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Heft 1 • April 1964 • 1. Jahrgang

Das war der eigentliche Beginn nach der kostenlos an alle Interessenten und die Hersteller und Importeure und Händler verschickten Probeausgabe vom Dezember 1963.

Inhalt

Die wichtigsten deutschen Heimtongeräte und ihre technischen Daten 2
Die unverbindlichen Richtpreise der Tonbandgeräte 10
Kleine Tonband-Schwindeleien 10
Peter und Sabine - Ihre erste Tonbandaufnahme - zu trivial - nicht enthalten 12
Umgang mit dem Tonbandgerät 16
Die Industrie meldet 18

Liebe tonband-Freunde,

Frühjahr 1964 - Ein Schaufenster mit Tonbandgeräten aller Hersteller von Radio Freytag

die mit unserer kostenlosen Einführungsnummer aus 1963 noch recht unvollkommen dokumentierte Idee von dem, was wir mit dem "tonband" vorhaben, hat eine sehr große Zahl von Ihnen zu überzeugen vermocht, so daß wir jetzt, da wir die erste reguläre Nummer der Zeitschrift vorlegen, schon auf einem sehr soliden Fundament aufbauen können. Für Ihren Entschluß, es mit uns zu wagen, danken wir Ihnen. Wir hoffen, recht bald dem tonband das Gesicht und den Inhalt zu geben, die geeignet sind, ihr Vertrauen zu rechtfertigen und neue Freunde zu gewinnen. Dann wird das tonband auch seinen Zweck erfüllen, den Tonbandfreunden ihr Hobby leichter, vielseitiger und damit reizvoller zu machen.

Das Hauptthema der vorliegenden Nummer gibt eine Übersicht über die wichtigsten, von der deutschen Industrie auf dem deutschen Markt angebotenen Tonbandgeräte aller Klassen. Eine Voraussetzung für die Aufnahme in diese Übersicht war der Vertrieb der Geräte über den Fachhandel. Später werden wir eine ähnliche Zusammenstellung der auf dem deutschen Markt angebotenen ausländischen Tonbandgeräte geben.

Zuvor aber, und das schon in der nächsten Nummer, wird das Hauptthema den verschiedenen deutschen Mikrophon-Typen gewidmet sein. Dabei werden wir jeweils auch auf die Frage der Anpassung zu sprechen kommen und ferner erläutern, für welche Arten von Aufnahmen welche Mikrophone geeignet sind.

Die Planung unserer Hefte und unserer Themen

Jede Nummer des tonband wird ein Seitenthema enthalten, das sich in leicht verständlicher Form mit der praktischen Anwendung des Tonbandgerätes und seines Zubehörs befaßt. Um diese Seitenthemen möglichst unterhaltend zu gestalten, wählten wir die Dialogform.

Peter und Sabine - unser Titelbild zeigt, wie sie vor einem Schaufenster gerade angestrengt überlegen, welches Tonbandgerät ihren Wünschen entspricht - sind zwei junge Leute, die ihre Neigung für das Tonbandeln entdeckt haben. Peter besitzt viel technischen Sachverstand und hat sich gründlich auf sein Hobby vorbereitet. Sabine dagegen sprüht über vor Ideen, was man mit dem Tonbandgerät anfangen könnte.

Die Partnerschaft scheint also zumindest aus dem Blickwinkel des Tonband-Hobbys geradezu ideal zu sein. Wir werden Peter und Sabine in den kommenden Nummern bei allem, was sie mit ihrem Tonbandgerät anstellen, belauschen und fotographieren. In der nächsten Nummer wird Peter Sabine erklären, wozu und wie man cuttet.

Selbstverständlich wird das tonband über alle interessanten Neuigkeiten berichten, die von der Industrie für unser Hobby angeboten werden. Das nächste tonband wird Sie informieren, was es auf der Messe Hannover Neues gab. Bis dahin grüßt Sie freundlichst ( freundlichst ??? wieso freundlichst ??)

Ihre tonband-Redaktion

Die wichtigsten deutschen Heimtongeräte und ihre technischen Daten

Die stetige Progression in den Serien der auf dem deutschen Markt von deutschen Herstellern angebotenen Tonbandgeräte stellt von seiten des Amateurs und Händlers die Forderung nach einer übersichtlichen Darstellung der wesentlichen technischen Merkmale der Geräte. In drei Tabellen werden die Eigenschaften der wichtigsten deutschen Heimtongeräte für Mono- und Stereo-Aufzeichnung sowie für Batteriebetrieb zusammengefaßt. Zu den in den Tabellen 1, 2 und 3 enthaltenen Spalten kann der Leser nachfolgend näheres über die grundsätzliche Bedeutung der angegebenen Eigenschaften erfahren.

Mono oder Stereo

Tonbandgeräte in Mono-Ausführung (Tabelle 1) erlauben die gleichzeitige Aufnahme nur eines Programmes bzw. einer Spur des Tonbandes. Stereo-Tonbandgeräte (Tabelle 2), die es bei den beschriebenen Ausführungen nur als sogenannte Vollstereogeräte gibt, benötigen für die Aufnahme und Wiedergabe zwei Verstärker zur getrennten Übertragung des linken und rechten Tonkanals.

Selbstverständlich kann jedes Stereo-Tonbandgerät auch für Mono-Aufnahmen eingesetzt werden. (Es würde zu weit führen, hier die Grundlagen der Stereo-Technik im einzelnen zu erläutern. Der interessierte Leser möge darüber in der einschlägigen Literatur nachlesen.)
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A) Spurlage

Halbspur- (2) und Viertelspur-Aufzeichnung (4) haben jeweils ihre Vor- und Nachteile; sie sollen im folgenden kurz zusammengefaßt werden:

Bei Mono-Geräten und Halbspur-Aufzeichnungen nimmt die Spur eine Breite von etwa 2,3 mm ein, auf dem Tonband können mit Rücksicht auf den Sicherheitsabstand nur zwei Tonspuren untergebracht werden. Die gegenüber der Viertelspurtechnik ziemlich breite Spur ergibt jedoch im Wiedergabe-Tonkopf eine verhältnismäßig große Tonspannung und damit eine gute Dynamik der Tonbandübertragung. Kontaktschwierigkeiten zwischen Magnetschicht des Tonbandes und dem Tonkopfspiegel wirken sich infolge der breiteren Tonspur im Vergleich zur Viertelspurtechnik spürbar weniger aus.

