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ton+videotaping Heft 1/73 • Februar 1973 • 9. Jahrgang

Das ist also die letzte uns vorliegende Ausgabe (das letzte Heft) der Zeitschrift "tonband", zuletzt umbenannt in "ton+videotaping". Diese "Ver-Englisierung" des Titels als sprachlicher Mischmasch kam nicht mehr gut an. Vermutlich ist es auch die allerletzte gedruckte Ausgabe. Dann wurde das Blatt eingestellt.

Redaktion

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  • Chefredakteur: Karl Breh
  • Redaktion: Gert-Hagen Seebach, Uwe Wedler
  • Redaktionsbeirat: Prof. Kurt Blaukopf, Direktor des Internationalen Instituts für Musik, Tanz und Theater in den audio-visuellen Medien, Wien, zugleich Leiter der Wiener Redaktion der Zeitschrift HiFi-Stereophonie
  • Heinz Bitz,Geschäftsführer des Landesfilmdienstes Rheinland-Pfalz
  • Heinz Nisius,Studiendirektor und Mitglied des Deutschen Bildungsrates
  • Dr. H. W. Frhr. von Werthern, Geschäftsführer des Verbandes der Deutschen Photographischen Industrie und des Deutschen High Fide-lity-lnstituts

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Bezug : ton + videotaping erscheint zweimonatlich. - Preis des Abonnements jährlich DM 12,50 (incl. Mwst.) zuzüglich Porto. - Einzelheft DM 2,50 (incl. Mwst.)
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Ein (Anmerkung : letztes) Wort zuvor . . . von Karl Breh

Filmen macht Spaß - so heißt es nicht nur in der einschlägigen Werbung, so sagen auch die, die selbst filmen. Und eben jene geben sich irgendwann einmal nicht mehr mit dem Bild allein zufrieden. Dann wird an Abenden mühsam der Film vertont und das „Gesamtkunstwerk" schließlich den Freunden und Verwandten vorgeführt.

Häufig ist es dann nicht ganz synchron, die Musik paßt halt doch nicht exakt zum Bild, und der ernsthafte Amateur wird schließlich neben seiner Kamera auch noch ein Tonbandgerät schultern, um „vor Ort" sozusagen synchrone Aufnahmen zu erstellen. Auf Profibasis tat dies unser Mitarbeiter S. Brodka für uns. Sein Bericht bildet die Zentralgeschichte dieser Ausgabe.

Wie immer verlegen um ein Titelbild, suchte die Redaktion diesmal etwas Filmisches. Was wir fanden, sehen Sie umseitig: Nicht mehr brauchbares Filmmaterial, dereinst voller Hoffnung und mit viel Freude belichtet, nunmehr malerisch zu einem Häufchen Abfall geschichtet. Ein letztes Foto, und verschwunden ist's im Abfall, „ton + videotaping" widmet dieses Titelbild allem überflüssig gewordenen Filmmaterial.
Foto: Karl Breh
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Sie lesen ...

Seite 2
Mit Kamera und Tonbandgerät auf Reportagetour. S. Brodka berichtet über seine Erfahrungen mit der Kamera Bolex H 16 EBM Electric und dem Tonbandgerät Uher 1200 Repro Synchro.

Seite 7
Über eine ständige AV-Messe, die jetzt in Berlin eingerichtet wurde und für Händler und alle Interessierten offen ist, berichten wir aus Berlin.

Seite 9
Die dritte Folge unserer Artikelserie „Audiovisuelle Medien in der Bildungsarbeit" beschäftigt sich diesmal mit den Bildplattensystemen von Philips und AEG-Telefunken. Autor ist wieder Heinz Bitz.

Seite 12
Für die Tonbandfreunde unter unseren Lesern haben wir diesmal drei Tonbandgeräte getestet: Die Philipsmaschinen N 4450, N 4510 und N4418.

Seite 20
„Laute der Natur im Februar und März" heißt ein Erfahrungsbericht von K. H. Garberding, der sich mit der Aufnahme von Vogelstimmen beschäftigt.

Wie immer, so auch in diesem Heft, lockern wir die Artikelfolge mit zahlreichen Nachrichten in Wort und Bild aus dem Audio- und Video-Bereich auf.
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Bolex H 16 EBM Electric-Uher 1200 Repro Synchro

. . . . eine moderne Kombination zur audiovisuellen Reportage von S. Brodka aus 1972.

Das Uher 1200 Report Synchro und die Bolex H16

Schweizer Präzisionsarbeit und die über 20jährige Erfahrung der Münchner Spezialfabrik für Tonbandgeräte haben hier in feinmechanischer und elektronischer Entwicklungsarbeit Erzeugnisse von beachtlicher Qualität geschaffen. Die im folgenden geschilderten Erfahrungen beim praktischen Einsatz der Geräte sollen dem professionellen Kameramann wie auch dem gehobenen Amateur eine informative Hilfe sein. Es wird versucht, die oft nicht einfache Materie dieser Art von Bild-Ton-Aufzeichnung, die heute wohl am meisten gebraucht wird, verständlich zu machen.

Von dem Siegeszug des Transistors und dem Fortschritt der elektronischen Regeltechnik haben besonders die batteriegespeisten Aufzeichnungsgeräte profitiert: es beeindrucken daher die 16mm-Kamera als auch das Tonbandgerät.

Die BOLEX-Kamera H16

Als erstes sei die seit 1971 auf dem Markt befindliche BOLEX-Kamera H16 EBM Electric vorgestellt. Es handelt sich um eine akkubetriebene Elektrokamera, die den wichtigsten Anforderungen für professionelle Zwecke entspricht: 5 elektronisch stabilisierte Geschwindigkeiten (10, 18, 24, 25, 50 Bilder/sec), Möglichkeit zum Ansetzen einer 120m Filmkassette, eingebauter Pilottongenerator, „elektronische Klappe" (beep) für die Szenenmarkierung, zurüstbare Quarzsynchronisation. Normal wird die Kamera mit 30m Spulen ein- oder beidseitig perforiertem Film geladen.

Der einseitig perforierte Film

Einseitig perforierter Film gestattet nachträgliches Aufbringen einer Magnet-Tonspur. Dies ist für viele Zwecke eine ausreichende Möglichkeit zur Vertonung; Lichtton erfordert einen zusätzlichen Filmkopiervorgang.

Die Belichtung von schon fertig magnetspurbeschichtetem Film in der Kamera empfiehlt sich bei dafür eingerichteten Kameras, wie z. B. der BOLEX 16 PRO COMMAG.

Der 12V/1000mAh gasdichte Akku, der sowohl im Kompakthandgriff der Kamera als auch - über Kabelverbindung - im gesonderten Behälter Platz hat, erlaubt bei voller Ladung die Belichtung von ca. 600m Film, wobei das Absinken der Spannung durch eine rote Warnlampe signalisiert wird. Ein weißes Lämpchen zeigt die Funktion der optischen Startmarkierung an: Ein eingebautes Relais setzt die Startmarkierungslampe zur Filmverschleierung, das Pilotsignal sowie die Speisespannung
für den Startmarken-Oszillator („beep", im Tonbandgerät) in Funktion.

