olufsen bestätigen einen Geräuschspannungs-Abstand von 65dB, bezogen auf Vollaussteuerung bei 19cm/s. Das Gerät hat für Aufnahme und Wiedergabe getrennte Bogen-Magnetköpfe. Die Wiedergabekopf-Induktivität beträgt 30 mH. Die Vollaussteuerung auf k3 = 5% lag 4dB über dem Bezugspegel. Das mit dem Ohrkurvenfilter bewertete Verstärkerrauschen lag 11 dB unter der Summe von Verstärker und Bandrauschen.

Das Gerät hat 2/2-Spur-Köpfe mit 2 mm breiten Spuren. Vollspurköpfe haben mit 6 mm eine dreimal breitere Spur, so daß hiermit etwa weitere 5 dB gewonnen werden können. Der zur Zeit erreichbare, nach DIN 45 511 bewertete Geräuschspannungs-Abstand beträgt demnach bei Vollspur und 19cm/s 70dB, der durch Messungen bestätigt werden konnte.

Dieser Wert verbessert sich um 5 dB, also auf etwa 75 dB, wenn der Rauschabstand mit einem Filter gemäß der I.E.C.-Kurve A bewertet wird (Tab. 1).

Ein Artikel von Wolfgang Bogen aus 1966 - leicht gekürzt

TONBANDGERÄT NATIONAL RS-1000 S

Dieser Artikel ist fast 6 DIN A4 Seiten lang, sicherlich sehr ausführlich, doch er hat heutzutage keinerlei Informationsgehalt mehr.

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INDUSTRIE
Uher Werke führen Preisbindung ein

Die Uher Werke München haben für das gesamte Tonbandgeräteprogramm sowie einen Teil des Zubehörs die Preisbindung eingeführt. Diesem Schritt ging eine schon im vergangenen Jahr vorgenommene Senkung der damaligen unverbindlichen Richtpreise voraus, die bis auf das äußerste kalkuliert und so realistisch waren, daß sie vom Handel praktisch schon als Festpreise angesehen wurden.

Die Geschäftsführung verweist darauf, daß der Käufer bei der Preisbindung bei einem äußerst scharf kalkulierten, festen Preis einen technisch hochwertigen Artikel mit entsprechendem Service erhält. Die Unsicherheit, ob er wirklich preisgünstig eingekauft hat, wird vom Käufer genommen. Zum Handel sucht man eine echte Partnerschaft und trägt auf diese Weise zu geordneten Vertriebsverhältnissen bei. Die Geschäftsführung hofft, durch ihre Haltung zur Stabilisierung auf dem Radio-, Fernseh-, und Tonbandgerätemarkt beizutragen.

  • Anmerkung : In diesen wenigen Zeilen steht deutlich drinnen, daß es in dem aufstrebenden Markt für Elektronik und Bandgeräte erhebliche Turbulenzen gegeben hatte und noch gibt (im Jahr 1966 !!!). Alle Firmen versuchen, zum eigenen Vorteil gegenzusteuern, nur Grundig steuert nicht, sondern macht mit schierer Größe Umsatz um jeden Preis.

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INDUSTRIE
Neue Grundig HiFi-Stereo-Tonbandgeräte der Spitzenklasse
das „TK 321" und das „TK 341"

Grundig bringt zwei neue gleichartige HiFi-Stereo-Tonbandgeräte der Spitzenklasse auf den Markt. „TK 321" lautet die Typenbezeichnung für das neue Gerät in Halbspur-Ausführung, während das Parallelmodell in Viertelspur-Technik „TK 341" heißt.

Beide Tonbandgeräte lösen die bisherigen dreitourigen Spitzenmodelle TK 320 und TK 340 ab, mit denen sie sowohl äußerlich als auch technisch und bedienungsmäßig weitgehend übereinstimmen. Lediglich der eingebaute Stereo-Endverstärker wurde neu dimensioniert und hat jetzt eine Wiedergabeleistung von 2x3 Watt aufzuweisen. Die Markterfahrungen haben nämlich gezeigt, daß auch die Kofferausführungen bei HiFi-Tonbandgeräten meistens im Rahmen einer kompletten HiFi-Stereo-Wiedergabeanlage mit separatem HiFi-Verstärker oder aber auch in Musiktruhen eingesetzt werden.

Dabei bleibt der im Tonbandgerät eingebaute, wertvolle HiFi-Endverstärker unbenutzt. Die Ausstattung mit einem weniger aufwendigen Röhrenverstärker, welcher jederzeit eine gute Wiedergabe über die eingebauten Lautsprecher gewährleistet, ermöglicht hingegen einen besonders vorteilhaften Preis für diese vorzüglichen HiFi-Stereo-Tonbandgeräte der Spitzenklasse.

Sie erfüllen mit Ausnahme des Endverstärkers alle Anforderungen der Hi-Fi-Norm nach DIN 45 500. Die Laufwerkmechanik übertrifft außerdem die "Bestimmungen" (nein, es waren Empfehlungen des IRT) für Studiogeräte. Durch die bewährte Dreikopf-Anordnung ergeben sich vielfältige Aufnahme- und Wiedergabemöglichkeiten, wie beispielsweise die Aufnahmeüberwachung durch Hinterbandkontrolle, das Einmischen von Echo-Effekten oder die Mehrfachüberspielung (Multi-Playback) ohne Qualitätsverluste (auch Unsinn, es gab und gibt immer Qualitätsverluste) und ohne Verwendung von Zusatzgeräten.
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INDUSTRIE
Agfa-Gevaert-Technikum

Zu den traditionellen Zielen der Geschäftspolitik von Agfa-Gevaert gehört ein zeitgemäßer Service für den Kunden; darum wird auf die gründliche Ausbildung und Weiterbildung der eigenen Mitarbeiter besonderer Wert gelegt. Dieser Service - die laufende aktuelle Unterrichtung des Handels und der Verbraucher über das angebotene Verkaufssortiment und seine Anwendungstechnik - ist im Verlauf der Jahre ständig erweitert und vervollständigt worden.