Die bei der Viertelspurtechnik nur 1 mm breite Tonspur ist anfälliger bei Verschmutzungen oder Verformungen des Bandes, hingegen lassen sich hier vier Spuren auf dem Tonband unterbringen, was einen wirtschaftlicheren Betrieb ermöglicht. Außerdem erlauben eine Anzahl von Mono-Vierspurgeräten den Parallelspurbetrieb, bei dem zwei Schallvorgänge nacheinander auf zwei verschiedenen Tonspuren untergebracht werden können. Diese Technik wird gerne für Tonmischungen angewandt. In der Einführungsausgabe dieser Zeitschrift wurde bereits darüber berichtet.

Bei Heimtonbandgeräten in Halbspur-Stereo-Ausführung beträgt die Spurbreite nur 2 mm, um für Mono- und Playbackbetrieb eine ausreichende Übersprechdämpfung zwischen den Aufzeichnungen beider Spuren zu sichern.

B) Spulendurchmesser

Der Wunsch nach größeren Spielzeiten drückt sich nicht nur in der Einführung dünnerer Tonbänder und geringerer Bandgeschwindigkeiten aus, sondern brachte auch größere Tonbandgeräte mit größeren Spulen. Hiermit ergibt sich zugleich ein Gewinn an akustischer Klangqualität bei der Wiedergabe des Tones über den ebenfalls größeren, eingebauten Kofferlautsprecher.

Es soll hier jedoch klar herausgestellt werden, daß dies nicht mit einer besseren Tonqualität des Aufzeichnungssystems als solchem zu tun hat. Bei Verwendung eines guten Rundfungerätes ergibt sich auch bei Benutzung kleinerer Tonbandgeräte mit kleinen Spulen eine gute Übertragungsqualität. Die Vorteile des Gerätes mit kleinen Spulen dürften vor allem in niedrigem Preis, Gewicht und Platzbedarf liegen.

Der von der GEMA erzwungene Hinweis zum Kopieren

Die Aufnahme urheberrechtlich geschützter Werke der Musik und der Literatur ist nur mit Einwilligung der Urheber oder deren Interessenvertretungen, wie z.B. GEMA, Schallplattenhersteller, Verleger usw., gestattet.
Für den Heimgebrauch werden zumeist Geräte mit Spulendurchmessern von 13 bis 18 cm bevorzugt.

Wird aus Qualitätsgründen vorwiegend mit höheren Bandgeschwindigkeiten gearbeitet, so ist natürlich auch ein Gerät mit größerer Spule zu empfehlen, um eine bestimmte Mindestlaufzeit zu gewährleisten. Tabellen, in denen der Zusammenhang zwischen Spulengröße, Bandtyp und Laufzeit gegeben ist, findet der Leser in den Druckschriften der Bandhersteller und in der Einführungsnummer dieser Zeitschrift.
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C) Bandgeschwindigkeit

Die Einführung verschiedener Tonträgergeschwindigkeiten hat neben einer entwicklungshistorischen auch eine rein praktische Bedeutung. Während durch Verbesserungen an Gerät und Band die Geschwindigkeiten bei annähernd gleichen elektroakustischen Ergebnissen immer mehr gesenkt werden konnten, tauchte auch der Wunsch nach wirtschaftlicherem Arbeiten mit dem Tonbandgerät auf. Dazu läßt sich zusammenfassend etwa folgendes sagen :

19 cm/sec.

Aufnahmen mit höchsten Tonqualitätsanforderungen und großem Dynamikumfang. Aufnahmen, die vervielfältigt werden sollen. Bandaufzeichnungen für Tonmontagen (Cutten); durch die hohe Bandgeschwindigkeit wird das Schneiden erleichtert.

9,5 cm/sec.

International eingeführte Bandgeschwindigkeit für den Tonbandaustausch, besonders für Tonbandbriefe. Sehr gute Tonqualität bei wirtschaftlichem Bandverbrauch. Heutige Geräte und Bänder ergeben mit Sicherheit ausreichenden Frequenzumfang, der UKW-Qualität entspricht.

4,75 cm/sec.

Bandgeschwindigkeit für geringere Anforderungen an Tonumfang und Dynamik (Rauschabstand). Tonbänder und Geräte müssen in technisch einwandfreiem Zustand sein, um dem Stand der Technik entsprechende Resultate zu erzielen. Auch für Diktatzwecke geeignet.
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2,4 cm/sec.

Für ausgesprochene Langzeitspeicherungen, meistens Sprache zu reinen Informationszwecken ohne besondere Qualitätsanforderungen. Aufnahme von Konferenzen etc.

Tonbandgeräte mit mehreren Bandgeschwindigkeiten

erlauben die Anpassung an die Erfordernisse und ermöglichen Trickaufnahmen durch variable Einstellung der Bandgeschwindigkeit zwischen Aufnahme und Wiedergabe (Tonlagen- und Tempoverschiebung). Beim Übergang zu kleineren Bandgeschwindigkeiten nimmt auch die Tendenz nach größeren Tonhöhenschwankungen zu, d. h., daß mit kleinerer Bandgeschwindigkeit eine Abnahme der sogenannten Klavierfestigkeit verbunden ist.

D) Die Eingänge

Die verschiedenen Eingangsbuchsen der Tonbandgeräte entsprechen den Anschlußwerten der für sie vorgesehenen „Zuspieleinrichtungen" wie Mikrofone, Radiogeräte, Plattenspieler. Nur wenige Tonbandgeräte verfügen über niederohmige Mikrofoneingänge und weisen damit einen eingebauten Mikrofonübertrager auf; sie erlauben die unmittelbare Mikrofon-Kabelverlängerung ohne Zuhilfenahme eines Schnurübertragers. Bei den meisten Geräten trifft man einen hochohmigen Mikrofoneingang zum direkten Anschluß des Mikrofones an.