Ein Schema veranschaulicht den zeitlichen Ablauf dieser Vorgänge, sobald die Kamera in Verbindung mit Tonaufnahme eingeschaltet wird:

Die nach 0,285 msec. erhaltene Stelle von Film bzw. Band markiert für späteren Schnitt den exakten Anfang einer Szene bei lippensynchroner Vertonung.

Die Szenenmarkierung

Der in die Kamera eingebaute Generator liefert ein Pilotsignal von 1.000 Hz bei 25 Bildern/sec, was durch den angeschlossenen Synchronisationszusatz („Sync Pulse Generator") auf die Standardfrequenzen von 50 Hz bei 25 B/sec. bzw. 60 Hz bei 24 B/sec. umgelegt wird.

Die Filmfrequenztoleranz, normalerweise bei 25 B/sec. etwa ± 0,5 B/sec, verringert sich bei Verwendung der Quarzsynchronisation auf ± 0,005 B/sec. entsprechend einer Abweichung von ± 1 Bild auf 120 m Filmlänge (= 16 000 Bilder). Bei der optischen Ausstattung der Kamera fällt eine konstruktive Besonderheit auf: unmittelbar vor dem Sucherreflexprisma können Gelatinefilterhalter arretiert und eingeschoben werden, wobei keinerlei Glas des Filtermaterials den Strahlengang beeinflußt. Am Dauerreflexprisma werden 25% des einfallenden Lichts zur Mattscheibe des Suchers ausgespiegelt, die mit einem 14fach vergrößernden Okular betrachtet wird.

Das Objektiv - ein Vario-Switar 100 POE

Universell als Objektiv geeignet erweist sich das Vario-Switar 100 POE (Fabr. Kern, Schweiz), das dank automatischer Blendenregulierung alle Bedienung wesentlich erleichtert. Somit kann man sich mehr auf das Bildgeschehen konzentrieren. Es braucht nur die Filmempfindlichkeit und Bildfrequenz auf der Automatik fixiert zu werden.

Für optische Fahraufnahmen läßt sich das elektrische "Powerzoom" im Bereich von 16-100mm (Lichtstärke 1:1,9) Brennweite vielseitig einsetzen. Gerade bei schnellem Reportageeinsatz erhält man durch weitreichende Schärfentiefe optimale, gestochen scharfe Bilder, unterstützt durch rasches Auslösen der Springblende auf volle Öffnung vom Kompakthandgriff der Kamera aus. Selbstverständlich lassen sich Blende und Brennweite auch von Hand bedienen.

Doch nun zum Tonbandgerät.

Als Nachfolge des erstmals 1966 von UHER München herausgebrachten UHER 1000 Report Pilot wurde 1970 in verbesserter Ausführung das 1200 Report Synchro vorgestellt. Dieses für die professionelle Arbeit bei Ton- und Bildsynchron- Berichterstattung entwickelte Batteriegerät erfüllt die speziellen Anforderungen der Fernseh-Anstalten (Preis DM 2300.-). Dank Vollspuraufzeichnung bei 19,05cm/sec, separatem Sprech- und Hörkopf und ausgefeilter Transistortechnik werden sehr gute Werte in Frequenzgang, Dynamik und Klirrfaktor erreicht. Da auch die Tonhöhenschwankungen (± 0,15%) minimal gehalten sind, beeindruckt schon rein gehörmäßig jede Tonaufzeichnung durch Transparenz und Reinheit. Ein gutes Kriterium dafür ist die menschliche Stimme, die nuancenreich an Tonfall und Artikulation wieder echt von Band kommt.

Diverse UHER Mikrofone

Natürlich sollte das Mikrofon dafür qualitativ ebenbürtig dimensioniert sein, da es als erster elektroakustischer Wandler fungiert. Passend zum 1200 Report Synchro liefert UHER eine Reihe von Spezialmikrofonen für Reportagezwecke (Nahbesprechung-, Lavalier-, Rohrrichtmikros in dynamischer und Kondensatorbauweise).

  • Anmerkung : Uher hatte nie Mikrofone selbst gebaut, sondern immer bei den Spezialisten Peiker, Beyer, AKG, Sennheiser usw. zugekauft.


Die zwei Mikrofoneingänge am UHER Recorder sind in Phantomtechnik (DIN 45594) für die Speisung von FET-bestückten Kondensatormikrofonen beschaltet.

Was in den 3,5 kg Gewicht noch enthalten ist

Einige signifikante Merkmale des Tonbandgeräts seien noch hervorgehoben: automatische Bandzugregelung, kontaktlos gesteuerter Motor mit elektronischer, temperaturkompensierter Drehzah Regelung (Bandgeschwindigkeitseinstellung mittels Stroboskop), wahlweise Aufnahmepegelautomatik und Fernsteuerung des Bandlaufs (Einmannbetrieb für Kamera und Tonbandgerät!), sowie Trittschallfilter, umschaltbare Entzerrung CCIR-NARTB und last not least der Szenenmarkierer (beep generator).

Die Stromversorgung, die im Gerät elektronisch stabilisiert wird, ist universell wählbar: 5 Trockenbatterien a 1,5V, gasdichte Spezialakkus, Fahrzeugbatterien 6-24 V und schließlich Netzstrom über ein kombiniertes Netz-Ladegerät, welches im Tonbandgerät an Stelle von Akku und Batterie oder extern angeschaltet wird.

Die praktischen Möglichkeiten sind somit unbegrenzt, zumal das Gerät in jeder Lage (d.h. auch geographisch!) funktionsfähig ist und mit 3,5 kg Gewicht kaum Ballast bedeutet.

Das Pilotfrequenzverfahren

Die wichtigste Eigenschaft jedoch für die professionelle Bild-Ton-Reportage ist die zusätzliche Aufzeichnung der Kamera-Synchronisationsinformation, der Pilot-frequenz. Wie geschieht dies nun in modernster Weise?

Das Prinzip ist einfach: Ein mit dem Antriebsmechanismus der Filmkamera mechanisch gekoppelter Wechselspannungsgenerator ändert proportional zur Filmgeschwindigkeit seine Frequenz. Diese wird über einen separaten Magnetkopf auf das gleiche Tonband aufgezeichnet. Je nach Bildfrequenz (z. B. Europanorm bei Fernsehreportage 25 Bilder/sec.) wird der Nennwert der Pilotfrequenz entsprechend festgelegt, hier 50Hz.

Ein früher gebräuchliches Aufzeichnungssystem der Pilotfrequenz war das Transversal-Verfahren (DIN 15575): mittels eines gesonderten Magnetkopfes, dessen Spalt um 90° gegen den Spalt des Nutzfrequenzkopfes in der gleichen Ebene gedreht ist, konnte somit der Pilotton in einer Vollspuraufzeichnung unter geringster gegenseitiger Beeinflussung von Pilot- und Nutzfrequenz untergebracht werden.