Vorstandsmitglied Gustav Ahrens führt aus: „Das Agfa-Gevaert-Technikum wurde als zentraler Standort eingerichtet für die Vermittlung theoretischen und praktischen Wissens über die Markteigenschaften und Anwendungstechniken unserer Erzeugnisse an Kunden und Freunde unseres Amateurgeschäftes aus aller Welt. Darüber hinaus fungiert es als Informationszentrum für die Fachsektoren in der Bundesrepublik Deutschland. Das in Kursen und Lehrgängen vermittelte Wissen bezieht sich - ausgenommen Fachkinefilm - auf das gesamte Produktionsprogramm der Agfa-Gevaert-Gruppe.

Erfahrene Fachleute vermitteln an modernen Geräten, Maschinen und Anlagen neueste Einsichten und Erfahrungen für das Photo-Amateur- und das Photo-Fachgeschäft.

Gleichzeitig nutzen sie die Möglichkeiten, sich mit eventuell auftretenden Problemen ihrer Gäste bekanntzumachen, um gegebenenfalls dort zu helfen, wo Schwierigkeiten zu überwinden sind. Das unter Berücksichtigung moderner betriebsorganisatorischer Gesichtspunkte eingerichtete Technikum wurde - bei einem Kostenaufwand von rund 3,5 Millionen DM - mit neuestem anwendungstechnischem Gerät ausgestattet.

Im Jahre 1967 werden etwa 5300 Gäste an den Kursen und Lehrgängen des Agfa-Gevaert-Technikum, von denen 45 verschiedene Arten vorgesehen sind, teilnehmen. Sie kommen aus den eigenen Betrieben sowie aus dem weiten Bereich des Handels und der Verbraucher photographischer Erzeugnisse. Die Kurse und Lehrgänge dauern zwischen zwei und fünf Tagen, in Ausnahmefällen bis zu vier Wochen.

Auch für Mitarbeiter und Kunden-Mitarbeiter

Daneben werden Einzelbesucher - beispielsweise neu eingestellte Mitarbeiter der Agfa-Gevaert-Gruppe oder Nachwuchskräfte befreundeter Kunden - betreut. Für diese Teilnehmer ist der Besuch zumeist Bestandteil ihrer Ausbidung. Mehrere Wochen oder Monate werden sie in bestimmten Fächern unterrichtet; einzelne absolvieren das gesamte Kursusprogramm des Technikums.

Dieses weitgespannte und vielgestaltige Programm des Agfa-Gevaert-Technikum reicht von der Kundeninformation über einzelne Produktgruppen bis zur intensiven anwendungstechnischen Spezial-schulung der Teilnehmer."

Im Rahmen unserer Zeitschrift interessiert besonders das Änwendungstechnikum "Magneton". Drei Schwerpunkte stehen im Vordergrund der Kurse und Lehrgänge im Anwendungstechnikum Magneton: In den von qualifizierten Fachleuten geleiteten Einführungskursen werden u. a. Vertriebskaufleute und -techniker aus dem Fachhandel mit überzeugenden Verkaufsargumenten für den Vertrieb von Tonbandgeräten und Magnetonbändern bekanntgemacht; vermittelt werden ferner die theoretischen und praktischen Grundlagen der magnetischen Schallaufzeichnung. Unter der Anleitung erfahrener Tontechniker haben die Teilnehmer Gelegenheit, an modernen Tonbandgeräten praktisch zu arbeiten.

Weiterbildende Lehrgänge über die Tonbandtechnik laufen für Techniker aus Werkstätten der Kundendienststellen des Handels und der Industrie, welche hierbei ihre Berufskenntnisse der speziellen Meßtechnik des Tonbandes vervollständigen können.

In Spezial-Informationskursen werden Techniker der Rundfunk- und Fernsehstationen sowie der Film- und Schallplattenindustrie mit dem neuesten anwendungstechnischen Entwicklungsstand ihres Berufszweiges bekanntgemacht. Das Anwendungstechnikum Magneton verfügt über die gleichen Geräte und Einrichtungen wie die Tonstudios der Rundfunk- und Fernsehstationen.

Für die Besucher stehen ein komplettes Tonstudio mit Regieraum, Tonträger- und Bildträgerraum sowie ein Kino zur Verfügung. Weitere Schwerpunkte sind die magnetische Bildaufzeichnung sowie die Speicherung von Informationen aller Art für de Computerbedarf.

Eigen-Werbung: tonband-Taschenbuch

Das im Jahre 1966 erstmals vom Verlag dieser Zeitschrift herausgegebene tonband-Taschenbuch erscheint zur Hannover-Messe 1967 in einer zweiten, erweiterten Auflage. Auf das Kalendarium wurde verzichtet, dafür enthält das neue Taschenbuch einen Katalogteil, der eine Übersicht über die auf dem deutschen Markt befindlichenTonbandgeräte und Mikrofone bringen wird.

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