Die Diodenbuchse bzw. die Verbindung zum Radio

Bei fast allen Geräten ist der Radioeingang als Gegenstück zur Dioden-Normbuchse des Rundfunkgerätes ausgeführt. Mit Hilfe des Diodenkabels (Tonleitung) ist die Aufnahme von Radio auf Band und die Wiedergabe von Band über Rundfunkgerät möglich. Der Plattenspieler-Eingang (jO) ist leider bei einer Anzahl Geräten nicht nach der neuen, mit der Stereo-Technik kompatiblen Norm ausgeführt. Bei Vorhandensein einer neuen Phono-Norm-Buchse (jOn fünfpolige Einheitsbuchse) hat man zusätzlich den Vorteil, daß sie auch als Eingang für Überspielungen von Band zu Band verwendet werden kann. Sie stellt also dann gleichzeitig eine Überspielbuchse dar.

E) Mischbare Eingänge

Manche Tonbandgeräte verfügen über eingebaute Mischpulte, die das Überblenden eines Teiles oder aller an den Eingangsbuchsen angeschlossenen Zuspieleinrichtungen ermöglichen. Sollen Mischungen durchgeführt werden und fehlt das eingebaute Mischpult, so kann an jedes Tonbandgerät ein solches außerhalb angeschlossen werden. Vorteilhaft ist hierbei noch, daß man wegen der günstigen Bedienungseigenschaften eines mit Flachbahnregler wählen kann, während bei eingebauten Mischpulten aus Platzgründen stets auf Dreh- oder Rändelknöpfe zurückgegriffen wird.

F) Die Ausgänge

Am häufigsten findet man die Kombination Radio, Lautsprecher und magnetische Hörer vor. Unter dem Symbol ist die Radio-Normbuchse zu verstehen, also ein kombinierter Anschluß für Aufnahmen von Rundfunkgerät und Wiedergabe von Bandaufnahmen über das Radio (siehe D).

Der Lautsprecherausgang hat vor allem den Zweck, durch Anschluß eines Außenlautsprechers auf entsprechender Schallwand oder in einem geeigneten Gehäuse die Tonwiedergabe gegenüber der Übertragung im Tonbandkoffer voller zu erhalten. Selbstverständlich spielt bezüglich der erreichbaren, unverzerrten Lautstärke die Ausgangsleistung des im Tonbandgerät eingebauten Endverstärkers eine Rolle (Spalte G).

Normalerweise dient der Lautsprecherausgang auch zum Anschluß eines magnetischen oder dynamischen Hörers zwecks Mithören vor Band bei Mikrofonaufnahmen, Playbacks und Mischungen. Ein Schalter muß dann das Abtrennen des eingebauten Lautsprechers ermöglichen, um Störungen zu vermeiden. Teilweise sind auch Ausgänge für piezoelektrische Hörer (Kristallhörer \hk) gebräuchlich. Sie sind hochohmig und ergeben beim Anschluß eines dynamischen oder magnetischen Hörersystems nur eine geringe Lautstärke.

H) Anzahl der (Magnet-) Köpfe

Die meisten Heimtonbandgeräte verfügen über einen sogenannten Kombikopf, der für die Funktionen von Aufnahme und Wiedergabe nacheinander benutzt wird. Zum Löschen bei Aufnahme ist ein Löschkopf vorgesehen.

Der Kombikopf bringt neben einer Verbilligung des Gerätes die Vorteile zwangsläufiger übereinstimmung von Spurhöhe und Spaltrichtung innerhalb des gleichen Gerätes. Bei nicht einwandfrei justiertem Kopf können sich aber bei Bandaustausch eventuelle Abweichungen äußern.

Bei Tonbandgeräten mit drei Köpfen sind diese für Aufnahme und Wiedergabe getrennt, ihre Vorteile liegen in der optimalen elektrischen Dimensionierung mit Rücksicht auf ihre Funktionen und in der Möglichkeit der sogenannten Hinterbandkontrolle. Außerdem können mit Dreikopf-Geräten auch Nachhall- und Echoeffekte durchgeführt werden.

I) Trickeinrichtungen

Die älteste und bekannteste Vorrichtung für die „magnetische Mischung" stellt die Tricktaste (TT) dar, die bei Aufnahme den Löschkopf ausschaltet. Dadurch bleibt eine zuvor auf dem Band gemachte Aufzeichnung bewußt erhalten. Man erzielt auf diesem Weg also eine Mehrfachmagnetisierung der gleichen Bandspur. Beim Fehlen einer Tricktaste kann man sich auch durch Zwischenlegen eines Kunststoff-Kragenstäbchens zwischen Tonband und Löschkopf des Tonbandgerätes helfen. Die Trickblende (TB) vermeidet den beim Einschalten der Tricktaste entstehenden abrupten Lautstärkesprung der „überspielten" Aufnahme. .

Duoplay-Technik

Tonbandgeräte mit der Möglichkeit, zwei in gleicher Richtung laufende Spuren aufzuzeichnen (meist Vierspur- und Stereo-Geräte), sind oft für die Duoplay-Technik (P) eingerichtet. Hierunter ist zu verstehen, daß zu einer auf einer Spur des Bandes vorliegenden Aufnahme eine zusätzliche Aufzeichnung auf der zweiten Spur erfolgt. Wesentlich ist bei der Duoplay-Technik, daß durch gleichzeitiges Abhören der „Taktspur" die zweite Aufnahme eine beabsichtigte Zeitzuordnung (Synchronität) erhalten kann. Hieraus ergeben sich die Möglichkeiten musikalisch synchroner, zweistimmiger Aufnahmen oder einfacher „Parallelspurmischungen" für Vertonungen (z. B. Sprache mit Musik oder Geräusch).