In neuerer Zeit hingegen wird weitgehend nach dem Gegentakt-Verfahren („Neopilot" DIN 15575) aufgezeichnet. Größter Vorteil dieses Prinzips ist eine starke Zunahme der Übersprechdämpfung (ca. +20dB gegenüber dem Transversalverfahren). Die Tonkopfanordnung mit Abmessungen beim Neopilot-Verfahren, nach dem auch das 1200 Report Synchro arbeitet, ist aus folgendem Bild ersichtlich:
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Gegentaktauf-zeichnung für Pilotfrequenz (DIN 15575)

Der Pilotfrequenzkopf (für Aufnahme und Wiedergabe) enthält dabei 2 Magnetsysteme mit übereinander zur Bandlaufrichtung senkrecht stehenden Spalten. Die durch Regelwiderstände leicht und genau fixierbare Symmetrie der antipolaren Aufzeichnungsspuren ist der Grund für die hohe Übersprechdämpfung. Beide Arten der Pilottonaufzeichnung sind kompatibel, d. h. eine Gegentaktbespielung kann auch mit einfachem Transversalkopf wiedergegeben werden und umgekehrt. Elektrische Kennwerte, wie Pilotspannung, Lastwiderstand, Klirrfaktor und Bandfluß liegen innerhalb der Norm fest.

Der praktische Einsatz

Nach dieser Geräte- und Grundlagenbeschreibung sei ein letztes Kapitel dem praktischen Einsatz gewidmet. Das folgende Schema erläutert die insgesamt mögliche Zusammenschaltung der notwendigen Synchron-Geräteeinheiten für die Kamera H 16 EBM Electric nach dem Baukastenprinzip.

Um spätere „Leinwand-Erdbeben" zu vermeiden, sollte man aus der Hand je nach Übung nur bis zu einer gewissen Tele-Brennweite arbeiten. Bedeutende Erleichterung schafft hierzu eine Schulterstütze, die neuerdings in das Lieferprogramm von BOLEX aufgenommen wird. Bei Benutzung eines Stativs empfiehlt es sich, eine solide Ausführung mit nivellierbarem Kopf zu nehmen. Für ruckfreie Schwenks von konstanter Geschwindigkeit leisten flüssigkeits-, d. h. fluidgedämpfte Stativköpfe aus Speziallegierungen beste Dienste (z. B. O'Connor laut Foto, Miller oder Sachtler & Wolf als Herstellerfirmen).

Das Pilottonkabel

Die Synchronverbindung zum Tonbandgerät geschieht über ein auf maximal 5m dehnbares Spezialkabel, dessen 5polige Kontaktbelegung auf der Tonbandseite an Hand der mitgelieferten Unterlagen keine Schwierigkeiten bereitet. Sofern der in neuester Zeit entwickelte externe UHER-Quarzpilotgeber an die seitliche Buchse „Synchro" des Tonbandgeräts angeschlossen wird, entfällt das Pilottonkabel ganz. Dieser Zusatz gibt von sich aus eine hochgenaue 50 Hz Pilotfrequenz (± 1/10s) auf Band und ist verwendbar ab UHER Serien-Nr. 1113 und 1114.

Voraussetzung dafür ist natürlich auch Quarzsteuerung des Kameraantriebs, bei der H16 EBM E zu verwirklichen durch den externen „crystal control unit". Zur Aussteuerung des Pilotsignals wird nach Kabel- bzw. Quarzanschaltung ein neben dem Synchroeingang von außen zugängliches Potentiometer eingeregelt: bei gedrückter Taste „Synchro-Test" und laufender ebenfalls auf „Synchro" eingestellter Kamera sollen 0dB am Aussteuerungsmesser angezeigt sein.

Generelles Vorhandensein der Pilotfrequenz wird durch ein rotes Schauzeichen im VU-Meter des Tonbandgeräts angezeigt (Bild 6).

Die Verwendung verschiedener Mikrofone

Zur direkten Tonerfassung des gefilmten Objekts ist besonders für Reportagen ein Rohrrichtmikrofon (M 815 dyn. bzw. M 816/818 Kondens.) sehr gut geeignet. Dazu wird, falls Tonatmosphäre (Publikum) gewünscht ist, ein Mikrofon mit Nierencharakteristik (M 537) gemischt.

Der gleichphasige Anschluß der Mikros läßt sich leicht kontrollieren: erfolgt bei Nahbesprechung beider Mikrofone eine deutliche Pegelabnahme, ist eines davon umzupolen.

Bei Außenaufnahmen darf ein Windschutz nicht fehlen, wie auch oft die Tiefenabschwächer an den Mikrofonen eingeschaltet sein sollten. Unangenehme Effekte durch Nahbesprechung, Wind, Verkehrslärm und Trittschall werden damit unterdrückt, was dann den Klangcharakter von später zugemischter Musik im Soundtrack unbehelligt läßt.

Die Tonkontrolle während der Aufnahme geschieht über breitbandige Kopfhörer, wobei der Lautsprecher im Gerät automatisch abgeschaltet ist und hinter Band gehört wird (keine akustische Rückkopplung!). Allgemein startet man das Tonbandgerät vor dem Auslösen der Kamera, ansonsten wird ständige Aufnahmebereitschaft garantiert, wenn nur noch die Schnellstoptaste zu lösen ist. Dies ist wichtig zur Aufzeichnung des nur 0,285 msec. langen Beeps.

Bemerkenswert am 1200 Report Synchro ist noch die Aufsprechpegelautomatik, die im weiten Regelumfang von 40dB immense Schallstärken zu verarbeiten vermag. Ein startendes großes Düsenverkehrsflugzeug ist aus ca. 150m Entfernung ohne Automatik wohl kaum so echt und unverzerrt auf Band aufzunehmen.

Film- und Bandmaterial

Über verwendbares Film- und Bandmaterial ließe sich viel schreiben. Dedoch ist es in vielen Fällen bei normaler Lichtmenge eine gute Lösung, für Farbaufnahmen einen Kunstlichtfilm zu nehmen - etwa Kodachrome II Typ A und äquivalentes Agfa-Gevaert-Material. Ein solcher Film ist nach Vorsatz der Farbtemperatur- Konversionsfilter auch für Tageslicht geeignet, wobei diese zusätzliche UV-Sperre bewirken.

Die Art der Filter, teilweise als Zweierkombination, und die sich jeweilig ergebende Empfindlichkeitsreduktion (an der Belichtungsautomatik der EBM zu berücksichtigen, wobei gilt 1 Blende 3 DIN, umzulegen auf ASA-Werte, sind z. B. für KODAK-Filmmaterial und KODAK WRATTEN Filter für den gebräuchlichsten Farbtemperaturbereich von 2700 bis 8800 K genauen Tabellen des Herstellers zu entnehmen. Für exakte Ergebnisse empfiehlt sich zur originalen Farbtonwiedergabe die Benutzung eines Farbtemperaturmessers (Tabelle 2).

Allgemein ist ein Kunstlichtfilm universeller einsetzbar als ein Tageslichtfilm, dessen Umfilterung auf Kunstlicht nicht zu empfehlen ist. Bei Dämmerung und schwacher Beleuchtung muß jedoch auf hochempfindliches Material zurückgegriffen werden, wie die Kunstlichtfilme Ektachrome EF Typ 7242 oder Gevachrome 6.05 B von je 22 DIN Grundempfindlichkeit.