Multi-Playback

Multi-Playback (MP) bedeutet das wiederholte synchrone Hinzufügen neuer Aufnahmen zu bereits bestehenden Aufzeichnungen. Multi-Playbackstelltgewissermaßen eine Erweiterung des Duoplay-Prinzips dar, jedoch mit dem Unterschied, daß jeweils eine Überspielung von Spur zu Spur erfolgt (auch Multiplay bezeichnet). Auf diese Weise wird bei jeder Spurüberspielung eine neue Aufnahme hinzugefügt. Das Endergebnis stellt dann eine mehrstimmige Aufnahme dar.

K) Schnellstop

Sehr praktisch für den Umgang mit Tonbandgeräten ist die Schnellstoptaste. Sie kann vor allem bei Vertonung verschiedenster Art mit Vorteil eingesetzt werden. Bei der mechanischen Ausführung (M) wird das momentane Anhalten des Bandes aus dem Normallauf durch rein mechanische Krafteinwirkung erreicht. Bei der elektrischen Schnellstoptaste (E) werden elektromagnetische Kräfte wirksam; da hier ein Stromkreis betätigt wird, ist meistens auch eine elektrische Start-Stop-Fernbedienung vorgesehen (EF).

Die Vorteile von Schnellstop

Bei Betätigung der Schnellstoptaste bleiben die vorgewählten Funktionen wie Aufnahme oder Wiedergabe erhalten; auch die Köpfe des Tonbandgerätes bleiben eingeschaltet. Aus dieser Tatsache ergeben sich die folgenden Vorteile:

1) Bei gedrückter Schnellstoptaste kann zum Zweck des Cuttens das Band vor dem Wiedergabekopf hin- und hergezogen werden, um auf akustischem Wege die Schnittstelle zu lokalisieren.

2) Schaltknacke am Ende einer Aufnahme (durch Ausschalten des Tonbandgerätes oder Drücken der Halttaste entstanden), können bei gedrückter Aufnahme- und Schnellstoptaste durch Zurückziehen des Bandes über den Löschkopf zum Verschwinden gebracht werden. Beim erneuten Anlauf des Bandes mit Hilfe der Schnellstoptaste entstehen keine weiteren Knackaufzeichnungen.

L) Anzahl der Lautsprecher

Bei manchen Stereo-Geräten sind zwei getrennte Lautsprecher zur Wiedergabe eingebaut. Auf Grund der geringen Kofferabmessung des Tonbandgerätes und der dadurch bedingten kleinen Basisbreite kann natürlich nur ein mäßiger Stereo-Effekt erwartet werden. Trotzdem läßt sich auch über die beiden im Tonbandgerät eingebauten Lautsprecher bereits ein deutlicher Unterschied zwischen Mono- und Stereo-Darbietungen feststellen, wenn der Zuhörer in der Nähe des Tonbandgerätes Platz nimmt. Am günstigsten ist es, wenn die beiden Lautsprecher in zwei bis drei Meter Entfernung voneinander aufgestellt werden, um mit einer verbreiterten Stereo-Basis eine eindrucksvolle Klangwirkung hervorzubringen.

M) Stromversorgung

Für netzunabhängige Tonbandgeräte interessiert die Art der Energiezufuhr. Bei Batteriebetrieb (B) ergibt sich das geringste Gewicht des Gerätes, jedoch auch ein weniger wirtschaftlicher Betrieb, wenn das Gerät oft benutzt wird. Bei häufigem Gebrauch außerhalb des Hauses bewährt sich deshalb die Verwendung eines Akkus (A), sofern keine Anschlußmöglichkeit an das Netz besteht.

Bei Geräten für Netz- und Akkubetrieb dient das Netzanschlußgerät gleichzeitig als Ladegerät für den Sammler. Beliebt ist das netzunabhängige Tonbandgerät, weil es leicht zu transportieren ist und deshalb überall mitgenommen werden kann. Der Tonjäger weiß das besonders zu schätzen, dessen besondere Ambition es ist, selbstaufgenommene Geräusche, Interviews und andere Tondokumente geschickt in seine Reportagen sowie Dia- und Schmalfilmvertonungen einzubauen.

Das transportable Zweitgerät leistet stets gute Dienste, wo zu Hause mit dem Mikrofon Mischungen in Form von Einblendungen zu machen sind. So erhält auch mancher Tonbandbrief eine wesentliche Bereicherung an Lokalkolorit und persönlichem Wert durch ein paar lebensnahe Aufnahmen mit dem netzunabhängigen Tonbandgerät.

Die Geräteliste vom Frühjahr 1964

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  1. Grundig TK 14
  2. Grundig TK 17
  3. Grundig TK 19 A
  4. Grundig TS 19
  5. Grundig TM 19
  6. Grundig TK 23 A
  7. Grundig TS 23
  8. Grundig TK 40
  9. Grundig TK 41
  10. Grundig TK 42
  11. Philips RK 14
  12. Philips RK32
  13. Philips RK62
  14. Telefunken M 70
  15. Telefunken automatik
  16. Telefunken M 75
  17. Telefunken M 76
  18. Telefunken M 85
  19. Telefunken M 96
  20. Uher Universal 5000
  21. Grundig TK 27
  22. Grundig TM 27
  23. Grundig TM 45
  24. Grundig TK46
  25. Grundig TK 47
  26. Philips RK36
  27. Philips RK66
  28. Saba TK220-S
  29. Telefunken M 97
  30. Telefunken M 98
  31. Uher Royal Stereo
  32. Grundig TK 2
  33. Grundig TK 4
  34. Grundig TK 6
  35. Loewe Optakord 414
  36. Loewe Optakord 414 Dia
  37. Philips Taschen-Recorder 3300
  38. Philips RK5 L
  39. Telefunken M 300
  40. Uher 4000 report „S"

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Die unverbindlichen Richtpreise der Tonbandgeräte Stand März 1964