Mit der Blende "spielen"

Reicht dieser Wert nicht aus, wird der Film um eine Blende auf 25 DIN unterbelichtet, wobei Kornfeinheit und Auflösungsvermögen praktisch voll erhalten bleiben. Wenn bei aktueller Berichterstattung ein minimaler Qualitätsverlust vertretbar ist, kann um eine weitere Blende auf 28 DIN unterbelichtet werden. Der Ausgleich wird dann im Entwicklungsprozeß vorgenommen (forcierte Entwicklung): Stimmungsaufnahmen bei Dämmerung (Kriminalszenen) oder auf Originalschauplätzen (Nachtbar) werden durch diese Technik echt wiedergegeben. Ein Umkehrfarbfilm ist nach Entwicklung direkt projizierbar. Werden Kopien vom Umkehr- wie auch Negativfarbfilm gezogen, kann die Kopieranstalt kleine Farbverschiebungen mittels CC-Filtern (colour compensating) ausgleichen.

Die Filtertechnik

Für Schwarz-Weiß-Aufnahmen gibt es ein breites Sortiment an Umkehr- und Negativmaterial schon von einer Grundempfindlichkeit von 28 DIN. Die Filtertechnik ist hier anders und dient hauptsächlich der Anhebung bzw. Abschwä-chung gewisser Farben und damit der Kontraste. Beispiele dafür sind die Wiedergabe von Fleischtönen bei Portraits (Nr. 13, grün 2 für Männer) oder bei Laubwerkaufhellung (Nr. 61, dunkelgrün). Interessant sind Rotfilter bei Unterbelichtung; sie ermöglichen Mondlichteffekte bei Sonnenschein.

Weiterhin gibt es noch Effektfilter, die sich vorteilhaft verwenden lassen für Nebeleindrücke, Weichzeichnung (Portraits) und auch zur Vermeidung von Star-Effekten auf stark reflektierenden Objekten, etwa bei Wasser, Gläsern und Lichtquellen vor dunklem Hintergrund.

Polaroid-Filter sperren ebenfalls reflektiertes Licht. Letztlich hervorzuheben sind die Neutralgrau-Filter. Sie ermöglichen konstantes Arbeiten bei gleicher Blende und Tiefenschärfe, wenn sich die Lichtverhältnisse während der Aufnahmen ändern. Durch vielseitigen Filtergebrauch läßt sich somit ein 16mm Film in Farbe und Schwarz-Weiß ausdrucksstark gestalten. In neuerer Zeit hat diesbezüglich der Spielfilm „Die Rote Wüste" (Antonioni) sehr beeindruckt, der die Leistungsmöglichkeit moderner Farb-Fotografie erst aufgezeigt hat.

Das Tonbandmaterial von 1972 im Detail und Zubehör

Als Tonbandmaterial für das UHER 1200 Synchro Report erweist sich eine Reihe von Erzeugnissen geeignet. Es ist gut, von vornherein Low-Noise-Material zu verwenden. Vom Werk aus eingemessen ist das Gerät auf DIN-Bezugsband 19S (PES 40, Charge A341 D), das jedoch aus Preisgründen praktisch nicht gebräuchlich ist. Gut verwendbar ist Scotch Dynarange Nr. 203 (3M Company) oder auch handelsübliches PES 40 (BASF). Letzteres ist durch Rückseitenmattierung beschriftbar, mechanisch stabiler und daher für Schnittarbeit durch höhere Steifigkeit besser geeignet.

Ein kurzer Hinweis dem dafür qualifizierten Klebeband: AGFA Magneton Klebeband für rückseitenmattiertes Tonband in roter oder weißer Ausführung ist aus Gründen der Steifigkeit sehr gut zu verarbeiten und ergibt genaueste, auch bei niedrigen Geschwindigkeiten unhörbare Klebestellen. Eine sich anschließende Beschreibung zum Überspielen der so erhaltenen anfangmarkierten Tonbandkurzstücke („Schnürsenkel") zum endgültigen Soundtrack soll einem späteren Zeitpunkt vorbehalten sein.

Für diesen Zweck läßt sich ein Spezialgerät von UHER rationell verwenden (Synchroniser W352). Auch noch fällige Schnittarbeit, Bespurung und Bespielung zum vorführfertigen Tonfilmstreifen fordert beträchtlichen Aufwand. Doch ist schon während der Aufnahme von Bild und Ton erfreulich festzustellen, wie durch fortschrittliche Entwicklung dem Benutzer Mühe abgenommen und damit mehr Sicherheit für qualifizierte Ergebnisse gegeben ist. Welch ausgefeilte Technik dazu die Voraussetzungen schafft, wurde versucht, hier darzulegen. Ein besonderer Reiz ist der audiovisuellen Aufzeichnung und Wiedergabe und ihrer Technik eigen: sie ermöglicht es, früher Geschehenes wieder erleben zu lassen.

S. Brodka im Jahr 1972

Ständige "AV-Messe" in Berlin - Frühjahr 1973
"Audiovisions-Center" (ist kein Bericht, eher ein Werbetext!)

Mit dem Audiovisions-Center Berlin ist eine permanente, weltweite Präsentation für das gesamte Gebiet des Mediums „Audiovision" ins Leben gerufen worden, die bisher ohne Beispiel sein dürfte.

Audiovision wird oft unzulänglich als „Kassettenfernsehen" bezeichnet, dabei ist Audiovision weder Fernsehen noch Film, sondern ein Medium eigener Art mit eigenen Gesetzen. Es bedarf eigener Geräte (hardware), eigener Stoffe, eigener Konzepte und Methoden der Übersetzung ins Visuelle (Software) und auch eigener Verteilungssysteme.

Die großen Ausstellungen des letzten Dahres demonstrierten unverkennbar, daß die Industrie weltweit - auch in Japan und den USA - bereit ist, diesen neuen Markt mit beträchtlichen Anstrengungen zu erschließen.

Auch die zahlreichen Hersteller von Unterhaltungselektronik, von Projektoren und Bildplattenspielern, sowie Verlage, Film- und Fernseh-Produktionsgesellschaften, Versandhäuser und potentielle Abnehmer-Organisationen bemühen sich bereits intensiv auf diesem Gebiet.

Mit dem Audiovisions-Center Berlin ist jetzt ein Kristallisationspunkt für alle an diesem Medium Interessierten und Beteiligten entstanden, der sowohl sämtliche auf dem Markt vorhandene Gerätetypen zeigt, aber auch Programm-Hersteller, Verteiler, Werber, Publizisten, Autoren und Abnehmer zusammenbringt. Im Rahmen einer permanenten Präsentationsund Verkaufsausstellung für alle Arten und Varianten des Mediums Audiovision ist hier Gelegenheit gegeben, Kontakte zu finden und zu scharfen und natürlich auch umfassend geschäftliche Abschlüsse zu tätigen.