Grundig Tonbandkoffer TK 2 (o. B.) DM 279.-
  Netzanschlußgerät   DM 66.-
  Bereitschaftstasche mit    
  Umhängeriemen   DM 24.50
  Tonbandkoffer TK4 (o. B.) DM 389.-
  Tragriemen   DM 6.-
  Tonbandkoffer TK 6 (o. B.) DM 549.-
  Tragriemen   DM 6.-
  Tonbandkoffer TK 14 DM 335.-
  Tonbandkoffer TK 17 DM 375.-
  Tonbandkoffer TK 27 Stereo DM 528.-
  Tonbandkoffer TK 19 Automatic DM 409.-
  Tonbandkoffer TK 23 Automatic DM 449.-
  Tonbandkoffer TK 40 DM 678.-
  Tonbandkoffer TK 41 DM 658.-
  Tonbandkoffer TK42 DM 750.-
  Tonbandkoffer TK 46 Stereo DM 898.-
  Tonbandkoffer TK47 Stereo DM 898.-
  Tonband-Einbauchassis TM 19   DM 350.-
  Tonband-Einbauchassis TM 27   DM 478.-
  Tonband-Einbauchassis TM 45   DM 688.-
  Tonbandschatulle Edelholzgehäuse TS 19,  
  , Nußbaum natur mattiert   DM 530.-
  Rüster mattiert   DM 547.-
  Tonbandschatulle Edelholzgehäuse TS 23,  
  Nußbaum natur mattiert   DM 575.-
  Rüster mattiert   DM 592.-
Philips Taschenrekorder   DM 330.-
    RK 5L DM 340.-
    RK 14 DM 430.-
    RK 32 DM 480.-
    RK 36 DM 650.-
    RK 62 DM 730.-
    RK 66 DM 1050.-
Loewe Opta Opta wrd 414 Dia DM 598.-
  Opta wrd 414 DM 498.-
SABA Sabafon TK 220-S DM 919.-
Telefunken Automatik DM 464.-
  Magnetophon 70 DM 348.-
  Magnetophon 75 DM 499.-
  Magnetophon 76 DM 575.-
  Magnetophon 85 DM 749.-
  Magnetophon 96 DM 649.-
  Magnetophon 97 DM 825.-
  Magnetophon 98 DM 958.-
  Magnetophon 300 DM 479.-
Uher Royal Stereo DM 998.-
  4000 Report-S DM 648.-
  Universal 5000 DM 666.-

Hier ein sogenanntes Schmankerl, über das wir heute nur noch lächeln

Kleine Tonband-Schwindeleien

Da steht es nun, das neuerworbene Tonbandgerät, auf dem Tisch. Onkel Eduard, Tante Berta, Tante Frieda und Base Helga haben ein Band besprochen und fragten verwundert: Das soll ich sein? So klingt meine Stimme? Der stolze Besitzer des Tonbandgeräts aber schraubt seine Ansprüche höher und höher und beschließt, ein selbstverfaßtes Hörspiel zu schreiben und aufzunehmen. Mitwirkende sollen natürlich die lieben Verwandten sein! Um dieses Hörspiel recht lebendig zu gestalten, braucht er passende Geräusche, die er einblenden will. Und damit wollen wir uns heute befassen.

Gewiß werden diese Anregungen und Hinweise für alte Hasen nichts Neues sein; aber täglich stoßen ja neue Freunde zu dem schönen und anregenden Tonband-Hobby, und für sie sind diese kleinen Anregungen in erster Linie gedacht. Also - Geräusch-Imitationen:

Beginnen wir mit etwas Alltäglichem: dem Wetter.
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Wind

Wind = Zwei oder drei Weichholzplatten und ein Stück Seide werden dazu gebraucht. Die Seide wird über die Weichholzplatten gezogen. Hin und her. Soll der Wind nur leise säuseln, zieht man langsam, soll er stärker pfeifen, wird schneller gezogen. Für das Heulen eines Sturmes wird noch schneller gezogen und, damit es laut und heftig heult, wird bis zur Grenze des Möglichen eingepegelt.

Regen

Regen = Hierzu nehmen wir eine Handvoll getrocknete Erbsen, legen sie in ein engmaschiges Sieb oder Drahtnetz und rollen sie darauf hin und her. Das gibt dann ein Regengeprassel und Rauschen, wie man es sich nicht besser wünschen kann, und dabei ist es doch eine ganz trockene Angelegenheit.

Donner

Donner = Das wird genau so gemacht, wie es beim Theater hinter den Kulissen geschieht: Eine größere dünne Blechplatte wird in einiger Entfernung vom Mikrofon kräftig geschüttelt. Wer über ein Tonbandgerät mit mindestens zwei Geschwindigkeiten verfügt und zudem ein Klavier hat, kann auch mit der höheren Geschwindigkeit Klavierakkorde aufnehmen und dann mit langsamer Geschwindigkeit abspielen. Das gibt dann einen herrlichen Donner!

Schnee

Schnee = Das Fallen der Schneeflocken kann natürlich nicht aufgenommen werden. Das geht zu leise vor sich. Aber wir können das knirschende Geräusch von Schritten im Schnee imitieren. Dazu lassen wir uns von Mutti zwei kleine Säckchen nähen (oder tun es selbst, denn Tonbandamateure sind ja geschickte Leute!), die so groß sind, daß man sie in die Hände nehmen kann. Diese Säckchen werden mit Kartoffelmehl gefüllt. Dann nehmen wir in jede Hand eines der gefüllten Säckchen und drücken nun immer abwechselnd im Schrittempo die Säckchen zusammen.

Aus dem Lautsprecher klingt dann deutlich das Geräusch, das ein Mensch verursacht, wenn er über knirschenden Schnee schreitet. Das wären Geräusche, die das Wetter betreffen. Große, schwere Maschinen werden dazu also nicht gebraucht, und man braucht sich auch nicht den Unbilden der Witterung auszusetzen, um die Geräusche in der Natur mit einem tragbaren Tonbandgerät aufzunehmen, man kann mit einfachen, primitiven Mitteln Illusionen erwecken.

Und, vielleicht ist es irgendwie innerlich befriedigend, daß man mit einem Tonbandgerät so nett - schwindeln kann. Über weitere kleine harmlose Schwindeleien soll ein anderes Mal an dieser Stelle gesprochen werden.