Ausstellungsstände dauerhaft mieten

Firmen können in dieser ständigen AV-Messe Ausstellungsstände mieten, Werbung durch Bildschirmprogramme in den Schaufenstern betreiben und auf diese Weise Interessenten beraten. Die Aussteller mieten hier zudem nicht nur „Raum", wie sonst auf Messen, sondern eine Standfläche, die bereits gebrauchsfertig zur Verfügung gestellt wird. Sowohl Regalflächen wie auch Beleuchtung und die erforderlichen Video-Anschlüsse sind bereits vorhanden. Im Mietpreis inbegriffen ist auch die Einbeziehung in die Gemeinschaftswerbung und PR-Arbeit.

Man kann auch die Betreuung "mieten"

Will der Aussteller kein eigenes Personal stellen, übernimmt die Center-Gesellschaft auch die personelle Betreuung, die Vorführung der Geräte und damit erste Kundengespräche. Die für die Ausstellungsräume eingesetzten Center-Mitarbeiter werden hierfür von den Ausstellerfirmen zuvor mit den Geräten vertraut gemacht. Geht das Interesse über reine Information hinaus, so tritt ein Mitarbeiter der im gleichen Hause befindlichen Spezial-Agentur, der ABA-GmbH, in Funktion. Er setzt das Kundengespräch fort und kontaktiert die Interessenten schließlich mit den Firmen selbst. Wer keine eigene Ausstellungsfläche beansprucht, kann seine Filme, Bänder oder Dias hier auch nur zur Verfügung halten, damit sie bei Bedarf vorgeführt werden.

Räume für Seminare, Kurse und Konferenzen

Weiterhin ist zu erwähnen, daß im AV-Center Seminare, Kurse und Konferenzen abgehalten werden, und Interessenten können auch Aufnahmen bzw. Aufzeichnungen selbst ausführen oder in Auftrag geben. Das Ausleihen von Geräten und Programmen gegen "Gebühr" (solch ein Unsinn, gegen "Entgelt" natürlich) ist ebenfalls möglich, ferner wird das wohl erste Kassettenkino betrieben.

Schließlich ist noch interessant, daß der Besucher des Centers in einem internationalen bookshop AV-Fachliteratur aus aller Welt, Programmkassetten und Medien-Verbundmaterial sehen und kaufen kann.

Berlin im Zentrum Europas

Berlin wurde als Standort für dieses erste Audiovisions-Center gewählt, weil es eine im Zentrum Europas gelegene und auch in anderer Hinsicht für Besuche interessante Stadt ist. Wo immer in Deutschland und Europa in Schulen, Universitäten, Agenturen, großen Firmen, Behörden usw. Pläne und Überlegungen reifen, künftig audiovisuelle Geräte, Programme und Methoden einzusetzen, wird man nicht mehr auf die nächste „photokina" oder Funkausstellung warten müssen.

  • Anmerkung : Solch einen Unsinn zu propagieren, das ist schon sehr mutig oder unehrlich. Berlin war 1973 immer noch eine Insel mitten im Ossi-Land mit argen Einschränkugen bezüglich der Anfahrt (Interzonenautobahn) und den reglementierten Flugwegen. Wie lange dieses Experiment gelebt hatte, muß ich noch herausfinden. Heute redet von diesem Experiment keiner mehr. Und bei google findet man auch nichts darüber (Stand Juli 2017)

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Wer steckt hinter dem Zentrum ?

Weil man im AV-Center Berlin jederzeit einen vollständigen Überblick über das gesamte Gebiet der Audiovision, und zwar nach dem neuesten Stand, gewinnen kann. Getragen wird das Unternehmen von der „AVC-Audiovisions-Gesellschaft m.b.H.", die am 2. März 1972 in das Handelsregister eingetragen worden ist.
Gesellschafter dieser GmbH sind: die AVA GmbH (Audiovisuelle Agentur) und die Inter Media Contakt AG, Zürich. Zur Inter Media Contakt AG gehört die tschechoslowakische Filmexport, Prag, mit ihren Atelier- und Kopierkapazitäten und einem umfangreichen Programmangebot, die Neo Filmor S.A., Genf, und die deutsche IMC-Generalrepräsentanz in München unter der Leitung von Peter Damberger. Dazu eine Gruppe von Banken. Geschäftsführer der AV-Centergesell-schaft sind Hannes Dahlberg (AVA) und Alexander Kecic.

AV in der Bildungs-Arbeit (1973)

„ton + video-taping" begann in der Ausgabe 4/72 eine Artikelfolge, in der Praktiker aus der Bildungsarbeit mit audio-visuellen Medien zur derzeitigen Situation und über Entwicklungstendenzen berichten. Der Beitrag in 4/72 gab einen Überblick und zeigte die Rolle des Films auf; in 5/72 wurde zur Videotechnik informiert.

Anmerkung : Die 3 Hefte 4/5/6-1972 liegen uns leider nicht vor.
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Angekündigt: Die Bildplatte (TED von Telefunken)

Viele Hoffnungen wurden vor bald drei Jahren auf die damals angekündigten neuen audio-visuellen Verfahren gesetzt: EVR, Selectavision, VCR. Eine weitere Ankündigung wurde im Wettbewerb der verschiedenen Programmträger als Sensation empfunden: als am 24.6.1970 in Berlin die Bildplatte vorgestellt wurde, entwickelt bei AEG-Telefunken-Teldec.

Die Vorstellung des neuen Verfahrens löste eine wahre Euphorie aus. Wollte man den Berichten glauben, so war dieses Verfahren so vorteilhaft, so preisgünstig; konnte es alle bisherigen Schwierigkeiten anderer AV-Medien am Markt überwinden, sollte es von der privaten Nutzung bis zum Einsatz in der Bildungsarbeit ungeahnte neue Möglichkeiten bieten.
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Material und Gerät

Für die AEG-Bildplatte wird eine billige, papierdünne Kunststoff-Folie verwendet - die Materialkosten wurden s. Zt. mit DM -,48 pro Platte angegeben. Die Folie trägt mechanische Rillen, ähnlich wie bei der Schallplatte, jedoch ursprünglich ca. 130 bis 150 Rillen pro Radius-Millimeter (nach neueren Angaben nunmehr bis zu 280) gegenüber etwa 10-13 bei der Schallplatte.

Das Material ist praktisch unzerstörbar, die Bildplatte soll ca. 1000 mal abspielbar sein. Als Laufzeiten wurden 1970 angegeben fünf Minuten bei der 21cm Platte und 12 Minuten bei der 30er Platte. Die ersten AEG-Bildplatten, die an den Markt kommen sollten, waren mit Schwarz-Weiß-Bild gedacht, Farbe war für später angestrebt.

Für die Wiedergabe ist ein Bildplattenspieler nötig. Die Platte rotiert freischwebend auf einem Luftpolster mit 1.500 Umdrehungen pro Minute; wiedergeben werden 25 Bilder je Sekunde, je Umdrehung werden 2 Halbbilder = 1 Bild wiedergegeben. Der Player wird an die Antennenbuchse des Fernsehgerätes angeschlossen und ermöglicht Stehbildprojektion, Zeitraffer- und Zeitdehnerschaltung sowie mit kurzer Zugriffszeit Wiederholungen.