Umgang mit dem Tonbandgerät (1)

Dem großen Vorteil des Tonbandgerätes - die völlig nebengeräuschfreie Wiedergabe auch nach vielem hundertmaligem Abspielen des Bandes und die beliebige Wiederholbarkeit der Aufnahme - steht ein scheinbarer Nachteil gegenüber: Das Tonbandgerät, welches in seinem mechanischen und elektrischen Teil wesentlich komplizierter ist als ein Plattenspieler, bedarf auch einer sorgfältigeren und sachgemäßeren Pflege.

Die Pflege der Magnetköpfe

Da sind zunächst einmal die Magnetköpfe. An ihnen wird das Band mit Hilfe einer Andruckrolle oder eines Andruckfilzes zur Erzielung eines guten magnetischen Kontaktes fest angedrückt. Da der Kopf härter ist als die Magnetitschicht des Bandes, wird mit der Zeit feiner Magnetitstaub vom Tonband abgerieben.

Dieser Staub setzt sich vor den Köpfen ab und bildet - denn er besteht ja aus magnetisierbarem Stoff - einen magnetischen Nebenschluß. Außerdem liegt das Tonband jetzt auch nicht mehr fest am Kopf an. Die Folge sind Höhenverluste und Lautstärkeschwankungen. Ferner setzt sich der Bandstaub auch an den Umlenk- und Andruckrollen ab und verstärkt damit die Bremsung des Bandes. Zu große Bremsung führt aber zur übermäßigen Belastung des Tonbandes und schließlich auch des Motors. Es ist also ratsam, von Zeit zu Zeit sein Tonbandgerät mit einem weichen Pinsel vom Bandstaub zu befreien.

Hat sich an den Köpfen oder an der Bandführung einmal Bandstaub festgesetzt, läßt er sich mit Spiritus leicht entfernen. Auf keinen Fall dürfen hierzu aber metallische Gegenstände verwendet werden; bewährt hat sich ein mit etwas Watte bewickeltes Streichholz. Auch die Andruckrollen müssen stets sauber gehalten werden, verschmutzte Rollen laufen leicht unrund und verursachen ein Jaulen des Tones.

Immer korrekt abschalten

Aus dem gleichen Grunde sollte man sein Tonbandgerät bei Nichtgebrauch auch niemals in der Stellung „Bandlauf" stehen lassen. Hierbei liegt die Andruckrolle an und bekommt durch den einseitigen Druck eine Delle, die sich durch unrundes Laufen und damit Jaulen bemerkbar macht. Ähnliches ist ja auch vom Plattenspieler her bekannt.

Verschmutzte Andruckfilze haben ein zirpendes oder pfeifendes Geräusch zur Folge. Reinigung mit Spiritus bringt auch hier Abhilfe. Unsachgemäßes und übermäßiges Ölen - man findet dieses leider sehr oft - führt in der Regel zum völligen Versagen des Antriebsmechanismus. Die meisten Tonbandgeräte sind mit selbstschmierenden Sinterlagern ausgerüstet. Eine Nachölung ist kaum nötig und wenn, sollte man sie immer dem Fachmann überlassen.

Das Gerät nicht verbasteln

Höhenverluste können selbstverständlich auch im elektrischen Teil des Gerätes ihre Ursache haben. Starke Höhenverluste entstehen auch dann, wenn derSpalt des Kopfes nichtgenau senkrecht zur Laufrichtung des Bandes steht. In der Fabrik wird der Kopfspalt mit Hilfe entsprechender Meßeinrichtungen genau eingestellt. Diese Einstellung sollte man auf keinen Fall ändern.

Ab und Zu den Fachmann fragen

Tiefenverluste sind in der Regel auf Fehler in der Entzerrung des Verstärkers zurückzuführen. Auch hier kann nur der Fachmann helfen.

Unvollständige Löschung des Tonbandes, die sich z. B. dadurch bemerkbar macht, daß man die alte Aufnahme noch durch die neue hindurchhört, ist oftmals nur auf Verschmutzen des Löschkopfes zurückzuführen. Das Band liegt dann nicht mehr satt am Kopf an, und die Hochfrequenzspannung kann nicht voll einwirken. Unvollständig gelöscht wird natürlich auch dann, wenn die Hochfrequenz zu gering ist. In diesem Falle ist auch meist der Vormagnetisierungsstrom zu gering, was sich durch verzerrte Aufnahmen bemerkbar macht. Die Ursache liegt zumeist in der Alterung der Röhre des Hf-Erzeugers, jedoch kann auch ein harmlos aussehender Kondensator der Schuldige sein.

Die Lage der Tonspur auf dem Band

Wichtig bei Tonbandgeräten mit Doppelspuraufzeichnung - und das ist heute bei allen Heimgeräten der Fall - ist die Lage der Tonspur auf dem Band. Voraussetzung für die Austauschbarkeit der Tonbänder zwischen den Ländern war die Normung der Spurlage. Bei Geräten nach der Internationalen Norm, die heute auch in Deutschland verwendet wird, wird zuerst die obere Hälfte des Bandes bespielt. Danach wird die Spule umgedreht, wieder auf den linken Bandteller gelegt und die andere Spur bespielt. Sie liegt wieder oben, in Laufrichtung gesehen, während die vorhin bespielte Spur jetzt unten liegt.

Die alte deutsche und die Internationale Spurlage

Leider hat die Deutsche Industrie anfangs ihre eigene Norm gehabt, bei der die Spurlage gerade umgekehrt war. Bei Geräten, die nach dieser Deutschen Norm gebaut sind, liegt die zu besprechende Spur in Laufrichtung also unten. Spielt man ein Tonband mit Spurlage nach der Deutschen Norm auf einem neueren Gerät ab, so wird es bei der Wiedergabe von rückwärts gespielt.

Manchmal kann man sich helfen, wenn man das Tonband umdreht, es also von der Rückseite her abtastet. Hierbei gehen allerdings sehr viele hohe Töne verloren. Günstiger ist es daher, das Band bei einem Rundfunkhändler umspielen zu lassen. Bei den in unserer Übersicht enthaltenen Tonbandgeräten wird die Internationale Norm angewendet. Die Deutsche Industrie hat sich ab 1953 (Anmerkung zwangsläufig) auf Internationale Norm umgestellt.

Über die Bandgeschwindigkeiten

Zum Schluß noch ein Wort über die Bandgeschwindigkeiten. Für Heimtonbandgeräte sind die drei Geschwindigkeiten 19 cm/s, 9,5 cm/s und 4,75 cm/s gebräuchlich. Dabei zeichnet sich die Tendenz ab, die letzte Geschwindigkeit nochmals zu halbieren, um zu noch längeren Spielzeiten zu kommen.

Die Bandgeschwindigkeit ist von wesentlichem Einfluß auf die obere Frequenzgrenze und damit auf die Wiedergabequalität. Während man mit 4,75 cm/s etwa 6000. . .8000 Hz aufzeichnen kann, erreicht man bei 9,5 cm/s mit guten Geräten ca. 12 000 Hz und bei 19 cm/s eine obere Frequenzgrenze von 15 000 Hz und darüber hinaus.

Wer hochwertige Aufnahmen mit HiFi-Qualität machen will, wird also unbedingt 19 cm/s verwenden, wobei nicht nur ein größerer Frequenzumfang, sondern auch - und das ist genau so wichtig - eine größere Dynamik erzielt wird. Aufnahmen guter Tanzmusik wird man auf 9,5 cm/s machen, und wer Musikberieselung über mehrere Stunden braucht erreicht mit 4,75 cm/s noch eine annehmbare Mittelwellenqualität.

Dass hier muß noch einsortiert werden (ist geparkt)

Es wird eine eigene Rubrik Tonband-Neuigkeiten geben, in die dann alle diese Meldungen ausgelagert werden und chronologisch eingefügt werden.
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Die Industrie meldet (hier ab März 1964)

Unter dieser Rubrik werden wir in Zukunft über Neuigkeiten und Nachrichten aus der einschlägigen Industrie berichten.

Wenn diese Spalte im vorliegenden Heft nicht gerade sehr umfangreich ist, so liegt es an der zeitlichen Nähe der Hannover-Messe und den Sperrfristen, welche die Industrie aus diesem Grunde über ihre Neuheiten verhängt. Um so ausgiebiger wird die Ausbeute nach der Messe in der nächsten Nummer sein. (Red.)

Agfa-Kunststoff-Kassetten (März 1964)

Für die Spulengrößen 13, 15 und 18cm liefert Agfa Kunststoff-Kassetten aus formstabilem, schlagfestem Bayer-Kunststoff Novodur® (siehe Bild). Die Agfa-Bänder PE 31 (Langspiel-Band), PE 41 (Doppelspiel-Band) und PE 65 (Triple Record) können in den drei oben genannten Spulengrößen gegen geringen Mehrpreis in diesen Kunststoff-Kassetten bezogen werden (siehe Tabelle).

alle Preise von 1964 natürlich noch in DM

  PE31 K   PE41 K       PE65 K  
Langspiel- Band   Doppelspiel- Band   Triple Record  
Spule Länge DM Spule Länge DM Spule Länge DM
cm m   cm m   cm m  
13 270 14.60 13 360 19.40 13 540 28.90
15 360 17.70 15 540 26.40 15 720 38.-
18 540 24.- 18 720 35.20 18 1080 56.-

Die neue BASF-Klebelehre

Die BASF-Lehre klebt sauber, weil das ausgeschnittene Stück Klebeband etwas schmaler ist als das Tonband. Ein Überstehen des Klebebandes ist also ausgeschlossen - nachträgliches Abschneiden entfällt.

Die Lehre klebt schnell, weil der Schneidwagen das Schneiden und Verkleben des Klebebandes zu einem einzigen Arbeitsgang macht.

Die Lehre klebt exakt, weil das Klebeband im richtigen Winkel zum Band geführt wird.

Die Führung des Klebebandes und der Schneidwagen mit zwei Funktionen sind die neuen Konstruktionsideen dieser Klebelehre. Die Lehre ist bei vielen Studiogeräten leicht auf den Kopfträger aufzuschrauben.

Ein Präzisionswerkzeug, das vor allem für ,,professionelle" Zwecke gebaut wurde, bei denen es auf eine ganz besondere Genauigkeit ankommt, also vor allem für Tontechniker. Daher ist diese Klebelehre auch nicht immer beim Fachhandel erhältlich. Man bekommt sie aber, wenn man sich direkt an die BASF, 6700 Ludwigshafen am Rhein, wendet. (Preis: DM 50,-)
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Die Slide'O'Matic von Revox

Slide'O'Matic, eine automatische Diaschalteinrichtung für das REVOX Tonbandgerät.
Zur Industriemesse in Hannover präsentiert die Firma Willi Studer unter dem Namen Slide'O'Matic ein Diaschaltgerät, das speziell als Zubehör zum REVOX Stereo-Tonbandgerät konstruiert worden ist.

Da für die Steuerung des Diaprojektors ein Kanal des Revox- Gerätes verwendet wird, konnte die gesamte Elektronik des Slide 'O'Matic an dessen Bedienungsschalter untergebracht werden. Das handliche Gerät in grauem Novodurgehäuse besitzt drei Drucktasten und wird über steckbare Kabel mit dem Revox und dem Diaprojektor verbunden. Die sonst üblichen Einrichtungen, die am Bandlauf des Tonbandgerätes installiert und justiert werden müssen, sind nicht erforderlich.

Als Einwand gegen diese elegante Anordnung könnte natürlich vorgebracht werden, daß durch Verwendung des zweiten Stereo-Kanals für Steuerzwecke die Möglichkeit der Playbacktechnik oder auch der stereofonen Schallaufzeichnung entfallen.

Dem ist entgegenzuhalten, daß es sich bei den in Europa in Betrieb befindlichen Revoxgeräten zum größten Teil um 2-Spur-Ausführungen handelt, deren zweite Spur bei der sonst üblichen Verwendung von nur einer Viertelspur für Steuerzwecke auch für die Schallaufzeichnung unbrauchbar würde.