  • Anmerkung : Immer noch findet man kein Wort darüber, warum der Abspieler keinen simplen Video-Ausgang für einem Monitor hatte. Der Antennenausgang war dermaßen schlecht und mühsam einzustellen, das war Murks.

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Die weitere Entwicklung von 1970 bis 1972

Nach der Berliner Vorführung im Sommer 1970 waren bei Ausstellungen u.a. zunächst nur Fototafeln zu sehen, später die Demonstration von Labormustern - Bildplatten und Geräte sind immer noch nicht zu kaufen. (Stand Feb. 1973 !!!)

Der früher angekündigte Magazinwechsler soll nun doch nicht auf den Markt kommen; angekündigt wurde jetzt ein Schnellwechsler mit sehr geringen
Wechselzeiten von fünf Sekunden alle zehn Minuten, um größere Programme auf mehreren Platten ohne längere Pausen abzuspielen.

Im Herbst 1973 soll nun die Farb-Bildplatte herauskommen; der dafür konstruierte AEG-Bildplattenspieler soll bei der Internationalen Funkausstellung Berlin im Herbst 1973 vorgestellt werden. Das Gerät soll rd. DM 1.000.- kosten, der Schnellwechsler um DM 1.500.-; der Preis für die 21cm Platte soll zwischen DM 10.- und DM 30-liegen.

Anmerkung : Ein TED Wechsler kam nie, die Einzugmechanik hatte dicke Probleme und die Spielzeit von 10 Minuten in Farbe war 1973 schon Schnee von Gestern. Denn Philips hatte die (noch analoge) Laser-Disc mit 60 Minuten vorgestellt und damit war auch das flexible TED Platten-Material nicht mehr in der Diskussion.
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Konkurrenz:
VLP-Video-Langspielplatte

Nun hat auch Philips seine Bildplatte (im Herbst 1972) angekündigt: die VLP Video-Langspielplatte. Sie kann ein Farbprogramm von 30 bis 40 Minuten Dauer aufnehmen. Dazu wurde bei Philips der Bildplattenspieler mit optischer Bildabtastung entwickelt; dieser Player wird auch an die Antennenbuchse des Fernsehgerätes angeschlossen.

Die Video-Langspielplatte hat Abmessungen wie eine normale LP-Schallplatte (30cm) und besteht aus einem ähnlichen Material, das mit einer hauchdünnen, reflektierenden Metallschicht überzogen ist. Die Abspielgeschwindigkeit beträgt 25 Umdrehungen pro Sekunde, also 1.500 je Minute. Je Umdrehung wird ein Fernsehbild abgetastet, die Platte kann also wenigstens 45.000 Farbbilder speichern.

Abgetastet wird durch einen feinen Lichtpunkt, es wird also kein mechanisches Abtastsystem durch die Rillen der Platte geführt; Platte und Abtastsystem sind somit keinem entsprechenden Verschleiß unterworfen. Das Gerät erlaubt Zeitraffer- und Zeitdehnereffekt bis herab zur Einzelbildwiedergabe, ebenso sichtbaren Bildrücklauf und wahlfreien Zugriff in jeden Programmteil.

  • Anmerkung . Auch da wurde "gelogen". Vielleicht wußten "sie" bei Philips es (damals) nicht besser, aber auch ein Laser hatte eine begrenzte Lebensdauer. Die Millionen von unbrauchbaren CD-Spielern lassen in 2016 und danach grüßen - irreparabel = wegwerfen.

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... und aus den USA ...

Die amerikanische Zenith Radio Corp. hat mitgeteilt, daß auch sie an der Entwicklung einer Bildplatte arbeitet. Auch die MCA Inc. soll sich mit der Entwicklung einer eigenen Videoplatte befassen.
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Die Vielfalt der Systeme ... in 1973

Nun macht es sich also auch auf diesem Gebiet die Branche selbst schwer, an den nicht-privaten Markt zu kommen, durch die Vielfalt der Systeme und die fehlende Kompatibilität - eine Normung ist nirgends in Sicht, jeder glaubt, sein System werde sich durchsetzen oder wenigstens einen respektablen Marktanteil erringen.

All diese Systeme sind angekündigt, die Video-Platte von AEG-Telefunken-Teldec seit über zwei Jahren, ohne daß bisher etwas zu kaufen ist. Die euphorischen Berichte und spekulativen Ankündigungen haben zunächst große Hoffnungen geweckt; sie sind einer realistischeren Sicht und z.T. leider einer skeptischen Betrachtung gewichen.

... und die Folgen ? (Stand 1973)

Man sollte sich vor der Erwartung hüten, Lehrer und Mitarbeiter in der außerschulischen Bildungsarbeit, die bisher und derzeit nicht mit den zahlreich vorhandenen AV-Medien und den jetzt praktikablen Verfahren arbeiten, würden sich morgen leicht tun, andere neue Verfahren zu nutzen.

Die Einbeziehung von AV-Medien in den Unterricht und in Lernprozesse erfordert eine gründliche Umstellung bisheriger Lehr- und Lernweisen und ist mehr als nur ein technischer Vorgang. Bei vielen Lehrenden ist es bisher nicht gelungen, die psychologischen Sperren zu durchbrechen, die von der Nutzung der Medien abhalten.

Ankündigungen neuer Verfahren lange vor der Marktreife haben in diesen Gruppierungen zu einem Bumerang-Effekt geführt: zur „faulen Ausrede", es sei sicher gut, zuzuwarten und jetzt nichts zu tun.

Welche Sorgen haben die Verantwortlichen für die gerätetechnische Ausrüstung von Schulen und Bildungsstätten? Wird hier nicht bei jedem Neubau Entscheidendes versäumt durch dieses provozierte Zuwarten? Statt heute das bereitzustellen, was bewährt und benutzbar ist, z. B. Diaprojektoren, Tonbandgeräte und Plattenspieler, Schreibprojektoren, 16mm Filmprojektoren und Filme, Fernsehgeräte und Videorecorder, ausreichende Verdunklungsanlagen, Leinwände und anderes Zubehör, demnächst auch Super 8 Lichttonprojektoren und Kopien, dazu Einrichtungen für die Mikroskopie und Schul-Stereo-Anlagen!
Heinz Bitz im Frühjahr 1973

MIT 10 MINUTEN SPIELZEIT
„Das TED-System"- Frühjahr 1973

Auf dem Technischen Presse-Colloquium (TPC) 1972 der Allgemeinen Elektricitäts-Gesellschaft AEG-Telefunken, Berlin/Frankfurt (M), wurde in Frankfurt das weiterentwickelte TED-Bildplatten-System von Telefunken und Teldec vorgeführt. Bei dieser technischen Demonstration sind bereits produktionsreife Abspielgeräte gezeigt worden, die für das Abspielen von Bildplatten in Farbe auf den Markt kommen werden.
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  • Anmerkung : Das ist der erste Artikel, in dem die Telefunken Bildplatte als TED bezeichnet wird. Alle früheren Namenszusätze "TED" wurden von Gert Redlich ergänzt, selbst wenn bei Telefunken der Typ "TED" noch nicht benannt war.

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Rückblick auf den Stand von 1970

Mitte 1970 hatte das audiovisuelle System Bildplatte von Telefunken / Teldec / Decca in Berlin Weltpremiere. Ein Jahr später wurde während der „Internationalen Funkausstellung 1971 Berlin" die Bildplatte in Farbe präsentiert. Das Bildplatten-System TED, das jetzt in Frankfurt gezeigt wurde, fußt auf diesen Entwicklungen und eignet sich zur audiovisuellen Wiedergabe von Programmen aus den unterschiedlichsten Gebieten - wie beispielsweise Unterhaltung, Erziehung und Unterricht, aktuelle Information u.a.m. - über Fernsehgeräte. Dazu wird der Bildplattenspieler an die Antennenbuchse des Fernsehgerätes angeschlossen.

Die heutige Bildplatte nach dem TED-System besitzt spezielle Charakteristiken, die aufgrund einer langen Prioritätenliste von Markterfordernissen zu realisieren waren:
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  • Die Wahl der Plattenform entspricht dem vertrauten Erscheinungsbild für einen Informationsträger und gewährt jederzeit einen schnellen Zugriff zur Information.
  • Die 21cm-Platte aus flexiblem Material (PVC) kann in zweckmäßiger Weise Druckerzeugnissen beigegeben werden und sichert gleichzeitig Vorzüge wie Unzerbrechlichkeit, leichtes Gewicht und damit Postversandfähigkeit.
  • Das mechanische Prinzip der Druckabtastung bei den Spielern erlaubt einfache Konstruktionen mit konventionellen Bauteilen und damit eine Preiskalkulation, die den Absatz großer Serien auf den Markt begünstigen. Hinzu kommt, daß dieses Prinzip die Herstellung großer Plattenstückzahlen zu niedrigen Preisen in kürzester Zeit ermöglicht.
  • Beim Bildplatten-System TED wird eine Spielzeit von bis zu 10 Minuten durch eine Rillendichte von 280 Rillen pro Millimeter verwirklicht. Diese maximale Spieldauer, mit der die Abspielzeit pro Platte verdoppelt wurde, wird als ausreichend für den voraussichtlich überwiegenden Teil der Programme zur Wiedergabe im Heim angesehen.

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Und mehr als 10 Minuten ??

Längere Programme werden am zweckmäßigsten auf mehrere Bildplatten zu je
10 Minuten verteilt. Mit einem Schnellwechsler wird es möglich sein, solche Programmeinheiten automatisch abzuspielen, wobei die zwischen zwei Platten entstehende Pause nur bei etwa 4 bis 5 Sekunden liegen wird. Das technische Prinzip hierzu ist in den Telefunken-Entwicklungslaboratorien bereits gelöst. Ein solcher Schnellwechsler bietet überdies für den Konsumenten den Vorzug, daß er das Programm nach eigenem Wunsch mischen und zusammenstellen kann. Sodann lassen sich während des Abspielvorgangs Bildplatten laufend nachlegen, die Spielzeit kann also praktisch beliebig verlängert werden.
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  • Anmerkung : Er kam nie, der Schnellwechsler.

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Um 1.000 DM soll der Bildplattenspieler kosten

Der Bildplattenspieler für die neue Zehn-Minuten-Platte, der um 1.000 DM kosten soll, wird zur „Internationalen Funkausstellung 1973" in Berlin der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Vertreter der Telefunken Rundfunk und Fernseh GmbH, Hannover, erklärten auf dem Colloquium, daß Gespräche mit in-und ausländischen kompetenten Verhandlungspartnern der Branche mit dem Ziel einer weltweiten Einführung des audiovisuellen Systems TED im Gange seien. Dabei werde die bereits angekündigte liberale Lizenzpolitik verfolgt.

„photokina" 1974 in Köln - eine typische Presseinformation

Die außerordentliche Mitgliederversammlung des Photoindustrie-Verbandes hat beschlossen, die nächste „photokina" nach einer neuen, gemeinsam mit der Messegesellschaft Köln erarbeiteten Konzeption vom 27. September bis 3. Oktober 1974 zu veranstalten:

Nachdem das Angebot und die „fachbezogene" Anwendung der Photographie in den letzten Jahren wesentlich zugenommen haben, ist es notwendig geworden, dieses Angebot noch übersichtlicher zu machen. Deshalb wird die zukünftige „photokina" eine Fachmesse sein, die nur Händlern, Fachverbrauchern und Fachverwendern (im weitesten Sinne des Wortes also allen denjenigen, die die Photographie beruflich nutzen) zugänglich ist.

Auch der kulturelle Teil wird weiter ausgebaut und die Bedeutung der Photographie mit ihren vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten noch besser als bisher schon zum Ausdruck bringen. Die Veranstalter, Messegesellschaft Köln und Photoindustrie-Verband, beabsichtigen, diesen Teil auch in anderen Städten zu zeigen, um ein möglichst großes Publikum zu erreichen.

Die „photokina" wird damit ihrer Bedeutung
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  • • als Weltmesse der Photographie
  • • als multinationaler und multilateraler Handelsplatz
  • • als internationaler Treffpunkt zwischen Herstellern, Händlern, Fachverbrauchern und Fachverwendern aus allen Teilen der Welt
  • • als zentraler Orientierungspunkt der internationalen Photo-Wirtschaft
  • • als PR-wirksamstes Ereignis der Photographie und schließlich auch
  • • als das massivste, weltweit ausstrahlende „Werbe-Medium" für die Photographie und ihre Anwendung

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noch besser gerecht werden können als bisher.

Die Veranstalter sind davon überzeugt, daß diese neue Konzeption den Wünschen aller Interessenten optimal entsprechen wird. pv

Laute der Natur im Februar und März

Mit dieser heute beginnenden Artikelreihe wollen wir einer bisher stiefmütterlich behandelten Sparte der Tonbandamateure ein wenig Hilfestellung bieten. Sieht man die für diesen Leserkreis bestimmten Fachzeitschriften durch, so findet man Angaben über Maschinen, Mikrofone, Verstärker, Mischpulte sowie mancherlei Anregungen für Motive aller Art, allerdings mit einer Ausnahme: der Aufnahmen von Tierstimmen.

Gehen wir mal in den Wald

Hier geht es immer noch nach dem Kochbuch-Motto: Man nehme einen Tonaufzeichner, möglichst frei vom Netz, sowie ein Mikrofon, verbinde beides mit den erforderlichen Drähten und ziehe damit in den Wald. - Die Enttäuschungen sind entsprechend groß. Die Solisten der Natur treten leider nicht so nahe vor das Mikrofon wie unsere lieben Anverwandten.

Je nach Jahreszeit die Tiere aussuchen

Diese Informationslücke soll nun geschlossen werden. Es besteht die Absicht, fortlaufend über die sich in der jeweiligen Jahreszeit anbietenden Objekte zu informieren, zugleich technische Schwierigkeiten zu schildern und, soweit möglich, Hilfen zu deren Überwindung zu geben.