Mit den drei Tasten des Slide'O'Matic können folgende Schaltvorgänge ausgelöst werden: Ein Steuerimpuls, der gleichzeitig über den Wiedergabekanal den Projektor schaltet, kann auf das Band aufgesprochen werden, der Diawechsel am Projektor kann ausgelöst werden, ohne daß ein Impuls aufgenommen wird, und schließlich läßt sich das Tonband an jeder beliebigen Stelle stoppen und starten. Ohne daß am Revoxgerät oder am Diaprojektor hantiert werden muß, gestaltet sich die praktische Vertonungsarbeit von Diaserien auf diese Weise höchst einfach.

Das Slide'O'Matic kann mit den Revox Modellen D, E, F und G 36 betrieben werden. Lediglich am Gerät Revox F 36 sind zwei Drähte umzulöten, die nach Entfernen des Kofferdeckels leicht zugänglich sind.
Der unverbindliche Richtpreis beträgt DM 178.-.

Neue interessante Fachschrift über Magnetkopftypen

Soeben ist eine beachtenswerte Druckschrift der Wolfgang BOGEN GmbH, Berlin 37 (Zehlendorf), Potsdamer Str. 23/24, erschienen.

Die Veröffentlichung gibt auf 52 Seiten einen umfassenden Überblick über 180 Bogen-Magnetköpfe - darunter 70 neuentwickelte - mit eingehenden Daten, vielen Frequenzkurven, Charakteristiken, technischen Zeichnungen und Fotos.

Der Fachmann findet in dieser Arbeitsunterlage auch eine Zusammenstellung der einschlägigen Fachliteratur sowie Schalthinweise, ebenso ein Normblattverzeichnis der Magnettontechnik.

RING DER TONBANDFREUNDE - Wir stellen uns vor...

Über eine Million Tonbandgerätebesitzer gibt es heute schon in Deutschland. Manche unter ihnen tragen nach einer Gemeinschatt von Tonbandamateuren, in der sie durch das Tonband Gedankenaustausch pflegen und technische Anregungen für ihr Tonbandhobby erhalten können.

Der RING DER TONBANDFREUNDE, seit Jahren ein bewährter, loser Zusammenschluß von Tausenden von Tonbandamateuren, vermittelt und fördert den Austausch von Tonbändern zwischen Amateuren mit dem Ziel, persönliche Kontakte zwischen Menschen in Deutschland und aller Welt herzustellen. Das Tonband als Brücke von Mensch zu Mensch.

Der Austausch von Erfahrungen auf dem Gebiet des Tonbandhobbys soll die Tonbandfreunde in technischen Dingen fördern. Der RING DER TONBANDFREUNDE dient als Tonband-Amateur-Vereinigung den Interessen der Tonband-Amateure. - Er ist die Vertretung für die Bundesrepublik und Berlin (West) im internationalen Zusammenschluß der Föderation Internationale des Chasseurs de Son (FICS).

Der RING DER TONBANDFREUNDE bietet seinen Mitgliedern:

1. ein gedrucktes Mitgliederverzeichnis für die Auswahl von Tauschpartnern in 31 Ländern der Erde, das die Personalien der Mitglieder und ihre Interessen enthält. Das Mitgliederverzeichnis darf nur für die persönliche Partnersuche benutzt werden.

2. die Monatszeitschrift „der tonbandtreund", die Anregungen mancherlei Art, technische Hinweise und Besprechungen (Teste) sowie Wissenswertes aus dem Gebiet des Tonbandhobbys bringt und über die Sektionen berichtet. Die Zeitschritt wird regelmäßig in 29 Ländern der Erde gelesen.

3. eine technische Beratung, die von Fach-Technikern ehrenamtlich ausgeübt wird;

4. besondere Treffen auf Orts-, Bezirks- und Landesebene. Sie dienen dem persönlichen Kennenlernen und Erfahrungsaustausch sowie zur Bildung von Arbeitsgemeinschaften;

5. In jedem Jahr wird ein „Nationaler Wettbewerb der besten Tonaufnahmen" als Vorentscheidung für den Internationalen Wettbewerb der FICS mit vielen wertvollen Preisen durchgeführt.

6. Stationszeichen, Erkennungsrufe, besondere Einblendungsmerkmale bleiben nach Anmeldung beim RING DER TONBANDFREUNDE dem Erstverwender geschützt.

Die Mitgliedschaft im RING DER TONBANDFREUNDE ermöglicht die kostenlose Inanspruchnahme aller dieser Einrichtungen des RDT. Schreiben Sie uns. Wir werden Sie gerne näher intormieren.

Der RING DER TONBANDFREUNDE wird in Zusammenarbeit mit der Redaktion tonband laufend an dieser Stelle über seine Arbeit berichten.

Nationaler Wettbewerb der Tonbandamateure

Der RING DER TONBANDFREUNDE veranstaltet als offizieller Vertreter aller Tonbandamateure der Bundesrepublik Deutschland in der FICS (Föderation Internationale des Chasseurs de Son) wie in jedem Jahr, auch 1964 wieder den Nationalen Wettbewerb der besten Tonaufnahme (NWT) 1964.

Dieser Wettbewerb ist die einzige legitimierte deutsche Vorentscheidung zum
Internationalen Wettbewerb der besten Tonaufnahme (IWT) 1964 in Lausanne.
Am Nationalen Wettbewerb können alle Tonbandamateure der Bundesrepublik Deutschland teilnehmen. Auch in diesem Jahr winken wieder eine stattliche Anzahl ansehnlicher Preise der deutschen Industrie, darunter wieder mehrere Tonbandgeräte. Einsendeschluß ist der 1.September 1964. Die besten Arbeiten des Nationalen Wettbewerbs nehmen für die Bundesrepublik Deutschland am Internationalen Wettbewerb teil.

Die Bundesrepublik Deutschland stellte 1962 im Internationalen Wettbewerb den „Weltmeister" und errang 1963 den Pokal für die höchste Punktzahl. Auch der Pokal für die beste Einsendung einer Frau fiel 1963 an uns.

Teilnahmebedingungen bitten wir anzufordern beim
RING DER TONBANDFREUNDE

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