Nun wird sich der aufmerksame Leser sicher fragen, wieso man dann gerade im Februar damit beginnt, wo doch jedermann weiß, daß die Natur in dieser Zeit im Winterschlaf liegt bzw. besonders mobile Arten sich in wärmere Regionen abgesetzt haben.

Irrtum: die Natur schläft nie! Sie macht es Ihnen in dieser Jahreszeit auch ganz besonders bequem. Von Ihrem Wohnzimmer aus können Sie die schönsten Aufnahmen festhalten. Der besondere Vorteil: Sie benötigen nicht einmal ein netzunabhängiges Gerät!

Und so macht man das: Man nehme ein Futterhaus (mindestens nach zwei Seiten offen, möglichst die anderen verglast), stelle es an einen windgeschützten Platz und fülle es mit Leckereien.

Und Sie brauchen immer Geduld

Nun warten Sie am besten acht Tage, bis sich Ihre Schützlinge an den Futterplatz gewöhnt haben. Am kommenden Wochenende nehmen Sie sich viel Zeit und verbringen diese hinter der Gardine. Ich garantiere, daß sich an Ihrem Futterplatz mindestens Sperlinge und Amseln einfinden. - Falls der Nachbar nicht einen besser gedeckten Tisch zu bieten hat! - Sie werden bald feststellen: Es gibt bevorzugte „Einflugschneisen", Landeplätze, bestimmte Rangordnungen und Orte, an denen die Vögel vom Futterplatz geholte Nahrung verzehren. Sie hören auch manches akustische Signal.
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Wo sollte das Mikro stehen

Dabei werden Sie auch feststellen, an welchen Punkten man am besten das Mikrofon installiert. Es sollte möglichst windgeschützt und gedeckt angebracht werden. Ein entsprechend langes Mikrofonkabel führen Sie nun durch Ihr Wohnzimmerfenster zum Tonbandgerät. Die Lautsprecher zaubern Ihnen die Natur nun „live" ins Haus, vorausgesetzt, Sie haben folgende technische Bedingungen erfüllt: Bei Verwendung von längeren Mikrofonkabeln darf kein hochohmiges Mikrofon benutzt werden. Sonst erhält man ein Brummen, vor allem aber werden hohe Frequenzen stark beschnitten.

Hochohmige und niederohmige Mikrofone

Sollten Sie nur hochohmige Mikrofone besitzen und unter die Tonjäger gehen wollen, mein Rat: verkaufen und niederohmige mit einem Scheinwiderstand von 200 Ohm beschaffen. Sie werden bei der Aufnahme von Tierstimmen nicht ohne Verlängerungskabel auskommen. - Klemmen Sie das Kabel nicht zu fest in das Fenster ein, sonst beschädigen Sie die Abschirmung, am besten eine Kerbe ins Holz feilen. - Was wird der Hauswirt sagen? - Damit leider nicht genug. Sie müssen prüfen, ob Ihr Tonbandgerät einen nieder- oder hochohmigen Eingang hat (technische Daten vergleichen!). An einem nieder-ohmigen Eingang kann man das Mikrofon direkt anschließen, beim hochohmigen ist am Ende des Kabels vor das Gerät ein Schnurübertrager einzufügen. - Semiprofis mögen mir diese simplen Ausführungen verzeihen!

Und nun geduldig lauschen

Nehmen wir an, die Voraussetzungen sind erfüllt. Sie drehen den Mikrofoneingang auf und lauschen vor Band in die Natur. Ihr Ohr halten Sie nun direkt unter die Vögel. Sie werden sich wundern, was es dort alles zu hören gibt: nervös an- und abfliegende Sperlinge, das Knacken der Samenschalen, Kontakt- und Abwehrlaute, Rufe bei An- und Abflug. Vielleicht hören Sie sogar einen Specht klopfen, können aber keinen entdecken. Schauen Sie dann bitte genau nach: Entweder wackelt Ihr Mikrofon oder es schlägt ein Zweig dagegen.

100m Mikrofonkabel

Sobald etwas am Futterplatz los ist, sollte man gleich mitschneiden. Bei den flink hin- und herhuschenden Vögeln verpaßt man sonst leicht eine besondere Situation. Man kann ja später die besten Aufnahmen herauskopieren und das Band erneut verwenden.

Meistens stellen sich auch Meisen am Futterhaus ein. Mit etwas Glück gelingt es, die sehr ähnlichen Rufe von Kohl- und Blaumeise aufzuzeichnen. Vielleicht hängen in der Nähe ein paar Nistkästen. Dann haben Kohl- und Blaumeise mit Sicherheit schon Ende Februar, Anfang März ihren Brutplatz auserwählt. Die Männchen singen dann oft von bestimmten Plätzen aus, um eine Partnerin zu locken oder das Revier zu verteidigen. - An solchen Gesangplätzen kann man ihnen ebenfalls mit Hilfe entsprechend langer Kabel das Mikrofon vor den Schnabel „hängen" und einmalig gute Aufnahmen erzielen.

Über ca. 100 m läßt sich ein niederohmiger Mikrofonpegel ohne Verlust „transportieren". Hoffentlich habe ich nun beweisen können, daß die Natur im Winter nicht schläft und es uns zu dieser Jahreszeit ganz besonders bequem macht. Aber der Winter bietet noch einen Vorteil: Die meisten Menschen bleiben, wenn irgendmöglich, daheim im warmen Zimmer. Dadurch werden die Umweltgeräusche erheblich reduziert. Sie aber gerade sind es, die dem Amateur die Jagd auf Tierstimmen am meisten verleiden. Mit diesem Problem werden wir uns noch häufiger zu beschäftigen haben. Nun bleibt mir nur noch, Ihnen viel Erfolg zu wünschen! Bitte, steinigen Sie mich nicht, wenn es anfangs nicht auf Anhieb gelingen sollte. Für die Aufnahme von Tierstimmen gilt ganz besonders: Gut Ding will Weile haben! Es gehört eine ganze Menge Erfahrung und Fingerspitzengefühl dazu, für die es keine Rezepte gibt. Das beste wäre, wenn Sie mir Ihre Wünsche und Sorgen mitteilen*. Dann könnte ich diese Artikelreihe in Ihrem Sinne fortsetzen. K. H. Garberding
* Anschrift des Autors: K. H. Garberding,

So traurig wie es ist, das ist das Ende von "tonband" - es hatte sich auch nicht mehr gerechnet.

von Gert Redlich im Juli 2017 - Ich vermute, daß Karl Breh zu lange auf der intellektuellen Seite der Erstellung hochkarätiger Hörspiele "gefußt" hatte und die meisten Leser das vom Horizont und/oder der Begabung her gar nicht konnten oder wollten. So müssten also auch die Abo-Zahlen geschrumpft sein und wenn dann noch einige der Autoren wegfallen, dann wird es eng und man konzentriert sich wieder auf die zukunftsträchtige Hifi-Stereophonie.

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